Vor 2 Monaten bloggte ich ├╝ber einen wundervollen Werbespot zum Thema Anschnallen. Der Grund daf├╝r, dass er mich so ber├╝hrte, liegt mittlerweile 10 Jahre zur├╝ck.

Heute beim Fr├╝hst├╝ck stie├čen mein Kind und ich auf unseren zehnten zweiten Geburtstag an. Heute vor genau 10 Jahren ├╝berlebten der Baby-Turbosohn und ich erstaunlich unbeschadet einen Frontalcrash mit einem Lkw. Was dabei passierte bzw. nicht passierte, habe ich in meinem Artikel „Anschnallen. Bitte.“ kurz erw├Ąhnt.

unfall

Die Narben an meinen Handgelenken werden auf ewig daran erinnern, wie verdammt knapp es f├╝r uns war – absurderweise sehen sie eher nach einem missgl├╝ckten Selbstmordversuch aus als nach dem gr├Â├čten Gl├╝ck eines nunmehr seit 36 Jahren andauernden Lebens. Aber hey – Schicksal ist absurd. Kannste machen nix. ­čÖé

Was ich damit sagen will? Leben ist ein Geschenk, besonders das unserer Kinder! Wenn mich der Turbosohn mit seinem Gezappel und seinem Highspeed-Hirn wieder mal auf die Palme treibt (das tut er so an die dr├Âlfzehn Mal t├Ąglich), denke ich daran, dass er mir nicht ein-, sondern gleich zweimal geschenkt wurde. Es ist n├Ąmlich nicht selbstverst├Ąndlich, dass ein 1.995-Gramm-Fr├╝hchen vollkommen gesund und topfit geboren wird, w├Ąhrend sich sein mutma├člicher Zwilling schon sehr fr├╝h in der Schwangerschaft verabschiedete. Es ist au├čerdem nicht selbstverst├Ąndlich, dass man dasselbe Kind 7 Monate sp├Ąter aus einem Blech- und Scherbenhaufen ausgr├Ąbt und es schon ein paar Minuten sp├Ąter wieder lacht.

Lebenslust und ein gewisser Frohsinn wurden mir zwar bereits in die Wiege gelegt und ich pflege diese Eigenschaften mit Hingabe … aber seit dem Unfall wei├č ich die t├Ąglichen Kleinigkeiten noch viel mehr zu sch├Ątzen. Zum Thema „Kinderleben wertsch├Ątzen“ habe ich u.a. hier gebloggt.┬á

„Carpe diem“ hei├čt die Devise. Recht hatte er, der olle Horaz – ab mit Euch und schnappt Euch den Tag! Ihr habt es verdient.

13 Kommentare zu “Zweimal im Jahr Geburtstag feiern: unbezahlbar.”

  1. Laja sagt:

    Dann w├╝nsch ich dir alles Liebe zum (wieso eigentlich zweiten, klingt so nach Wertung ­čśë ) Geburtstag!! Zwar hatte ich kein Kind an Board bei einem ├Ąhnlich dramatichen Unfall vor ein paar Jahren, aber auch ich war nicht alleine im Wagen und der involvierte LKW wirkte ebenso imposant. So kann ich das Gef├╝hl, das Leben ist einem noch einmal geschenkt worden, nur zu gut nachvollziehen! Genie├čt den Tag wie alle die noch folgen werden!

  2. sandra sagt:

    ich finde , die wertsch├Ątzung des eigenen lebens und f├╝r die einfachen dinge des lebens ist doch das sch├Ânste was man seinen kindern im leben mitgeben kann ­čÖé
    feiert sch├Ân
    lg sandra

  3. recipient sagt:

    Happy Birthday. ­čśë

    Auch ich schnalle mich beim Autofahren an. Immer. Dennoch bin ich gegen eine gesetzliche Gurtpflicht. Es kann n├Ąmlich auch anders herum laufen. Also, dass man ├╝berlebt, weil man NICHT angeschnallt ist. Ich wei├č, wovon ich rede.

    Deshalb: Aufkl├Ąrung und Sensibilisierung (der Spot ist wirklich gut): Ja. Pflicht: Nein.

  4. textzicke sagt:

    Hi habmalnefrage,

    damit bin ich ganz klar NICHT einverstanden. ­čÖé
    ├ťberlebt tats├Ąchlich jemand einen Unfall wegen Nichtangeschnalltseins, ist das Zufall. Hebt man die gesetzliche Gurtpflicht auf und geht mit diesen wenigen Zuf├Ąllen auch noch ├Âffentlich hausieren, k├Ânnte in dem einen oder anderen Hirn das Bild entstehen „pah, ich muss mich ja nicht anschnallen und ├╝berhaupt h├Ârte ich doch gerade erst von Typ XY, der nur, weil er nicht angeschnallt war, …“ – Du verstehst, was ich meine?
    Besonders gef├Ąhrlich finde ich solche Entbindungen von einer gesetzlichen Anschnallpflicht dann, wenn es um (ach du Schreck, das wird jetzt politically incorrect und daf├╝r entschuldige ich mich im Voraus) Familien aus der so genannten „Unterschicht“ geht. Nat├╝rlich nicht alle, aber doch einige dieser Mitb├╝rger denken weder ├╝ber die Folgen von Rauchen in der Schwangerschaft noch ├╝ber die von Dauer-Fernsehkonsum noch ├╝ber die von ungesichertem Fahren nach. Diese Menschen MUSS man gesetzlich verpflichten, um zumindest bei Zuwiderhandlung einen Lerneffekt zu erzielen. Best├╝nde keine Gurtpflicht, k├Ąmen sie vielleicht gar nicht erst auf die Idee, ihre Kinder anzuschnallen.
    Aber mich w├╝rde ehrlich interessieren, was Dir widerfahren ist, dass Du zwar wegen Nichtangschnalltseins ├╝berlebtest, heute aber dennoch stets angeschnallt f├Ąhrst!? Wirst Du mich erleuchten?

    Herzliche Gr├╝├če!
    Textzicke

  5. Wortteufel sagt:

    G├Ąnsehaut.
    Und Gl├╝ckw├╝nsche zum zweiten Geburtstag.

  6. recipient sagt:

    In K├╝rze: N├Ąchtliche Heimfahrt im schicken Coupe. Nat├╝rlich viel zu schnell. Durch nasses Herbstlaub aus der Kurve getragen, einen Zaun durchbrochen, knapp an einem Geb├Ąude vorbeigeflogen und auf einer etwa drei Meter tiefer gelegenen Wiese aufgekommen, ├╝berschlagen und auf dem Dach liegend zum Stillstand gekommen. Also, das Auto. Ich selbst war vorher schon irgendwie(!) rausgeschleudert worden. Einhellige Meinung aller – einschlie├člich der Polizei -, die das bis auf den Sitz eingedr├╝ckte Dach gesehen haben: Mit Gurt h├Ątte ich keine Chance gehabt.

    Das war zu einer Zeit, als das Anschnallen zwar formal schon vorgeschrieben, aber noch l├Ąngst nicht selbstverst├Ąndlich war und Zuwiderhandlungen auch noch nicht geahndet wurden (ja, ich bin schon ein alter Sack).

    Warum ich mich trotzdem anschnalle? Weil die Wahrscheinlichkeit, dass mir der Gurt n├╝tzt, sehr viel gr├Â├čer ist als die, dass er mir schadet. (Insbesondere dann, wenn der unwahrscheinlichere Fall schon einmal eingetreten ist.)

    Deine Argumentation kann ich durchaus nachvollziehen. Ich erz├Ąhle meine Geschichte auch selten (hier sind wir ja unter uns), und wenn, dann nur in Verbindung mit dem Hinweis, dass ich mich trotzdem anschnalle (siehe oben).

    Dennoch: Zwingen w├╝rde ich niemanden. Mag ein Fall wie der oben beschriebene auch unwahrscheinlich sein – er kann eintreten. Und was sollte ich dem Betreffenden (den Hinterbliebenen?) dann sagen: Sorry, Pech gehabt?

    Bei Kindern sieht die Sache nat├╝rlich anders aus. Die w├╝rde ich schon ÔÇ×zwingenÔÇť. Auch ohne Gesetz. Aber Erwachsene sollten die Entscheidung selbst treffen k├Ânnen. Zumal die Sicherheit anderer davon ja nicht beeinflusst wird.

    PS: Seit damals fahre ich ├╝brigens unfallfrei. Mit Gurt. ­čśë

  7. textzicke sagt:

    Wow, habdamalnefrage,

    danke f├╝rs Erz├Ąhlen. Da hattest Du ja ein Riesengl├╝ck! ­čś«
    Ich kann’s aber immer noch nicht nachvollziehen. Die Art von Unfallausgang wie bei Dir ist eine Seltenheit und wegen Nichtangeschnalltseins zu ├╝berleben, ein seltenes Gl├╝ck. Das formulierst Du ja selbst so. Es ist ein Rechenexperiment – und die „Chance“, diese Art von Gl├╝ck im Ungl├╝ck zu haben, winzig klein.

    Deshalb w├╝rde ich Deine eigene Frage gern einmal umformulieren: Was willst Du den angeschnallten ├ťberlebenden eines Unfalls sagen, deren unangeschnallter Fahrer einen halben Meter vor ihnen starb? Was den zuhause gebliebenen, sonst aber immer brav angeschnallten Kindern, deren unangeschnallter Papa durch die Windschutzscheibe gegen einen Betonpfeiler flog und sich das Genick brach?

    (Merkt man eigentlich, wie wichtig mir das Thema ist? Ich hoffe es. ­čśë )

  8. recipient sagt:

    Ich glaube, wir reden etwas aneinander vorbei. Meine Frage stand in unmittelbarem Zusammenhang mit dem vorhergegangenen Zwang. Du sprichst ├╝ber die Tragik schwerer Unf├Ąlle im Allgemeinen.

    Es geht ja letztlich um die Frage, ob sich s├Ąmtliche Lebensrisiken per Gesetz beseitigen lassen. Ich meine, ein paar Entscheidungen sollte man schon noch selbst treffen k├Ânnen. Insbesondere dann, wenn sie sich unterschiedlich auf die pers├Ânliche(!) Sicherheit auswirken k├Ânnen. Nicht nur theoretisch, mit an den Haaren herbeigezogenen Fallkonstruktionen, sondern ganz praktisch. Ich habÔÇÖs (├╝b)erlebt – und das ist m├Âglicherweise auch der entscheidende Unterschied.

    Dein Argument – ich ├╝berspitze es mal -, manche Leute seien eben zu bl├Âd, solche Entscheidungen selbst zu treffen, finde ich sehr problematisch. Nicht, dass ich in meinem Leben noch keine Menschen kennen gelernt h├Ątte, bei denen ich dachte, dass man sie vielleicht besser generell entm├╝ndigen sollte …

    Aber man kann ja schlecht die gesamte Gesetzgebung an solchen H├Ąrtef├Ąllen ausrichten.

  9. textzicke sagt:

    Hey, ich mag solche kontroversen Diskussionen. Sie bereichern auch meinen Horizont. Danke daf├╝r!

    Dennoch glaube ich, aneinander vorbeireden ist hier gar nicht das Problem; ich sehe Deinen Punkt absolut! Ich stimme Dir au├čerdem zu, dass es je nach Empfinden oder Erleben unterschiedliche Auslegungen ein und desselben Themas gibt. Und diese, finde ich, k├Ânnen bei m├╝ndigen Menschen gern koexistieren – solange keine Abh├Ąngigen involviert sind. Verstehst Du, was ich meine?

    Dass meine Aussage zur gesetzlichen Anschnallverpflichtung nicht von allein so weit denkender Erwachsener politisch unkorrekt ist, war mir klar. :-/
    Dennoch stehe ich weiterhin dazu. Ich finde n├Ąmlich schon, dass ein Staat eine gewisse Verpflichtung gegen├╝ber seinen B├╝rgern hat. Und es ist UNLEUGBAR, dass schockierend viele Eltern (aus allen „Schichten!!!“) nicht weit genug denken, wenn es um die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kinder geht; Beispiele habe ich genannt. Meiner Meinung nach sollte ├╝brigens auch Rauchen im Auto bei Anwesenheit von Kindern unter Strafe stehen, denn das ist bei der Enge des Raumes K├Ârperverletzung.
    Ja, ich bin in solchen Dingen militant. Hui! ­čśë

  10. derchaot sagt:

    Und ich finde, da ich gerne ├╝bertreibe, es kommt noch eine dezente Dimension hinzu:

    Unfall. KRACH. Nicht angeschnallt. Schwerst verletzt.

    Hm. Wer zahlt die Reha? Richtig- die Allgemeinheit.
    Hat die Allgemeinheit (wer ist das eigentlich?) Lust dazu?

    Es gibt Studien die zeigen, dass die Reha bei angeschnallten Unfallopfern oftmals deutlich g├╝nstiger ist….

    Mahlzeit.
    Und Carpe Diem. Mit und ohne Gurt.

  11. Textzicke. Das Blog. » Archiv » ├ťber die Dankbarkeit. sagt:

    […] können. ICH HABE ZWEI GESUNDE KINDER!!! Das ist alles andere als selbstverständlich. Mein Unfall vor 10 Jahren und verschiedenste Schicksale in unserem Bekanntenkreis haben mich schon oft dankbar sein lassen […]

  12. babyforum-runner sagt:

    Nichtrauchen und Anschnallen f├╝r Kinder und Babies mu├╝ssen zur Selbstverst├Ąndlichkeit werden!

    Ich gratuliere im Nachhinein zu diesem Gl├╝ck! Wie heisst’s so sch├Ân: Hoch sollst Du leben, an der Decke kleben. Runterfallen, Bobschi knallen, JA! so ist das Leben!

  13. Textzicke. Das Blog. » Archiv » Wer ich bin. sagt:

    […] auf einer Bestsellerliste stehen. Genauso geht es mir mit Mode. Als ich nach meinem schlimmen Unfall wieder Auto fahren durfte, hatte ich mehrmals das Verlangen, das Lenkrad herumzurei├čen und […]

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