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    Glosse: Vorlesemutters Schicksal.

    Nein, ich bin kein allzu großer Fan von Conni. Wirklich nicht. Das heißt – ich habe nicht pauschal etwas gegen das Gör mit der roten Schleife, aber zu viel ist zu viel. Mitte 2009 hatte ich das große Glück, für den Carlsen Verlag (Herausgeber der Conni-Bücher) eine Glosse genau zu diesem Thema schreiben zu dürfen. Sie erschien in einem Sonderheft, das seit Kurzem in den Buchhandlungen zum Mitnehmen ausliegt.

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    Der dicke Mann und die Boje.

    Ich sitze also am Gardasee. Den Gatten zu meiner Linken, die Brut irgendwo, die Sonne knusperisierend im Gesicht und viele hämatomal hochwirksame Steine unter dem Allerwertesten. Wir haben Spaß an den Angeber-Rennbooten, die mit teils eleganten, teils stümperhaften Umkehrschwüngen das Wasser aufpeitschen. Am Steuer sieht man fast ausnahmslos ältere Herren mit Bauch, die stolz wie Gockel am Lenkrad kurbeln und dabei debil grinsen, weil sie sich ja schließlich gerade einen Kindheitstraum erfüllen. Nur eine einzige weitere Spezies scheint in solcherlei Wassergefährten eine Daseinsberechtigung zu haben: die Söhne dieser Bauchträger. Unglaublich teure Sonnenbrillen auf der Nase, viel Sixpack in der Mitte und eine Auswahl knackiger Bunnies auf dem Sonnendeck gehören bei…

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    Axel Hacke. Sein Bosch. Mein Bosch.

    Kennen Sie Axel Hacke? Ein großartiger Schreiber. Seine Kolumne „Das Beste aus meinem Leben“ im allfreitäglichen Magazin der SZ hat, zumindest im süddeutschen Raum, längst Kultstatus erreicht. Neben Herrn Hackes Familie spielt sein guter und alter Freund Bosch eine tragende Rolle in vielen Episoden. Bosch ist einer dieser wunderbaren alten, emaillierten Nachkriegs-Kühlschränke mit runden Ecken und einem Stromverbrauch wie eine kleine Stadt. Auch ich besaß einen Bosch. So einen wie hier links abgebildet. Den Zwilling des berühmten Hacke-Bosch sozusagen, aus dem Erbe der Oma väterlicherseits rechtmäßig ergattert. Baujahr 1952 – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Durch diese Gemeinsamkeit fühlte ich mich den Hacke’schen Kolumnen immer…

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    Glosse: Melkfett.

    Neulich bei der Rückenmassage. Ich liege mehr oder weniger entspannt auf dem Bauch, den Kopf ein wenig zur Seite gedreht, um nicht zu ersticken. Der auf Nasenhöhe angebrachte Schlitz in der Massageliege ist ja nett gemeint, doch außer vielleicht für Möwenschnäbel anatomisch fehlkonstruiert: Leider werden beim Hineinstecken des Riechorgans dessen Flügel auf brutale Weise zusammengepresst und die Luft entsprechend knapp. Von tiefer Bauchatmung keine Spur! Dann doch lieber die der Symmetrie unförderliche Seitwärts-Stellung eingenommen, einmal tief geseufzt und auf den Masseur gewartet. Der kommt auch, greift zuerst in den obligaten roten Topf mit Creme und dann herzhaft in meinen gepeinigten Schultergürtel. O seliger Schmerz! Als meine Muskeln endlich den Kampf…

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    Glosse: Telefonierverhalten mit Kindern.

    Ich bin Freiberuflerin. Werbetexterin, um genau zu sein. Und ich habe Kinder, zwei an der Zahl. Die ich sehr liebe, wohlgemerkt – was mich aber nicht im Geringsten daran hindert, sie manchmal herzhaft zu verfluchen! Zum Beispiel dann, wenn ich eigentlich mit einem Kunden telefonieren müsste. So geschehen, als Töchterchen Liebreiz süße vier Jahre alt war: Mit den Kindern im Schlepptau betrete ich soeben den Flur, lasse Taschen, Rucksäcke & Co. fallen und winde mich mit einem Arm aus der Jacke. Töchterlein Liebreiz, 4 Jahre, zickt wie immer und wegen allem. Da klingelt das Telefon. Ich eile, die Jacke noch an einem Ärmel am Boden nachschleifend, mit dem „Schnurlosen“ ins…

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    Eine steile Schreib-Karriere.

    So fing also alles an. Zugegeben, nicht gerade pulitzerverdächtig, aber immerhin. Davon abgesehen, dass Hugo kein Wellen-, sondern ein Nymphensittich war, drei aufeinanderfolgende Sätze mit „Ich“ beginnen und ein komischer Zeitenwechsel den Leser irritiert, hat ja auch alles seine Richtigkeit in diesem kleinen Stückchen Text. 🙂 Hugo wurde übrigens steinalt: 22 Jahre. Er überlebte damit sein Weibchen um satte 18 Jahre. Und in dieser kurzen Ehe hatte die arme Cora nichts zu lachen. So musste sie den Haustyrannen etwa häufig am Kopf kraulen, denn darauf fuhr er ab. Wollte sie nicht, gab´s Hiebe. Cora kam also meist brav angetippelt, kraulte Hugo mit dem Schnabel, rupfte ihm aber dann – gar…