Ein Buchstöckchen! Ein Buchstöckchen!

Zwar bin ich kein Hund, aber manche Stöckchen apportiere ich dann doch gern. Zumal mir dieses hier von meiner Textinen-Kollegin Britta Freith zugeworfen wurde, deren neues Buch „Hinterm Stall die Blumen“ ich gerade begeistert verschlungen und deren Gästezimmer ich schon mehrfach enthusiastisch beschlafen habe, weil sie nämlich nebenbei auch noch eine tolle Freundin und Gastgeberin ist. 🙂

Bücher also. Meine große Liebe. Deshalb lest hier meine Antworten auf die Fragen, die ursprünglich Wibke Ladwig von sinnundverstand in die Runde warf:

Welches Buch liest Du momentan?
„Die Kwimpers“ von Richard Powell. Ein Flohmarktfund meiner Mutter, die es mir nach dem Fertiglesen, noch mit Lachtränen in den Augen, in die Hand drückte: „Das musst Du lesen! Du wirst es so lieben! Was für ein nettes Buch!“ Und was soll ich sagen: Mama kennt mich. Ich nahm die Kwimpers gestern gegen 23 Uhr zur Hand, wollte nur mal reinschnuppern und bin heute schon fast durch. Ein herrlich liebenswerter Familienroman, mit der richtigen Portion Augenzwinkern geschrieben und einmalig absurd. (Wer es lesen will: Gibt’s leider nur noch antiquarisch. Beim Wimbauer Buchversand oder Booklooker werdet Ihr fündig.)

Wurde Dir als Kind vorgelesen? Kannst Du Dich an eine der Geschichten erinnern?
Oh ja, man las – und sang! – mir ganz viel vor. Vor allem meine Großeltern väterlicherseits, bei denen ich viel Zeit verbrachte, waren große Vorleser (Ihr erinnert Euch, der Lektoren-Opa?). Es gab dort Wände voller Bücher, quer durch alle Sparten … ein Wunderland. Ich erinnere mich an ein Gutenachtgeschichtenbuch und besonders an eine der Geschichten darin, die zwar voll die Moralkeule schwingt, mich aber nachhaltig beeindruckt hat: vom Schafhirten, der seine Dorf-Mitbewohner so oft mit falschem Alarm über Wolfs-Angriffe geneckt hat, dass ihm beim ersten echten Angriff schließlich keiner mehr hilft. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ – das las Opa mit einem solchen Nachdruck, dass es wie in Tattoo auf meinen Hirnwindungen brennt (und wirkt, by the way).
Meinen eigenen Kindern (heute fast 12 und fast 14) habe ich tatsächlich noch bis letztes Jahr jeden Abend vorgelesen. Anfangs Kleinkinderkram, alles von Astrid Lindgren, Grüffelo & Co., dann viel von Michael Ende und Roald Dahl, dann Walter Moers. Irgendwie finden wir dazu heute keine Zeit mehr und das ist richtig blöd, denn ich könnte stundenlang vorlesen … wenn man mich nur ließe … *seufz*

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den/die Du mal regelrecht verliebt warst?
Das wäre dann wohl Danny gewesen, aus Roald Dahls „Danny oder Die Fasanenjagd“. Und Momo. Natürlich.

In welchem Buch würdest Du gern leben wollen?
Ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken: „Madita“. Dieses schwedische Kinderparadies, unvergleichlich. Ein Frevel, dass ich das Land, das ich aus Büchern so gut zu kennen glaube, bis heute noch nicht einmal bereist habe.

Welche drei Bücher würdest Du nicht mehr hergeben wollen?
„Die Höhlenkinder“ von Alois Theodor Sonnleitner.
„Vom heiteren Kochen“ von Otto Nebelthau.
Und, no kiddin‘, „Suna“ von Pia Ziefle, das ich hier auch schon begeistert rezensiert habe.
Weitere Lieblingsbücher habe ich schon bei „fünfbücher“ vorgestellt.

Ein Lieblingssatz aus einem Buch?

„Alles Mist. Aber dann möchte man sich manchmal auf die Erde setzen und sich vor Freude ins Hemd weinen“,

sagt der alte Schwientek in Janoschs Roman (für Erwachsene!) „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm“. Warum auch immer – dieses Zitat trifft mich mitten ins Herz. In den seltenen Momenten, wo ich alles mistig finde, denke ich an den ollen Schwientek und denke mir, Recht hat er. Und dann setze ich mich auf die Erde und weine mir ins Hemd vor Freude über Kleinkram. 🙂

War’s das? Das war’s. Wie gut, dass der Fragenkatalog so begrenzt ist, denn über Bücher könnte ich natürlich seitenlang schwadronieren, philospohieren, amourieren … und deshalb werfe ich das Stöckchen – schwupps! – weiter an Fräulein Ideenfinderin, die zuckersüße Judith von blogohnegrund und selbstverständlich meinen Leib-und-Magen-Buchantiquar, The One And Only Tobias Wimbauer!
Tfüih, tfüih, holt’s Stöckchen! Ja feiiin!

One Comment

  • Ilse Mohr

    Siehste, genau dafür sind Blogstöckchen gut. Ich stöbere derzeit noch nach den drei Büchern, die ich nicht hergeben möchte. An den Otto Nebelthau habe ich gar nicht gedacht und freue mich, dass mich jemand daran erinnert. Dieses köstliche Rezept- und Lesebuch, das ich mir in einer Ausgabe von 1949 bei der Auflösung meines Elternhauses gesichert habe, sollte man in der Tat nicht hergeben. Nun ist mein Stapel von Büchern, die ich nicht hergeben möchte, schon wieder größer geworden. Dieses Blogstöckchen hat es in sich.

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