Homöopathie. Ein Plädoyer.
24. November 2009
Wer mich kennt, weiß: Ich bin eine ziemlich überzeugte Anhängerin der Naturmedizin, speziell aber der Homöopathie. Meine ganze Familie und mein großer Bekanntenkreis hat damit schon derartig tolle Erfahrungen gemacht, dass ich gar nicht anders kann – dazu gleich mehr.
Die Kritiker um mich herum jammern jedoch nach Statistiken, nach Beweisen. Sie wollen einfach nicht gern hören, dass verantwortungsvoll angewandte (!!!) Homöopathie bei mancher (!!!) Krankheit eine prima Alternative (!!!) sein kann. Auf Twitter entbrennen immer wieder interessante Diskussionen dazu, nicht unähnlich denen, die ich mit vielen Menschen im richtigen Leben führe. Ich mag Diskussionen und finde alle Aspekte einer Sache beleuchtenswert – aber eins finde ich beim Thema Homöopathie wirklich schade: Viele Menschen geben der Naturmedizin gar nicht erst eine Chance. Warum? Weil ein hochdekorierter Professor X oder ein idealerweise von der Pharmaindustrie gesponsertes Labor YZ wahnsinnig teure randomisierte Studien durchführt, die angeblich 100% beweisen, dass Homöopathie nix hilft. “Placebo!” brüllen die einen, “Quacksalberei!” die anderen – und alle vergessen sie, dass das richtige Leben nicht da draußen in der Statistik stattfindet.
Ein bisschen schmunzeln musste ich z.B. angesichts dieses Artikels, in dem eine wissenschaftliche, ergo ernst zu nehmende
Laborstudie die Unwirksamkeit homöopathisch aufbereiteten Atropinsulfats (aus der Tollkirsche aka Atropa Belladonna) auf isolierten Rattendarm “bewiesen” hat. Warum schmunzelte ich, fragt sich der Leser? Nun, weil ein Stück Rattendarm schlicht kein ganzer Organismus mit all seinen komplexen energetischen Verbindungen ist. Die braucht es aber, damit eine auf Selbstheilungsenergie abzielende Medizin helfen kann. “Tjahaaa, ein Stück Darm kann sich eben nix einbilden!”, hörte ich letztens als Argument. Stimmt. Aber das können Tiere, Pflanzen oder unbeeinflusste Neugeborene auch nicht – und bei denen wirkt verantwortungsvoll angewandte (!!!) Homöopathie eben sehr wohl.
An eben diesem Gedankenknick kranken leider viele – nicht alle – Studien, die um jeden Preis die Wirksamkeit der Homöopathie widerlegen wollen. By the way: Ich bin sehr für Studien, denn ein Mensch ist kein Versuchskaninchen und an jemandem monatelang hartnäckig naturmedizinisch “herumzudoktern” zähle ich als fahrlässige Körperverletzung. Dass aber positive Erfahrungen aus dem hier und heute stattfindenden Leben so völlig außer Acht gelassen werden, möchte ich nicht einfach so hinnehmen. Auch dazu unten mehr – jetzt erstmal ein Exkurs dazu, wie mich die Homöopathie überzeugte. Here we go mit
Erfolgsgeschichte Nr. 1:
Im zarten Alter von 17 Jahren bekam ich von einem nicht wirklich frischen Steinbutt eine Fischvergiftung. Zuerst kotzte ich mir die Seele aus dem Leib, dann kam das Fieber. 39, 40, 41. Bei 41,5 – ich delirierte mittlerweile heftig – bekam meine Mutter es mit der Angst zu tun und rief den Arzt. Der kam, gab zunächst Aspirin, Aspirin und noch mehr Aspirin. Kein Effekt, 42 Grad Fieber. Wadenwickel, Ganzkörper-Wickel, Spritzen, noch mehr Aspirin: nichts senkte das Fieber. Ich glühte, ich phantasierte, ich dörrte aus. Das ging einen halben Tag lang so, bis der Arzt meinte: “Ab ins Krankenhaus. Die stirbt uns hier weg. Wir brauchen die Eisbadewanne und alles.” Während meine Mutter heulend eine Tasche packte, kam ihre unsere Nachbarin – gelernte Hebamme und bewandert in Homöopathie & Co. – an mein Bett. Sie fragte meine Mutter komische Sachen, guckte mir in die verdrehten Augen und schob mir, die ich mich wild im Bett wälzte, zwei Kügelchen unter die Zunge. Man erzählte mir, was dann geschah: Kaum hatte ich die Dinger im Mund, lag ich plötzlich still. Innerhalb von 10 Sekunden schlief ich ein. Der Arzt war dabei und meinte “Huch, was ist das denn jetzt? Warten wir mal noch ein paar Minuten.” Nun, ich schlief wie ein Baby eine Stunde lang, schlug danach die Augen auf, krächzte nach Wasser und bewies dem Thermometer, dass die Temperatur auf 38 runter war. Einen Tag später war ich komplett wieder auf den Beinen – ein bisschen wackelig und ziemlich dünn, aber fieberfrei und mit neuem Appetit. Die Beteiligung der Homöopathie an dieser Gesundung habe ich damals nur am Rande mitbekommen, mich aber Jahre später daran erinnert, als ich selbst schon Mutter war. Hier kommt Geschichte 2, mit der eigentlich alles erst richtig begann:
Erfolgsgeschichte Nr. 2:
Mein Sohn, 5 Wochen zu früh geboren und ein zwar topfittes, aber unbestreitbar winziges Kerlchen, fing sich mit 13 Monaten einen gemeinen Magen-Darm-Virus ein. Das Kind kackte, das Kind spuckte, das Kind glühte; es ging ihm wirklich sehr schlecht. Der Kinderarzt wies das Söhnchen nur deshalb nicht ein, weil ich es noch teilweise stillte und so nährstoffmäßig einigermaßen über Wasser hielt. An Tag 3 der Erkrankung konnte der Kleine dann trotzdem nicht mehr stehen, er war zu schwach. Nun wollte ich doch mit ihm ins Krankenhaus und sagte der besagten Nachbarin (die seine Patentante wurde) Bescheid. Sie meinte “Komm, versuch es ein einziges Mal vorher mit Homöopathie. Ruf die Frau Dr. XY an, sie ist einfach spitze. Wenn das Mittel nicht hilft, das sie Dir empfiehlt, fährst Du aber gleich los, ja?” So machte ich es. Sehr zweifelnd, ich gebe es zu, denn mit einem derart kranken Kind über der Schulter ist auch die entspannteste Mutter irgendwann mal unentspannt. Frau Dr. XY – eine mir bis dahin wildfremde Person – fragte mich am Telefon komische Dinge über das Kind an sich: wie seine Schlafgewohnheiten seien und wie sein Charakter, was es gern aß, wie die Geburt gelaufen sei und lauter Zeug, das ich beim bsten Willen nicht mit dem Virus in Verbindung bringen konnte. Der Krankheitsverlauf kam erst ganz am Schluss dran, nachdem wir 10 Minuten über Dinge geredet hatten, die ich als Laie völlig irrelevant fand. Die Ärztin wies mich schließlich an, bei der homöopathisch gut ausgestatteten Nachbarin 2 Kügelchen eines bestimmten homöopathischen Medikaments zu holen und dem Kind unter die Zunge zu legen. Ich möge mich dann gleich nochmal melden. Das tat ich. Kaum hatte, noch bei der Nachbarin in der Küche, der kleine Schlappsack die Globuli unter der Zunge, zappelte er auf meiner Schulter herum, strebte zu Boden und quengelte furchtbar. Ich stellte ihn sehr, sehr vorsichtig hin, weil ich dachte, er kippt eh gleich wieder um. Von wegen! Das Kind watschelte direkt auf die Patentante zu, forderte “eine Beze” und trollte sich mit seiner Beute auf die Couch. Dort mümmelte es vergnügt an der Breze herum, behielt sie bei sich und war ab sofort gesund. Das Ganze dauerte keine Minute. Und wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich’s bestimmt heute noch nicht glauben.
Erfolgsgeschichte Nr. 3:
Letztes Jahr rutschte ich, bingo!, mit dem Baby einer Freundin auf dem Arm, auf einem verflixten Legostein aus. Was tut der Mutterinstinkt? Reißt das Kind nach oben und versucht so zu fallen, dass es auf dem eigenen Körper zu liegen kommt. An so alberne Dinge wie Abfangen denkste in dem Moment nicht. Ich knallte also richtig schön mit dem Knie auf den Legostein – ungebremst, weil ja das Baby geschützt werden musste. Der Schmerz im Knie war ungeheuerlich. Trotzdem war die Schwellung nur marginal und ich konnte es bewegen, also ignorierte ich es und vergaß sogar, gleich danach Arnica zu nehmen, was ich sonst bei jeder Verletzung tue. Unterschwellig begleitete mich der Schmerz dann wochenlang. Ich salbte, bandagierte und stellte das Knie einem Orthopäden vor, der nichts fand. “Böse geprellt, das kann jetzt einfach dauern” meinte er. Einen Tag später, ich konnte das Knie kaum mehr bewegen, schnitt ich mich beim Kochen in den Finger und nahm nach dem Verpflastern, der schnelleren Heilung zuliebe, eine Dosis Arnica. Weil D12 und C30 leer waren, schnappte ich das nächste greifbare in der homöopathischen Potenz C200. “Besser als nix”, dachte ich wohl. Schon am Abend vermisste ich was: den Knieschmerz. Weg war er. Kam nie wieder. Später erfuhr ich, dass man diese hohe Potenz des Mittels auch bei lange zurückliegenden Verletzungen einsetzt, während ja die D- und die niedrigen C-Potenzen für eher akute Fälle verwendet werden. (PENG! Diesen Fall, liebe Zweifler, habe ich jetzt extra mit aufgeschrieben, damit Sie wenigstens irgendetwas haben, das Sie hier dem Zufall in den Rachen werfen können. Wenn ich’s auch nicht glaube … aber man muss ja alles in Betracht ziehen, nicht?)
Szenen wie diese – manche ebenso spektakulär, andere weniger – sind uns und vielen Bekannten seither oft passiert. Mindestens die Hälfte der Gesundungsfälle betreffen Babys und Kleinkinder, manche sogar Tiere. Für den Placebo-Gedanken bin ich hier also nicht zugänglich, sorry. Können das alles Zufälle sein? Bei der Rasantheit der Heilreaktion und der Fülle von Erfolgen? Zweifel galore. Auch ich habe nämlich ein paar Zahlen in der Tasche. Total unwissenschaftlich, dafür aus Fleisch und Blut. Sozusagen. Auch wenn die Studienhörigen jetzt wieder “Irrelevant! Zu wenige! Nicht randomisiert! Keine Laborbedingungen!” blöken werden: Setzen wir der Einfachheit halber meinen Bekanntenkreis auf 200 Personen fest. Maximal 50 davon sind beinharte Anhänger der Schulmedizin, von mir liebevoll “pathologische Zweifler” genannt. Sie würden, wenn’s der Onkel Doktor verschreibt, eher allabendlich ein Uran-Bonbon lutschen als jemals ein weißes Kügelchen zu sich zu nehmen. Bleiben 150, die der Homöopathie wenigstens mal eine Chance gegeben haben. Und leider, liebe Zweifler, sieht es so aus: Die meisten wenden Homöopathie regelmäßig und mit fast ausschließlich großem Erfolg an. Alle sind homöopathisch in guten, verantwortungsvollen ärztlichen Händen. Das will jetzt keiner hören, gell? Ist aber so.
Meine eigene Familie ist gottlob ziemlich gesund und wir brauchen nicht oft medizinische Hilfe. Trotzdem kommt auch das vor. Nun sind wir in der glücklichen Lage, eine ganz und gar hervorragende Homöopathin gefunden zu haben. Die perfekte Kombination: Allgemeinärztin mit klassischer Homöopathie-Ausbildung, 30 Jahre Praxiserfahrung und kann gut mit Kindern. Sie weiß haargenau, wo Schluss ist mit Kügelchen. Wo sie an Fachärzte übergeben oder eben doch schulmedizinisch reingrätschen muss.
Womit wir beim Punkt wären:
Sicher 50% der Zweifler haben sich einen GU-Homöopathie-Ratgeber gekauft, beim letzten grippalen Infekt darin geblättert und daraufhin Aconitum- oder Belladonna-Kügelchen genommen (das sind die am häufigsten empfohlenen). Auch immer gern gesehen: “Du hast Husten? Also ich nehm da immer die XYZ-Globuli. Hier, bittesehr, probier mal.” Komisch, dass es dann nicht half, nicht wahr, aber die Zweifler triumphierten: “Siehste! Hab ich’s doch gleich gesagt! Alles Mist mit diesen Kügelchen!” … DAS ist ihnen, quasi als persönlicher Beleg aller gelesenen Statistiken, Beweis genug. Dass aber – Sie müssen jetzt sehr stark sein, lieber zweifelnder Leser – Homöopathie ausschließlich mit einer fachlich fundierten Anamnese durch einen versierten Homöopathen funktioniert, lassen leidenschaftliche Zweifler gern außer Acht. Wer das abstreitet, hat das Prinzip der Homöopathie nicht verstanden.
Und jetzt kommt’s: Wer sagt, dass in den viel besungenen Studien, von denen manche sicher aussagekräftig gewesen wären - auch wirklich fähige Homöopathen am Werk waren? Ich meine nicht die mit einer Latte von Professorentiteln oder einem Meter Veröffentlichungen im Regal, sondern Ärzte/Heilpraktiker mit Erfahrung und Menschenkenntnis und allem Pipapo? Genau wie unter Schulmedizinern viel Möchtegern am Werk ist, gibt es (und wahrscheinlich noch weit mehr) viele komplett unfähige Homöopathen und Heilpraktiker. Wer die, zugegeben heftige, Ausbildung zum Heilpraktiker oder ein medizinisches Studium absolviert, muss noch längst kein guter Homöopath werden! (Andersrum kenne ich Laien, die ein derart ausgeprägtes Gespür für Homöopathie haben, dass ich mich durchaus von ihnen behandeln ließe, obwohl sie’s offiziell gar nicht dürfen.) Und ich kenne leider einige Ärzte mit homöopathischer Zusatzausbildung, die immer noch im GU-Ratgeber blättern, wenn sie “es mal ohne Chemie versuchen” wollen. Erwarten Sie da Heilerfolge? Ich nicht.
Noch schlimmer finde ich das Argument (und hier suche man sich bitte das passende schulmedizinische Inventar aus): “Sie hat jahrelang alles versucht – Chemo/Antihistaminika/Psychopharmaka – und nix hat geholfen. Dann versprach ihr jemand, die Homöopathie könnte es richten. Aber Pustekuchen!” … Ja. Klar. Da hat jemand jahrelang seinem Körper Massen von Chemie, radioaktiven Strahlen & Co. zugemutet und wundert sich dann, dass die Kügelchen in einem zerstörten Immunsystem nichts mehr ausrichten können?! Andersrum wird ein Schuh daraus! Warum denn eigentlich nicht erst sanft einsteigen – natürlich immer in verantwortungsvollem Rahmen, also z.B. Tumor-OP first – und nur bei den wirklich lebensbedrohlichen Aspekten einer Krankheit auf die chemische Keule zurückgreifen? Warum zudem nicht die Nebenwirkungen notwendiger schulmedizinischer Therapien homöopathisch lindern? Genau hier liegt doch der Hund begraben! (Gell, man merkt, dass ich heute auf Wortspiele stehe; aber da müssen Sie jetzt leider durch, liebe Leser.)
Außerdem möchte ich wiederholt und ganz energisch auf die Grenzen der Homöopathie hinweisen. Dass diese erschreckend oft von den anwendenden Medizinern nicht respektiert werden, schürt berechtigterweise das Misstrauen der Menschen. Wer etwa einem schwer Krebs- oder AIDSkranken in Aussicht stellt, durch eine rein homöopathische Konstitutionsbehandlung gesunden zu können, gehört an den Pranger gestellt. Ebenso sollte seine Zulassung verlieren, wer Blutvergiftung, eitrige Wunden & Co. rein homöopathisch therapiert. Gleiches gilt für einen Arzt, der schwer depressive Patienten mit 100% Kügelchen statt Ursachenforschung “helfen” will. Solche Mediziner handeln verantwortungslos und sind gefährlich!
Ich will mit diesem Artikel niemanden bloßstellen und niemanden missionieren. Ich plädiere aber bei allem Respekt der Schulmedizin gegenüber für eine ehrliche Besichtigung der tatsächlich im Leben nebenan stattfindenden Heilerfolge … selbst wenn Statistik und Studien anderes besagen. “Ich hab das einmal probiert und es hat nix geholfen, ergo ist Homöopathie Bullshit” lasse ich außerdem nicht gelten. Warum nicht, siehe oben.
Meinen Lesern wünsche ich, dass sie – vielleicht einfach bei einer “kleineren” Erkrankung wie Husten oder Hautproblemen – mal probehalber einen guten Homöopathen aufsuchen (die Gelben Seiten bitte weglegen, hier gilt reines Empfehlungsmarketing, also bitte im Bekanntenkreis herumfragen). Ich wünsche ihnen, dass dieser das richtige Mittel wählt, damit sie ein ähnlich beeindruckendes Heilerlebnis haben wie ich seinerzeit. Und ich wünsche mir, dass die Homöopathie den Stellenwert erhält, der ihr meines Erachtens zusteht: als mittlerweile gut erprobte alternative Heilmethode mit großem Potenzial – in friedlicher Koexistenz mit der Schulmedizin, die natürlich genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger ist. Amen.
(Disclaimer: Ich zitiere absichtlich außer einem einzigen Beispiel keine Quellen. Dieser Artikel stellt nämlich meine ureigene Meinung dar, die ich mitsamt meinen eigenen Erfahrungen einfach mal aufgeschrieben haben wollte. Kommentare sind aber natürlich, solange sie nicht die Regeln des Anstands verletzen, gern gesehen.)
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24. November 2009 um 14:52
Ha, mir hat Homöpathie das erste Mal tatsächlich geholfen, nachdem ich den GU-Ratgeber bei einer Freundin im Regal gesehen, mitgenommen und mich entsprechend selbst medikamentiert habe. Seither hab ich fast nie mehr eine längere Erkältung gehabt. Funktioniert bei mir (bisher, vielleicht ja nicht für immer), bei anderen leider nicht. So what? Das Hauptproblem an diesen medizinischen Studien ist doch die merkwürdige Prämisse, dass ein Medikament, eine Behandlung, ein Umgang mit einer Krankheit nur dann nachgewiesen wirksam sein soll, wenn das immer und bei allen wirkt. Diese Logik kann ich nicht nachvollziehen. Denjenigen, denen etwas hilft, dürfte es doch schnurzpiep sein, ob dasselbe Mittel anderen auch hilft oder nicht. Im Einzelfall kommt es doch nur darauf an, ob es in genau diesem Fall hilft. Ich sag nur: Kausalkettenneurose
24. November 2009 um 14:53
Schön geschrieben! Vielleicht kannst du mit dem Artikel ein paar Zweifler zumindest neugierig machen. Ich wünsche es dir auf jeden Fall.
Ich selbst schwöre schon seit Jahren auch auf Schüßler-Salze, die in der Handhabung einfacher sind (weil keine homöopathische Diagnose notwendig ist) und auf die eigenen Selbstheilungskräft. Ich habe durch Meditation und das Beachten und Ansprechen von Körperteilen auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel konnte ich so ein Myom zum Verschwinden bringen, so dass die Gebärmutter nun wieder ihre normale Größe hat und keine Total-OP erforderlich war. Allein durch diese meditative und liebevolle Herangehensweise ist mir dies gelungen.
24. November 2009 um 14:55
Sehr schöner Text. Gefällt mir.
Ich war erst gestern beim Heilpraktiker und versuche meine Laktoseintoleranz mit ihm in den Griff zu bekommen. Ein Blick in meine Augen und er wußte wo meine Probleme liegen. Ich bin begeistert.
Eine Homöopatische Hausapotheke habe ich mir ebenfalls mit der Geburt meines Kindes zugelegt und ebenfalls sehr erfolgreich und oft benutzt.
24. November 2009 um 14:56
Recht haste. Es gibt sie, die GU-Zufallstreffer – aber ein Homöopath sollte ohne Ratgeber mit gelber Ecke auskommen!
Ich selbst habe auch ein gutes Gespür bei der Verordnung von Globuli, und das ganz ohne jegliches Studium. Bei kleineren Zipperlein komme ich also schonmal zum Einsatz. Doof ist doch aber, wenn ein nicht “gespüriger” Mensch einen Ratgeber zur Hand nimmt und den Behandlungsmisserfolg dann als statistisch relevant verkauft. Right?
24. November 2009 um 15:04
ich könnte auch eine menge beispiele liefern für die wirksamkeit von kügele. am besten mich selbst, denn ich habe zum ersten mal während der ziemlich schweren geburt meines sohnes bemerkt, dass die homöopathie enorm wirksam ist. ich dachte, ich würde traubenzuckerwasser bekommen – placebo also vollkommen ausgeschlossen.
auch wir haben einen kombihausarzt, der seine grenzen kennt. unser letztes kind war zuhause ganz schwer erkrankt und hat im krankenhaus dann sämtliche vorrätigen antibiotika bekommen. damals war ich sehr dankbar, dass es sowas gibt und die intensivmedizin.
trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, wie wirkungsvoll die kleinen globuli sind bei den kindern.
und ich staune auch, wie wenig eltern bescheid wissen über so wichtige zusammenhänge wie fieber und fiebersenker, antibiotika und selbstheilungskräfte.
24. November 2009 um 15:09
habe erfolgreich auch Hunde mit homöopathischen Mitteln behandelt.
24. November 2009 um 15:20
Also ich hab ja immer mal wieder Magenschmerzen (ja, genetisch bedingt, danke nochmal Papa) und ich mag absolut keine chemischen Arzneimittel. Ergo: alle paar Monate 1 Woche lang ein paar Kügelchen in den Körper schmeißen und schon ist wieder für längere Zeit Ruhe. Geniales Zeug! Null Nebenwirkungen! Herrlich!
Gibt da eigentlich auch was gegen Allergien (Lebensmittel, Tierhaare)?
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit
24. November 2009 um 15:38
Danke für diesen guten und kritischen Beitrag zum Thema.
24. November 2009 um 15:48
Mein Vater hat als Arzt Naturheilkunde praktiziert und mehrere Bücher, auch Lehrbücher, zu dem Thema verfasst. Über die Naturheilkunde zu diskutieren, ist Blödsinn. In der Medizin gibt es keinen 100%-ig erfolgreichen Therapieansatz, weder in der Schulmedizin noch bei der Homöopathie. Wenn aber ein Facharzt weiß, was er tut, und entsprechend einer sorgfältigen Diagnose verschreibt, ist die Homöopathie eine sehr gute Sache.
24. November 2009 um 15:50
Lieber Erik,
vielen Dank. Du hast hier in wenigen Zeilen zusammengefasst, wofür ich einen riesigen Artikel brauchte.
24. November 2009 um 16:40
Ich sag es mal so: Nachweislich in Studien erwiesen ist, dass Placebos eine heilsame Wirkung hervorrufen. Und Placebos sind? Nichts. Demnach müssen homöopahtische Mittel wie pflanzliche Medizin zumindest eine minimale Wirkung haben, ist es doch > nichts. Wie meine Vorkommentatoren könnte ich einige nahezu “unglaubliche” Geschichten rund um die Homöopathie erzählen; so benötige ich für meine immer wiederkehrende Bindehautentzündung kein Cortison mehr, seitdem ich Euphrasia für mich entdeckt habe, der Filius gesundet deutlich schneller mit Zuckerkügelchen als ohne. Weiterführend glaube ich an energetisiertes Wasser, weil ich mich damit besser fühle und am beeindruckendsten fand ich die Sache mit meinem Bruder. Er wurde in jungen Jahren 4(!!!) Mal in der Kniekehle operiert, weil er immer wieder einen tennisbalgroßen Schleimbeutel dort hatte. Irgendwann kam irgendwer daher (fragt mich nicht mehr wer) und sagte: “Legts dem Buben einfach vier Wochen lang an Waschlappn mit Rhizinusöl drauf. Dann isses weg!”. Natürlich. War so. Bis heute weg. Nie mehr gekommen.
Ich selbst nehme keine Medikamente, wenn sie klassisch sind. Nicht ienmal ein Antibiotikum (dafür gibt es pflanzliche Alternativen, die funktionieren), möchte jedoch die Schulmedizin nicht in Abrede stellen. Ein Mix aus beidem ist meines Erachtens das Optimum.
24. November 2009 um 16:41
vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass neben den Meditationen eine hawaianische Methode bei der Selbstheilung geholfen hat: Ho’oponopono
hier kann man mehr über diese Methode lesen:
http://de.spiritualwiki.org/Wiki/Hooponopono
24. November 2009 um 17:08
Wirklich sehr beeindruckend! Solche “Wunderheilungen” (sprich so prompte Wirkung) habe ich bisher nicht mitbekommen. Allerdings gebe ich zu, wenig Erfahrung mit Homöopathie zu haben. Habe eine Weile regelmäßig ein Mittel genommen, z.T. prophyilaktisch, es war mal besser und mal schlechter, konnte also keinen direkten Bezug herstellen. Da trifft aber vielleicht auch der Punkt der richtigen Wirkstoffsuche zu.
) ausprobieren.
Eine Bekannte von mir schwört auf kollodiales Silber anstatt Antibiotikum. Da mich das Antibiotikumgeschlucke ziemlich stört und ich auch merke, wie es den Körper angreift, werde ich das mal beim nächsten Krankheitsfall (hoffentlich nicht zu bald
24. November 2009 um 17:27
wie steht es doch schon in der Bibel?
Den Seinen gibts der herr im SChlaf.
Nur wird nicht verraten, was gegeben wird… ansonsten ist es absolut legal, sein Recht auf Dummheit wahrzunehmen.
Es ist auch legal, sich bescheißen zu lassen.
Es gibt keine Pflicht zum Lernen, nicht ansatzweise (außer für die bedauernswerten Schulkinder…)! Es ist Ausdruck der Demokratie, sich auf einen Wissensstand vom vorletzten jahrhundert zu beziehen.
Allerdings ist es NICHT legal, andere zu bescheißen. Ob wissentlich oder unwissentlich – so langsam kommt das REchtssystem in Schwung.
Insofern kann ich da nur zur vorsicht raten. Gilt übrigens auch für die eigenen Minderjährigen, denen man die alternativen Segnungen zukommen läßt…
Schon jetzt im BGB verankert, daß man das Sorgerecht verlieren kann (einfach mal dazulernen… oops, sorry, wie konnte ich nur das böse L-Wort in den Mund nehmen – also ins BGB reingucken, ja, das wollt ich sagen).
ansonsten hat es Wunder in der Menschheitsgeschichte schon viele gegeben, leider hielt keines langfristig, was es versprach.
Aber das ist Privatsache, das gebe ich gern zu.
24. November 2009 um 17:44
Schon die alten Chinesen hatten eine sehr fortschrittliche Medizin, die nicht auf der heutigen modernen Schulmedizin beruhte. Das Problem von Wissenschaftlern der heutigen Zeit ist, dass aus Ihrer Sicht nicht sein kann, was nicht sein darf. Funktioniert etwas, dass sie nicht erklären können, dann muss es mit aller Härte negiert werden. Warum? Fehlt hier der Mut zu bekennen, dass man etwas schlicht weg (noch?) nicht erklären kann? Wäre das so schlimm? In der Astronomie gibt es das doch auch.
Placebo oder nicht, wenn man der Homöopathie eine Chance gibt und sich die richtige Beratung holt, dann funktioniert sie auch. Das mit der Chance geben gilt allerdings auch für die Schulmedizin. Je mehr man selber mithilft, selber gesund bleiben/werden will, desto eher wird es gelingen.
Was ich persönlich nicht verstehe ist das Gegeneinander von Schul- und alternativer Medizin (dies gilt für Anhänger beider Seiten). Beide haben Ihre Berechtigung und zusammen könnte man noch viel mehr erreichen!
24. November 2009 um 18:10
Den Kommentar von YeRainbow lasse ich jetzt in all seiner Seltsamkeit hier so stehen. Ich denke, er spricht für sich, da muss ich nix zu sagen und mich schon gar nicht rechtfertigen. *kicher*
24. November 2009 um 18:12
Lieber Zweizahn-Erik,
Du hast wie so oft Recht. Würden nicht beide Seiten derart verbissen auf ihren Standpunkten beharren, müssten Artikel wie dieser gar nicht erst geschrieben werden. Schul- und Alternativmedizin sollten sich gegenseitig befruchten, nicht bekriegen! Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, gell?
24. November 2009 um 18:28
@manomama: Homöopathie ist hochpotenziert nicht > nichts. Sondern nichts. Und selbst wenn es etwas (niedrigpotenziert) ist, wurde bisher nichts außer einer Plazebowirkung nachgewiesen.
Aber zweifellos sind Plazebos eine wichtige Ergänzung zur normalen Medikation (bzw. in den meisten Fällen unvermeidlicher positiver Begleiteffekt). Meinethalben sollen die Menschen Homöopathie anwenden – aber diese Verteidigungen wie hier sind widerlich, denn sie beleidigen alle Menschen, die naturwissenschaftlich arbeiten. Die “Prinzipien der Homöopathie” (Simile, Potenzierung) sind weder mit den Gesetzen der Chemie noch mit der Physik vereinbar. Das Berufen auf die Nichtnachweisbarkeit der Methode als Prinzip der Homöopathie ist lächerlich und ungefähr so brauchbar in unserer heutigen Zeit wie ein Gottesurteil in der Justiz. Gleiches gilt für die anekdotische Beweisführung.
Die ist typisch – und zwar nett zu lesen aber eben kein Ersatz für wissenschaftliche Studien. Krankheiten vergehen nunmal – oft so rasch, wie sie gekommen sind. Und es liegt in unserer Natur, dafür Ursachen finden zu wollen – sowohl für den Krankheitsbeginn als auch für das Ende. Habe ich Magenschmerzen, trinke ich keinen Kaffee und wenn die Magenschmerzen verschwinden, glaube ich, dass es damit zusammenhängt, dass ich vorher zuviel Kaffee getrunken habe. Das ist okay – die Kaffeeabstinenz löst dann nämlich auch einen Plazeboeffekt aus.
Wenn wir uns auf diese Weise selbst heilen, ist alles in Ordnung. Den mystischen Überbau der Homöopathie aber braucht kein Mensch. Und schon gar nicht eine Apothekenpflicht für wirkstofffreie Präparate.
P.S. Noch etwas zur Schmunzelstudie: Das ist eine Gegenstudie, die anderslautende Aussagen einer in Homöopathiekreisen sehr prominenten Studie von Prof. Dr. Karen Nieber und Prof. Dr. Wolfgang Süß (Uni Leipzig) aus dem Jahr 2004 widerlegt hat. Man sollte eher über die Ursprungsstudie lachen, die wohl (habe mich nicht damit befasst) groteske wissenschaftliche Mängel hatte.
24. November 2009 um 18:43
Ja, lass ihn steh’n den Kommentar vom Regenbogen
Ich hab einen Allergiker zum Liebsten, der glaubt null an die Kügelchen. Trotzdem nimmt er (mir zu Liebe) bei Heuschnupfen und Katzenattacke keine Antihistaminika mehr. Die machen ihn nämlich a) blöd im Kopf und b) unausstehlich. Arundo mauritanica (D6) ist sein Lieblingsfläschchen
Ich selbst reagiere leider nicht so schnell und gut wie die ungläubigen Jungens hier im Haus. *seufz*
24. November 2009 um 18:46
mit welcher vehemenz da gefochten wird. auch auf twitter. lagerdenken ist mir vollkommen fremd. überall. ich esse biogemüse UND fischstäbchen. ich benutze biobadreiniger UND die 7 sekunden tabs fürs klo. ich kaufe den kindern biounterwäsche UND klamotten beim schweden. ich benutze biokalk für die wände UND schreirote dispersionsfarbe.
ja. weil mal das eine mal das andere besser ist / oder schmeckt. ich habe den artikel auch deswegen weiterempfohlen, weil er NICHT religiös ist. und mir dafür eine menge angehört heute nachmittag.
wunderheilungen – nun ja. das wären nicht meine worte. aber erstaunliche wirkungen, nicht nur während der geburt, sondern auch später. cortisoncremes die nicht helfen, dann war es eine eiweißallergie. und so weiter.
was ich noch sagen wollte: homöopathische medizin erfordert nicht nur sehr gut ausgebildete mediziner, sondern auch zeit. im gespräch vor ort, in der anamnese. aber auch zuhause mit den kindern (sind ja meistens die kinder). man braucht ruhe und ein gutes auge. auch gute nerven, für eine durchfieberte nacht beispielsweise. viele haben die zeit nicht. weder zum selber krank sein, noch um für ein kind zuhause zu bleiben. da sind antibiotika und co. einfach in der handhabung und sicher in der wirkung.
ich will niemanden überzeugen vonm einen oder anderen. und ich meine, die textzicke auch nicht. können also alle schlammbobbel wieder eingepackt werden.
24. November 2009 um 19:26
och, ich kenne Chinesen (war auch schon mal in china, sogar in tibet, dort aber nur einen Tag).
die nennen das, was hier so in ist, “Barfüßermedizin” oder Armenmedizin.
Aber wie dem auch sei, ich empfehle immer gern Plumbum D 200 – hilft GARANTIERT.
Kicher…
und was die nachweise von Wirkungen betrifft (nicht “Beweise”, liebe Leute, aber es würde zu weit führen, das jetzt genauer zu eruieren…), so ist der in der Pflicht, der eine Hypothese aufstellt.
Ach, naja. Scharlatane gabs schon immer, und die meisten (und ihre “Erfolge”) sind längst vergessen.
manchmal entsteht sogar was sinnvolles draus (Porzellan – aber da ging die Behauptung nicht um Heilung, sondern um Goldmacherei…. aber das Thema ist letztlich ja wurscht).
mein Lieblingsbeispiel zu “selbst erlebt” ist jedenfalls nach wie vor:
ich seh die Sonne aufgehen,
ich seh sie mittags über den Zenit wandern,
abends seh ich sie untergehen.
Selbst erlebt.
Dreht sich die Sonne um die Erde?
Aber wie die Rheinländer sagen, jeder iss halt anders jeck.
Ich rate halt immer nur bissl zur vorsicht. Dann kann nix schiefgehen…
kicher…
24. November 2009 um 19:30
Schade. Vokabeln wie “widerlich”, “beleidigen” oder “lächerlich” würden eigentlich dafür sprechen, den Kommentar von Akron wegzumoderieren. Aber 1. höre ich mir gern alle Seiten an und gebe sie auch weiter und 2. finde ich es bezeichnend, dass kein einziger Homöopathie-Befürworter so böse Worte für die Schulmedizin findet wie die Gegner der Homöopathie für die ach so unwissenschaftliche Alternativmethode. Deshalb lasse ich’s stehen, wie es ist.
Noch etwas: Die Homöopathie hat niemals den Anspruch erhoben, mit den Prinzipien der Physik oder Chemie nachweisbar zu sein. Und als Beweisprinzip, wie oben behauptet, führt sie es erst recht nicht. Homöopathie ist und bleibt eine Erfahrungsmedizin, und zwar eine erfolgreiche. Wer meinen Artikel aufmerksam gelesen hat, sollte diese Essenz erfasst haben.
24. November 2009 um 19:33
Vielen Dank, YeRainbow, für den erfrischenden neuerlichen Beweis dafür, dass wir vor Kritikern wie Dir schon mal keine “Schwammerl in die Knie” haben müssen. Um mit Deinen Worten zu sprechen: *KICHER*!
24. November 2009 um 20:16
Wieso drängt sich mir gerade die Geschichte auf?
Wurden doch “weise Frauen” in früheren Zeiten zu Hauf verbrannt, damit der Medicus ungestört schalten und walten und vor allem die Kralle aufhalten konnte….
24. November 2009 um 20:17
Wenn du glaubst etwas zu schaffen ist das schon mal 50%. Und wenn Du annimmst die Medizin hilft Dir, ist das ähnlich. Mit mir haben ne Menge Leute alles rund um Homöopathie versucht. Vielleicht bin ich anders… Gebracht hat es bei mir noch nie was…
24. November 2009 um 21:49
Hm, ich sehe Homöopathie jetzt nicht als *das* Allheilmittel an – allerdings habe ich mich über eine Freundin mal ein wenig damit beschäftigt & mir hat am Ansatz vor allem eine Sache gefallen, die auch im Artikel zum Ausdruck kommt: Es wird nicht nach Schema F verfahren (Kopfschmerzen? Klar, einfach ne Schmerztablette & gut ist!), sondern möglichst umfassend geschaut, in welcher Situation man sich gerade befindet.
Ich hatte dabei im Gegensatz zur “normalen” Medizin stets den Eindruck, dass nicht die Symptome bekämpft, sondern die eigentliche Ursache gesucht wird. Macht Sinn, oder? Skeptisch bin ich zwar immer noch – habe aber andererseits oft bemerkt: Diese kleinen Kügelchen helfen. Ob das jetzt Placebo-Wirkung ist oder tatsächlich was bringt ist mir echt latte. Meine Beschwerden waren stets weg & es ging mir anschließend bedeutend besser.
24. November 2009 um 23:56
Schade. Ich versichere Dir jedoch, dass der richtige Homöopath auch für Dich pathologischen Fall das richtige Kügelchen finden würde.
25. November 2009 um 00:47
Nur ein paar Fragen an die Homöopathie-Jünger:
1. Warum ist es nur bei der Homöopathie so, dass eine geringere Dosis eine höhere Wirkung ergibt?
2. Warum sterbe ich bei Nichteinnahme nicht an einer Überdosis?
3. Einige Tollkirschen fallen in einen Bach. Der Bach fließt in den Bodensee. Also sollte jeder Schluck Bodenseewasser ein hochwirksames Homöopathikum sein.
4. Bei einem funktioniert es, bei einem anderen nicht. Es hängt also von der Person ab. Das ist der klassische Placeboeffekt. Oder nicht?
5. Sollte man Kindern bei jeder Kleinigkeit Pillchen einwerfen? Erzieht man sie damit nicht zu Pillenjunkies?
6. Ist es nicht unmoralisch ein wenig bis gar nicht funktionierendes Medikament sehr teuer zu verkaufen? Ein Extrakt aus einer einzigen Gänseleber kann Millionen Euro an Gewinn erreichen. Da verblassen Anklagen an die ‘gewinnorientierte Pharmaindustrie’ doch ein bißchen.
7. Wo bleiben die interessanten Anwendungen? D30-Cannabis oder D20-Alkohol? Etwas zur Schwangerschaftsverhütung oder zur Heilung eines kaputten Zahns?
25. November 2009 um 01:10
Ich fand meinen Beitrag noch recht charmant und kein bisschen wegmoderationswürdig in diskussionsoffenen Kommentarbereichen – und Du hattest eigentlich den Eindruck erweckt, durchaus diskussionsfreudig zu sein …
“Die Homöopathie hat niemals den Anspruch erhoben, mit den Prinzipien der Physik oder Chemie nachweisbar zu sein.” Doch, hat sie – die Homöopathie hält sich für wissenschaftlich nachweisbar – sie hält sich für eine Wissenschaft. Und genau das ist die Gefahr und mein Problem mit dieser Form der Esoterik: Ich habe keine Probleme mit irgendwie gearteten Formen der Religion. Ich habe auch kein Problem damit, wenn Menschen der Homöopathie vertrauen und sich durch diese Methoden therapieren lassen (gelegentlich habe ich etwas gegen die Personen, die damit Geld verdienen und oft den Patienten nicht klar mitteilen, um was es sich bei den von ihnen angewendeten Methoden handelt). Ich habe aber ein Problem mit Pseudowissenschaften. Mit Hokuspokus, der meint, nach den Gesetzen dieser Welt zu funktionieren, dabei aber nicht nur jeglichen Beweis schuldig bleibt sondern auch alle Gegenbeweise mit Sturrheit ignoriert. Was obige widerlegte Studie ja zeigt (die homöopathische Gesellschaft hatte über den positiven Befund gejubelt und unkritisch Preise verteilt) – und zahlreiche andere, immer wieder versuchte Studien. Es gibt allerlei pseudowissenschaftliche Literatur zur Homöopathie. In Marburg neuerdings sogar einen universitären Master.
Meine Aussage hast Du im Kern aber missverstanden – ich habe nicht kritisiert, dass die Homöopathie nicht mit den Gesetzen der Chemie und der Physik nachweisbar ist (was, wie gesagt, aber immer wieder behauptet und versucht wird – und nach den Regeln Hahnemanns auch funktionieren müsste), sondern, dass sie nicht vereinbar ist mit eben jenen. Würde das Potenzierungsprinzip tatsächlich Gültigkeit haben, würden alle wissenschaftlichen Erkenntnisse der Physik der letzten paar Jahrhunderte mit einem Schlag ungültig. Es geht nicht darum, dass die Wissenschaft die Homöopathie “noch” nicht erklären kann – sie wird es nicht können, denn sie widerspricht ihren bisher erworbenen Grundprinzipien. Daher wird auch immer gewitzelt, die Studie, die das Funktionieren der Homöopathie beweisen würde, würde den Autoren 100prozentig den Nobelpreis einbringen – weil es einfach alle anderen Forschungen für ungültig erklären würde. Und das ist mit der Vokabel “beleidigend” gemeint. Wer wissenschaftlich arbeitet, wer sich den Prinzipien der Wissenschaftlichkeit unterwirft, wer Beweise für Theorien erbringen muss oder zumindest Theorien entwickelt, die Phänomene erklären – der fühlt sich zurecht von der Kaltschnäuzigkeit und Ignoranz der Homöopathen beleidigt, die sich diesen Gepflogenheiten meinen mit irgendwelchen Ausflüchten entziehen zu können. Und in diesem Sinne ist Dein Beitrag beleidigend. Und die Ausflucht lächerlich: Auf der einen Seite wird fieberhaft versucht, wissenschaftlich die Homöopathie zu beweisen (Simile- und Potenz-Prinzip) – werden Gegenbeweise erbracht, werden diese mit dem Hinweis auf die individuelle Homöopathieuntersuchung negiert. Der Lächerlichmachung der Naturwissenschaft machst Du Dich mit Formulierungen wie “ach so unwissenschaftlich” ebenfalls schuldig.
Achja – “widerlich” mag ein starkes Wort sein, trifft den missionarischen Geist Deines Beitrages aber doch. Du kannst gern betonen, dass Du nicht missionieren möchtest – Tweets wie dieser zeigen mir aber, dass dem nicht so ist: http://twitter.com/textzicke/status/6009457681 .
“… finde ich es bezeichnend, dass kein einziger Homöopathie-Befürworter so böse Worte für die Schulmedizin findet wie die Gegner der Homöopathie für die ach so unwissenschaftliche Alternativmethode.” Auch wenn Du es vielleicht nicht weißt: Der Begriff “Schulmedizin” ist ein Schmähbegriff aus der Alternativmedizin und soll die evidenzbasierte Medizin herabwürdigen. Wenn Dir die Vokabel gefällt, ich habe nichts gegen den Ausdruck. Aber er ist alles andere als wertneutral und nicht gerade ein Indiz für die netten Worte von Seiten der Homöopathen.
Andererseits gebe ich Dir recht – die Homöopathie-Freunde sind in solchen Diskussionen meist kuscheliger und netter als die Homöopathiekritiker. Dass das in der Natur der Menschen mit diesen unterschiedlichen Weltsichten liegen mag, kann sein. Ich glaube aber kaum, dass ich unreflektierter geschrieben habe, als die Homöopathie-Freunde hier in den Kommentaren.
@Markus: Durch die Heilpraktikervergütung ist es Heilpraktikern in den meisten Fällen möglich, deutlich mehr Zeit für ihre Patienten aufzuwenden als Ärzte – das erhöht den Heilerfolg. Denn Zuwendung ist nachweisbar ein wichtiger Faktor für die Heilung. Ich finde diesen Zustand bedauerlich und hoffe auf eine Besserung – wie wohl auch die meisten Ärzte in Deutschland. Des weiteren klingt auch eine weitere berechtigte Kritik an der modernen Medizin an: Das vernachlässigen des Organismus als gesamtes System. Man geht zum Augenarzt, wenn man etwas mit den Augen hat, zum Zahnarzt, wenn man etwas mit den Zähnen hat … alle sehen nur einen Teil vom Patienten und verlieren oft die Übersicht, welche Ursache verschiedene platzierte Symptome haben. Das ist eine berechtigte Kritik, die ich auch so sehe. Und ich hoffe auf eine Rückbesinnung auf ältere, generalmedizinische Perspektiven.
25. November 2009 um 11:04
Lieber Oliver,
danke für Deine spannenden und kritischen Fragen! Ich versuche sie mal zu beantworten:
zu 1: Weil die Homöopathie ein völlig anderes Wirkprinzip hat als alle anderen Heilmethoden. Sie IST einfach nicht vergleichbar, das muss man wohl oder übel einfach hinnehmen.
zu 2: Eine zugegeben merkwürdige und leider nicht zu beantwortende Frage. Natürlich kann man an Nichteinnahme von IRGENDWAS nicht sterben. Quatschkopf.
zu 3: Nein, der Bodensee ist kein Homöopathikum, weil der wichtigste Schritt, nämlich die Potenzierung durch Verschütteln, nicht stattgefunden hat. Die Herstellung von Homöopathika beinhaltet noch ein paar mehr Schritte als nur die Verdünnung.
zu 4: Das ist kein Argument pro Placeboeffekt, sondern nur ein Nachweis für die Wahl des verkehrten Mittels – wahrscheinlich durch einen nicht gut qualifizierten Homöopathen oder einen Laien. Und manchmal sind die Symptome tatsächlich so diffus, dass die Findung des korrekten Mittels extrem schwierig ist. Wie in der Schulmedizin eben auch.
zu 5: Das Argument mit den Kindern ist eines, das ich nicht entkräften kann und will. Du hast völlig Recht. Es IST bedenklich, wenn man Kindern bei jedem noch so winzigen Wehwehchen mit Globuli nachläuft, ganz ohne Frage! Meine Meinung: Auch Homöopathie sollte, bei aller Ungefährlichkeit, sparsam und mit Bedacht eingesetzt werden. So wie jede andere Arznei. Meine Kinder bekommen NICHT bei jedem aufgeschürften Knie Arnica-Kügelchen. Kleinigkeiten können und sollen von ganz allein heilen, und Kinder müssen lernen, dass man Kleinigkeiten auch ganz gut ohne jede “Hilfe” (außer Mamas Trost) wuppen kann. Eine befreundete Heilpraktikerin trägt ihre homöopathische Hausapotheke Tag und Nacht mit sich herum und versorgt ihre Umwelt bei jedem noch so winzigen Zipperlein mit Globuli. Das unterstütze ich energisch NICHT.
zu 6: Ich finde jegliche Art von Überteuerung unmoralisch, auch da hast Du Recht. Bei Homöopathika ist es jedoch so, dass die weitaus meisten Mittel spottgünstig sind (ein Röhrchen eines Einzelmittels ist, z.B. bei der Bahnhofsapotheke Kempten, für 2,90 € zu haben). Doch auch in der Homöopathie gibt es Mittel, die entweder wirklich überteuert verkauft werden oder die in der Herstellung tatsächlich extrem aufwändig und deswegen teuer sind. Der Anteil an diesen “schwarzen Schafen” steht jedoch in keiner Relation zu den Blüten, die die Pharmaindustrie teils treibt.
zu 7: Eine SEHR interessante und gar nicht so abwegige Frage!
Theoretisch kann man jeden organischen oder mineralischen Stoff potenzieren und so zu einem homöopathischen Mittel verarbeiten. Kaffee z.B. wirkt als homöopathisches Coffeinum gegen genau die Sympome, die Du durch das Trinken von zu viel Kaffee bekämst: Zittern, Schweißausbrücke, Herzflattern. Aber das weißt Du wahrscheinlich.
Zur Verhütung von Schwangerschaften hingegen wird es kaum eine homöopathische Anwendung geben, weder jetzt noch in Zukunft. Zur Verhütung einer Schwangerschaft muss nämlich entweder eine physische Barriere geschaffen oder aber tief in den weiblichen Hormonhaushalt eingegriffen werden. Und derart “rabiate” Wirkungen hat die Homöopathie nicht – erhebt aber auch keinen Anspruch darauf. Und natürlich kann Homöopathie keinen kaputten Zahn heilen, weil auch dazu ein Eingriff ins organische “Material” erforderlich ist. Man könnte allerdings einen Dantalbohrer zermörsern und potenzieren, vielleicht könnte das … na, kleiner Scherz.
Nein, solche Anwendungen gibt es in der Homöopathie nicht und wird es nicht geben.
Sind Deine Fragen damit zu Deiner Zufriedenheit behandelt? Ich danke Dir dafür!
25. November 2009 um 11:23
Ja, liebe Leute.
Ich seh schon, hier bin ich wirklich richtig.
Noch eines. Ich sehe das ja dauernd nebenbei im Tierheim, das Problem der Selbsternannten…
Wer von euch kennt sich also aus in Wissenschaftstheorie, in wissenschaftsmethodik und so?
Das muß man an der Uni richtig studieren (und es ist als Fach auch ziemlich unbeliebt, weil man dafür ganz schön hart arbeiten muß…).
Nun, zurück zu den Selbsternannten im Tierheim. Die kennen sich bestens aus.
Ich sehe sie dann meist, wenn der blöde Hund, der nämlich Schuld dran ist, daß es nicht klappt, abgegeben wird. Damit hat er noch Glück, denn hier (ich lebe im Ausland) wird ganz fix eingeschläfert.
Da gab der Mensch sein Bestes, wußte auch genau Bescheid, nur der dämliche Hund.. aber das hatten wir schon.
Und es ist ja auch klar, Menschen sind viel intelligenter als Hunde. Es kann gar nicht am Menschen liegen.
In meinem Fachbereich nennt man sowas “dysfunktionales Denken” mit “Heuristiken”. Das sind unhinterfragte Vorurteile, festgefügte Überzeugungen, schlicht zum glauben erhobene Vermutungen.
Übrigens… liebe Alternative… wieso geht Ihr noch zum Zahnarzt?
Frag ich mich ernsthaft.
Immerhin, von Zähnen hat man doch Ahnung – hat ja auch jeder welche. Nun, oder hatte mal.
Und es hat sich auch jeder mindestens mal einen Zahn gezogen.
Komisch, da geht keiner gern zum selbsternannten.
Da wollen sie alle eine solide Ausbildung sehen.
ach, ach. Ich finde das durchaus traurig, diesen Mangel an Glauben. Da hilft nicht mal mehr Plumbum D 200.
Da brauchts Vakuum D Null, urtinktur.
25. November 2009 um 11:29
übrigens, liebe Textzicke (kannst den hier dann gerne wieder löschen, der geht nur an dich), ich verabschiede mich. Brauchst keine Bedenken haben, daß ich Euch weiter nerve.
hat mir mal Spaß gemacht, aber nun ist gut.
Der Wille des Menschen ist frei, und sich bescheißen lassen – oder besser noch, selbst bescheißen – ist legal.
Halbbildung ist nicht nur legal, sondern wird kulturell gefördert. Das war schon immer so, die Obrigkeit wünscht brave Untertanen. und wer wäre nicht braver als jemand, der von allem was versteht, aber nicht so richtig…
Abhängigkeiten sind der Behörden liebstes Kind.
Des Menschen wille ist sein Himmelreich, egal wie unsinnig das ist.
Wenn er nur braver Untertan ist.
Schon die Nazis haben die “Alternativen” gefördert. Himmler war ein ganz großer Fan, und “Dr.” Schüßler wurde in der Zeit protegiert…
hm, wird schon wieder zu lang.
Ich schließe mal hier ab.
Wünsch Dir noch ne schöne Woche,
ansonsten machs gut
Grüßle
Y.R.
25. November 2009 um 15:26
Lieber Akron,
oh, ich stelle mich der Diskussion gern. Das war doch unter anderem der Sinn der Sache hier.
Zu ein paar Deiner Thesen nehme ich hiermit Stellung:
Du schreibst auf meinen Satz “Die Homöopathie hat niemals den Anspruch erhoben, mit den Prinzipien der Physik oder Chemie nachweisbar zu sein” dies hier –> “Doch, hat sie – die Homöopathie hält sich für wissenschaftlich nachweisbar – sie hält sich für eine Wissenschaft.”
Ich sage: Sie hält sich in allererster Linie für eine HEILMETHODE. Und nein, sie erhebt nicht den Ansprch, etwa chemisch “beweisbar” zu sein. Das ist schlicht nicht so und wenn Du das behauptest, ist das falsch. Die Heilerfolge der Homöopathie beweisen sich allein durch ihre Existenz. Das ist bei Erfahrungsmedizin so.
Direkt im Anschluss bezeichnest Du Homöopathie als Religion bzw. eine “Form der Esoterik”. Dir dürfte selbst klar sein, dass das Unsinn ist. Wieder werfe ich den Begriff HEILMETHODE in den Ring, denn das und nicht mehr ist sie.
Du schreibst: “Ich habe aber ein Problem mit Pseudowissenschaften. Mit Hokuspokus, der meint, nach den Gesetzen dieser Welt zu funktionieren, dabei aber nicht nur jeglichen Beweis schuldig bleibt sondern auch alle Gegenbeweise mit Sturrheit ignoriert.”
Ich sage: Das Problem liegt haargenau darin, dass die Wissenschaft schiere, offensichtliche, einfach existente Heilerfolge nicht als Beweis gelten lässt … sondern, genau wie Du, PLÖNK! als Hokuspokus abtut. Als wissenschaftlich lässt man ja schließlich nur durchgehen, was in Zahlen oder Werten messbar, anzeigbar, SICHTbar, wiederholbar und unumstößlich ist. Homöopathie ist jedoch a) auf einem sehr besonderen Level energiebasiert und b) viel zu individuell, um diese Kriterien erfüllen zu können. Die Erfolge sind da, aber keiner lässt sie gelten: Daran krankt die gesamte “Beweisführung” der Kritiker. Mich wundert ehrlich gesagt, dass die meisten Menschen sofort glauben, dass die Einnahme von Vitamin E ihre Zellkraft stärkt und somit das Altern hinauszögert, an der Homöopathie jedoch kein gutes Haar lassen. Nur weil die Dosis in der Vitamin-E-Kapsel eine messbare Größe hat? Auch die Wirkung des positiven Denkens hat längst Einzug auf deutsche Parkplatzsuchende gefunden, an der Existenz eines wie auch immer gearteten Gottes zweifeln auch nicht allzu viele – aber die Homöopathie gehört auf den Scheiterhaufen? Na, ich weiß ja nicht. (Disclaimer: Ich glaube sowohl an Vitamine als auch an positives Denken und ein kleines bisschen auch an einen Gott. Damit das direkt geklärt ist.)
Du schreibst: “Daher wird auch immer gewitzelt, die Studie, die das Funktionieren der Homöopathie beweisen würde, würde den Autoren 100prozentig den Nobelpreis einbringen – weil es einfach alle anderen Forschungen für ungültig erklären würde.”
Ich sage: Da ist es wieder, das traurige Dilemma. Warum, warum, warum muss immer alles mit ein und denselben Maßen gemessen werden? Warum kann nicht einfach eins neben dem anderen bestehen und jedes mit den für sich passenden Mitteln “bewiesen” werden dürfen? Und warum bitte sollte der Beweis der Wirksamkeit homöopathischer Medizin andere Forschungen für ungültig erklären? Hä? Ich rüttle doch auch nicht an Studien über Radioaktivität oder Vitamine oder die Wirksamkeit mütterlicher Fürsorge, nur weil ich viele ale durch Globuli gesund wurde? So viele Dinge haben einfach eine Daseinsberechtigung und die pauschale Negierung empirischer Beweisführung finde ich traurig. Wo das nun beleidigend sein soll, erschließt sich mir nicht.
Du schreibst: “Und die Ausflucht lächerlich: Auf der einen Seite wird fieberhaft versucht, wissenschaftlich die Homöopathie zu beweisen (Simile- und Potenz-Prinzip) – werden Gegenbeweise erbracht, werden diese mit dem Hinweis auf die individuelle Homöopathieuntersuchung negiert. Der Lächerlichmachung der Naturwissenschaft machst Du Dich mit Formulierungen wie “ach so unwissenschaftlich” ebenfalls schuldig.”
Und dass ich “ach so unwissenschaftlich” schrub, ist eine augenzwinkernde Darstellung der bei Homöopathiekritikern vorherrschenden Einstellung der Homöopathie gegenüber. Ist das nicht offensichtlich? Oder etwa nicht wahr? Hm.
Ich sage: Fieberhafte Beweisversuche entstehen dadurch, dass man eine funktionierende Methode dorthin drängt, Beweise zu erbringen (s.o.), die sie in dieser Form nicht erbringen kann. Und das Simile- und Potenz-Prinzip sind natürlich keine Beweisversuche, sondern schlicht die Grundlage der Homöopathie. Da drehst Du Dir die Fakten aber auch ganz schön zurecht, hm?
Du schreibst: “Achja – “widerlich” mag ein starkes Wort sein, trifft den missionarischen Geist Deines Beitrages aber doch.”
Ich sage: Woooohooohooo! Komisch, dass das bis auf einen weiteren Negativkommentator alle völlig anders sehen. Am häufigsten fielen Vokabeln wie etwa “differenziert”. Das sah ich eigentlich auch so.
Du schreibst: “Du kannst gern betonen, dass Du nicht missionieren möchtest – Tweets wie dieser zeigen mir aber, dass dem nicht so ist: http://twitter.com/textzicke/status/6009457681.”
Ich sage: Äh?
Du schreibst: “Auch wenn Du es vielleicht nicht weißt: Der Begriff “Schulmedizin” ist ein Schmähbegriff aus der Alternativmedizin und soll die evidenzbasierte Medizin herabwürdigen.”
Ich sage, ehrlich (!) erstaunt: Echt? Das soll ein Schmähbegriff sein? Als solcher ist er mir noch nie, nie, niemals über den Weg gelaufen. Ich kenne auch niemanden, der ihn als solchen verwenden würde. Ich am allerwenigsten. Vielmehr sehe ich ihn als völlig wertfreie Überkategorie aller medizinischen Bereiche außerhalb der Alternativmedizin. Oder ist “Alternativmedizin” auch ein pöses Wort, von dem ich noch nix weiß? Hm.
Du schreibst: “Andererseits gebe ich Dir recht – die Homöopathie-Freunde sind in solchen Diskussionen meist kuscheliger und netter als die Homöopathiekritiker. Dass das in der Natur der Menschen mit diesen unterschiedlichen Weltsichten liegen mag, kann sein.”
Ich sage: Um mittels Homöopathie zu gesunden, bedarf es keiner besonderen “Weltsicht”, ich kann Dich beruhigen. Ich kenne knallharte Physiker und Mathematiker, Atheisten und Strenggläubige, Molekularköche und Luftfahrtingenieure, denen Homöopathie mit allergrößtem Erfolg geholfen hat. Die werden kaum alle daheim schnell in die Wallegewänder schlüpfen und erst ein bisschen kuscheln, bevor sie Kügelchen einwerfen? Aber sorry, ich schweife ab.
Du schreibst: “@Markus: Durch die Heilpraktikervergütung ist es Heilpraktikern in den meisten Fällen möglich, deutlich mehr Zeit für ihre Patienten aufzuwenden als Ärzte – das erhöht den Heilerfolg. Denn Zuwendung ist nachweisbar ein wichtiger Faktor für die Heilung. Ich finde diesen Zustand bedauerlich und hoffe auf eine Besserung – wie wohl auch die meisten Ärzte in Deutschland.”
Ich sage: Und hier möchte ich Dir nun endlich mal vollumfänglich zustimmen. Es ist eine Schande, dass Ärzte durch die korsettartigen Abrechnungsmodalitäten der Kassen zu Huschiwuschi-Behandlungen gezwungen sind, die ihre “Mission” als Arzt zu einer Karikatur ihrer selbst werden lässt.
25. November 2009 um 15:27
Weia … muss ich das wirklich kommentieren? Wenn Vergleiche mit freiwilligen Helfern in Tierheimen …?
Spontan entschieden: Nein, muss ich nicht.
25. November 2009 um 15:29
Och nö Du, denn lasse ich hübsch hier erscheinen. Wille des Menschen, Nazis, Obrigkeiten … alles interessante Themen. Warum auch nicht.
25. November 2009 um 16:31
Wie ich sehe, scheinen Dir meine Beiträge zu gefallen…
hm, freiwillige Helfer in Tierheimen…
Ich bin Fachmann für Kommunikation (mein Diplomthema war “Kommunikationsprobleme zwischen Caniden, speziell Hund, und Primaten, speziell Mensch” nebst Randgebieten – das allerdings war bloß Nebenfach, nicht daß jemand denkt, ich bin NUR auf dieses eine Thema festgelegt).
Im Gegensatz zu anderen SEHE ich also, was abläuft. Hier kann ich natürlich nichts SEHEN, die ganzen nonverbalen Zeichen und Hinweise fehlen.
Ist natürlich ne Einschränkung, aber ich sehe trotzdem noch eine Menge.
Eben vor allem, wo Wissen fehlt.
Das ist auch ganz leicht zu erkennen. Je weniger ein Mensch fundiertes Wissen hat, um so schneller merkt man es ihm an.
Nun sind viele ja gut drauf trainiert, so zu tun als ob. Das klappt aber nur dann, wenn sie nicht auf jemanden treffen, der das gleich mitkriegt.
Zum Thema Homöop. verweise ich gern auf einen echten Homöopathen, ein ausgebildeter Homöopath.
Dr. Edzard Ernst.
Der ist nicht zu toppen – und schon gar nicht von einer hm – was bist Du? Germanistin? Ich kann nur raten (zu meinem Fachbereich gehörst du jedenfalls nicht, das ist klar, und Physik hast du auch keinesfalls studiert, sicher schon in der Schule abgewählt…)
Es ist tatsächlich wahr,die Nazis haben die alternativ-Methoden sehr gefördert. Ich hab mir das nicht ausgedacht, dazu gibts ausreichend Literatur.
So, dasTierheim wartet. Hab dort immer so meine speziellen Lieblinge…
Sucht jemand zufällig grad nen etwas groß geratenen Boxermix? Freundlich, ruhig, aufmerksam – ein prima Familienhund, falls man sich nicht gar zu blöd mit ihm anstellt…
ein echter SChatz.
Einfach mich kontaktieren (Ttextzicke hat meine mailadresse ja, oder mich über meinen Blog kontaktieren, ist ja verlinkt).
25. November 2009 um 16:37
Hallo Textzicke,
danke für Deine Antworten. Ich werde auch einmal thesenbezogen Antworten und mich um einen kohärenten Text drücken …
Du schreibst “Ich sage: Sie hält sich in allererster Linie für eine HEILMETHODE. Und nein, sie erhebt nicht den Ansprch, etwa chemisch “beweisbar” zu sein. Das ist schlicht nicht so und wenn Du das behauptest, ist das falsch.” Die angeführte Rattendarmstudie (also – jene von 2004) zeigt eindeutig, dass es erhebliche Anstrengungen in Richtung einer physikalisch/chemischen Beweisführung gibt. Sie scheitert selbstverständlich – für Dich ja auch nicht überraschend – immer wieder daran. Wir sollten aber klar trennen, dass wir zwei verschiedene Beweismöglichkeiten betrachten müssen: Den chemisch-physikalischen Reaktionsbeweis (nennen wir ihn mal so) und der empirische Wirknachweis (Homöopathie besser als Plazebo).
Du schreibst “Die Erfolge sind da, aber keiner lässt sie gelten: Daran krankt die gesamte “Beweisführung” der Kritiker.” Und die “Beweisführung” der Homöopathiejünger krankt daran, dass sie individuelle Erfolgserlebnisse, die ohne Beweis in einen Kausalzusammenhang mit der Einnahme homöopathischer Mittel gestellt werden (was an der Stelle hinweis auf den Reaktionsbeweis sein soll, aber nicht notwendig für einen empirischen Beweis sein muss), als Beweis gelten lassen wollen. Die Medizin ist gottseiank schon weit darüber hinaus, sonst würde es immernoch Aderlässe zu allen Anlässen geben. Insbesondere, wenn eine Autorität behauptet hat, es würde funktionieren. (Dieser Autoritätsaspekt klingt bei Dir ja auch mit – dass man bei Homöopathen unbedingt auf Erfahrungsberichte von Verwandten und Freunden hören muss, denen man vertraut.)
Du schreibst zur Empirie aber “So viele Dinge haben einfach eine Daseinsberechtigung und die pauschale Negierung empirischer Beweisführung finde ich traurig.” Aber ich sage doch genau das Gegenteil! Ich bin großer Fan empirischer Beweisführungen! Die Homöopathie muss sich gefallen lassen, empirisch nachweisbar zu sein, wenn sie schon nicht chemisch oder physikalisch nachweisbar ist (und – Deiner Meinung nach – auch nicht sein will). Aber genau diese empirischen Daten sagen: Es ist auf Plazebo-Level, mehr nicht.
“Und warum bitte sollte der Beweis der Wirksamkeit homöopathischer Medizin andere Forschungen für ungültig erklären?” Weil keine physikalische oder chemische Studie mehr haltbar wäre, wenn es ein Potenzierungssystem in der Natur gäbe. Wenn es soetwas wie “Erinnerung von Stoffen” gäbe. Moderne Physik und die Prinzipien der Homöopathie widersprechen sich. Da kann es keine friedliche Koexistenz geben.
“Und das Simile- und Potenz-Prinzip sind natürlich keine Beweisversuche, sondern schlicht die Grundlage der Homöopathie. Da drehst Du Dir die Fakten aber auch ganz schön zurecht, hm?” Vielleicht hatte ich die Klammern missverständlich gesetzt … ich habe gemeint, dass diese Prinzipien wissenschaftlich untersucht werden (und auch beweisbar sein müssten, Hahnemann folgend), während das dritte Prinzip der Homöopathie, die homöopathische Anamnese (oder wie man’s nennen mag), als Verteidigungstrategie eingesetzt wird, wenn die Beweisführung scheitert oder empirische Gegenbeweise gebracht werden. Was absurd ist – nichts spricht gegen eine empirische Beweisführung. Aber alle empirischen Beweise, die gegen die Homöopathie sprechen, werden von den Freunden der Homöopathie ignoriert. Seit Jahren. Und Homöopathiekritiker als ignorant tituliert.
Du schreibst “Homöopathie ist jedoch a) auf einem sehr besonderen Level energiebasiert und b) viel zu individuell, um diese Kriterien erfüllen zu können.” Etwas als “viel zu individuell” für wissenschaftliche Studien einzuordnen wird ja gern gemacht – auch im wissenschaftlichen Bereich, dann aber gerne aus Faulheit.
Natürlich lässt sich die Wirksamkeit auch von so etwas statistisch untersuchen (eben empirisch). Und es wurde gemacht. Immer und immer wieder. Und alle Studien sagen: Die Heilerfolge sind nicht signifikant besser als Plazebos. Was Du mit a) meinst ist mir allerdings nicht klar – vielleicht könntest Du das nocheinmal erklären.
Desweiteren bezeichne ich die Homöopathie keinesfalls als “Religion”, denn die spielt sich ja eben nicht als Wissenschaft auf. Dass Homöopathie aber eine esoterische Lehre ist kannst Du auch nicht mit dem Hinweis auf den “Heilmethoden”-Begriff entkräften. Auch eine Rückfuhrungstherapie kann man als Heilmethode bezeichnen. Was ist denn für Dich Esoterik wenn nicht das?
Bzgl. Schmähbegriff “Schulmedizin”: “Ich sage, ehrlich (!) erstaunt: Echt?” Auch wenn es sonst nicht meine Art ist, verweise ich hier der Einfachheit auf den Wikipedia-Eintrag zum Thema. (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin) “Schulmedizin” ist das Pendant zu “Quacksalberei” oder “Kurpfuscherei”.
25. November 2009 um 17:11
Yeah! Ich verleihe Dir, YeRainbow, hiermit den goldenen Godwin-Punkt. Mit Glitzer.
25. November 2009 um 18:37
vieles wurde gesagt, die 7 fragen las ich vor einigen wochen schon an anderer stelle, allerdings in einem treffpunkt von homöopathiegegnern.
du bist übrigens laut diesem forum die erste, die diese fragen beantwortet hat. als ich sie dazumal las, war ich auf der seite derer, die sie stellten.
dann eröffnete eine gute freundin von mir ihre heilpraktiker-praxis. ich habe mitbekommen, wie lange und hart sie für ihren abschluss gearbeitet hat. also ging ich zu der party. und wir redeten ein wenig am ende des abends, als alle anderen schon weg waren. ich erzählte ihr von meinen kopfproblemen und sie sagte: weißte was, wir versuchen das mal mit homöopathie. wenns dir hilft, machst du werbung für mich, wenn nicht, dann hats auch nicht geschadet.
und ich dachte mir: naja, schlimmer kanns eh nicht werden. warum nicht mal ausprobieren. der erste termin dauerte mehr als zwei stunden. es ging um alles mögliche, am wenigsten um meine depressionen. eher um ernährung, lebensrhythmus, mein rheuma, meinen tinnitus usw. am ende gab sie mit ein paar globuli und instruktionen zur einnahme mit. ich nahm das zeug also ein. einen tag später dachte ich: huch? wasn das? bist ja gut drauf? (wer jemals depressive verstimmungen oder depressionen hatte, weiß, was das bedeutet.)
das war noch nicht ganz der durchbruch, aber ein lichtblick. beim zweiten treffen versuchten wir eine andere potenz. übrigens weiß ich bis heute nicht, WAS es war, denn ich sollte es nicht googlen…
seitdem lichtete sich der emotionale grauschleier, der die welt eines depressiven so grau und stumpf macht. ganz nebenbei und fast unbemerkt verschwand mein rheuma bis auf ganz kleine entzündungen. ich hatte seit jahren keinen so schmerzfreien herbst mehr. auch in psychisch angespannten zeiten bin ich schmerzfrei, das war für mein rheuma sonst immer der startschuss für große entzündungen.
die stimmung ist also besser, das rheuma fast weg. blieben die depressionsbedingten erscheinungen wie antriebslosigkeit und konzentrationsschwierigkeiten. dafür bekomme ich nun andere kügelchen. und die helfen auch schon.
ob das nun reine zauberei, placebo, homöopathie, die psychotherapie und ihre erfolge sind, ist mir am ende egal. ich denke, das ergebnis ist ein konglomerat aus allem und alles bedingt sich gegenseitig.
und ich glaube an den quatsch übrigens immer noch nicht. trotzdem scheint er zu wirken.
26. November 2009 um 01:19
Hallo liebe Textzicke,
ich schreibe meinen Beitrag speziell für dich, denn du wolltest schließlich eine Diskussion und da ich immer so erheiterte Stunden habe wenn du mal wieder loslegst und im Twitterfieber endest (Gibts da auch globuli?) bin ich quasi moralisch verpflichtet dir zu antworten
Nur zu orientierung, ich selbst bin Schulmedizingeprägt, arbeite in einer Anästhesieabteilung und habe da relativ wenig mit Homöopathie zu tun – logisch denke ich, bei mir landen die mit nicht Homöopathischen Problemen.
(Außerdem glaube ich nicht an Gott und ich messe meine Medikamente meist in Mikrogramm bis Gramm)
Ich finde deine Beispiele sehr beeindruckend und muss sagen das diese mich, wenn es mir passiert wäre, vielleicht auch überzeugt hätten. Was mich dennoch Irritiert ist die nicht ganz klare Systemische abfolge, hier sei das Stichwort erstverschlimmerung erwähnt. Laut Theorie müsste nach der Gabe der korrekten Globuli meist eine Verschlimmerung, entweder heftig mit schneller Heilung oder langsam mit langsamer Heilung, folgen. In fast allen Erlebnisberichten ist derweil zu lesen das es sehr Schnell ging und nahezu nie ist eine Verschlimmerung erwähnt. Dies Irritiert mich.
Der Begriff naturheilverfahren und Homöopathie wird des öfteren in einem Satz erwähnt, da ist es für mich auch wichtig zu unterscheiden. Alternative Praktiken wie Akkupunktur, diverse Tees, Aufgüssse, Wadenwickel etc. pp. sind häufig und erfolgreich bewiesene Heilmittel oder tragen dem Heilungsprozess in messbarer Weise zu. Homöopathie ist vergleichsweise schwer nachzuweisen wie ja schon mehrfach beschrieben, aber für mein dafürhalten hat es eben auch sehr viel quasireligiöse Aspekte (Wie beim Demeter-bauern die noch immer merkwürdige Rituale abhalten).
Meiner erfahrung nach sind es im übrigen gerade nicht diejenigen die von Homöopathie nichts halten die sich die Vitamin E Kapseln reinpfeifen sondern genau diese Leute nehmen auch oft Homöopathische sachen und berichten häufig genug davon das es nicht wirkt – beziehungsweise eine Patientin erzählte mir das sie mal 4 Wochen die Falschen Globuli genommen hat und war sehr froh das ihr Leiden in der Zeit nicht schlimmer geworden ist.
Schade übrigens das Godwin schon nach 30 Kommentaren zuschlagen musste
Ganz liebe Grüße aus Stuttgart,
Nils
26. November 2009 um 13:54
Oh, ich nehme den Orden natürlich dankend an.
Was die Heilprakti-Ausbildung betrifft, so möchte ich etwas klarstellen.
Die werden beim Gesundheitsamt geprüft. Die können die Prüfung so oft wiederholen, wie sie lustig sind. Müssen natürlich jedesmal ne prüfgebühr bezahlen.
Und die Prüfungsinhalte sind..
tja, googlt mal. Man findet die Prüfungen der letzten jahre im Netz (ich hab sie mir häufig angesehen).
Der Inhalt der Prüfung ist… SChadensverhinderung. Es wird genau abgefragt, ob der Heilprakti nicht aus Versehen einen SChwerkranken zu behandeln versucht. Ein Snaitäter würde die Prüfung sicher auch schaffen.
Die Geheimwissenschaften, mit denen man dann “behandelt” wird, sind nicht prüfungsrelevant…
kicher…
Ja, komm zu mir – ich kann das auch, und noch viel mehr. und das ganz ohne Zuckerkügelchen. Oder Alkohol (Bachblüten) mit ein wenig Duft von Heu…
Nur eben, das was sie da bei Dir erreicht hat, (emotional, motivational etc) ist psychotherapeuten-Arbeit.
Du bist sozusagen zum Dorfschmied gegangen und hast sozusagen bei dem Deine Zähne machen lassen. Der weiß so einiges.
Aber vielleicht einiges auch nicht.
Beklage dich nicht, falls Du mal folgewirkungen spürst. Das liegt in der natur der dinge.
übrigens ist es bei Therapeuten direkt untersagt, eigene Familienmitglieder oder Freunde zu behandlen (unkalkulierbare Effekte).
In der seriösen Therapieausbildung erfährt man sowas.
Aber es ist jedes Menschen eigene Entscheidung, wie mit den SChwammen… man KANN zum pilzberater gehen. man kanns auch lassen. Kein Problem.
So, nu aber. Kostet mich viel zu viel Zeit (auch wenns immer wieder nett ist).
Ihr dürft gern ein paar Märchen auf meinem Blog lesen, aber ich werd Euch nun verlassen. Endgültig!
Wünsch Euch noch nen schönen Sonnentag, auf mich warten jetzt Vokabeln!!!
(bin im ausland)
Grüßle
Y.R.
26. November 2009 um 14:57
Lieber Akron,
schön, dass Du Dich nochmal meldest!
Dann lass uns mal weitermachen im Thesen-Pingpong.
Du schreibst: “Die angeführte Rattendarmstudie (also – jene von 2004) zeigt eindeutig, dass es erhebliche Anstrengungen in Richtung einer physikalisch/chemischen Beweisführung gibt. Sie scheitert selbstverständlich – für Dich ja auch nicht überraschend – immer wieder daran. Wir sollten aber klar trennen, dass wir zwei verschiedene Beweismöglichkeiten betrachten müssen: Den chemisch-physikalischen Reaktionsbeweis (nennen wir ihn mal so) und der empirische Wirknachweis (Homöopathie besser als Plazebo).”
Ich sage: Stimmt. Uns beide wundert das Scheitern an den chemisch-physikalischen Testbedingungen nicht. Ich wollte damit ja auch nur ausdrücken, wie schade es ist, dass emipirische Beweisführungen so gar keinen Stellenwert zugewiesen bekommen (etwa von den Krankenkassen) … zumal eben die zweite Version, der chemisch-physikalische Reaktionsbeweis, hier nicht anzusetzen ist. Dass Homöopathen immer wieder verzweifelt versuchen, ihn doch zu liefern, liegt daran, dass man sie dort hindrängen will. Arzneimittelbestimmungen, Kassenzulassungen – es hängt zu viel dran, als dass man es aufgeben könnte. Meine Hoffnung, dass ein solcher Nachweis irgendwann gelingt, geht gegen Null. Waru,. habe ich ja nun schon mehrfach begründet.
Du schreibst: “Und die “Beweisführung” der Homöopathiejünger krankt daran, dass sie individuelle Erfolgserlebnisse, die ohne Beweis in einen Kausalzusammenhang mit der Einnahme homöopathischer Mittel gestellt werden (…)”
Ich sage: Ja, wie SOLLTE man’s denn auch hinnehmbar beweisen? Die schiere zeitnahe Heilwirkung wird als Beweis ja nicht anerkannt! Das ist tatsächlich ein Dilemma. Denn selbst wenn z.B. bei ein und demselben Patienten eine für ihn typische Krankheitssymptomatik auftritt und IMMER durch dasselbe homöopathische Mittel supidupi zeitnah gelindert wird – keiner würde es gelten lassen. Weil es ja, tadaaaa, nicht mess-, fotografier-, und sonstwasbar ist. Stichwort individuelle Therapie: Es wird eben NICHT das Mittel XY bei Herrn Müller UND Frau Huber dieselbe Krankheit heilen. Eine Zwickmühle!
Du schreibst: “Aber ich sage doch genau das Gegenteil! Ich bin großer Fan empirischer Beweisführungen! Die Homöopathie muss sich gefallen lassen, empirisch nachweisbar zu sein, wenn sie schon nicht chemisch oder physikalisch nachweisbar ist (und – Deiner Meinung nach – auch nicht sein will). Aber genau diese empirischen Daten sagen: Es ist auf Plazebo-Level, mehr nicht.”
Hier muss ich ein bisschen schmunzeln, denn ich kann mich nicht erinnern, jemals eine fundierte oder akzeptable Antwort aus Kritikermund gehört zu haben auf folgende Frage: Warum, wenn homöopathische Heilerfolge rein auf Placebo-Effekt beruhen, funktioniert sie bei Komapatienten, Babys, Tieren, ja sogar Pflanzen (wobei ich das bei Pflanzen selbst ein bisschen schräg finde, zugegeben)? Warum funktioniert sie bei hartgesottenen Homöopathie-Zweiflern wie etwa meinem Vater *hihi*? Warum bei Patienten, denen man homöopathische Medikamente ohne ihr Wissen “unterjubelt”? Ich würde mich tatsächlich freuen, wenn sich ein Kritiker mal auf DIESE Art der “Beweisführung” einließe.
Ich sage: Die Sache mit dem Placebo-Effekt, herrjeh.
Du schreibst: “Weil keine physikalische oder chemische Studie mehr haltbar wäre, wenn es ein Potenzierungssystem in der Natur gäbe. Wenn es soetwas wie “Erinnerung von Stoffen” gäbe. Moderne Physik und die Prinzipien der Homöopathie widersprechen sich. Da kann es keine friedliche Koexistenz geben.”
Ich sage: Hier muss ich nun ganz offen zugeben, dass ich, speziell physikalisch, nicht allwissend bin und hierüber zu wenig Bescheid weiß, um darüber detailliert zu diskutieren. Aber danke für den Beitrag, den vielleicht ein anderer Kommentator aufgreifen möchte?
Du schreibst: “Vielleicht hatte ich die Klammern missverständlich gesetzt … ich habe gemeint, dass diese Prinzipien wissenschaftlich untersucht werden (und auch beweisbar sein müssten, Hahnemann folgend), während das dritte Prinzip der Homöopathie, die homöopathische Anamnese (oder wie man’s nennen mag), als Verteidigungstrategie eingesetzt wird, wenn die Beweisführung scheitert oder empirische Gegenbeweise gebracht werden. Was absurd ist – nichts spricht gegen eine empirische Beweisführung. Aber alle empirischen Beweise, die gegen die Homöopathie sprechen, werden von den Freunden der Homöopathie ignoriert.”
MEINE Meinung ist, dass die empirischen Heilerefolge nicht nur als Notfall-, sondern als hauptsächliche Nachweislinie dienen dürfen sollten. Punktum. (Ich weiß, ein hehrer Wunsch. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.)
Ich sage: Vielleicht hat sich Hahnemann seinerzeit tatsächlich übernommen, als er konstatierte, seine Erkenntnisse seien nachvollzieh- und beweisbar. Und die nachfolgenden Homöopathen-Generationen stehen nun mit seinen Aussagen da und müssen das Hahnemann’sche Süppchen auslöffeln. *grmpf*
Du schreibst: “Etwas als “viel zu individuell” für wissenschaftliche Studien einzuordnen wird ja gern gemacht – auch im wissenschaftlichen Bereich, dann aber gerne aus Faulheit.
Natürlich lässt sich die Wirksamkeit auch von so etwas statistisch untersuchen (eben empirisch). Und es wurde gemacht. Immer und immer wieder. Und alle Studien sagen: Die Heilerfolge sind nicht signifikant besser als Plazebos.”
Ich sage: Siehe oben. Die Sache mit dem Placebo-Effekt hätte ich doch wirklich ZU gern endlich mal geklärt.
Du schreibst: “Was Du mit a) meinst ist mir allerdings nicht klar – vielleicht könntest Du das nocheinmal erklären.”
Ich sage: “Auf einem besonderen Level energiebasiert” ist wohl ziemlich genau das, was von der Wissenschaft immer milde belächelt bis aggressiv dementiert wird. Selbstheilungskräfte kann man weder sehen noch riechen noch schmecken noch messen. Sie sind aber irgendwie da. Und das wiederum ist natürlich viel zu diffus, um als wissenschaftlich relevant erkannt zu werden.
Du schreibst: “Dass Homöopathie aber eine esoterische Lehre ist kannst Du auch nicht mit dem Hinweis auf den “Heilmethoden”-Begriff entkräften. Auch eine Rückfuhrungstherapie kann man als Heilmethode bezeichnen. Was ist denn für Dich Esoterik wenn nicht das?”
Ich sage: Hier unterscheide ich aber ganz energisch! Eine Rückführung etwa ordne ich zwischen “Psychotherapie” und “Esoterik” ein, ebenso z.B. die Aufstellungstherapie nach Hellinger (und nein, darauf will ich nicht näher eingehen). Schamanismus ist auch eines der Dinge, die ganz klar esoterisch für mich sind. Homöopathie nicht. Null. Es ist eine alternative Heilmethode wie Phytotherapie, Akupunktur oder Chiropraktik auch. Die haargenaue Wirkweise von Akupunktur (Stichwort Meridiane, Energieblockaden u.a.) steckt man doch auch nicht in die Esoterik-Schublade! Ich verstehe das wirklich und wahrhaftig nicht. Nur weil wieder mal der physikalisch-chemische Wirknachweis fehlt? Megaseufz.
Du schreibst: “Auch wenn es sonst nicht meine Art ist, verweise ich hier der Einfachheit auf den Wikipedia-Eintrag zum Thema. (http://de.wikipedia.org/wiki/Schulmedizin) “Schulmedizin” ist das Pendant zu “Quacksalberei” oder “Kurpfuscherei”.”
Ich sage: Oi. Sachen gibt’s … Verwendest DU den Begriff denn auch in schmähender Absicht? Ich frage für eine Blondine.
26. November 2009 um 15:19
Lieber Fripi,
danke für Deinen Beitrag!
Wenn Du von Globuli hörst, die Twitteritis heilen, bitte sofort an mich weiterleiten.
Du schreibst: “Ich finde deine Beispiele sehr beeindruckend und muss sagen das diese mich, wenn es mir passiert wäre, vielleicht auch überzeugt hätten. Was mich dennoch Irritiert ist die nicht ganz klare Systemische abfolge, hier sei das Stichwort erstverschlimmerung erwähnt. Laut Theorie müsste nach der Gabe der korrekten Globuli meist eine Verschlimmerung, entweder heftig mit schneller Heilung oder langsam mit langsamer Heilung, folgen. In fast allen Erlebnisberichten ist derweil zu lesen das es sehr Schnell ging und nahezu nie ist eine Verschlimmerung erwähnt. Dies Irritiert mich.”
dieses Kalibers jedoch inzwischen gewohnt.
Ich sage: Es freut mich, dass es Dich beeindruckt! In der Tat IST es beeindruckend; wir sind “Wunder”
Eine Erstverschlimmerung ist übrigens kein Muss für eine homöopathische Heilwirkung – absolut nicht. In manchen Fällen läutet jedoch eine Erstverschlimmerung den Gesundungsprozess ein, z.B. in Form eines raketengleichen Fieberanstiegs mit dann ebenso fixem Temperaturabfall. Auch wir hatten schon Heilverläufe mit Erstverschlimmerungen. “Nebenwirkungen” wie z.B. ein kurzzeitiger Hautausschlag oder komischer Geschmack im Mund kamen ebenfalls vor, waren aber immer sehr vorübergehend und galten unserer Homöopathin als sichere Zeichen der Wirkung des gegebenen Mittels. Sie freut sich auch über jeden Pickel, jeden Schweißausbruch und jedes Fieber (natürlich nur im Rahmen des Aushaltbaren), weil sie – wie ich – die Meinung verrtritt: “Da kommt was raus!”. Diese Erscheinungen sind, wenn sie denn auftraten, stets innerhalb von wenigen Stunden vorbei. Negative Auswirkungen hatten wir noch niemals.
Du schreibst: “Homöopathie ist vergleichsweise schwer nachzuweisen wie ja schon mehrfach beschrieben, aber für mein dafürhalten hat es eben auch sehr viel quasireligiöse Aspekte (Wie beim Demeter-bauern die noch immer merkwürdige Rituale abhalten).”
Ich sage: Biem Demeter-Bauern stimme ich Dir zu – das ist echt schräg. Aber da es nun keinem schadet: Sollen sie das doch gern tun.
Schwer nachweisbar … ach je, darüber habe ich jetzt schon so viel geschrieben. Auch die “quasireligiösen Aspekte” stören mich. Magst Du Dir vielleicht einfach mein Antwort auf den letzten Kommentar von Akron durchlesen?
Du schreibst: “Meiner erfahrung nach sind es im übrigen gerade nicht diejenigen die von Homöopathie nichts halten die sich die Vitamin E Kapseln reinpfeifen (..)”
Nachweis mächtig hinkt. Dafür ist es ja aber chemisch toll bewiesen … und schwupp! glaubt’s jeder.
Ich sage: Das behaupte ich ja gar nicht. Ich sage nur, dass die Wirkung von Vitaminen etc. von kaum jemandem angezweifelt wird, obwohl gerade hier der empirische
Du schreibst: “genau diese Leute nehmen auch oft Homöopathische sachen und berichten häufig genug davon das es nicht wirkt – beziehungsweise eine Patientin erzählte mir das sie mal 4 Wochen die Falschen Globuli genommen hat und war sehr froh das ihr Leiden in der Zeit nicht schlimmer geworden ist.”
Ich sage: Das habe ich ja schon recht erschöpfend ausgeführt: Diese Menschen haben die homöopathischen Mittel mit allergrößter Sicherheit nach Ratgeber/Laientipp ausgewählt oder einen bedauerlicherweise nicht fähigen/erfahrenen Therapeuten gehabt. Leider ist das in den meisten Fällen nicht mehr nachvollziehbar und fließt in die so zahlengewaltig besungene (empirische) Statistik verwässernd als Negativergebnis ein. Schade, oder nicht?
Du schreibst: “Schade übrigens das Godwin schon nach 30 Kommentaren zuschlagen musste.”
Ich sage: Muahahahaha! Allerdings. Aber siehst Du, wie der Orden funkelt? Die helle Freude.
26. November 2009 um 15:21
Liebe yeRainbow (Du bist doch wohl die yeRainbow aus Twitter, und das ist eine Frau; ganz ehrlich sorry für die falsche Ansprache in den letzten Kommentaren),
dem gibt es nichts hinzuzufügen. Deine Kommentare sind ebenso erheiternd wie dünnflüssig, und deshalb freut mich Dein wiederholter endgültiger Abschied sehr. Alles Gute mit den Hunden und so!
26. November 2009 um 17:12
nun melde ich mich 40 kommentare später nochmal.
ich will noch was anreißen zu den verschiedenen thesen, die der homöopathie und der schulmedizin (im nicht schmähsinne) zugrundeliegen.
erstere orientiert sich bei der anamnese an der symptomatik, am individuellen menschen, seiner geschichte, seinen stärken und schwächen. letztere an der symptomatik des menschen und der herausgefundenen krankheit.
die ersten geben dann ein mittel von dem sie denken, es werde dem menschen helfen, die krankheit bekämpfen zu können.
die anderen geben ein mittel von dem sie wissen, es wird die krankheit bekämpfen.
soweit, so gut.
aber: gerade in der schulmedizin gibt es immer mehr ansätze, individuelle medikamente zu entwickeln. weil eben die wirkweise bei individuellen menschen so unterschiedlich bis nicht vorhanden ist. siehe viele herz-kreislaufmedikamemte, dort gibt es intensive forschung, um spezielle medikamentenfamilien für frauen und für männer herzustellen. nur so als beispiel.
die idee, kennst du die krankheit, kennst du das mittel dagegen, wankt bei immer mehr kranheitsbildern. nicht zuletzt bei den psychischen erkrankungen. ich nenne das, weil hier in den kommentaren ein beispiel vorkam mit depressionen. nun sind depressionen enorm kompliziert zu diagnostizieren und haben hunderterlei ursachen. aber da nähern wir uns schon im galopp einer der grundannahmen der homöopathie: dass der individuelle mensch erkrankt ist. nicht eine depression behandelt werden muss.
vielleicht ein beispiel mit viel dünner luft: aber wenn ich vorhabe einen 4000er zu besteigen, dann orientiere ich mich bei der ausrüstung doch an meinem trainingsgrad, meiner erfahrung und meinem individuellen können? und den herausforderungen des weges? den wetterverhältnissen?
warum nicht dasselbe prinzip bei der behandlung von krankheiten?
es können doch alle diejenigen, die nicht auf ihre art von sicherheit verzichten wollen, mit der seilbahn auf den gipfel fahren? mus mann dann auf die spucken, die hochgekraxelt sind?
ich denke nicht.
27. November 2009 um 11:39
(ich kanns nicht lassen – bitte verzeih mir…)
http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2009/11/homoopathisch-behandelt-leber-weg.php
ich habe keinerlei Probleme mit männlicher/weiblicher Anrede. Bin ein Mensch, das zählt. (ist auch wurscht, außer natürlich bei sexuellen Interessen…
)
Bin schon weg.
27. November 2009 um 14:51
Liebe Textzicke,
also weiter geht’s
Du schreibst “Ich wollte damit ja auch nur ausdrücken, wie schade es ist, dass emipirische Beweisführungen so gar keinen Stellenwert zugewiesen bekommen (etwa von den Krankenkassen)”. Das ist nicht richtig. Die hoch umstrittene Gerac-Studie in der Akupunkturforschung etwa hat belegt, dass Akupunktur zwar nicht signifikant besser ist als eine Plazebobehandlung (Pseudoakupunktur), aber beides wirksame Therapiemethoden bei Rückenschmerzen und chronischen Gelenkschmerzen sind und so Teil der Kassenleistung wurden. Das ist die größte empirische Studie zur Akupunktur gewesen und sie hat zu einer Kassenleistung geführt.
Im Fall der Homöopathie, wo eine gleichwertige Plazebotherapie kostenneutral sein kann im Vergleich zur Pseudoakupunktur müsste ein Wirknachweis > Plazebo erbracht werden. Alle Studien bestätigen aber nur das Plazebolevel.
Du schreibst “Ja, wie SOLLTE man’s denn auch hinnehmbar beweisen? Die schiere zeitnahe Heilwirkung wird als Beweis ja nicht anerkannt! (…) Es wird eben NICHT das Mittel XY bei Herrn Müller UND Frau Huber dieselbe Krankheit heilen. Eine Zwickmühle!” Auch in der Gerac-Studie wurden bei der “echten” Therapie die Nadeln nicht immer an die gleiche Stelle gesteckt. Es geht ja auch dort um eine “individuelle Therapie”. Selbstverständlich können auch individuelle Gaben in so einer Studie berücksichtigt werden, wie auch Dosisvariationen bei medikamentösen Tests gestattet und geboten sind.
Du schreibst “Waru, wenn homöopathische Heilerfolge rein auf Placebo-Effekt beruhen, funktioniert sie bei Komapatienten, Babys, Tieren, ja sogar Pflanzen (…)? Warum funktioniert sie bei hartgesottenen Homöopathie-Zweiflern wie etwa meinem Vater *hihi*? Warum bei Patienten, denen man homöopathische Medikamente ohne ihr Wissen “unterjubelt”? Ich würde mich tatsächlich freuen, wenn sich ein Kritiker mal auf DIESE Art der “Beweisführung” einließe.” Lasse ich mich gern – ein Studiendesign, dass zumindest Tiere, Pflanzen und Kritiker berücksichtigt, ist ja kein Problem, bei Komapatienten, Babies und Ahnungslosen gibt es ethische Hürden, die nicht so einfach aus dem Weg zu räumen sind. Bei Babies noch am ehesten. Aber: Solche Studien sind mir nicht bekannt, wenn Du eine kennst, würde mich das wirklich sehr interessieren.
Es ist Deine Behauptung, dass es funktioniert. Ich bitte um eine Studie – meinethalben auch eine Reihe von Einzelfallstudien, die das belegen. Ich bezweifle, dass es ohne den Plazeboeffekt und natürlich ohne den Kontakt zu einem “vertrauensvollen Helfer” im Sinne eines Partners, der den Glauben vermittelt, die Gabe der Kügelchen würde helfen (was bei Tieren und Babies nicht zu unterschätzen ist und auch unter den Plazebo-Begriff fällt (entschuldige meine z-Schreibweise)), funktioniert. Ich bezweifle es sehr stark. Lasse mich von Studien aber gerne überzeugen.
Du schreibst “MEINE Meinung ist, dass die empirischen Heilerefolge nicht nur als Notfall-, sondern als hauptsächliche Nachweislinie dienen dürfen sollten. Punktum. (Ich weiß, ein hehrer Wunsch. Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.)” Siehe Gerac-Studie. Solche Beweise werden durchaus akzeptiert.
Du schreibst “Selbstheilungskräfte kann man weder sehen noch riechen noch schmecken noch messen. Sie sind aber irgendwie da. Und das wiederum ist natürlich viel zu diffus, um als wissenschaftlich relevant erkannt zu werden.
” Das stimmt nicht – so gut wie jede Heilung ist messbar, ob nun durch Medikament, Plazebo oder spontan herbeigeführt. Es gibt auch konkrete Untersuchungen dazu aus der Plazebo-Forschung. Ich erinnere mich daran, einen Bericht über die Wirkungsstärke eines Kaugummis gegen Reisekrankheit gesehen zu haben. Dabei wurden Testpersonen künstlich schwindelig gemacht und danach bekamen sie das Kaugummi. Die Hirnströme wurden gemessen und es konnte exakt ermittelt werden, welche Bereiche des Gehirns von dem Präparat beeinflusst wurden und wie es den Schwindel bekämpft. Danach wurde der selbe Versuch mit Plazebo durchgeführt. Die selben Hirnregionen waren messbar beeinflusst, wenn auch nicht in dem starken Maße wie es mit dem Verum der Fall war. War den Patienten bekannt, dass es sich nur um ein Kaugummi handelte, gab es keine Wirkung. (Ich kann mich nicht mehr exakt an die Studie erinnern, aber das war ungefähr das Design.)
Zu Deinem Esoterikbegriff: “Die haargenaue Wirkweise von Akupunktur (Stichwort Meridiane, Energieblockaden u.a.) steckt man doch auch nicht in die Esoterik-Schublade!” Aber natürlich ist das in meinen Augen Esoterik. Ebenso wie Astrologie etc.
Zum “Schulmedizin”-Begriff: “Verwendest DU den Begriff denn auch in schmähender Absicht? Ich frage für eine Blondine.” Ich verwende den Begriff eigentlich gar nicht – habe ihn hier auch nicht benutzt, so wie ich es sehe. Es ist ein despektierlicher Begriff und eben so wird er verwendet. Und so verstehe ich ihn auch. Nichtsdestotrotz glaube ich Dir, dass Dir der abwürdigende Charakter des Wortes nicht bekannt war. Ich werde aber nun nicht anfangen statt “Homöopathie” immer von “Quacksalberei” zu sprechen, um dem Begriff der “Schulmedizin” entgegen zu wirken. Das würde zu schnell unsachlich werden.
Du schreibst zu Ratgeberindikationen und schlechten Therapeuten “leider ist das in den meisten Fällen nicht mehr nachvollziehbar und fließt in die so zahlengewaltig besungene (empirische) Statistik verwässernd als Negativergebnis ein. Schade, oder nicht?” Von welcher Statistik sprichst Du? Kennst Du eine Studie die an exakt diesem Problem krankt? Das wäre in der Tat haarsträubend – denn auch in klinischen Studien mit Medikamenten müssen natürlich alle qualitativen Standards erfüllt werden. Mir ist eine solche negative Studie bzgl. der Homöopathie aber auch nicht bekannt.
@Pia: Auch in der wissenschaftsbasierten Medizin ist das Individuum von Bedeutung. Ein einfacher Blick in Beipackzettel zeigt einem, wie aufgefächert das Spektrum bzgl. angezeigter Maximaldosen ist. Der Arzt sagt einem dann, in Hinblick auf seine Anamnese, noch mal andere Dosen. Und auch dort wird nicht selten nach dem Trial-and-Error-Prinzip verfahren. Ausprobieren was am besten hilft. Dass Ärzte im Gegensatz zu Heilpraktikern oft weniger Zeit für diese Verfahren haben ist natürlich oben erwähntem Zeitmangel geschuldet.
Insgesamt wird sich die Wissenschaftsmedizin aber immer mehr in Richtung einer Individualmedizin entwickeln – und das – da bin ich mir sicher – auf sehr viel höherem und komplexerem Niveau als jene subjektive Art und Weise, die von der Homöopathie betrieben wird.
27. November 2009 um 15:26
Also alles hab ich hier ja nicht gelesen – muss ich aber auch nicht…

Aber hier werden ja auch nur persönliche Erfolgsgeschichten als “Beweise” für die Homöopathie erbracht…. das “wahre Leben” aber wird leider doch nur schonungslos und offen und ehrlich in den Statistiken abgebildet – da unterliegst Du, liebe Textzicke, einem gewaltigen Irrtum!
In Erfolgsgeschichte 1 tust Du Deinem Arzt, der Dir offenbar mit dem Aspirin das Leben gerette hat, ganz klar unrecht. Mit 100mg Saccharose kann man sicherlich kein Fieber senken… Du scheinst Das Prinzip der Homöopathie leider nicht verstanden zu haben: Similia similibus curentur… zum Fieber senken müsste Dir also theoretisch etwas gegeben werden, was Fieber erzeugt (!) – das aber in einer Konzentration, die Dir zumindest nicht zusätzlich schaden sollte.
Und in “Märchen Nr. 2″ kann ich Dir nur sagen, dass bei kleinen Kindern die Krankheiten meist genauso schnell wieder gehen, wie sie kommen. Ich wage zu behaupten: wärst Du mit Deinem Kind zu einem ordentlichen Arzt, so hätte es überhaupt keine Medikamente nehmen müssen, weil es ihm innerhalb der gleichen Zeit auch ohne Globuli besser gegangen wäre. Darüber hinaus hätte er Dir wahrscheinlich empfohlen, dem Kind viel Flüssigkeit und etwas Traubenzucker (statt Glubuli) zu geben, weil dem ausgelaugten Körper Energie zugeführt werden muss (Brezel (unverdünnt) hilft da auch sehr gut
Manchmal hilft bei kleinen Kinder sogar einfach nur “Pusten” – und gut Zureden…
Für die Homöopathie gibt es leider noch nicht mal empirische Beweise… und in der Schulmedizin gibt es (leider) eigentlich bei allen Behandlungen die sog. NNT (Number needed to treat) – d.h. es müssen x Patienten therapiert werden, dass 1 geheilt wird – und das ist ganz einfach ehrlich und das “wahre”, statistische Leben…
Mein Buchtipp an alle Gläubigen: Dieter Nuhr – “Wer’s glaubt, wird selig”
27. November 2009 um 15:41
Lieber Henning,
wow – es ist super, was man so alles unterstellt kriegt, wenn man nicht die 100% chemische Schiene fährt.
Dass ich z.B. meinem reichlich kranken Baby keine Flüssigkeit und Elektrolyte gegeben hätte. Selbstverständlich habe ich das zusätzlich zum Stillen getan und das Kind nach Absprache mit dem (total “schul”medizinischen!) Kinderarzt eng überwacht. Nein, durch die Elektrolyte allein wurde es nicht besser. Nicht die Bohne.
Lustig auch die Behauptung, ICH hätte das Prinzip der Homöopathie nicht verstanden. Weißt Du denn, welches Mittel mir die Homöopathin seinerzeit verordnete? Siehste: ich auch nicht. Aber mit allergrößter Sicherheit war es eines, das in unpotenzierter Form bei einem Gesunden genau diese Fiebersymptome ausgelöst hätte.
Null Komma null widerlegen möchte ich allerdings die These “Bei Kindern hilft manchmal allein Pusten” – das stimmt, weshalb ich es häufig anwende. Wenn es aber nicht ausreicht, greife ich zuerst zur sanften, je nach Fall aber auch zur “Schul”medizin. Hast Du gegen dieses Vorgehen etwas einzuwenden?
Du schreibst: “Für die Homöopathie gibt es leider noch nicht mal empirische Beweise”
Ich sage: Überall um mich herum gibt es sie, die empirischen Beweise. Nur hat keiner sie oh so wissenschaftlich anerkannt und aufgeschrieben. Aber “überall um mich herum” ist, zumindest für mich, durchaus das richtige Leben. Aber das siehst Du offenbar anders, was ich Dir hiermit gern zugestehe.
27. November 2009 um 16:52
Unsinn. Mal den Methoden-Bortz lesen, da kriegt man grundsätzliches Wissen…
aber guck hier
http://www.youtube.com/watch?v=HMGIbOGu8q0
genial gemacht!
28. November 2009 um 00:34
Du “leidest” an selektiver Wahrnehmung…
Ich habe Dir nicht unterstellt, Du hättest Dein krankes Baby ohne Flüssigkeit und Elektrolyte (im üÜbrigen meinte ich explizit Traubenzucker) darben lassen, ich habe nur behauptet, dass diese Dinge Deinem Kind am ehesten geholfen hätten – da Du nun beschreibst, dass Du ihm das alles gegeben hast und ein vernünftiger Arzt das Kind betreut hat, dann weißt Du auch, warum es wieder so schnell genesen ist. Schon komisch, dass die meisten Homöopathie nur zusätzlich zu den Standardtherapien einsetzen, den Heilerfolg dann aber ganz klar der Homöopathie zuschreiben…
Und ich bin voll bei Dir, dass Du seiner Zeit ein Mittel verordnet bekommen hast, dass bei gesunden Menschen Fieber auslösen kann – ich hab das schon alles richtig verstanden – aber deshalb hat Dich DAS auch sicher nicht geheilt. Mit großer Wahrscheinlichkeit hast Du von dem Mittel nämlich gar nix bekommen – außer Zucker…
…und was DU siehst sind keine Beweise, sondern Koinzidenzen, die Du Dir so zurechtlegst – widde-widde-wie sie Dir gefallen… echte Beweise sind objektiv und prüfbar.
Hier eine gelungene Erklärung der Homöopathie:
http://www.youtube.com/watch?v=aSKxz1BNU6s
28. November 2009 um 12:32
Machen wir doch gemeinsam folgendes Gedankenexperiment: Ein Kinderarzt behandelt mit homöopathischen Mitteln, die er auch direkt an die Patienten weiter gibt. Der Arzt und der Großteil der Eltern ist zufrieden und hat das Gefühl, dass die homöopathische Behandlung hilfreich ist. Nun werden statt “echter” Homöopathika nur Placebos (also nur Zuckerkugeln ohne verdünnten Substanzen) geliefert. Diese werden jedoch als echte Homöopathika ausgegeben (mit entsprechendem Etikett). Weder Arzt noch Patienten können den Unterschied äußerlich erkennen. Was wird passieren?
1) Der Arzt und die Patienten merken, dass die Behandlungserfolge geringer werden oder sogar gar kein Heilerfolg eintritt.
2) Weder Arzt noch Patienten merken den Unterschied. Beide haben weiterhin das Gefühl, dass die homöopathische Behandlung hilfreich ist.
Wenn hier jemand wirklich Interesse hat sich sachlich mit der Thematik auseinanderzusetzen, dann lade ich ein, eine Vermutung anzustellen was passieren würde (1 oder 2), und was das dann bedeuten würde.
Die Auflösung folgt…
29. November 2009 um 22:19
Hier nun die “Auflösung”: Es passiert 2). Weder Arzt noch Patienten merken den Unterschied. Beide haben weiterhin das Gefühl, dass die homöopathische Behandlung hilfreich ist.
Warum kann ich das behaupten? Weil (etwas vereinfacht gesagt) genau das mit placebo kontrollierten Doppelblindstudien schon oft untersucht wurde. Bei einer solchen Studie wissen Arzt und Patient nicht ob sie ein “echtes” Homöopathika verwenden oder ein sicher “wirkungsloses”. Und das Ergebis ist dabei:
Es ist schlicht EGAL ob man das eine oder andere (bzw. wirkungslose) Mittel nimmt. Die positive Erfahrung hängt von anderen Dingen ab: Erwartungshaltung, psycho-sozialer Kontext etc.
Ist die “Wirkung” also nur Einbildung? Teilweise ja, teilweise nein. Ja, weil sich viele Symptome nach ein paar Tagen sowieso verbessern (auch ohne homöopathische Mittel); Nein, weil es für die Person ev. einen Unterschied im psychologischen Sinn bedeuten kann, der wiederum eine echte Auswirkung haben kann (Placebo-Effekt).
Wenn beispielsweise eine Person krank ist und ihre innere “Unsicherheit” durch ein homöopathisches Medikament dem sie “vertraut” sich in ein Gefühl der “Sicherheit” umwandelt, so kann das durchaus einen realen Einfluss auf das Immunsystem haben. Durch den Abfall des Stresspegels, kann das eigene Immunsystem ev. besser arbeiten und die Krankheit schneller besiegen.
Der eigentliche Nutzen liegt also nicht beim homöopathischen Mittel selbst, sondern ganz wo anders. Nicht das MITTEL an sich ist hilfreich, sondern der psycho-soziale Kontext. Wenn man sich das einmal wirklich bewusst macht, dann kann man gleichwertige “Alternativen” zur Homöopathie finden.
Statt bei Schnupfen Globuli zu schlucken, kann man z.B. mehrmals pro Tag eine Tasse Tee trinken (im Bewusstsein, dass das mein Immunssystem unterstützt, da Schleimhäute befeuchtet werden, und im Vertrauen, dass mein Körper mit so einer Krankheit selbst zurande kommt wenn ich unnötigen Stress vermeide) Wenn man das macht, werden sehr viele die äußerst positve Erfahrung machen, dass nach wenigen Tagen der Schnupfen bereits viel besser oder sogar weg ist. Wozu noch Globuli? Nur damit die Herstellerfirmen von Globuli mehr Umsatz machen können?
Das größte Problem liegt aber darin, dass die Wirkung des Placeboeffekts “begrenzt” ist. Er ist bei vielen Krankheiten sehr hilfreich, aber reicht oft nicht aus, wenn man sich NUR darauf verlässt (wie der Fall der Patientin mit Leberproblem zeigt). Und das passiert leider zu oft – speziell weil die Homöopathen nicht wahrhaben wollen, dass sie den Placebo-Effekt nutzen. Und so kommt es immer wieder zu maßlosen Selbstüberschätzungen bzgl. der “Heilkraft” von Homöopathika.
30. November 2009 um 16:15
Hey yeRaibow,
warum nur wundert es mich nicht die Bohne, dass Du genau diesen Anti-Homöopathie-Erste-Hilfe-Spot ausgegraben hast? Dass er zwar lustig, aber völlig absurd ist, weißt Du selbst. Aber wie gesagt: Gewundert hab ich mich nicht
30. November 2009 um 16:56
hallo textzicke, ich finde deine Einstellung “Schulmedizin” und Homöopathie ergänzend einzusetzen (und dabei auch die Grenzen der Homöopathie zu berücksichtigen) sympathisch und sinnvoll.
Ich hatte am Wochenende zwei längere Postings hier geschrieben, in denen die Position der Homöopathie-Gegner gut herauskommt und wundere mich jetzt, dass sie anscheinend gelöscht wurden? Warum?
2. Dezember 2009 um 12:39
Liebe Leser und Kommentatoren,
ich habe im Moment schrecklich viel um die Ohren und komme gar nicht mehr dazu, die vielen Kommentare hier zu beantworten. Zu Roland K.s und Akrons letzten Kommentaren etwa habe ich natürlich viel zu sagen, aber das kommt noch; bis dahin könnt Ihr ja “ran”!
Die Kommentare von yeRainbow hingegen ringen mir – und das nicht nur hier – mittlerweile nur noch ein müdes Grinsen ab, deshalb schalte ich die einfach frei und beantworte sie nur, wenn mir unerwarteterweise danach sein sollte.
Und natürlich habe ich keinen einzigen Kommentar gelöscht … die lagen nur “auf Halde” in der Moderationsschleife. Jeder soll hier gehört werden, solange er sich oberhalb der Gürtellinie bewegt!
Bis ganz bald! Wünscht mir Zeit!
2. Dezember 2009 um 13:21
Danke, liebe Textzicke.
Das finde ich außerordentlich ehrenvoll.
ansonsten gilt natürlich, nicht erst seit lafontaine, die Trauben sind zu sauer.
so isses halt.
Seh ich immer wieder, man kann am unbeschwertesten fabulieren, je weniger Grundwissen einen belastet.
Plumbum D 200.
Hilft garantiert!
(ich hab den kompletten hahnemann… frag mich, woher IHR Eure Weiheit habt…)
breitgrins…
Bin weg.
2. Dezember 2009 um 14:52
LoL! Auf Fritz haben sie gerade erst darüber Diskutiert und sich über den Blödsinn totgelacht. Bei Eltern die das betreiben frag ich mich echt, ob die in der Lage sind, ein Kind zu erziehen.
2. Dezember 2009 um 15:01
Lieber Robert,
wooohooo, was für ein “konstruktiver” Kommentar! Vielleicht täte Dir ein bisschen mehr Weitblick ganz gut. Aber der Chemo-Hammer gegen diese ebenso armselige wie offenbar unheilbare Sichtweise muss leider erst gefunden werden.
Mitleidige Grüße!
2. Dezember 2009 um 15:15
ach, gottchen.. Chemo-Hammer.
chemie also auch abgewählt in der SChule…
Dabei ist alles chemie… (und Physik).
Ein stück Zucker in den Mund nehmen – Chemie. Mit chemischen Folgen.
Übrigens gab es so einen Fall, leider hat der Veröffentlicher den Beitrag aus dem Netz genommen (Nachtigall, ick hör dir trapsen…)
Mutter und Heiler – und eine tote jugendlcihe Diabetikerin in folge.
die kann sich nicht mehr beklagen.
Nun, das BGB gibt es durchaus her, solchen Eltern das Sorgerecht zu entziehen.
Aber ich wette, auch das BGB hat hier keiner so richtig gelesen, wozu auch…
tja, dann…
spart euch Euer Mitleid.
iss eh unecht, und bösartigen Hohn zu erkennen ist da ganz leicht (mein Fachgebiet). Ist halt so üblich, “mit Liebe killen” nenn ich das, bösartige Sprüche in hübscher Verkleidung.
Ihc bin aber immer wieder überrascht, wie freigiebig Menschen ihre Dummheit zum ausdruck bringen wollen. Nicht nur Unwissenheit (denk an Russel).
Wie immer schlage ich vor, die Original-Literatur zu lesen.
Wie immer wird es verpuffen.
Iss halt so.
Arme Kinder, die lernen dabei auch was.
Obs auch sinnvoll ist?
2. Dezember 2009 um 15:18
Noch ein klitzekleiner HInweis.
Wissenschaftler schreien nicht nach Beweisen. Das tun immer nur die Alternativen, weil sie nicht verstehen, wie Wissenschaft funktioniert.
Wissenschaft ist die Kunst, Irrtümer zu erkennen und zu korrigieren…
wer letztendliche Beweise sucht, ist an dem Portal eh falsch… Da gibts andere, die besser passen.
2. Dezember 2009 um 16:43
“Wie die Wissenschaftler von der Universität Bern im renommierten Medizin-Fachjournal The Lancet berichten, kamen sie in einer Vergleichsstudie zu dem Ergebnis, dass in keiner ernstzunehmenden Untersuchung die Homöopathie-Präparate über die Wirkung von Scheinmedikamenten (Placebos) hinausgehen. Die Wirkung von Homöopathie basiert demnach auf nichts anderem als Einbildung”
http://www.science-at-home.de/news/kurios/kurios_det_20050830105706.php
20. Dezember 2009 um 19:52
Hier noch ein Link zu einem Artikel über eine Vergleichsstudie zwischen zwei verschiedenen “klassischen” und einer homöapatischen Behandlung aus der Frauenheilkunde: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/?p=854
Ist nicht ganz seriös, weil der Vergleich mit einem Placebo fehlt, aber dennoch aufschlußreich.
20. Dezember 2009 um 22:25
Lieber Oliver,
danke für den Linktipp!
Meine Meinung dazu: Eine (Haut-)Pilzerkrankung rein homöopathisch zu behandeln, KONNTE nur schiefgehen. Einen Pilz sollte man stets auch, nein vor allem lokal mitbehandeln! Die homöopathische Behandlung ist allerdings eine wunderbare Begleitung, um die Konstitution für einen eventuellen Wiederbefall zu stärken. Speziell bei Vaginalpilzen – und das weiß ich aus einem fabelhaften Frauenkräuter-Seminar bei der ebenso fabelhaften Margret Madejsky – muss IMMER vor allem lokal behandelt werden, etwa mit Spülungen und/oder Zäpfchen aus Alchemilla, Myrrhe, Majoran und Rose. Außerdem krankt auch diese Studie, wie so viele andere, letztlich an der Frage “wie gut ist der an der Studie teilnehmende Homöopath?” – wie alle anderen auch.
Dennoch: danke!
6. März 2010 um 00:01
Schade drumm, heute abend bei YuccaTree gefunden, von heute an rückwärts gelesen, alles sehr charmant gefunden und dann auf das hier gestoßen. Esoterisches Geblubber der übelsten Sorte. Ein Blog mehr auf der “vergessen” Liste.
6. März 2010 um 17:49
Erstaunlich, dass man sich bei Charmantfindung des gesamten Rests wegen EINER nicht gefallenden persönlichen Meinung von einem Blog abwenden muss. Anonym, versteht sich. Ich empfehle hier das Mittel “Tunnelblick C30″, gefolgt von “Anonymus D200″. Gute Besserung!
22. März 2010 um 13:20
“…vielmehr liegt unsichtbarer Weise in dem so befeuchteten Kügelchen oder in seiner Auflösung eine aus der Arzneisubstanz möglichst enthüllte und frei gewordene, spezifische Arzneikraft…” Als Pharmazeut muss ich dazu sagen, dass die “Arzneikraft” auch auf nichts anderem als bloßer Chemie beruht, allerdings im Falle der Homöopathie soll dies in einer bis ins Unendliche verdünnten Lösung (oder Trituration, Globuli oder was auch immer)vorliegen… Und warum, frage ich mich, liegen keine Studien mit statistisch signifikanten Ergebnissen der Homöopathie-Hersteller vor? Die sollten ja das größte Interesse daran haben, positive Ergebnisse vorzulegen.
Grundsätzlich habe ich NICHTS gegen pflanzliche Arzneimittel. Nur weiß ich auch, dass der Placeboeffekt Wunder bewirken kann (auch bei den chemischen Arzneimitteln!) sowie der Glaube an die Wirksamkeit eines Produktes. Sollte mich jemand mit begründeten Nachweisen (und keinen “Erfahrungsberichten”) eines Besseren belehren, bin ich gerne bereit, meine Meinung zu ändern, aber bis dahin vertraue ich liebe auf überteuerte, randomisierte Studien, die ich wenigstens bis ins kleinste Statistikdetail nachvollziehen kann.
22. März 2010 um 13:39
Ich weiß ja nicht, wie oft ich noch darauf hinweisen muss, dass dieser mein Artikel, der haargenau meine eigene kleine Meinung darstellt und sonst nix, bitte AUFMERKSAM gelesen werden soll. Auch Du hast die Aussage dieses Artikels nicht erfasst, wie eigentlich alle anderen Zweifler hier auch. (Wundert Euch also bitte nicht, wenn ich Euch als verbohrt bezeichne)
Dass Studien jeder Couleur bisher nichts beweisen konnten, TANGIERT MICH NICHT und tut für meine Einstellung der Homöopathie gegenüber nichts zur Sache – weil mir die so stark überwiegend POSITIVEN ERFAHRUNGEN aus meinem direkten Umfeld nunmal da sind und mich völlig überzeugen! Ganz ehrlich: Würde jemand feststellen und viele mir bekannte Menschen bestätigen, dass ein in Schluck Isarwasser Asthma heilt – aber nur, wenn vorher ein Altöttinger Gänseblümchenblatt darin geschwenkt wurde, welches wiederum mit Puderzucker bestäubt und dreimal mit der Titelmelodie von “Pumuckl” besungen wurde – ich würde es nehmen. Schrübe ein bis an die Nasenspitze mit Diplomen zertifizierter Professor ein böses Dokument dagegen, würde mich das nicht interessieren. Denn ES HÜLFE MIR JA.
Echt schade, dass das bei Euch nicht ankommt.
10. Juli 2010 um 13:03
Ich hab mich jetzt sehr lange mit dem Thema auseinandergesetzt, wäre beinah mal von einem Homöpathiker & Holocaust Leugner vermöbelt worden, weil ich Sachlich diskutierte (nein keine sorge, weil beide sachen nicht in eine ecke schieben, aber 2 homöopathen bisher haben den auch geleugnet und imr was von ufos erzählt).
Nunja, nachdem ich sehr viel gelsen habe kann ich nur weiterhin den Kopf über soviel Blödsinn schütteln. Textzicke, du bist ja vielleicht sonst ein netter Mensch, aber das du weiterhin an globoli glaubst… traurig.
Schönen Tag!
28. Juli 2010 um 00:24
Ich habe momentan akute Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Zwei homöopathische Mittel fand ich zur engeren Auswahl, habe mich aber für Belladonna (Tollkirsche) entschieden. Ich weiss sehr wohl, dass bei akuten Fällen der Gang zum Arzt oft unumgänglich ist, aber ich versuche es zuerst mal mit meinen Globulis. LG
20. August 2010 um 15:43
Ich finde auch spannend, wenn mein Kind auf Homöopathie anspricht, muss aber sagen, dass selbst meine Ärztin (Homöopathin und praktische Medizinerin) bei bestimmten Krankheiten durchaus von Homöopathie auch abrät. Nicht, weil sie nicht helfen würde, sondern weil bestimmte Krankheiten, vor allem bei Kindern, das Immunsystem stärken, wenn man sich dem Krankheitsverlauf “hingibt”. Das Drei-Tage-Fieber bei kindern oder Babies etwa… Bisher jedenfalls auch nur gute Erfahrungen gemacht.
27. September 2010 um 22:08
Eine ergänzende Info, weil hier ab und an der Zahn samt Zahnarzt ins Spiel kam und es einmal auch hieß “Und natürlich kann Homöopathie keinen kaputten Zahn heilen”. Homöopathie ist durchaus ein Thema in der Zahheilkunde und ich bin heilfroh, dass mein Doc damit umgehen kann und weiß, wo die Vorteile, aber auch die Grenzen der alternativen Zahheilkunde sind.
Im Ansatz beschreibt er es selbst so: http://www.praxis-boeger.de/zahnmedizin_1.htm
CU
Sandro