Rotstift im Schilderwald.

Vor Urzeiten schrub ich bei der Textguerilla einen Artikel über das Ärgernis „Rechtschreibfehler auf Straßenschildern“. Ich gab darin zu, dass ich selten ohne roten edding aus dem Haus gehe, um bei öffentlichen Orthographie-Unfällen direkt Erste Hilfe leisten zu können. Nennen Sie es ruhig „Verschandelung des Stadtbildes“ oder „Spar-Graffitti für frustrierte Lektoren“ – bei mir läuft es unter „Dienst an der orthographiefernen Menschheit“. Außerdem würde ich auf der Stelle ein Magengeschwür kriegen, wenn ich nicht … so weit, so gut.

Heute nun stieß ich auf zwei Gleichgesinnte: Jeff Deck und Benjamin D. Herson. Die zwei US-amerikanischen Rechtschreibfanatiker hatten – gerade so wie ich – die Nase voll von Buchstabendrehern in Ortsnamen, Falschschreibung italienischer Delikatessen auf Restauranttafeln und Werbeschild-Peinlichkeiten. Also gingen sie auf Korrektur-Tournee. Radierten, überklebten, strichen durch und platzierten Klebebuchstaben. Sie taten dies zweieinhalb Monate lang quer durchs Land. Natürlich zückten sie Tipp-Ex & Co. nicht ohne die Einwilligung der Schildverantwortlichen (jedenfalls fast nie), und natürlich waren nicht alle davon so begeistert wie ich. Aber hey, egal: geile Aktion! Finde ich.

Ach so, fast vergessen: Ein Buch haben sie übrigens auch darüber geschrieben. „The Great Typo Hunt“. Muss ich natürlich haben, klaro. 🙂

the_great_typo_hunt

(Vielen Dank übrigens an den formidablen @doppelfish, durch dessen Tweet ich heute diesen Artikel fand.)

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