Geht Blut spenden!

So. Jetzt schreibe ich endlich den Artikel, der mir schon seit Jahren am Herzen liegt.

Für mich ist das Blutspenden nämlich eine so selbstverständliche Sache, dass ich immer ganz von den Socken bin, wenn mir jemand erzählt, dass er noch nie Blut gespendet hat.

Okay, mancher hat Angst vor Nadeln oder Ärzten. Entschuldbar ist ein Nichtspenden auch bei Eisenmangel, Schwangerschaft, Untergewicht oder Krankheiten wie Hepatitis, HIV, Syphilis etc., die eine Blutspende per se verbieten. Ansonsten aber darf (unter, zugegeben teilweise idiotischen, Einschränkungen) jeder gesunde Volljährige Blut spenden – und sollte es, wie ich finde, absolut tun. Schon morgen kann jeder selbst auf fremdes Blut oder Plasma angewiesen sein … und wird dann froh sein, wenn genug Blut in der passenden Blutgruppe auf Lager ist.

Ich finde: Vom Blutspenden stirbt man nicht, von fehlenden Blutkonserven im Ernstfall aber schon!
Jeder Mensch mit einem Fünkchen Anstand im Leib sollte deshalb zumindest mal in sich gehen, ob er sich nicht doch entschließen kann, Blutspender zu werden.

Und wem der soziale Gedanke allein nicht ausreicht, dem sei hiermit offiziell verraten, dass man mit Blutspenden oder Plasmaspenden sogar Geld verdienen kann.

Der Ablauf einer Blutspende oder Plasmaspende ist klar geregelt:

  1. Zugelassen werden nur Spender, die körperlich gesund, nicht unter bestimmter Dauermedikation und „eisenmäßig“ in guter Tagesform sind. Um den diesbezüglichen Hb-(Hämoglobin)wert* zu bestimmen, wird ein winziges Tröpfchen Blut aus der Fingerkuppe oder aus dem Ohrläppchen entnommen und elektronisch analysiert. Das tut mit den ausgebufften Pieks-Pens von heute überhaupt nicht mehr weh und dauert all in all 1 Minute. (Mich hat man tatsächlich einmal abgewiesen, weil mein Blutdruck wetter- und gewichtsbedingt die Tiefe des Marianengrabens hatte. Ich schmollte ein bisschen, sah das aber ein. Ist ja auch besser so, als wenn ich dann vor der Tür umkippe.) Während man auf eine freie Liege im Spenderaum wartet, füllt man einen leicht zu verstehenden Gesundheits-Fragebogen aus. Maximal 5 Minuten.
  2. Während der Blut- oder Plasmaspende lümmelt man bequem auf einer Liege. Das medizinische Personal versteht sein Handwerk, ist meist sehr freundlich und setzt die Kanüle quasi schmerzfrei. Selbst Patienten mit „schwierigen Venen“ (so genannte Rollvenen etc.) sind hier gut aufgehoben – denn wo bitteschön hat ein Arzt so viel Pieks-Routine wie beim Blutspendedienst?
  3. Um den Blutfluss anzuregen, bekommt man für die ca. 5- bis 10-minütige Blutentnahmeprozedur (Plasmaspenden dauern ca. 30 bis 60 Minuten) einen knautschigen Knetball in die Hand, mit dem man „pumpen“ soll. Alle paar Minuten schaut das Personal vorbei, fragt, ob alles in Ordnug ist und ob man sich okay fühlt. Bei Schwindelgefühlen o.Ä. kann die Spende sofort abgebrochen werden.
  4. Ist das Beutelchen voll – entnommen werden 500 ml Blut oder maximal 750 ml Plasma -, wird die Kanüle entfernt und man drückt liegend noch ein paar Minuten auf das Pflaster an der Einstichstelle, damit es keinen blauen Fleck gibt.
  5. Danach setzt man sich langsam auf und bekommt etwas zu trinken in die Hand. Erst wenn man sich völlig sicher und unschwurbelig fühlt, darf man gehen. Ist man für den Geschmack der Ärzte zu blass um die Nase, muss man noch ein paar Minuten sitzen bleiben oder gar die Füße hochlegen. 😉
  6. Beim Blutspendedienst des Roten Kreuzes kann jeder Spender im Nebenzimmer als Dankeschön zwischen einem Buchgeschenk (tolle Auswahl!) oder aber einem von zwei „Fresspaketen“ (eines davon aus Fairem Handel) wählen. Manche andere Blutspendedienste belohnen ihre Spender sogar monetär – man bekommt also fürs Blutspenden oder Plasmaspenden sogar Geld, und zwar gar nicht mal so wenig. Ein kleiner Snack sowie Getränke stehen auch griffbereit.
  7. Der Abstand zwischen zwei Blutspenden muss bei Männern mindestens 8 Wochen, bei Frauen 12 Wochen betragen. Plasma darf man deutlich häufiger, nämlich etwa einmal wöchentlich, spenden. Eine dritte Variante, die Thrombozytenspende, ist alle 14 Tage möglich, aber an bestimmte zusätzliche Faktoren gebunden.

Kleiner Exkurs: Dem Körper tut es sogar gut, hie und da die Chance zu bekommen, „altes“ Blut loszuwerden und frisches zu produzieren – insofern war das Prinzip Aderlass früher nicht nur schlecht. Die haben’s damals halt nur maßlos übertrieben! Zudem erhält man quasi nebenbei eine kostenlose Blutuntersuchung; für den Fall, dass man im gespendeten Blut bestimmte Krankheitsfaktoren fände, würde der Spender benachrichtigt und könnte schnell Maßnahmen ergreifen. Hallo? Ist das jetzt cool oder ist das cool? MACHEN!

Aber jetzt mal zur Sache!

Die nächsten deutschlandweiten Blutspendetermine in der Umgebung findet man hier (für Oberbayern: hier) oder in der Tagespresse. Ich zum Beispiel werde wieder am 15. Oktober 2012 in Starnberg an der Nadel hängen und vom Blutspendedienst München ein breites Lächeln ernten, denn meine Blutgruppe – A positiv – scheint ähnlich heiß begehrt zu sein wie die „Universal-Spenderblutgruppe“ Null. 🙂

Wer Fragen zum Blutspenden hat, kann sich an der kostenlosen DRK-Service-Hotline beraten lassen: (0 800) 11 949 11 oder – für Oberbayern, hier: (0 800) 57 57 557.

Also: Wen von Euch treffe ich bald horizontal *höhö* in der Starnberger Grundschule oder darf ihn in anderen Städten in blutiger Mission wähnen? Ich wäre stolz auf Euch! GO FOR IT!

Memo zu „Blutspenden und Homosexualität“:
Leider, leider, leider sehen die Bestimmungen des deutschen Transfusionsgesetzes vor, dass homosexuelle oder bisexuelle Männer kein Blut spenden dürfen. In meinen Augen ist das eine bodenlose Schweinerei und logisch nicht vertretbar – da können die Damen und Herren Minister sich noch so verwinden und o so wissenschaftliche Erklärungen erfinden. Die Initiative www.schwulesblut.de engagiert sich gegen dieses anmaßende, diskriminierende und peinliche Gesetz und ist daher unbedingt unterstützenswert!

*Wer „chronisch“ zu niedrigen Eisenwerten oder gar Eisenmangel tendiert, kann sich was Gutes tun, indem er schon ein paar Tage vor dem Blutspendetermin viel roten Traubensaft trinkt, Haferflocken, Hülsenfrüchte Rote Bete oder dunkles Fleisch (Rindfleisch) isst oder anderweitig eisenhaltige Nahrungsmittel verzehrt. Ich mache das verstärkt auch immer nach dem Spenden, damit mein Körper das entnommene Blut schnell wieder auffüllt. Und ein Glas Traubensaft direkt vor dem Aufbruch zum Blutspenden kann sowieso nicht schaden. 🙂

19 Comments

  • Nils

    Ja, ich bin auch sehr für Blutspenden. Allerdings, wenn es irgendwie geht würde es mich freuen, wenn man zu den Öffentlichen Blutbanken geht, also lieber ins Uniklinikum oder öffentliche Haus, anstatt zum Roten Kreuz oder sonstigen Privaten. Denn die haben einen grundsätzlichen Ansatz damit Geld zu verdienen, die Blutbanken aber geben notfallmäßig Blut aus um schnell den umliegenden Kliniken zu helfen, oder Notfälle zu versorgen. (Gerade das ist eben nicht das Hauptanliegen beim RK, auch wenn die Werbung immer so tut)

  • textzicke

    Lieber Nils,

    ja, ist das tatsächlich so? Interessant! Ich ging bisher immer zum BRK. Hm.
    Kann man denn in Krankenhäusern einfach so reinspazieren und spenden? Oder gibt es da auch „Sprechstunden“? Hab ich tatsächlich noch nie drauf geachtet.
    Aber vielen Dank für Deinen Einwand, den ich sicher weiter verfolgen werde!

  • Dream

    Hey,

    finde ich eine gute Sache das du mal dadrauf aufmerksam machst. ich selber gehe regelmässig Plasma spenden, deswegen muss ich da eine kleine Korrektur anbringen.

    Vom Gesetzgeber aus, darf man zwei mal die Woche Plasma spenden – vorrausgesetzt natürlich man ist Fit und die Werte sind alle in Ordnung.
    Denn die entnommenen Plasmazellen benötigen gerade mal 3 Tage zum nachbilden.

    Ich gehe bei dem Deutschen Plasmaservice spenden und die haben eine eigen Regelung, das man maximal einmal die Woche spenden darf.

    Auch ist die zu spendende menge variabel und hängt vom Körpergewicht ab. Da mein gewicht immer zweischen 60 und 62 kilo schwankt, spende ich mal 750ml, mal weniger. Die Grenze liegt zumindest bei dem Deutschen Plasma service bei 61 kilo. es gibt noch eine dritte Grenze, allerdings weiss ich die gar nicht. Alle paarWochen bekommt man neben der normalen Entschädigung von 17 Euro einen Bonus, der höher ausfällt, wenn man mehr spenden kann.

    Auch ist es nicht ganz wahr das jeder Gesunde erwachsene Spenden kann, zumindest beim Plasma. man darf nicht weniger als 50 Kilo wiegen (was bei meiner Körpergröße durchaus noch gesund wäre) Und nicht mehr als ich glaube 135 kilo.

    Hoffe dich ein bisschen ergänzt haben zu können.

    Hast mich angeregt auch mal nen Artikel darüber zu verfassen in meinem Blog

    lg

  • Tom

    Bin aktuell bei Nummer 15. Alle 3 Monate lass ich mich vom DRK im Altenheim anzapfen. Ich glaub ja, die lassen die Konserven gleich vor Ort. 😉

  • Sofia

    Liebe Textzicke und Leser der Textzicke,
    der Artikel ist toll, weil Blutspenden toll ist.
    Ich gehe ja immer in unserem örtlichen Krankenhaus Blutspenden. Die haben täglich auf und so schafft es auch eigentlich jeder mal hin 😉
    Wir bekommen ab der zweiten Spende 23,50 € und ab der dritten Spende gibt es den Blutspendeausweiß.
    Und ich kann wirklich bestätigen, dass man nett umsorgt wird. Es gibt Getränke, Müsliriegel und sehr nettes (und vor allem sehr dankbares) Personal, das weiß was es tut.

    Macht das auch mal!

  • amtliches Fräulein

    auf dem Dorf meiner Eltern gibts die Veranstaltung regelmäßig in der örtlichen Turnhalle.
    Es ist ein Ritual, dass „die Üblichen“ sich immer wieder dort einfinden um zu Spenden.

    Das ist btw auch der Grund, warum man beim Blutspenden vorher geheim ein Zettelchen ausfüllt und dort auch ausfüllen kann, man möchte gerne spenden, das entnommene Blut soll anschließend jedoch vernichtet werden.
    Ich fand das irgendwie so sinnlos und habe daher nachgefragt, warum es diese Option gibt:
    Der Arzt meinte, hierfür gäbe es viele Gründe und einer wäre:

    Wenn in einer kleinen Gemeinschaft immer die selben Leute spenden gehen, einer dann aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr darf, die anderen dies aber nicht erfahren sollen (zB HIV), kann man nach wie vor den Schein wahren.

    Nach dem Ausfüllen sämtlicher Daten und einem kleinen Pieks ins Ohr um den Eisenwert zu messen, gehts ab auf die Liege bzw eine Art… Liegestuhl. Erst sitzt man bequem drin herum und dann wird man nach hinten geklappt und liegt – die Beine nach oben hin angewinkelt – in einer für den Kreislauf besseren Position.

    Dann folgt eine Zeit der Langeweile, in der man sein Blut in dem Behälter auf der Wippwaage fröhlich hin und her schwappen sehen kann.
    Mein Vater füllt seinen Beutel meist in rasender Geschwindigkeit, meine Mutter und ich liegen eher eine Weile entspannt in der Gegend herum.
    Zeit zu Dösen, sich mit dem Liegennachbarn zu unterhalten oder einfach ein Hörbuch in die Ohren zu stöpseln.

    Die ganze Zeit huschen Arzthelferinnen, Sanitäter und freiwillige Helfer hin und her und schauen, ob man nur döst oder ob der Kreislauf hinfort ist – und kontrollieren die Menge, die bereits im Beutel ist und ob auch alles noch zügig fließen.
    Einer davon ruft dann irgendwann, dass man ja toll fertig sei (ohne Scherz… manche sind echt euphorisch, als hätte man sonstwas vollbracht)

    Man wird entstöpselt, muss noch eine Weile herumliegen, ein Stück Mull auf die Einstichstelle pressen und dann wird man wieder ins Sitzen gekippt.
    Noch ein wenig Sitzen, falls der Kreislauf doch irgendwie herum zickt, Pflaster auf den Einstich und ab gehts zum eigentlichen Grund, warum man da ist:

    Cola, Fanta, Säfte, noch mehr Säfte, Rohkostsalate, Kartoffelsalate in mind. 3 Variationen, Nudelsalate, noch mehr Rohkost, Frikadellen… Ein Picknick – beigesteuert vom roten Kreuz und von freiwilligen Helfern, bzw deren Frauen.
    Geld gibt es bei dieser Veranstaltung nicht.
    (als regelmäßiger Spender bekommt man irgendwann Anstecknadeln für xy erfolgreiche Spenden)

    Und dann ab nach Hause, wo sich neues, frisches Blut bilden kann.

  • Missmarple76

    Liebe Textzicke,
    dank‘ Dir nochmal für diesen wichtigen Artikel!
    Ich habe seit meinem 18. Lebensjahr Blut gespendet. Da ich ebenfalls Spenderin von A-positivem Blut bin, bat man mich nach der (ich glaube) dritten Blutspende um eine Thrombozytenspende, da in der Uniklinik eine wichtige OP anstünde. Von da an habe ich gut 12 Jahre auf Anruf Thrombozyten gespendet, deren Entnahme mich nicht nennenswert belastet hat, da das entnommene Blut nach der Filterung wieder in den anderen Arm und somit wieder in den Kreislauf fließt.
    Die Vorgaben damals (Transfusionsmedizinisches Institut des Uniklinikums Aachen) waren:
    Gewicht >50 kg, keine Allergien oder Krankheiten oder Auslandsreisen in bestimmte Gebiete in der letzten Zeit — achja: und eben ein einigermaßen Alkohol- & Medikamentenarmer Lebenswandel, da der Anruf zum Spenden manchmal abends für den nächsten Morgen kam.
    Leider ist es mir heute nicht mehr möglich, Thrombozyten zu spenden, da ich bestimmte Antikörper im Blut habe, die mich ausschließen. 🙁
    Die Aufwandsentschädigung lag bei der (damals) anderthalb Stunden dauernden Spende bei ca. 75€/ Spende – aber das Wissen um die Geschichte des Patienten, für den ich spendete, lieferte den besten Grund dafür. Wer verzichtet nicht auf ein Glas Wein am Abend, wenn es z.B. um eine Konserve für die Herz-OP eines einjährigen Kindes geht?

    Über nahezu jede Spende freut sich jemand – das kann man sich gar nicht oft genug vor Augen halten.

  • Ina

    Vielen lieben Dank für diesen Text! Habe mir schon oft vorgenommen Blut zu spenden, aber bisher hab ich das nie getan.
    Gleich morgen schau ich nach, wo ich wann in München spenden kann!!!

  • BrummelBrot

    Toller Post!

    Ich habe auch mit 18 angefangen, Blut zu spenden. Eine Freundin war beim BRK und so kam ich dazu.
    Es tat nicht sonderlich weh, man hatte das Gefühl, etwas Gutes zu tun und anschließend lecker futtern.
    Auch gab es immer ein kleines Dankeschön. Sei es ein Buch oder etwas für den Haushalt.

    Momentan darf ich meiner Medikamente wegen nicht spenden. Wenn ich die aber los habe, geht das sicher wieder los. Allerdings wohl im Krankenhaus und nicht mehr beim BRK

  • André

    Vielen Dank für den tollen Beitrag. Auch ich Spende schon seit 10 Jahren Blut. Aber bitte spendet euer Blut den Roten Kreuz und nicht einer Klinik. Das Röte Kreuz hat ein weltweites Netz so dass das Blut dahin kommt wo es gebraucht wird, eine Klinik hat diese Möglichkeit nicht. Alle Kliniken beziehen Geld beim Roten Kreuz. Beim DRK gibt es zwar kein Geld fürs Spenden (was der Begriff Spende ja eigentlich schon beinhaltet), dafür sind die Konserven aber auch günstig. Eine Aufwandsentschädigung treibt den Preis der Konserve hoch was wir alle über unseren Kassenbeitrag bezahlen. Dass das Rote Kreuz gewinnorientiert arbeitet ist Humbug. Die Blutspendedienste sind gGmbHs und dürfen daher schon keinen Gewinn machen dürfen.

  • urrmeli

    Prima, dein Aufruf!

    Als ich mit Anfang 20 zum ersten Mal Blut gespendet habe, war das nicht ganz uneigennützig: Ich wollte schlicht und einfach meine Blutgruppe wissen, und zumindest damals hätte man dafür beim Arzt bezahlen müssen.

    Die DRK-Mannschaft in unserem Stadtteil war überwiegend im gesetzten Alter (die Einrichtung ebenso), das war irgendwie eine „familiäre“ Atmosphäre, sehr angenehm.

    Nach der Spende gab es leckere belegte Brötchen, Saft, Cola, Kaffee, Tee usw.

    Nachdem ich nach Hessen gezogen bin, war ich (nach langer Pause) beim DRK-Blutspendedienst in Frankfurt. Wow, alles hochmodern, die „Kümmerer“ (Ärzte, DRKler) gefühlt halb so alt. Nur die Mettbrötchen habe ich vermisst..

    In diesem Jahr hat erstmalig eine Firma, die im selben Gebäude residiert wie mein Brötchengeber, ein kollektives Blutspenden organisiert.
    Das fand ich so richtig klasse, bequemer kann es einem wirklich nicht gemacht werden. Ich hoffe, das machen die noch öfter, und andere Firmen kommen auch mal auf die Idee!

    Und nachdem ich das DRK beim „Tag der Vereine“ in unserem Dorf (Verzeihung, wir sind ja „Stadt“) gesehen und angesprochen habe, weiß ich auch, dass deren Blutspende-Termine abends sogar für Berufspendler machbar sind. Die hatten mich auch auf die App aufmerksam gemacht.

    Seitdem lasse ich mich an deren Termine erinnern und keine Ausrede mehr, nicht zum Spenden zu gehen. 😉

  • T3o

    Hallo Textzicke

    ich bin seit ich 18 bin Blutspender.

    Allerdings finde ich deine Darstellung etwas zu positiv.

    Ergänzend zu dem was Nils schon gesagt hat, sei angemerkt, das das Prozedere beim DRK oder anderen kommerziellen Diensten (z.B. TMD), aus meiner Sicht, nicht zwingend auf die besten Bedingungen für den Spender ausgelegt ist.

    Eine Uniklinik geht das schon anders mit einem um.

    Und bei allem Pathos sei erwähnt, dass wir für die meisten Blutgruppen eine „Überversorgung“ mit Blutkonserven haben. Und die Plasmaspenden die zu „26%“ in z.B. Krebserkrankungen gehen, werden vorher zu Medikamenten verarbeitet. Und die Gewinne daraus bleiben bei z.B. Roche und nicht beim DRK oder gar der Klinik. In dieser Branche arbeitet keiner für Umme…

    Ich möchte niemandem vom Spenden abhalten, aber geht zur lokalen Klinik (nicht privat), wie Nils sagt, lasst euch entlohnen (mit echtem Geld UND nem Snack) und macht das weils sinnvoll ist und nicht damit ihr das geile Gefühl habt ein Held zu sein (Kack „Lebensretter“-T-Shirts!). just grow up.

    Grüße und viel Spass auf der Liege…

    T3o

    PS: Die Nadeln sind RIEEESIG. 😉 Aber das sind alles Profis, die machen das 100mal am Tag. Nicht so Stümper, wie der Arzthelfer beim Internisten…;)

  • Ernst K.

    Sehr gut! Ich begann vor 45 Jahren (in Tutzing) beim BRK Blut zu spenden. Jetzt bin ich schon Jahrzehnte in Baden-Württemberg, und spende recht regelmäßig. Leider mache ich persönlich diesselbe Erfahrung, die sogar statistisch feststeht: 70 Prozent finden Blut spenden gut – 3 Prozent nur tun’s tatsächlich. Schon 4 bis 5 Prozent würden ausreichen für eine optimale Versorgung. – Ein heutiger Nachbar von mir hat schon über 100 Mal gespendet. Es tut nicht weh, es schwächt nicht: es ist wirklich ein einfacher Weg, etwas Gutes zu tun. Gebt Euch mal einen Ruck, Leute, werdet die 1 bis 2 Prozent, die noch fehlen. – Ernst.

  • verqueert

    Es ist ja leider nicht nur so, das Schwule kein Blut spenden dürfen, hintenrum wurden und werden die Regelungen derzeit ja noch verschärft. Nicht nur sich selbst als schwul definierende dürfen nicht spenden, sondern alle, die irgendwann mal als Männer Sex mit Männern hatten. Dazu reicht ein harmloses Ausprobieren in der Pubertät aus – und das Verbot gilt lebenslänglich.

    mehr dazu: http://verqueert.de/blutspender-sind-helden-es-sei-denn-sie-sind-schwul/

    verqueert

  • Nils

    Da Andre ja nochmal erwähnt hat das man unbedingt beim Roten kreuz Spenden soll wollte ich das nochmal etwas detaillierter darstellen.

    Das Klinikum bekommt natürlich kein Geld vom Roten kreuz, das ist schlichtweg falsch. Wenn du Blutkonserven meintest: Auch das trifft nur auf Kliniken zu die hier in Stuttgart nicht an unsere Blutbank angeschlossen sind (Link ist oben drin)

    Wieso kauft man bei uns Blutkonserven? Weil wir billiger sind als das Rote Kreuz, auch das Argument der Sparsamkeit zählt also nicht. Und das obwohl hier 25€ Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

    Wenn du mir sinnvoll erklären kannst wieso das RK teurer ist als wir mag ich das auch mit dem Gewinnorintiert nochmal überlegen, Fakt ist: In den Kliniken arbeiten Angestellte die von Ihrer Arbeit Leben und man bekommt eine Aufwandsentschädigung.
    Das RK arbeitet mit vielen Ehrenamtlichen, Zahlt keine Aufwandsentschädigung und ist trotzdem am ende teurer.

    Ja, das RK hat einen weltweiten Verteilservice, auch unsere Konserven werden abgegeben wenn sie irgendwo gebraucht werden, allerdings ist es nicht wirklich notwendig Blutkonserven über große Strecken zu transportieren, denn ein Vorteil ist ja das die Verteilung der Spender vor Ort auch relativ genau den Empfängern vor Ort entspricht.

    Bevor man gar nicht spendet natürlich immer lieber überhaupt spenden, aber das Rote Kreuz als die beste Methode zu sehen halte ich für etwas übertrieben 🙂

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