Desinfektionsmittel in Zeiten von Covid-19. Ein DIY-Rezept contra Corona.

Die Welt steckt mitten in einer Covid-19-Pandemie, ausgelöst durch das hochinfektiöse Coronavirus SARS-CoV-2. 😷
Wir alle wissen natürlich, dass der Besuch von Massenveranstaltungen gerade keine gute Idee ist, dass wir uns nicht ständig im Gesicht herumgrabbeln und stattdessen häufig und ausgiebig mit Seife die Hände waschen sollten.

Wer sich im Wirrwarr der Informationen, Gerüchte und Falschmeldungen zurechtfinden will, ist hierzu mit dem hervorragenden Podcast von Prof. Christian Drosten bestens bedient. Er ist Chefvirologe an der Berliner Charité und schafft, was viele Mediziner so gar nicht gut können: Die Krise laienverständlich, unaufgeregt und faktenbeladen unter die Leute zu bringen. Das tägliche Coronavirus-Update von Prof. Drosten könnt Ihr hier als Podcast hören oder (auf den Detailseiten der jeweiligen Folge) als Sript herunterladen. 

In diesem Blogpost hier soll es aber – aus Gründen – um Desinfektionsmittel gehen.
Denn quasi alle Desinfektionsmittel wie z.B. Sterillium, die gegen den Covid-19-Erreger SARS-CoV-2 (auch „neuartiges Coronavirus“ genannt) wirksam sind, waren bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden der ersten Fälle in Deutschland überall ausverkauft. Wie egoistisch es ist, als Ottoliese Normalmensch literweise hochpotente Desinfektionsmittel und Schutzmasken zu bunkern, wenn diese dadurch für Hochrisikogruppen an allen Ecken fehlen, lasse ich mal kurz undiskutiert. (Spoiler alert: Wer so etwas tut, möge in der Hölle schmoren.)

Man könnte nun freilich auf die Idee kommen, die Hände in Wodka, Gin oder Haselnusslikör zu baden, aber das ist natürlich Unsinn. Alle diese Alkoholarten haben weit unter 62% vol. (Volumenalkohol) – und mindestens 62% Alkohol braucht es, um Coronaviren zuverlässig abzutöten.
Deshalb möchte ich gern ein DIY-Rezept für ein Desinfektionsspray gegen Coronaviren mit Euch teilen.

„Corona-Desinfektionsspray“ selbst herstellen

Das ist eigentlich ganz einfach: Man braucht für das Desinfektionsspray irgendeinen Alkohol mit mindestens 62 % vol. und einen rückfettenden Zusatz, damit die Haut bei häufigem Gebrauch nicht allzu sehr austrocknet. Pharmazeuten und gängige DIY-Seiten wie smarticular empfehlen als Basis hochprozentiges Ethanol oder Isopropylalkohol, aber es funktioniert auch jede andere entsprechend hochprozentige Spirituose. Als Rückfettungsmittel eignet sich am besten Glycerin („Glycerin/Glycerol 85%“), das man in der Apotheke sowie in manchen Drogerien bekommt oder irgendwo online bestellen kann.
Ich gebe dazu noch ein paar Tropfen ätherisches Teebaumöl, weil es eine zusätzliche, biologisch andere Desinfektionswirkung hat. Wer den Geruch gar nicht ertragen kann, lässt es weg oder nimmt stattdessen z.B. ätherisches Lavendelöl. Das riecht superlecker, ist mild zur Haut und beruhigt zusätzlich noch die Nerven – und das können wir doch alle gerade gut brauchen! 😉
Außerdem bieten sich kleine Glasfläschchen mit Sprüh-Aufsatz an, in die man das fertige Desinfektionsspray einfüllt und immer handlich dabeihaben kann. 

Übrigens: Der Zusatz von Wasserstoffperoxid, der in den meisten kursierenden Rezepten genannt wird, dient nur der Haltbarmachung der Lösung an sich (Schutz vor bakterieller Verunreinigung). Leider greift es die Haut stark an, weil es sehr aggressiv ist. Deshalb kann man es durchaus weglassen, wenn man bei der Herstellung des Desinfektionssprays mit äußerster Hygiene vorgeht, nur die jeweils benötigte kleine Menge in Sprühfläschchen abfüllt und den Rest immer gut verschlossen z.B. im Kühlschrank lagert. Die ätherischen Öle wirken ja auch nochmals antibakteriell.  

Bezugsquellen: Wo kaufe ich Alkohol, Glycerin & Co. am besten?

Eine gute Quelle für alle nötigen Desinfektionsmittel-Zutaten ist z.B. mein Lieblings-Kräuterhexen-Onlineshop Dragonspice, aber auch Spinnrad oder andere Kosmetik-DIY-Shops sind normalerweise gut ausgestattet. Ein ebenso geeigneter und derzeit leichter verfügbarer Alkohol ist die Ansatzspirituose „Primasprit“ – ein sogenannter unvergällter (ergo geschmacksneutraler) Alkohol, den wir Kräuterhexen immer im Haus haben, um damit Tinkturen, Liköre und andere Gesundbarkeiten herzustellen. Primasprit bestelle ich immer gleich kartonweise beim Hersteller Lautergold selbst. Daneben führen auch alle Brennereien hochprozentige Ansatzalkohole. Solltet Ihr trotzdem irgendwie an reines Ethanol oder an Isopropylalkohol gelangen, benutzt bitte einen Rechner für die Verdünnungsgrade, die beachtet werden müssen, um den nötigen Alkoholgehalt von mindestens 62% zu erreichen. 

DIY-Desinfektionsmittel gegen Coronaviren & Co.

Zutaten Rezept A (mit 69,9-prozentigem Alkohol):

  • eine Flasche (0,7l) „Primasprit“ 69,9%
  • ca. 40 ml Glycerin/Glycerol
  • optional 10-20 Tropfen ätherisches Teebaum- und/oder Lavendelöl

 

Zutaten Rezept B (mit 96-prozentigem Alkohol):

  • eine Flasche (0,7l) „Primasprit Neutralalkohol“ 96,6%
  • ca. 300ml destilliertes oder abgekochtes Wasser (auf den Milliliter genau muss es nicht sein)
  • ca. 40 ml Glycerin/Glycerol
  • optional 10-20 Tropfen Teebaum- und/oder Lavendelöl

Zubereitung:

Einfach alle Zutaten in einem ausreichend großen, sehr sauberen Gefäß gut mischen, die benötigte Menge in kleine Sprühfläschchen füllen und sinnvoll (nicht übertreiben!) anwenden. Das Mittel eignet sich nicht nur zur Handdesinfektion, sondern auch zur „Entcoronisierung“ von Einkaufswagen-Griffen, Türklinken, Lichtschaltern, Toilettensitzen, Lenkrädern und allem, was man eben so kollektiv anfasst.

Bitte bleibt gesund, ja?
Und bleibt dran, denn in den kommenden Tagen blogge ich noch über meine phytotherapeutische Anti-Infekt-Strategie, die – jawohl – auch bei viralen infekten wie Covid-19 hilfreich sein dürfte. Es hat unter anderem mit verschiedenen Knospen zu tun, z.B. von der schwarzen Johannisbeere.
Na, schon gespannt? I’ll keep you posted! 😜 

6 Comments

  • Helmut Kiefer

    Sehr guter Tip. Ich bin Imker und habe 10 Liter 69.9 prozentigen Primasprit im vorigen Jahr zur Bienenbehandlung gekauft. Davon sind noch 9 l übrig. Dann wollen wir mal hoffen dass diese Menge mich bebötigt wird.
    Danke für den Tip. Und Gesundheit für euch alle

  • textzicke

    Lieber Helmut,

    ja, das wollen wir wirklich hoffen! ❤️
    Und da Du so viel davon hast: Vielleicht möchtest Du es in Deiner Nachbarschaft, im Freundeskreis, für Dir bekannte Arztpraxen etc. anbieten?
    Je mehr Menschen die Möglichkeit haben, angefasste Flächen etc. durchzudesinfizieren, desto eher sinkt die Infektionsrate. 👍🏻

    Und noch was: Du bist Imker? Dann hast Du doch sicher Propolis! Aus dem könntest Du mit dem Alkohol eine wunderbar immunstärkende antivirale Tinktur zum Einnehmen herstellen. Schadet sicher nicht. 😉

    (Und solltest Du reines Wachs zu verkaufen haben: Ich wäre eine dankbare Abnehmerin, denn ich möchte gern Bienenwachstücher herstellen!)

    Liebe Grüße und einen guten „Summsumm-Sommer“!

    Lilian

  • textzicke

    Nein, zum Wiederverkauf ist das definitiv NICHT gedacht.
    Dafür gibt es gottseidank strengste hygienetechnische Richtlinien.
    Das hier ist reine Selbsthilfe in einer rundum shitty Gesamtsituation. 🙂

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