Als mich vor einiger Zeit Christiane Frohmann vom Frohmann Verlag via Twitter fragte, ob ich zu ihrem neuesten Projekt etwas beitragen m├Âchte, war ich sofort dabei.
„Tausend Tode schreiben“ sollte das eBook hei├čen, in dem an die 1.000 Autoren in v├Âllig freier Form irgendeinen Text zum Thema Tod und Sterben schreiben. Eine pers├Ânliche Erfahrung oder auch H├Ârensagen, als Fiction, Lyrik, Worthaufen, Kurzgeschichte … jeder so, wie es zu seiner Idee vom Tod am besten passt. In loser Aneinanderreihung dieser Beitr├Ąge entstand so ein ganz besonderes Buch, sehr pers├Ânlich, sehr nah, sehr bewegend, manchmal augenzwinkernd, meistens optimistisch-positiv, oft abgrundtief traurig – wie der Tod und alles drumherum eben so spielt.

Alle Autoren haben auf Honorar verzichtet und auch der Verlag erhebt keinen Anspruch auf seinen Anteil. Die Erl├Âse gehen stattdessen an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.

Stand heute (Version 2/4) sind es 247 Texte; Nummer 217 stammt von mir. Den Rest des Beitrags lesen »

Wer mich kennt, wei├č, dass ich im Stra├čenverkehr ein Sicherheitsfanatiker bin – aus Gr├╝nden. Speziell das Thema „Anschnallen“ bewegt mich seit meinem Unfall sehr, und Nichtanschnaller bekommen meine Hartn├Ąckigkeit im Einfach-nicht-Losfahren-bis-alle-angeschnallt-sind schnell zu sp├╝ren.

Seitdem aber fast jeder Erwachsene ein Smartphone besitzt, ist eine weitere, nicht minder gro├če Gefahr entstanden: Lesen oder Tippen von Nachrichten auf dem Handy w├Ąhrend des Fahrens.
Handynutzung am Steuer ist heute tats├Ąchlich eine der Top-Ursachen f├╝r ablenkungsbedingte Unf├Ąlle! Ich darf mich da nicht ausklammern; auch ich habe schon aufs Display gelinst, wenn w├Ąhrend der Fahrt das iPhone plingte. Ja, ich habe sogar schonmal, wenn ich gerade sehr langsam fuhr, eine Antwort getippt. Das ist schei├če. Schon 30 km/h reichen bei geringer Aufmerksamkeit aus, um einen potenziell t├Âdlichen Unfall zu provozieren.

Volkswagen hat sich zu dieser Thematik eine gro├čartige interaktive Schocker-Sache ausgedacht.
Schauplatz: ein Kino in Hongkong.
„Opfer“: Kinobesucher, die einen ganz normalen Film sehen wollten.
Technik: eine Anlage, die allen Besuchern zeitgleich eine Nachricht aufs Handy schickte (was nat├╝rlich den sofortigen Griff zum Telefon nach sich zieht).
Und dann … aber seht selbst:

[F├╝r meine sehbehinderten Leser: Kinobesucher f├╝llen nach und nach den Saal, allgemeines Popcornrascheln, das Licht geht aus. Auf der Leinwand startet ein Spot, man sieht ca. 10 Sekunden lang aus Sicht eines Autofahrers eine m├Ą├čig kurvige Stra├če mit B├Ąumen links und rechts, das Auto bewegt sich flott. Blick hinter die Kulissen, ein Techniker dr├╝ckt auf „Senden“ an einem Rechner. Pl├Âtzlich bekommen alle Kinobesucher die SMS, unz├Ąhlige leise Brumm- und Piep-Signalt├Âne erschallen. Jeder kramt hektisch das Telefon raus und ruft die omin├Âse Nachricht ab. Im selben Moment, als alle aufs Display starren, crasht das Auto auf der Leinwand scheinbar ohne Grund gegen einen Baum. Bremsger├Ąusch, Stillstand, gesplitterte Scheiben. Auf der Leinwand erscheint der Schriftzug „Mobile use is now the leading cause of death behind the wheel. A reminder to keep yor eyes on the road.“, gefolgt vom VW-Logo und -Slogan. Im Saal betretenes Schweigen, alle sind ganz still und denken offensichtlich nach. Sehr eindr├╝cklich.]┬á

Wenn ich sage, dass ich mich bereits mehrmals durch alle meine B├╝cherregale gelesen habe, ist das nicht gelogen. Der j├╝ngste Internet-Fund erm├Âglicht es jedoch auch Nichtlesern, diesen Satz ohne lange L├╝gennase auszusprechen:┬á„ABC book case“ der italienischen M├Âbeldesigner Eva Alessandrini und Roberto Saporiti ist ein B├╝cherregal, das man sogar im leeren Zustand lesen kann. (Und alle jetzt so: „H├ä├ä├ä├ä├ä├ä?“)

Okay, so sieht’s aus: Das B├╝cherregal besteht aus quadratischen Modulen, die jeweils einen Buchstaben bilden. Die Buchstaben werden gebildet aus vertikal und horizontal angebrachten halblangen Zwischenb├Âden, die auch noch als Buchst├╝tzen fungieren. Die urspr├╝ngliche „Satzbau“-Idee dahinter lautet „READ YOUR BOOK CASE“, aber nat├╝rlich kann man auch B├╝cherregale in anderen Formaten und mit ganz anderen, auch l├Ąngeren W├Ârtern zusammenstellen. Ich gr├╝ble noch, welchen Satz ich wohl bauen w├╝rde, h├Ątte ich eine weitere freie Wand und viel Geld ├╝brig. Macht doch mal ein paar Vorschl├Ąge! ­čÖé

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

Hier sieht man, wie die einzelnen Buchstaben-Module gestaltet sind:

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

 

Lange wurde ein Geheimnis drum gemacht, p├╝nktlich zum geplanten Launch am Montag rauchte der Server ab, gestern ging es endlich online: das Twitter-Postkarten-Projekt #Analogbotschaft.

Die Idee ist so einfach wie prima und bedient den schlichten Fakt, dass viele Tweets quasi automatisch Postkartenspruch-Niveau haben. Obendrein ist kein Tweet l├Ąnger als 140 Zeichen. Hallo, optimal f├╝r Spruch-Postkarten? #Analogbotschaft hat die besten Tweets von derzeit 60 Tweet-„Autoren“ gesammelt, in eine Handvoll gut durchdachte Grunddesigns gepackt und kategorisiert: Du, Ich, Wir, Ihr, Das Leben, Die Liebe, Der Tod, Grober Unfug, Dialoge und So traurig hei├čen die Schubladen, in denen der geneigte Spruchpostkarten-Fan die passende Karte finden und bestellen kann. Auch die Suche nach Autoren ist m├Âglich – mich findet man zum Beispiel hier. Die Karten sind absolut hochwertig gedruckt und mindestens genauso repr├Ąsentabel wie die Karten, die man aus den allseits bekannten Drehst├Ąndern jeder x-beliebigen Bahnhofsbuchhandlung pfl├╝ckt.
Hier ein paar Beispiele, die mich nat├╝rlich als Hybriden aus „total meschugge“ und „Voll-Emo“ enttarnen, aber das wussten die meisten vermutlich auch vorher schon, also so what:

Postkarte_Jesus_liebt_Dich

Postkarte_Herzschei├č

Postkarte_CarpeDiem

Ja, ├Ąh, das sind also drei von meinen, aber es gibt noch einige mehr und die kann man hier zum sensationell g├╝nstigen Einf├╝hrungspreis von 0,99ÔéČ/St├╝ck kaufen. Ab 15. Februar 2014 sind es auch blo├č 1,10ÔéČ,aber hey, warum nicht jetzt auf Halde legen f├╝r alle m├Âglichen und unm├Âglichen Gelegenheiten? ­čśë Und schaut Euch bitte auch bei allen anderen Autoren um! Es ist wirklich sensationell, welches kreative Potenzial in 140 Zeichen steckt.

Wer h├Ątte gedacht, dass ich (!) einmal freiwillig auf eine HELVETICA (!) zeigen, hopsen und „Haben! Haben!“ quengeln w├╝rde?
Ich meine: HELVETICA. Der langweiligste Font auf unserem Planeten. Wie habe ich mich in 17 Jahren Texterdasein jedesmal diebisch gefreut, wenn ich einen Grafiker zu einer anderen Schriftart missionieren konnte!

Heute hingegen w├╝rde ich mir die gute alte Helvetica ohne Z├Âgern sofort auf die Nase setzen. In schwarz light, bittedanke.
Der japanische Brillenhersteller TYPE n├Ąmlich geht mit einer coolen Idee auf Fontfanatiker- und Hipsterfang und ZACK! wer ist wieder voll drauf reingefallen? Genau.

Die Idee ist so einfach wie cool: TYPE interpretiert die Haupteigenschaften von Schriften in Brillenform um. So besticht Helvetica, wie wir alle wissen, vor allem durch die Abwesenheit jeglicher Verspieltheit, w├Ąhrend Garamond mit Serifen, unterschiedlichen Strichst├Ąrken und altert├╝mlichen Rundungen aufwartet. Hier, guckstu (Bild gro├čklicken und Details in den Kreisen beachten):

(Quelle: type.gs)

Wir sind uns dar├╝ber einig, ja, dass das eine wirklich, wirklich geniale Idee ist? Klar, den Tankwart oder die Biologin wird das Konzept vermutlich nicht erreichen, aber ich glaube, dass man hier tats├Ąchlich passgenau auf „uns Medienmenschen“ zielt – und trifft. Das ist ein legitimer werberischer Anspruch.
Und das Henne-Ei-Thema lassen wir jetzt einfach mal beiseite, denn nat├╝rlich sind diese Brillengestelle keine Weltwunder an Design und ich habe beide Formen schon vor Jahren auf fremden Nasen gesehen. Sogar meine eigene aktuelle Brille ist recht helvetesk. Vermutlich hatten die bei TYPE einfach Berge genau dieser Brillen ├╝berproduziert und ein zweifellos kreativer Werbehannes reibt sich gerade die H├Ąnde dar├╝ber, dass seine Resterampen-Vermarktungsidee so sch├Ân viral geht, h├Âh├Â. ­čÖé

(Quelle: theverge.com)

Ab 30. Januar gehen die Font-Brillen zum Preis von umgerechnet ca. 150 ÔéČ in den Verkauf – in je 3 Farben (schwarz, dunkelbraun meliert, transparent) und je 3 Schriftschnitten bzw. Materialst├Ąrken (Light/Regular/Bold). Auch als Sonnenbrille sind sie erh├Ąltlich; man klicke dazu schlicht das K├Ąstchen „shade“ an.

Unbedingt lesenswert (zum Kringeln!) sind ├╝brigens auch die Kommentare unter dem Artikel des Webmagazins The Verge zum selben Thema. Es existieren sogar schon Entw├╝rfe in Comic Sans! Ich pers├Ânlich warte ja noch auf das Modell in meinem Lieblingsfont Franklin Gothic Book.

(Bildquelle: allesamt type.gs)

 

Imagefilme! Kennste einen, kennste alle.
Von Synergien, Wertsch├Âpfung und Kompetenz ist da die Rede. IMMER.
Die Anspr├╝che des Marktes werden innovativ bedient, man ist zukunftsorientiert und ein Vorreiter in der Branche. IMMER.
Nicht zu vergessen, dass es die Menschen sind, die z├Ąhlen, man f├╝r Tradition und Leidenschaft steht und Nachhaltigkeit lebt. IMMER.

Kurz gesagt: Die meisten Imagefilme sind Bullshit-Bingo vom Feinsten.

Genau wie dieser hier, vom Obststandl Didi in M├╝nchen: „‚S Lebn is a Freid“. Mit dem kleinen Unterschied, dass er exakt dieses Bullshit-Bingo komplett auf die Spitze treibt – mit unschlagbarer Ironie und einem Augenzwinkern, das geradezu knirscht. ­čÖé

Mein Fazit: Eine gro├čartige, superkreative Leistung aus der M├╝nchner Ideenschmiede* al Dente Entertainment. Respekt!
(Pssst: Braucht Ihr alDentinos gerade Texter? Hier! Ich! *schnipsundhops* ;-))


 

*auch so’n sch├Ânes Bullshit-Bingo-Wort. Gnihi!