R.I.P., Stephen Hawking.

14. März 2018

Stephen Hawking ist gestorbenHeute, am 14. März 2018, ausgerechnet am Welt-Pi-Tag, der obendrein gleichzeitig Einsteins Geburtstag ist (irre, oder?). 76 Jahre alt wurde er – das sind 54 Jahre mehr, als ihm seine Ärzte noch zu leben gaben, die 1963 die degenerative Nervenerkrankung ALS diagnostizierten. In your face, ALS!

Über Hawkings Leben und Wirken muss man vermutlich nicht viel sagen. Er war ein öffentlicher Mensch und das meiste wissen wir alle – spätestens seit dem Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, der auf den Memoiren seiner ersten Ehefrau Jane Hawking „Die Liebe hat elf Dimensionen“ beruht. Auch sein eigenes Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ oder eines der Folgewerke dürfte wohl in vielen Bücherregalen der Welt stehen.

Stephen Hawkings Gedanken- und Forschungsgut ist bahnbrechend, er hat viele Wissenschaftler weltweit inspiriert und nicht nur diese: Auch für ALS-Erkrankte auf der ganzen Welt war er ein Leuchtfeuer an Durchhaltewillen. Zweifellos verliert die Welt mit ihm einen visionären Wissenschaftler – und eben auch noch ein bisschen mehr.

Nun stimme ich zwar null mit ihm überein, dass wir als Menschheit auf Biegen und Brechen ins All müssen (abgesehen von wenigen Sachen, die durchaus sinnvoll sind).
Es macht mich sogar ausgesprochen wütend, dass man lieber unzählige Milliarden in die Erschließung „himmlischer“ Rohstoff-Ausbeutungsstätten und die Erforschung potenzieller Alternativplanete steckt, auf die wir umziehen könnten, wenn wir unseren eigenen irgendwann kaputtgerockt haben, anstatt das Geld für rettende Maßnahmen hier unten zu verwenden. Das kriege ich im Kopf einfach nicht zusammen, und niemand wird mich vom Gegenteil überzeugen.

Aber ich verneige mich vor einem wundervollen, grenzenlosen Geist und vor einem unfassbar klugen, mutstrotzenden Mann mit funkelnden Ideen.

R.I.P., Mr Hawking.
Be there painlessness and joy wherever you’re going now.

Happy Bookmas!

11. Dezember 2017

Es gibt viele schöne Ideen mit Büchern, aber manche sind noch schöner. So wie dieser Lasst-die-Bäume-leben-ich-baue-meinen-eigenen-Weihnachtsbaum-aus-Büchern-Clou, den @twolitter heute auf Twitter postete. Okay, auch die Bücher waren mal Bäume, aber sie waren ja nunmal schon da und aus dem Regal muss man sie auch nicht rausräumen.
ICH finde das praktisch. Und wenn mein eigenes Bücherregal nicht 5 Meter lang und nur 1,50 Meter hoch wäre, würde ich die Idee vielleicht sogar klauen.

Dass meine Kolleginnen aus dem Netzwerk Texttreff die Besten sind, war mir schon immer klar. Dass sie auch die besten Ideen haben, ist da nur natürlich.

Aber manche Ideen sind noch zauberhafter als andere, und eine davon möchte ich heute vorstellen: die klitzekleine private Kinderbuch-„Bibliothek“ von Daniela Dreuth, ihres Zeichens Lektorin und Kinderbuch-Rezensentin aus Wipfratal im thüringischen Ilm-Kreis. (Ihr Unternehmen heißt übrigens nicht ohne Grund OptimumText – Daniela kann man wirklich die miesesten Texte und Bücher ins Lektorat geben, sie schleift daraus Diamanten. Und ihr Rezensions-Blog „Kinderohren“ ist eine echte Fundgrube für alle, die auf der Suche nach tollen Buchtipps für kleine und große Kinder sind.)

Daniela also erzählte heute auf facebook, ganz bescheiden, wie aus einem wetterfesten vor die Haustür gestellten Selbstbedienungs-Bücherschrank eine richtige kleine Mini-Kinderbibliothek wurde. Der Schrank, der den vielen Rezensionsexemplaren, die über Danielas Tisch gehen, ein sinnvolles Weiterleben bescheren sollte, platzte nämlich bald aus allen Nähten. Man sann nach Verbesserung und räumte schließlich der buchgewordenen Herzensangelegenheit ein Stück der separat zugänglichen Garage frei. Hier sind die dicken und dünnen Werke sicher vor Wettereinflüssen geschützt und dennoch jederzeit von außen erreichbar. Die Kinder der Umgebung können jederzeit (!) einfach einmarschieren, stöbern, schmökern und ihre Favoritenbücher auf Vertrauensbasis mitnehmen. Irgendwann bringen sie sie wieder und fertig. Das funktioniert ganz wunderbar und ich finde, diese Idee sollte Schule machen! Leider habe ich nicht die räumlichen Möglichkeiten, sonst hätte Starnberg längst eine neue kleine Bibliothek, in der ich all die ausgelesenen und vom Himmel gefallenen Bücher zur Verfügung stellen würde – nicht nur für Kinder, denn aus dem Kinderbuch-Alter sind meine beiden (18+16) endgültig raus. 🙂

Tolle Idee, Daniela – danke! <3   Ohne Titel

 

 

Bücher. Domino. Großartig.

11. Februar 2015

Domino ist faszinierend. Am „Domino Day“ hängt bei uns die gesamte Familie gebannt vor dem Fernseher. Noch heute holen meine Kinder, 13 und 15 Jahre alt, manchmal die Kisten mit den bunten Holzsteinen raus – und wir haben derer viele! -, um treppauf, treppab eine möglichst geniale Kettenreaktion auszulösen. Ich freue mich jedes Mal darüber.

Nun sind bunte Klötzchen das eine, Bücher das andere. Bis zwei amerikanische College-Studenten sich 2013 dachten „Hey, eigentlich hat so ein Buch doch fast das Format eines Dominosteins, nur größer. Da kann man was draus machen“. Gedacht, getan: Zum Start des Lesesommers 2013 bauten sie in der Bücherei von Seattle die längste Domino-Kettenreaktion der Welt auf – aus Büchern!

book_domino_Zahlen

Mit 2.131 Büchern stellten sie damit gleichzeitig einen neuen Weltrekord für die längste Buch-Dominoreihe auf. 27 Freiwillige halfen mit und verzehrten dabei 112 Stücke Pizza. Well done, Leute, very well.

Als mich vor einiger Zeit Christiane Frohmann vom Frohmann Verlag via Twitter fragte, ob ich zu ihrem neuesten Projekt etwas beitragen möchte, war ich sofort dabei.
„Tausend Tode schreiben“ sollte das eBook heißen, in dem an die 1.000 Autoren in völlig freier Form irgendeinen Text zum Thema Tod und Sterben schreiben. Eine persönliche Erfahrung oder auch Hörensagen, als Fiction, Lyrik, Worthaufen, Kurzgeschichte … jeder so, wie es zu seiner Idee vom Tod am besten passt. In loser Aneinanderreihung dieser Beiträge entstand so ein ganz besonderes Buch, sehr persönlich, sehr nah, sehr bewegend, manchmal augenzwinkernd, meistens optimistisch-positiv, oft abgrundtief traurig – wie der Tod und alles drumherum eben so spielt.

Alle Autoren haben auf Honorar verzichtet und auch der Verlag erhebt keinen Anspruch auf seinen Anteil. Die Erlöse gehen stattdessen an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.

Stand heute (Version 2/4) sind es 247 Texte; Nummer 217 stammt von mir. Den Rest des Beitrags lesen »

Wie bei allen Büchermenschen stapeln sich auch auf meinem Nachtkästchen die Bücher. Dass auch neben der Badewanne, auf dem Gästeklo, neben der Couch und in meiner Handtasche Bücherberge meiner Lesezeit harren*, muss ich vermutlich nicht erwähnen – aber das Lesen im Bett ist halt doch eine ganz eigene Nummer, weil saugemütlich und überhaupt.

Klar, dass ich bei Ansicht des folgenden Bettgestells aus Büchern (!!!) in entzücktes Quieken ausbrechen musste. Hallo, EIN BETT AUS BÜCHERN! \o/

Entdeckt hat es Barbara Dunbar vom Blog Runs with Scissors in Suburbia. In ihrer Serie „The Windows of Anthropologie“ sammelt sie Fotos von Schaufenstern und Innenausstattung der gleichnamigen Ladenkette; das Bücherbett steht im Anthropologie store in St. Charles. (Absolut zauberhafte Sachen, by the way. Ich befürchte, dort werde ich das eine oder andere Scheinchen los. Wann eröffnen die endlich eine Filiale in Deutschland?! Aber ich schweife ab.)

 *Äh, natürlich lese ich immer mindestens 8 Bücher parallel. Ihr nicht?