Inspirierend!

Mason Wartmans Pizzeria „Rosa’s Fresh Pizza“ steht in einer der Städte mit der höchsten Armutsrate der USA: Philadelphia. Vor gut einem Jahr gab Mason seinen gut bezahlten Job an der Wall Street auf, um Pizza zu backen; so schön, so gut. Dann stand eines Tages ein Kunde vor ihm, der nicht nur sein eigenes Stück Pizza bezahlen wollte, sondern im Voraus 1$ für ein weiteres – unter der Voraussetzung, dass Mason es dem nächsten Bedürftigen in die Hand drückt, der die Pizzeria betritt.
Die Idee gefiel dem jungen Pizzabäcker und er pappte eine Klebenotiz an die Wand, um das Weitergeben nicht zu vergessen. Schnell entwickelte sich diese erste Geste zu einer Tradition. Heute sind die Wände von Rosa’s Fresh Pizza bedeckt von bunten Post-its, auf denen die Spender kleine nette Nachrichten an die täglich 40 bis 50 Empfänger „Ihres“ Pizzastücks geschrieben haben.

Dieses so unglaublich einfache Konzept, ob mit oder ohne Post-its, wäre theoretisch überall umsetzbar, nicht nur in der Pizzeria: beim Bäcker, am Kiosk, an der Dönerbude, am Bratwurststand, beim Gemüsehändler.

Und es wirkt ja ganz offensichtlich – siehe Minute 2:15 im Video. Immer wieder bekommt Mason außerdem gesagt, dass die Möglichkeit, legal und kostenlos eine warme Mahlzeit zu bekommen, Obdachlose von kriminellen Handlungen abhält. Damit, sagt er, hat er nicht gerechnet. Ihm war klar, dass seine Gratispizza armen Menschen Geld spart … aber dass deshalb sogar die Kriminalität unter ihnen abnimmt, wärmt ihm das Herz.

„Pay it forward“ – auf Deutsch ungefähr „Gib es weiter“: ein guter Gedanke. Einer von wenigen, die bei der Bekämpfung von offensichtlicher Armut mitten unter uns unmittelbar funktioniert.
Denn wer spürt, dass andere in ihn investieren, ihn sehen, ihn nicht aufgeben … der wird das früher oder später auch tun, für sich oder weitere Menschen, die ihn brauchen.

Wichtig: Es geht dabei eben nicht um „Payback„, also Rückzahlung. Wenn Menschen sich verpflichtet fühlen, gute Taten immer an den ursprünglichen Geber zurückzuzahlen, kommt dabei kein Kreislauf zustande. Entscheidend ist der Gedanke, dass man Gutes, das einem selbst widerfahren ist, einfach irgendwann dann weitergeben DARF, sobald man kann. Einfach deshalb, weil es einem ein ureigenes Bedürfnis ist.

Und das hat noch nicht einmal was mit Karmapunkten zu tun. Das ist Menschsein, das ist gelebte Nächstenliebe in der Gesellschaft. Wir tragen Verantwortung füreinander!

 

2 Kommentare zu “Pizza. Und so viel mehr als Pizza. <3”

  1. @nadjagn sagt:

    Ein ähnliches Konzept gibt es auch mit Kaffee, darüber las ich schon vor einiger Zeit. Inzwischen gibts zum Konzept auch Websites:
    http://www.coffeesharing.com/?lang=de
    http://suspendedcoffees.com
    oder in Deutschland: http://www.suspendedcoffee.de

    Tolle Sache, es braucht so wenig, um viel für jeden Einzelnen zu bewirken.

  2. textzicke sagt:

    Super, Nadja, vielen Dank für den Hinweis!

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