Gebrannte Walnüsse DIY. Mein Turbo-Rezept.

Gebrannte Walnüsse selbstgemacht

Auf dem Christkindlmarkt, auf der Wiesn, auf jeder x-beliebigen Dult sind sie unvermeidlich: Stände mit gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und – heftig im Kommen – anderen gebrannten Nüssen. Wie bei frisch gebackenem Kuchen oder Kaffee ist es kaum möglich, sich dem Duft dieser Leckereien zu entziehen. Man muss einfach … nur ein Tütchen … ach, nehmen wir gleich die größere Menge, das kommt günstiger!
Was aber, wenn man zum Beispiel mitten im Juli Lust auf gebrannte Mandeln, Cashews, Erd- oder Walnüsse bekommt? Oder, wie es sich gehört, um Weihnachten rum, wenn der lokale Christkindlmarkt schon die Stände abbaut? Was, wenn man noch ein schnelles DIY-Weihnachtsgeschenk oder Mitbringsel für die Adventsfeier braucht?
Darben ist nicht so mein Ding, deshalb begann ich vor einigen Jahren herumzuprobieren, wie man gebrannte Walnüsse (unter allen gebrannten Nüssen mein Favorit) selbst machen könnte. Das Rezept, das dabei herauskam, ist fast zu easy, um wahr zu sein. Ich verspreche, dass das Ergebnis nach viel mehr schmeckt.
Wollnwa? Here we go – wobei die Walnüsse jederzeit ohne Qualitätsverlust durch Mandeln, Haselnüsse, Cashews, Erdnüsse (ungesalzen!) und sogar Kürbiskerne ersetzt werden können. Zeitbedarf: von A bis Z maximal 15 Minuten.
Glaubt Ihr nicht? Solltet Ihr aber.

Zutaten für die gebrannten Walnüsse:

  • ca. 200 g Walnusshälften (Wenn möglich, bio) oder irgendwelche anderen Nüsse
  • ca. 2 Handvoll Zucker (bitte ganz normalen Raffinadezucker nehmen! Brauner Zucker macht einen ausgesprochen komüschen Beigeschmack und Kokosblütenzucker karamellisiert erst gar nicht ernsthaft, so just don’t)
  • 1 winzige Prise Salz
  • 1-2 TL gemahlener Zimt
  • evtl. 1 Prise gemahlene Vanille (oder ausgekratztes Vanillemark aus der Schote)
  • ein Glas Wasser

Zubereitung:

  • Neben den obigen Zutaten ist, nebst zweier (!) hölzerner Kochlöffel oder, noch viel besser, Holzspatel, eine antihaftbeschichtete Pfanne unser wichtigster Verbündeter. Ein einziges Mal versuchte ich es in einer Kupferpfanne, weil ja die Jahrmarktleute schließlich auch so schicke Kupferkessel haben. Sagen wir mal so: HAHAAAHAHA, netter Versuch, der Nächste bitte. (Lasst es einfach. Teflon rulez!)
  • In besagte Teflonpfanne – je größer, desto besser – schütten wir also ein großes Glas Leitungswasser und zwei gute Handvoll Zucker nebst einer winzigen Prise Salz. Bei voller Hitze löst sich der Zucker schnell auf und das ist gut so. Zimt und Vanille hinein! Beginnt das Zuckerzimtvanillewasser zu kochen, kommen die Nüsse dazu.
    Das sieht dann so aus:

  • Schööön rühren, das ist wichtig, denn schnell kocht das Zuckerwasser zu einem dicken, bräunlichen Sirup ein. Die Nüsse saugen sich ein bisschen damit voll, omnomnom, der Rest kristallisiert dann auf der Oberfläche.
  • Und dann kommt der Moment, an dem es hektisch wird! Achtet auf diesen Aggregatzustand:

Der Sirup wirft zähe, „glasige“ Blasen!
Die Nüsse lassen sich nicht mehr ganz so babyleicht durcheinanderrühren!
An den Kochlöffeln bilden sich karamellige Fäden!
Es duftet himmlisch, Ihr beginnt zu sabbern und Menschenmassen strömen in die Küche, weil sie sich im Himmel wähnen!

Genau ab hier drehen wir die Temperatur der Kochplatte lieber auf halbe Kraft zurück und rühren, als ob wir viel Geld dafür kriegen würden. Einen Löffel links, einen rechts, schaufeln, rühren, wenden, schwitzen wir. Die gute Nachricht: Länger als zwei, drei Minuten müssen wir das nicht durchhalten. Sobald der Pfanneninhalt aussieht wie auf dem folgenden Bild, schalten wir die Platte auf ganz niedrige Hitze und rührschaben nur noch entspannt ein bisschen auf der Restwärme herum.

  • Die nunmehr trockenen, vollständig von einem köstlichen Zuckermantel umhüllten Walnüsse müssen jetzt nur noch „brennen“. Das passiert quasi von allein, während uns, rührend natürlich, das Wasser im Munde zusammenläuft ob der davon ausgehenden Düfte. Haben die Nüsse hie und da röstbraune Stellen, nehmen wir die Pfanne vom Herd und lassen die ganze Chose noch ein Viertelstündchen abkühlen.

Nach dem Abkühlen (einfach in der Pfanne) ist die Leckerei ruckzuck zero-waste-mäßig in ein sauber ausgespültes, komplett trockenes Marmeladenglas gefüllt. Wir binden ein Stück hübschen Stoff samt Schleifchen über den Deckel, vielleicht ein Tannenzweiglein dazu und fertig ist das Mitbringsel. Wenn Ihr sowieso ein hübsches Schüsselchen oder eine nette Tasse verschenken wolltet, ersetzt die Luft darin doch mal durch die nussgewordene Köstlichkeit und verpackt das Ganze dann in ein schönes Tuch. Ich habe damit bisher ausschließlich leuchtende Augen und dankbare Seufzer geerntet, grundsätzlich gefolgt von der Frage nach dem Rezept. *höhö*

Varianten:

In einer verrückten Ausprobierphase habe ich einmal Haselnüsse in Glühwein aufgekocht und darin ein paar Stunden schlummern lassen, bevor ich sie trocknete und anschließend brannte. Höchst interessante Note.
Ein anderes Mal gab ich in einem Anfall von Hipstermäßigkeit rosa Pfefferbeeren bei. Auch nicht schlecht.
Und natürlich kann man in den Zuckersirup immer ein paar centgroße Stückchen dünn abgeschälter Bio-Orangenschale geben (Orangen- und Zitronenschale gehen immer!), eine Nelke, ein Stück Sternanis … beim Schreiben und beim Kochen sind der Fantasie ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.
So etwas wie Nelken oder Sternanis würde ich rausnehmen, bevor die Nüsse in den Sirup wandern – aber Orangenschale etc. lasst um Himmels Willen drin, die sind am Schluss „kandiert“ und beinahe noch köstlicher als die gebrannten Nüsse selbst.

Guten Appetit – oder viel Spaß beim Verschenken, je nachdem! 

3 Comments

  • Susanne

    Liebe Textzicke,
    kannst Du so ganz, ganz ungefähr sagen, wieviel Nüsse, wieviel Zucker?
    Liebe Grüße
    Susanne

  • textzicke

    Liebe Susanne,
    leider nicht wirklich. Auf dem Bild mit den Zutaten siehst Du es UNGEFÄHR. Gewogen hab ich es allerdings nie.
    Sorry …

  • Angelika beeck

    Hallo. So ich mache mich jetzt an das Rezept. Ich habe dieses Jahr ich weiß nicht viele kg.walnuesse im Garten.habe. Quendulin .Unser Eichhörnchen hat momentan einen 24 Stunden Job. Aber sie hat noch zwei Artgeno
    ssen gefunden die für wenig nuesse arbeiten.lg.geli.aber ich beschäftige keine schwarz Arbeiter

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