Kaum ein Satzzeichen wird derart stiefmĂŒtterlich behandelt wie der Apostroph.
Den Deutschen fĂ€llt es nicht nur furchtbar schwer, ihn regelkonform einzusetzen; im Allgemeinen verwenden sie dafĂŒr auch noch völlig falsche Zeichen. Der Accent muss recht hĂ€ufig herhalten (gern auch noch verkehrt herum), aber auch das Zoll-/Minuten-Zeichen oder das einfache öffnende AnfĂŒhrungszeichen werden als billige Apostroph-Surrogate verwendet.

Mir als Lektorin tut das nicht nur in der Seele weh, es geht mir auch tierisch auf die Nerven. Weil es nĂ€mlich kaum ein SchriftstĂŒck gibt, das ich nicht – nebst galoppierender GedankenstrichkrĂ€tze – von akuter Apostrophitis heilen muss. Ganz schlimm: Viele Grafiker wissen noch nicht mal, wie sie einen typographisch korrekten Apostroph erzeugen können. Ihnen das beizubringen, ist dann auch noch mein Job. *seufz*

Doch Hilfe naht!
Ist nĂ€mlich ein genereller Besserungswille vorhanden, kann der geneigte Apostroph-Neuling auf der fabelhaften Seite typefacts lernen, wie man das HĂ€kchen des Anstoßes korrekt verwendet. Der Leser erfĂ€hrt zum Beispiel, wann ein Genitiv-Apostroph ausnahmsweise erlaubt ist und welche Shortcuts (Tastenkombinationen) unter Windows, Mac iOS und Linux zum typographisch richtigen Apostroph fĂŒhren.

Der ganze typefacts-Artikel ist hier einsehbar.

Auch zu empfehlen: Die DUDEN-Seite zu Apostroph & Co.
Und nicht zuletzt: gesammelte Apostrophenkatastrophen auf der legendÀren Seite Deppenapostroph.
Außerdem kann und sollte man @typefacts auf Twitter folgen.

6 Kommentare zu “Freund und Feind der Korrektorenzunft: der Apostroph.”

  1. Tom sagt:

    Ich oute mich mal als ‚ Benutzer.
    Erstens war mir nicht klar, dass das gar kein Apostroph ist.
    Und zweitens schreibe ich ja mit der Tastatur und benutze die Zeichen die ich dort sehe.
    Solange man einen eher komplizierten Code (Tastaturen ohne separaten Nummernblock) eingeben muss, um das richtige Zeichen zu benutzen, wird sich das nicht durchsetzen und dir leider weiter in der Seele weh tun.

  2. Sabienes sagt:

    Ich finde, man sollte alle Genitiv’s, Deppenapostroph’s und vielleicht auch noch Plural’s in einer Regel zusammenlegen. WĂ€re dann eine gewisse „Harmonisierung der deutschen Sprache“ gegegeben.
    Sabienes

  3. Daniel sagt:

    hm… Ich weiß dann nicht was ich bin ich benutze das ‚ ĂŒber dem # generell als Apostroph.

    Hoffe es erklÀrt mir jemand.
    lg
    Danel

  4. Andrea sagt:

    Und wieder was gelernt. Danke 🙂

  5. Ingo Krehl sagt:

    Eine Klarstellung zu den Zeichen „, »Quotation Mark« und ‚, »Apostrophe« von mir und Friedrich Forssman.
    Direkt-Link zum Beitrag:
    https://plus.google.com/u/0/115478302954057022144/posts/i3VJD5XfSqF

  6. Kim sagt:

    Find ich gut, dass du das mal erwÀhnst, ich glaube ich mache das leider auch immer wieder falsch, gleich mal lernen.

    GrĂŒĂŸe!

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