eMails sind wichtig – aber Urlaub auch!

Die bayrischen Pfingstferien stehen vor der Tür und damit eine freie Woche für mich samt Familie. Wir werden die hoffentlich erholsamen Tage am Gardasee verbringen. Den Kopf freikriegen, Sie verstehen.

Nun ist aber leider das „frei“ in „Kopf freikriegen“ & „Freiberufler“ nicht immer wörtlich zu nehmen. Spätestens seit iPhone, Roaming und Surfstick ist nämlich die Versuchung groß, doch mal eben in dem Mail-Eingang zu linsen (alternativ auch auf die Schnelle ein paar Blog-Statistiken abzufragen oder flugs die Lieblingsnetzwerke querzulesen), während sich die Brut am Strand tummelt. Dass das nicht gerade der Sinn eines Urlaubs ist, wissen wir Freelancer durchaus … aber hey, es könnte doch gerade heute dieser wahnsinnig lukrative Auftrag per eMail reingekommen sein! Man stelle sich vor, auf genau diese Mail nicht zu reagieren! Was denkt denn der potenzielle Kunde von mir, wenn ich nicht gleich antworte!? Panik galore.

ClipArt-Bild "Frau im Bikini auf dem Liegestuhl mit Laptop"

Das Geheimrezept dafür, aus dem Freelancer-Urlaub doch die maximale Erholung rauszupressen, heißt Abwesenheitsnotiz* (am effektivsten mit den Add-ons „Egal2.1“ und „EntspannDich.BETA“). Fast jeder eMail-Client bietet diese fabelhafte Möglichkeit, automatische Antworten auf eingehende Mails zu generieren. Theoretisch wusste ich das natürlich schon immer. Aber heute habe ich einen Artikel gelesen, der das Thema akut wieder auf den Tisch holt.

Ivan Blatter von blatternet beschreibt in seinem ziemlich guten Blogpost „Die Geschichte der Abwesenheitsnachricht“, wie prima dieselbe – klug eingefädelt – funktioniert und wie subjektiv doch unsere Wahrnehmung von „wichtig“ ist.

Mich hat der Artikel (und das meine ich jetzt ernst) nachdenklich gemacht. Weil ich doch so ein Prototyp von Onlinemensch bin. Auf Twitter, im texttreff, im Blog … dauernd schreibe ich irgendwas, antworte auf irgendwas, teile mich mit, bin irgendwie erreichbar. Zwar verschicke ich vor jedem Urlaub eine nette kleine Mail an alle Kunden, in der ich auf meine temporäre Abwesenheit hinweise … aber Vielleicht-to-be-Kunden bekommen die natürlich nicht. Und Abwesenheitsnotizen habe ich bisher nicht eingestellt, weil ich ja doch alle paar Tage in die Mails schaute. Blöd.

[Hier wild entschlossene Dramageste einsetzen] Diesmal mache ich’s anders!

[Blondinenmodus an] Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie das bei Mail for Mac geht. 😉

UPDATE: Ihr ahnt es schon, oder? Nix war’s mit der totalen Entspannung. Natürlich habe ich spätestens jeden Abend unter Aufwendung immenser Roaminggebühren meine Mails gecheckt und einmal sogar beantwortet. Natürlich habe ich hie und da einen Tweet abgesetzt, weil mich z.B. der Mutterstolz ob des surfbegabten Turbosohns übermannte und ich dringend meine Tweethearts daran teilhaben lassen musste. Und wenn es im italienischen Supermercado „Bratmaxe“-Grillwürste gibt, wolt Ihr das doch auch wissen, oder? Siehste. Eigentlich sind also meine Follower schuld. Höhö. ^^


* Natürlich hat Onkel Männig Recht, wenn er (guckstu unten) kommentiert, dass das auch nach hinten losgehen kann, weil pöse Einbrecherbanden ja nur auf solch blondblöde Abwesenheitsnotizen warten und am helllichten Tag Büros leerräumen, während redlich erschöpfte Menschen urlauben. Ja, das kann blöd laufen, also muss man sich das gut überlegen. In meinem Fall allerdings sitzen im gleichen Büro (nur in anderen Zimmern) noch zwei weitere Menschen, die zwar auch Freelancer sind, aber brav arbeiten, während ich … naja, eben urlaube. Und untendrunter wohnen Leute. Wisster Bescheid!

7 Comments

  • Jens Arne Männig

    Abwesenheitsnachricht. Wie praktisch. Na ja, wenn du Glück hast, wird ja nur im Büro (Impressumadresse) eingebrochen und sie finden nicht raus, wo du wohnst.SCNR.

  • textzicke

    Danke, dass Du das ansprichst. In meinem Fall allerdings können sich die pösen Puben das sparen, weil ich ja dieses Büro nicht allein be-arbeite. Es ist also quasi bestens bewacht, solange ich in der Sonne brate. Ha!

  • Konrad

    Hallo!

    Bei Mail for Mac nach der Abwesenheitsnachricht zu suchen ist insoferne der suboptimale Weg, als der Mac dann eben die ganze Zeit eingeschaltet und online sein muss. Aus mehrerlei Gründen ist das unpraktisch, nicht zuletzt wegen des Stromverbrauchs. Du könntest aber bei Deinem Mailprovider sehen, ob Du nicht dort direkt am Server eine Abwesenheitsnachricht aktivieren kannst – in der Regel gibt es diese Funktion. Je nach Provider findet man die an unterschiedlichen Stellen. Das ist dNn die bei weitem weniger fehleranfälligere und effizientere Möglichkeit.

    Schönen Urlaub!

  • dirtdiver2010

    Ist ganz einfach über deinen ACC im Kundenbereich bei Strato einzustellen. Sogar mit Regeln, Filtern etc.

    Noch ein Tipp für Italien Internet und so: drei.at
    Zwischenstop in Innsbruck einlegen, drei.at aufsuchen, den Stick schnell aktivieren und dann ist Italien surfen.
    Kostenpunkt: 49,99 € incl. Hardware und 2GB Traffic. Keine weiteren Kosten.
    Und das schönste: auch keine Verträge unterschreiben, Namen angeben oder sonstiges.
    In diesem Sinne: Einen schönen, erholsamen Urlaub!

  • textzicke

    Huhu @dirtdiver2010,

    das ist ein super lieber Tipp … aber ich möchte ja eben endlich mal NICHT … ach Mist, wahrscheinlich werde ich’s doch tun. Vrdmmt! 😉

    LG
    Lilian

  • dirtdiver2010

    @textzicke: Ich weiß das du nicht willst, aber die „nichtgewollten“ Roaminggebühren sind teuer, und wenn man einen Stick hat verkneift man es sich vielleicht am Strand online zu gehen weil man seinen Laptop braucht… und den hat man ja im Urlaub nicht am Strand dabei, oder 😉 ODER?!?

  • Ulrich Keim

    Das kenne ich nur zu gut. Ich kann im Urlaub auch nie ganz die Arbeit vergessen und muss mich schon fast dazu zwingen, keine emails abzuchecken.

    Ich glaub zu der Idee mit der Abwesenheitsnotiz kann ich mich auch nicht überreden lassen… 😛

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