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Back to the future: Ein Fotoprojekt wie eine Zeitreise.

Das! Ist! So! Großartig!

Für ihr Fotoprojekt “Back to the future” (Teil 2 gibt es hier) hat die Fotografin Irina Werning Menschen gebeten, alte Fotos von sich auszugraben. Sodann begab sie sich mit den “Models” an – wo möglich – haargenau denselben Ort des damaligen Geschehens, gewandete sie in haargenau die gleichen Klamotten und lichtete sie in haargenau derselben Pose wie damals ab. Jedes Detail stimmt: Haarschnitt, Accessoires, Stofffalten, Gesichtsausdruck, Schrammen, Schatten, Belichtung … ja sogar vergilbte Stellen und Schäden am Papier arbeitet Irina Werning in die “heute”-Versionen mit ein. Was für ein unfassbarer Aufwand! Und wie sehr er sich gelohnt hat!

Besonders witzig mutet dieses Vorhaben überall dort an, wo typisch kindliches Verhalten fotografiert wurde – schön zu sehen zum Beispiel hier:

[Für meine sehbehinderten Leser: Das Bild zeigt links einen nackten Säugling, der in typischer Babyfoto-Manier bäuchlings auf einer Decke liegt. Rechts räkelt sich ein erwachsener Mann auf der Decke … ebenfalls nackt und bäuchlings, aber vollbärtig und mit demselben angestrengten Gesichtsausdruck wie das Baby, das er mal war.]

Eine ganze Schwarzweiß-Fotoserie wurde hier nachgestellt – vom bebrillten Baby über das gähnende Baby bis hin zum Baby mit Puppe. Die erwachsene Frau unten drunter ist 35 Jahre älter, aber unverkennbar in ihrer Mimik:


Irgendwie rührend auch die Verwandlung einer wilden Party-Gang in der Londoner U-Bahn. Links als coole halbwüchsige Burschen mit Weinflaschen und Zigarette posierend, rechts als gesetzte ältere Herren, denen man die Verkleidung deutlich ansieht: 😉

Weniger witzig als eindrucksvoll finde ich dieses Fotopärchen, das links einen kleinen Jungen mit Jeansjacke zeigt, der mit einem Hammer auf die Berliner Mauer einklopft – während auf der “erwachsenen” Version des Bildes der Hammer des jeansjackengewandeten Mannes ins Leere geht. Wundervoll.

Und dann gibt es die Bilderpaare, denen man die dazwischen liegenden 25 Jahre kaum ansieht, weil sich der Mensch – in diesem Fall ein schwarzweiß fotografiertes kleines Mädchen links, rechts ihr quasi genauso aussehendes erwachsenes Pendant – kaum verändert hat. Faszinierend:

Fazit: Jedes einzelne Fotopaar ist für sich so faszinierend, dass ich stundenlang darin herumklicken könnte. Fehler wird man nicht finden – geben Sie’s auf. Denn hier hat Irina Werning eine Arbeit abgeliefert, die an Detailtreue wohl kaum zu überbieten ist. Von mir ein dickes “CHAPEAU!”

Ach, übrigens: Eine Art “Making of” und ein Interview mit Irina Werning gibt es hier!

Alle Bilder stammen von Irina Wernings Seite http://irinawerning.com/bttf2/back-to-the-future-2-2011/

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