Als mich vor einiger Zeit Christiane Frohmann vom Frohmann Verlag via Twitter fragte, ob ich zu ihrem neuesten Projekt etwas beitragen m├Âchte, war ich sofort dabei.
Tausend Tode schreiben sollte das eBook hei├čen, in dem an die 1.000 Autoren in v├Âllig freier Form irgendeinen Text zum Thema Tod und Sterben schreiben. Eine pers├Ânliche Erfahrung oder auch H├Ârensagen, als Fiction, Lyrik, Worthaufen, Kurzgeschichte … jeder so, wie es zu seiner Idee vom Tod am besten passt. In loser Aneinanderreihung dieser Beitr├Ąge entstand so ein ganz besonderes Buch, sehr pers├Ânlich, sehr nah, sehr bewegend, manchmal augenzwinkernd, meistens optimistisch-positiv, oft abgrundtief traurig – wie der Tod eben so ist.

Alle Autoren haben auf Honorar verzichtet und auch der Verlag erhebt keinen Anspruch auf seinen Anteil. Die Erl├Âse gehen stattdessen an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.

Stand heute (Version 2/4) sind es 247 Texte; Nummer 217 stammt von mir. Den Rest des Beitrags lesen »

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ÔÇ×Jeder Schwammerlsucher findet irgendwann eine LeicheÔÇť, hei├čt es, und ich f├╝r meinen Teil kann das seit einem gewissen Tag im Jahr 2012 best├Ątigen.

Wie so oft bin ich mit meiner Mutter in unserem gewohnten Waldst├╝ck unterwegs, es ist ein warmer Septembertag, kurz nach dem Regen, perfektes Schwammerlwetter. In unserem Korb liegen schon einige sch├Âne Maronen, Fichtenreizker, Rotfu├čr├Âhrlinge und drei herrliche Parasolpilze. Mein Blick h├Ąngt am Boden, weiter vorne beginnt ein Dickicht, und da steht er: der kapitalste Steinpilz, den dieser Sommer wohl hergeben wird.

ÔÇ×Woah, Mama, den musst du dir anschauen!ÔÇť, rufe ich begeistert, hopse zwei Schritte auf den Prachtkerl zu, b├╝cke mich … und erstarre. Durch eine lichte Stelle im Geb├╝sch sehe ich, dass wenige Meter von mir entfernt ein Mensch liegt. Auf der Seite, den R├╝cken mir zugewandt, mitten im Moos, gem├╝tlich sieht das aus. Mist, denke ich, hier will jemand ein Nickerchen machen und ich br├╝lle so rum. Meiner heranstapfenden Mutter bedeute ich, leise zu sein, und zeige nach vorn. ÔÇ×Uh, da pennt einerÔÇť, sagt sie, ÔÇ×suchen wir lieber woanders weiter.ÔÇť

Uns kommt es jedoch seltsam vor, dass ein Schlafender sich bei meinem Gepl├Ąrr nicht einmal ein winziges bisschen bewegt. ÔÇ×Du, hm, ich wei├č ja nicht, ein bisschen komisch ist das ja schonÔÇť, sagt Mama und ich muss ihr Recht geben. ÔÇ×Hallo? Entschuldigen Sie bitte? Wir wollten nicht st├Âren!ÔÇť, rufe ich. Keinerlei Reaktion.

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Wer mich kennt, wei├č, dass ich im Stra├čenverkehr ein Sicherheitsfanatiker bin – aus Gr├╝nden. Speziell das Thema “Anschnallen” bewegt mich seit meinem Unfall sehr, und Nichtanschnaller bekommen meine Hartn├Ąckigkeit im Einfach-nicht-Losfahren-bis-alle-angeschnallt-sind schnell zu sp├╝ren.

Seitdem aber fast jeder Erwachsene ein Smartphone besitzt, ist eine weitere, nicht minder gro├če Gefahr entstanden: Lesen oder Tippen von Nachrichten auf dem Handy w├Ąhrend des Fahrens.
Handynutzung am Steuer ist heute tats├Ąchlich eine der Top-Ursachen f├╝r ablenkungsbedingte Unf├Ąlle! Ich darf mich da nicht ausklammern; auch ich habe schon aufs Display gelinst, wenn w├Ąhrend der Fahrt das iPhone plingte. Ja, ich habe sogar schonmal, wenn ich gerade sehr langsam fuhr, eine Antwort getippt. Das ist schei├če. Schon 30 km/h reichen bei geringer Aufmerksamkeit aus, um einen potenziell t├Âdlichen Unfall zu provozieren.

Volkswagen hat sich zu dieser Thematik eine gro├čartige interaktive Schocker-Sache ausgedacht.
Schauplatz: ein Kino in Hongkong.
“Opfer”: Kinobesucher, die einen ganz normalen Film sehen wollten.
Technik: eine Anlage, die allen Besuchern zeitgleich eine Nachricht aufs Handy schickte (was nat├╝rlich den sofortigen Griff zum Telefon nach sich zieht).
Und dann … aber seht selbst:

[F├╝r meine sehbehinderten Leser: Kinobesucher f├╝llen nach und nach den Saal, allgemeines Popcornrascheln, das Licht geht aus. Auf der Leinwand startet ein Spot, man sieht ca. 10 Sekunden lang aus Sicht eines Autofahrers eine m├Ą├čig kurvige Stra├če mit B├Ąumen links und rechts, das Auto bewegt sich flott. Blick hinter die Kulissen, ein Techniker dr├╝ckt auf "Senden" an einem Rechner. Pl├Âtzlich bekommen alle Kinobesucher die SMS, unz├Ąhlige leise Brumm- und Piep-Signalt├Âne erschallen. Jeder kramt hektisch das Telefon raus und ruft die omin├Âse Nachricht ab. Im selben Moment, als alle aufs Display starren, crasht das Auto auf der Leinwand scheinbar ohne Grund gegen einen Baum. Bremsger├Ąusch, Stillstand, gesplitterte Scheiben. Auf der Leinwand erscheint der Schriftzug "Mobile use is now the leading cause of death behind the wheel. A reminder to keep yor eyes on the road.", gefolgt vom VW-Logo und -Slogan. Im Saal betretenes Schweigen, alle sind ganz still und denken offensichtlich nach. Sehr eindr├╝cklich.]┬á

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Der Sommer ist da und herrje, offenbar tut er nicht jedem unbedingt gut. Manche der seit dem letzten Mal aufgelaufenen Suchbegriffe, die Leser auf mein Blog schwuppsten, lassen jedenfalls mindestens eine hitzebedingte Hirnerweichung vermuten. Wolle gucke?

Langschwein-Metzger: Nachdem ich “Langschwein” erstmal googeln musste, m├Âchte ich jetzt bitte umgehend auf den Arm. AUS GR├ťNDEN. Au├čerdem frage ich mich, warum ich das nicht wusste, wo doch in meinem B├╝cherregal das mir als verst├Ârend in Erinnerung gebliebene, goldgebundene (!)┬á Werk “Ich fra├č die wei├če Chinesin” steht. Verdr├Ąngung vermutlich.

bunte Intimhaare: Es wurde ja auch mal Zeit f├╝r einen neuen Trend. Macht Ihr mit?

nackt auf Backtrainer: Diese Begriffskombi l├Âst bei mir ein Kopfkino der Art aus, die ich Euch echt ersparen m├Âchte. Sch├Ân ist das n├Ąmlich nicht. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss das Brot *├Âh├Âh├Âh├Â* aus dem Ofen *hust* holen.

Kr├Ąuter Lyrik: Jetzatle! Da kennt mich jemand. Schon lange gehe ich ja mit einer Ode an den Gundermann schwanger. Und mit einem Sonett auf den Giersch. Ganz zu schweigen von meinem Meisterwerk-to-be, der Ballade vom G├Ąnsefingerkraut!

Ist Bonnie Tyler eine Zicke?: Jedenfalls hat sie eine Zickenfrisur. Also: so ├Ąhnlich wie die, mit der ich morgens aus dem Bett steige.

arsch fom dienst: [abgek├╝rzt AfD = eigentlich Arschgeigen fom Dienst]: Partei mit ekelhaften, deutlich rechtslastigen und obendrein orthographisch fragw├╝rdigen Zielen.

alles meins: Hier bitte Bild von mir, irre flackernden Blickes vor einer gro├čen Sch├╝ssel Peperonichips, imaginieren.

der langweiligste Font: Ganz klar: Helveti*g├Ą├Ą├Ą├Ą├Ą├Ąhnschnarch*.

habe seit Yoga weniger Lust auf Fleisch: Ich m├Âchte bitte seit “Langschwein” (siehe oben) nicht mehr ├╝ber Fleisch reden. Yoga hin oder her.

To be continued …

 

 

 

 

 

 

 

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Wie bei allen B├╝chermenschen stapeln sich auch auf meinem Nachtk├Ąstchen die B├╝cher. Dass auch neben der Badewanne, auf dem G├Ąsteklo, neben der Couch und in meiner Handtasche B├╝cherberge meiner Lesezeit harren*, muss ich vermutlich nicht erw├Ąhnen – aber das Lesen im Bett ist halt doch eine ganz eigene Nummer, weil saugem├╝tlich und ├╝berhaupt.

Klar, dass ich bei Ansicht des folgenden Bettgestells aus B├╝chern (!!!) in entz├╝cktes Quieken ausbrechen musste. Hallo, EIN BETT AUS B├ťCHERN! \o/

Entdeckt hat es Barbara Dunbar vom Blog Runs with Scissors in Suburbia. In ihrer Serie “The Windows of Anthropologie” sammelt sie Fotos von Schaufenstern und Innenausstattung der gleichnamigen Ladenkette; das B├╝cherbett steht im Anthropologie store in St. Charles. (Absolut zauberhafte Sachen, by the way. Ich bef├╝rchte, dort werde ich das eine oder andere Scheinchen los. Wann er├Âffnen die endlich eine Filiale in Deutschland?! Aber ich schweife ab.)

 *Äh, natürlich lese ich immer mindestens 8 Bücher parallel. Ihr nicht?

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Genau mein Humor.

9. Mai 2014

Aufkleber

(gesehen auf der Toilette des entz├╝ckenden veganen Caf├ęs “Die kleine Chaostheorie” in Berlin.)

 

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