Domino ist faszinierend. Am “Domino Day” hĂ€ngt bei uns die gesamte Familie gebannt vor dem Fernseher. Noch heute holen meine Kinder, 13 und 15 Jahre alt, manchmal die Kisten mit den bunten Holzsteinen raus – und wir haben derer viele! -, um treppauf, treppab eine möglichst geniale Kettenreaktion auszulösen. Ich freue mich jedes Mal darĂŒber.

Nun sind bunte Klötzchen das eine, BĂŒcher das andere. Bis zwei amerikanische College-Studenten sich 2013 dachten “Hey, eigentlich hat so ein Buch doch fast das Format eines Dominosteins, nur grĂ¶ĂŸer. Da kann man was draus machen”. Gedacht, getan: Zum Start des Lesesommers 2013 bauten sie in der BĂŒcherei von Seattle die lĂ€ngste Domino-Kettenreaktion der Welt auf – aus BĂŒchern!

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Mit 2.131 BĂŒchern stellten sie damit gleichzeitig einen neuen Weltrekord fĂŒr die lĂ€ngste Buch-Dominoreihe auf. 27 Freiwillige halfen mit und verzehrten dabei 112 StĂŒcke Pizza. Well done, Leute, very well.

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Als mich vor einiger Zeit Christiane Frohmann vom Frohmann Verlag via Twitter fragte, ob ich zu ihrem neuesten Projekt etwas beitragen möchte, war ich sofort dabei.
Tausend Tode schreiben sollte das eBook heißen, in dem an die 1.000 Autoren in völlig freier Form irgendeinen Text zum Thema Tod und Sterben schreiben. Eine persönliche Erfahrung oder auch Hörensagen, als Fiction, Lyrik, Worthaufen, Kurzgeschichte … jeder so, wie es zu seiner Idee vom Tod am besten passt. In loser Aneinanderreihung dieser BeitrĂ€ge entstand so ein ganz besonderes Buch, sehr persönlich, sehr nah, sehr bewegend, manchmal augenzwinkernd, meistens optimistisch-positiv, oft abgrundtief traurig – wie der Tod eben so ist.

Alle Autoren haben auf Honorar verzichtet und auch der Verlag erhebt keinen Anspruch auf seinen Anteil. Die Erlöse gehen stattdessen an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.

Stand heute (Version 2/4) sind es 247 Texte; Nummer 217 stammt von mir. Den Rest des Beitrags lesen »

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„Jeder Schwammerlsucher findet irgendwann eine Leiche“, heißt es, und ich fĂŒr meinen Teil kann das seit einem gewissen Tag im Jahr 2012 bestĂ€tigen.

Wie so oft bin ich mit meiner Mutter in unserem gewohnten WaldstĂŒck unterwegs, es ist ein warmer Septembertag, kurz nach dem Regen, perfektes Schwammerlwetter. In unserem Korb liegen schon einige schöne Maronen, Fichtenreizker, Rotfußröhrlinge und drei herrliche Parasolpilze. Mein Blick hĂ€ngt am Boden, weiter vorne beginnt ein Dickicht, und da steht er: der kapitalste Steinpilz, den dieser Sommer wohl hergeben wird.

„Woah, Mama, den musst du dir anschauen!“, rufe ich begeistert, hopse zwei Schritte auf den Prachtkerl zu, bĂŒcke mich … und erstarre. Durch eine lichte Stelle im GebĂŒsch sehe ich, dass wenige Meter von mir entfernt ein Mensch liegt. Auf der Seite, den RĂŒcken mir zugewandt, mitten im Moos, gemĂŒtlich sieht das aus. Mist, denke ich, hier will jemand ein Nickerchen machen und ich brĂŒlle so rum. Meiner heranstapfenden Mutter bedeute ich, leise zu sein, und zeige nach vorn. „Uh, da pennt einer“, sagt sie, „suchen wir lieber woanders weiter.“

Uns kommt es jedoch seltsam vor, dass ein Schlafender sich bei meinem GeplĂ€rr nicht einmal ein winziges bisschen bewegt. „Du, hm, ich weiß ja nicht, ein bisschen komisch ist das ja schon“, sagt Mama und ich muss ihr Recht geben. „Hallo? Entschuldigen Sie bitte? Wir wollten nicht stören!“, rufe ich. Keinerlei Reaktion.

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Wer mich kennt, weiß, dass ich im Straßenverkehr ein Sicherheitsfanatiker bin – aus GrĂŒnden. Speziell das Thema “Anschnallen” bewegt mich seit meinem Unfall sehr, und Nichtanschnaller bekommen meine HartnĂ€ckigkeit im Einfach-nicht-Losfahren-bis-alle-angeschnallt-sind schnell zu spĂŒren.

Seitdem aber fast jeder Erwachsene ein Smartphone besitzt, ist eine weitere, nicht minder große Gefahr entstanden: Lesen oder Tippen von Nachrichten auf dem Handy wĂ€hrend des Fahrens.
Handynutzung am Steuer ist heute tatsĂ€chlich eine der Top-Ursachen fĂŒr ablenkungsbedingte UnfĂ€lle! Ich darf mich da nicht ausklammern; auch ich habe schon aufs Display gelinst, wenn wĂ€hrend der Fahrt das iPhone plingte. Ja, ich habe sogar schonmal, wenn ich gerade sehr langsam fuhr, eine Antwort getippt. Das ist scheiße. Schon 30 km/h reichen bei geringer Aufmerksamkeit aus, um einen potenziell tödlichen Unfall zu provozieren.

Volkswagen hat sich zu dieser Thematik eine großartige interaktive Schocker-Sache ausgedacht.
Schauplatz: ein Kino in Hongkong.
“Opfer”: Kinobesucher, die einen ganz normalen Film sehen wollten.
Technik: eine Anlage, die allen Besuchern zeitgleich eine Nachricht aufs Handy schickte (was natĂŒrlich den sofortigen Griff zum Telefon nach sich zieht).
Und dann … aber seht selbst:

[FĂŒr meine sehbehinderten Leser: Kinobesucher fĂŒllen nach und nach den Saal, allgemeines Popcornrascheln, das Licht geht aus. Auf der Leinwand startet ein Spot, man sieht ca. 10 Sekunden lang aus Sicht eines Autofahrers eine mĂ€ĂŸig kurvige Straße mit BĂ€umen links und rechts, das Auto bewegt sich flott. Blick hinter die Kulissen, ein Techniker drĂŒckt auf "Senden" an einem Rechner. Plötzlich bekommen alle Kinobesucher die SMS, unzĂ€hlige leise Brumm- und Piep-Signaltöne erschallen. Jeder kramt hektisch das Telefon raus und ruft die ominöse Nachricht ab. Im selben Moment, als alle aufs Display starren, crasht das Auto auf der Leinwand scheinbar ohne Grund gegen einen Baum. BremsgerĂ€usch, Stillstand, gesplitterte Scheiben. Auf der Leinwand erscheint der Schriftzug "Mobile use is now the leading cause of death behind the wheel. A reminder to keep yor eyes on the road.", gefolgt vom VW-Logo und -Slogan. Im Saal betretenes Schweigen, alle sind ganz still und denken offensichtlich nach. Sehr eindrĂŒcklich.] 

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Der Sommer ist da und herrje, offenbar tut er nicht jedem unbedingt gut. Manche der seit dem letzten Mal aufgelaufenen Suchbegriffe, die Leser auf mein Blog schwuppsten, lassen jedenfalls mindestens eine hitzebedingte Hirnerweichung vermuten. Wolle gucke?

Langschwein-Metzger: Nachdem ich “Langschwein” erstmal googeln musste, möchte ich jetzt bitte umgehend auf den Arm. AUS GRÜNDEN. Außerdem frage ich mich, warum ich das nicht wusste, wo doch in meinem BĂŒcherregal das mir als verstörend in Erinnerung gebliebene, goldgebundene (!)  Werk “Ich fraß die weiße Chinesin” steht. VerdrĂ€ngung vermutlich.

bunte Intimhaare: Es wurde ja auch mal Zeit fĂŒr einen neuen Trend. Macht Ihr mit?

nackt auf Backtrainer: Diese Begriffskombi löst bei mir ein Kopfkino der Art aus, die ich Euch echt ersparen möchte. Schön ist das nÀmlich nicht. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss das Brot *öhöhöhö* aus dem Ofen *hust* holen.

KrÀuter Lyrik: Jetzatle! Da kennt mich jemand. Schon lange gehe ich ja mit einer Ode an den Gundermann schwanger. Und mit einem Sonett auf den Giersch. Ganz zu schweigen von meinem Meisterwerk-to-be, der Ballade vom GÀnsefingerkraut!

Ist Bonnie Tyler eine Zicke?: Jedenfalls hat sie eine Zickenfrisur. Also: so Àhnlich wie die, mit der ich morgens aus dem Bett steige.

arsch fom dienst: [abgekĂŒrzt AfD = eigentlich Arschgeigen fom Dienst]: Partei mit ekelhaften, deutlich rechtslastigen und obendrein orthographisch fragwĂŒrdigen Zielen.

alles meins: Hier bitte Bild von mir, irre flackernden Blickes vor einer großen SchĂŒssel Peperonichips, imaginieren.

der langweiligste Font: Ganz klar: Helveti*gÀÀÀÀÀÀhnschnarch*.

habe seit Yoga weniger Lust auf Fleisch: Ich möchte bitte seit “Langschwein” (siehe oben) nicht mehr ĂŒber Fleisch reden. Yoga hin oder her.

To be continued …

 

 

 

 

 

 

 

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Wie bei allen BĂŒchermenschen stapeln sich auch auf meinem NachtkĂ€stchen die BĂŒcher. Dass auch neben der Badewanne, auf dem GĂ€steklo, neben der Couch und in meiner Handtasche BĂŒcherberge meiner Lesezeit harren*, muss ich vermutlich nicht erwĂ€hnen – aber das Lesen im Bett ist halt doch eine ganz eigene Nummer, weil saugemĂŒtlich und ĂŒberhaupt.

Klar, dass ich bei Ansicht des folgenden Bettgestells aus BĂŒchern (!!!) in entzĂŒcktes Quieken ausbrechen musste. Hallo, EIN BETT AUS BÜCHERN! \o/

Entdeckt hat es Barbara Dunbar vom Blog Runs with Scissors in Suburbia. In ihrer Serie “The Windows of Anthropologie” sammelt sie Fotos von Schaufenstern und Innenausstattung der gleichnamigen Ladenkette; das BĂŒcherbett steht im Anthropologie store in St. Charles. (Absolut zauberhafte Sachen, by the way. Ich befĂŒrchte, dort werde ich das eine oder andere Scheinchen los. Wann eröffnen die endlich eine Filiale in Deutschland?! Aber ich schweife ab.)

 *Äh, natĂŒrlich lese ich immer mindestens 8 BĂŒcher parallel. Ihr nicht?

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