Wir alle kennen die nervigen Anrufe irgendwelcher angeblichen Branchenbuch-, IT- oder Anwaltsb√ľros, die angeblich unsere Daten checken, unseren Rechner von Schadsoftware befreien oder uns von einem √ľberraschenden Geldregen¬†aus Nigeria in Kenntnis setzen wollen.

Gern gesehen sind auch vorgebliche Gewinn-Benachrichtigungen (weshalb ich 2016 zun√§chst kein Wort glaubte, als mich eine Dame von National Geographic anrief und mir mitteilte, dass ich eine 6-t√§gige Trekkingtour durchs wilde Norwegen gewonnen habe.¬†Nun:¬†DAS stimmte und ich hatte eine unfassbar coole Zeit … aber ich schweife ab.)

Mich erreichen¬†die nervigen Anrufe also trotz Eintrags in Robinsonliste & Co. mehrmals w√∂chentlich; ich lege dann meist entweder direkt auf oder bitte um L√∂schung meiner Nummer. Es ist also eine gewisse Routine eingekehrt.¬†Mit den Augen rolle ich¬†nat√ľrlich weiterhin, wann auch immer es passiert.

Gerade eben aber war ich Teilnehmerin des seltsamsten Telefonmarketing-Fails meines Lebens. Hier eine kurze Transkription.

Telefon: klingelt.

Ich: gehe ran.

Anruferin: „Hallo, hier ist Strunznelda Nervens√§ger* vom Google Partnerprogramm.“

Ich: „Ah, ok, seien Sie bitte so nett, meine Nummer direkt aus Ihrer Datenbank zu l√∂schen. Ich habe kein Interesse und m√∂chte nicht mehr angerufen werden.“

Sie: „Nein.“

Ich: „Wie bitte?“

Sie: „Isch werde disch jeden Tag anrufen, immer wieder.“

Ich: „Nein, das werden Sie lassen, weil ich n√§mlich die Nummer direkt blocken werde.“

Sie: „Ach, isch habe tausend Nummern. Isch rufe immer wieder an.“

Ich: „Na dann hoffe ich, dass dieses Gespr√§ch gerade zu Fortbildungszwecken aufgezeichnet wird und¬†Ihr Vorgesetzter das h√∂rt. Ciao.“

Was bitte war DAS? Wie dreist sind solche Leute?
Ich fand meine Reaktion zwar einigerma√üen pfiffig, aber in meinem Kopf formt sich dennoch ein gro√ües schimmelgr√ľnes Fragezeichen.

(Wen es interessiert: Die Dortmunder Nummer lautete 0231-99959640. Im Web ist die Nummer bereits als Betrugsmasche bekannt, aber dieses Gespr√§ch war dennoch besonders, √§h … denkw√ľrdig.)

*Name von der Redaktion geändert.

R.I.P., Stephen Hawking.

14. März 2018

Stephen Hawking ist gestorben.¬†Heute, am 14. M√§rz 2018, ausgerechnet am Welt-Pi-Tag, der obendrein gleichzeitig Einsteins Geburtstag ist (irre, oder?). 76 Jahre alt wurde er – das sind 54 Jahre mehr, als¬†ihm seine¬†√Ąrzte noch zu leben gaben, die¬†1963 die degenerative Nervenerkrankung¬†ALS diagnostizierten. In your face, ALS!

√úber Hawkings Leben und Wirken muss man vermutlich nicht viel sagen. Er war ein √∂ffentlicher Mensch und das meiste wissen wir alle – sp√§testens seit dem Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, der auf den Memoiren seiner ersten Ehefrau Jane Hawking „Die Liebe hat elf Dimensionen“ beruht. Auch sein eigenes Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“¬†oder eines der Folgewerke d√ľrfte wohl in vielen B√ľcherregalen der Welt stehen.

Stephen Hawkings Gedanken- und Forschungsgut ist bahnbrechend, er hat viele Wissenschaftler weltweit inspiriert und nicht nur diese: Auch f√ľr ALS-Erkrankte auf der ganzen Welt war er ein Leuchtfeuer an Durchhaltewillen. Zweifellos verliert die Welt mit ihm einen vision√§ren Wissenschaftler – und eben auch noch ein bisschen mehr.

Nun stimme ich zwar null mit¬†ihm √ľberein, dass wir als Menschheit auf Biegen und Brechen ins All m√ľssen (abgesehen von wenigen Sachen, die durchaus sinnvoll sind).
Es macht mich sogar ausgesprochen w√ľtend, dass man lieber unz√§hlige Milliarden in die Erschlie√üung¬†„himmlischer“¬†Rohstoff-Ausbeutungsst√§tten¬†und die¬†Erforschung potenzieller Alternativplanete steckt, auf die wir umziehen k√∂nnten, wenn wir unseren eigenen irgendwann kaputtgerockt haben, anstatt das Geld f√ľr rettende Ma√ünahmen hier unten zu verwenden. Das kriege ich im Kopf einfach nicht zusammen, und niemand wird mich vom Gegenteil √ľberzeugen.

Aber ich verneige mich vor einem wundervollen, grenzenlosen Geist und vor einem unfassbar klugen, mutstrotzenden Mann mit funkelnden Ideen.

R.I.P., Mr Hawking.
Be there painlessness and joy wherever you’re going now.

Klolekt√ľre.

14. Dezember 2017

Von Loriot bis B√∂ll, von Epikur bis Albert Schweitzer, von wichtigen *√§h* Lebensratgebern bis Ultramonk-Lekt√ľre alles da: Willkommen in meiner kleinen Bibliklothek.

Von Loriot bis B√∂ll, von Epikur bis Albert Schweitzer, von wichtigen *√§h* Lebensratgebern bis zur Ultramonk-Lekt√ľre alles da: Willkommen in meiner kleinen Bibliklothek.

Ihr kennt das: Ihr m√ľsst dringend auf die Toilette, es wird eine l√§ngere Sitzung als geplant daraus – und euch ist langweilig. Wo man fr√ľher ohne Umschweife in die Todes-, Partnersuche- und Sonderangebotsanzeigen¬†der Tageszeitung von vorletzter Woche eintauchte oder die Qual der Wahl¬†zwischen¬†ausrangierten Asterix-Heften hatte, g√§hnt heute oft¬†literaturverachtende Leere.
Und selbst wenn sich eine hochrangige, wenn auch miniaturformatige „Bibliklothek“ anbietet wie in meiner G√§stetoilette, greift der Banause von heute doch lieber zum elektronischen¬†Zeitverknapper im Hosentaschenformat: dem allgegenw√§rtigen, munter vor sich hinstrahlenden, menschenversklavenden Smartphone. Dann wird gefacebookt, getwittert und gewhatsappt, was das Zeug h√§lt.*

Hat¬†aber das oben genannte¬†Verdauungsopfer vergessen, sein Smartphone¬†mit auf die Toilette zu nehmen, und hat es obendrein das Pech, nicht auf meinem G√§ste- und Kundenklo zu residieren … dann ist die Not gro√ü. Jeder wei√ü, was dann passiert:¬†Er (oder sie) greift zum n√§chstbesten Seifenspender, Putzmittel oder gar zur Handcremetube und liest verzweifelt, was dort eben zu lesen ist.

B√ľhne auf f√ľr helle Marketing-K√∂pfe – et voil√†:

you_are_eading_this_because_you_forgot_your_smartphoe_dont_youl

Naja, OK, es w√§re saum√§√üig lustig. Ein Geniestreich, sozusagen. Leider ist das Bild jedoch ein Fake, erdacht von Spa√üv√∂geln, die ich leider nicht ausfindig machen konnte. Geteilt wurde das Bild jedenfalls auf Twitter, und zur√ľckverfolgt habe ich es bis zu Reddit. Dort verlor sich die Spur.

Liebe Marketingleute und Werber, bitte macht sowas doch mal in Echt. Die Welt braucht mehr¬†befreit lachende Menschen auf den Klos!¬†Das w√§re auch vorteilhaft f√ľr die Volksverdauung.

*Es ist ja nicht so, dass ich selbst – und ich bin wahrlich eine B√ľcherwurmin vor dem Herrn! – davor gefeit w√§re.¬†
Toll ist es deswegen noch lange nicht.

Happy Bookmas!

11. Dezember 2017

Es gibt viele sch√∂ne Ideen mit B√ľchern, aber manche sind noch sch√∂ner. So wie dieser Lasst-die-B√§ume-leben-ich-baue-meinen-eigenen-Weihnachtsbaum-aus-B√ľchern-Clou, den @twolitter heute auf Twitter postete. Okay, auch die B√ľcher waren mal B√§ume, aber sie waren ja nunmal schon da und aus dem Regal muss man sie auch nicht rausr√§umen.
ICH finde das praktisch. Und wenn mein eigenes B√ľcherregal nicht 5 Meter lang und nur 1,50 Meter hoch w√§re, w√ľrde ich die Idee vielleicht sogar klauen.

Dass meine Kolleginnen aus dem Netzwerk Texttreff die Besten sind, war mir schon immer klar. Dass sie auch die besten Ideen haben, ist da nur nat√ľrlich.

Aber manche Ideen sind noch zauberhafter als andere, und eine davon m√∂chte ich heute vorstellen: die klitzekleine private Kinderbuch-„Bibliothek“ von Daniela Dreuth, ihres Zeichens Lektorin und Kinderbuch-Rezensentin aus Wipfratal im th√ľringischen Ilm-Kreis. (Ihr Unternehmen hei√üt √ľbrigens nicht ohne Grund OptimumText – Daniela kann man wirklich die miesesten Texte und B√ľcher ins Lektorat geben, sie schleift daraus Diamanten. Und ihr Rezensions-Blog „Kinderohren“¬†ist eine echte Fundgrube f√ľr alle, die auf der Suche nach tollen Buchtipps f√ľr kleine und gro√üe Kinder sind.)

Daniela also¬†erz√§hlte¬†heute auf facebook, ganz bescheiden, wie aus einem wetterfesten vor die Haust√ľr gestellten Selbstbedienungs-B√ľcherschrank eine richtige kleine Mini-Kinderbibliothek wurde. Der Schrank, der den vielen Rezensionsexemplaren, die √ľber Danielas Tisch gehen, ein sinnvolles Weiterleben bescheren sollte, platzte n√§mlich bald aus allen N√§hten. Man sann nach Verbesserung und r√§umte schlie√ülich der buchgewordenen Herzensangelegenheit ein St√ľck der separat zug√§nglichen Garage frei. Hier sind die dicken und d√ľnnen Werke sicher vor Wettereinfl√ľssen gesch√ľtzt und dennoch jederzeit von au√üen erreichbar. Die Kinder der Umgebung k√∂nnen jederzeit (!) einfach einmarschieren, st√∂bern, schm√∂kern und ihre Favoritenb√ľcher auf Vertrauensbasis mitnehmen. Irgendwann bringen sie sie wieder und fertig. Das funktioniert ganz wunderbar und ich finde, diese Idee sollte Schule machen! Leider habe ich nicht die r√§umlichen M√∂glichkeiten, sonst h√§tte Starnberg l√§ngst eine neue kleine Bibliothek, in der ich all die ausgelesenen und vom Himmel gefallenen B√ľcher zur Verf√ľgung stellen w√ľrde – nicht nur f√ľr Kinder, denn aus dem Kinderbuch-Alter sind meine beiden (18+16) endg√ľltig raus. ūüôā

Tolle Idee, Daniela Рdanke! <3   Ohne Titel

 

 

Himmel, habe ich tatsächlich seit Mai nicht mehr gebloggt? Eine Schande ist das. Und ein Wunder beinahe, dass sich trotzdem noch hie und da ein Leser hierher verirrt. Seid also willkommen, Ihr tapferen Wanderer im Netz, Ins-Textzickenblog-Hineinstolperer, edle Reiter der Suchmaschinen!
Welche Begriffe Euch hierher gef√ľhrt haben, verr√§t mir ein feines Tool namens Piwik, und das sagt f√ľr den Zeitraum seit der letzten Suchbegriffs-Verbloggung unter all den Sachen, die den Leuten offenbar immer wieder unter den N√§geln brennen¬†(ich empfehle hierzu die Lekt√ľre der vorhergehenden Eintr√§ge, die verst√∂renderweise zu einem hohen Prozentsatz mit haarigen Extremit√§ten einhergehen)¬†Folgendes:

„Behaartes Ei“:¬†Waaaahhhhh,¬†die Bilder! DIE BILDER! Macht das weg!!!¬†ūüėģ

„Die besten Frei-Wild Zitate“: So, jetzt werde ich sauer. Keinesfalls m√∂chte ich die Texte dieser gr√§sslichen Band mit dem einmalig hier zitierten wundersch√∂nen Spruch von Astrid Lindgren verquickt wissen! Ja geht’s noch?!

„Brille Comic“ &¬†„Meisterwerk Brillen“: Also wer hier nicht an das absolut rundum fantastische Blog des Brillenfr√§uleins denkt, ist wirklich selbst schuld! <3

„Ich sch√§me mich daf√ľr Spr√ľche“: Tats√§chlich habe ich wegen dieses Suchbegriffs gefragt, f√ľr was in meinem Leben ich mich eigentlich so richtig rundum sch√§me. Und habe nicht soooo irrsinnig viel gefunden. Nat√ľrlich, dies und das und auch jenes, aber da war ich jung und doof (und verraten werde ich es hier garantiert nicht) … Insgesamt sollten wir vielleicht einfach versuchen, so zu leben, dass wir uns hintenraus nicht sch√§men m√ľssen. Klingt einfach, ist es aber nicht so wirklich. ūüėČ

„Wann mit Pumpen beim Plasmaspenden“: Also ich w√ľrde ja niemals ohne mindestens zwei Luftpumpen beim Plasmaspenden aufschlagen. und Ihr so?