“Suna”. Als Taschenbuch auf der Bestsellerliste. Endlich.
25. April 2013
Dass mich das Buch “Suna” von Pia Ziefle mehr als nur begeistert hat, kann man unschwer aus meiner ausführlichen Rezension herauslesen. Seit “Suna” vorletzte Woche endlich auch als Taschenbuch (9,99 €) erschienen ist, verschenke ich es noch häufiger als sonst. Ob ich so ein bisschen mit Schuld daran bin, dass es heute auf der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 50 eingestiegen ist?
Mehr als verdient ist dieser Erfolg ja – wobei ich prophezeie, dass es dabei nicht bleiben wird. Bis auf die vorderen 20 Plätze wird dieses berührende, großartige Buch es bestimmt noch schaffen. Ich empfehle es jedem; als Lektüre für wertvolle Stunden oder als Geschenk für Menschen, die gute Geschichten zu schätzen wissen. Die Hardcoverausgabe ist übrigens natürlich noch viel schöner als das Taschenbuch … und da “Suna” ein Buch ist, das man mehr als einmal lesen wird, fand ich für mich die Investition in 9 Euro mehr auch völlig angebracht.
Blogger schenken Lesefreude.
24. April 2013
Dank Britta Freith bin ich gerade auf diese nette Aktion aufmerksam geworden – und nun dabei, obwohl ich mich nicht mehr “offiziell” anmelden konnte. Nun ja, dann eben nur hier, ohne facebook.
Ich habe mich entschieden, das Buch “Was ich liebte” von Siri Hustvedt zu verlosen. Es ist eine dicke, schöne Hardcoverausgabe von 2003, der man ansieht, dass sie auch, bevor ich sie in die Finger bekam, schon ein paarmal gelesen wurde (ich erwarb sie auf einem Flohmarkt).

Warum ich ausgerechnet dieses Buch ausgesucht habe? Weil es mich gleichermaßen genervt, gefordert und völlig fasziniert hat. Gelesen habe ich es letztes Jahr im Herbsturlaub auf Sardinien. Da saß ich nämlich eine Woche lang mit Anorak und Schal in einem Strandcafé an der Surfstation, während meine Männer wie die Verrückten – Überraschung! – surften. Um mich herum: Surfer. Ich fand die nett, konnte aber zu ihren Themen (Surfen) und ihrer Begeisterung (Surfen) nicht viel beitragen. Deshalb las ich.
“Was ich liebte” ist vielschichtig, intellektuell, psychologisch dicht und manchmal ziemlich verstörend. Es geht um Kunst, Liebe, Freundschaft, Mord, Geschlechterrollen, Abschied und Kontrollverlust. Siri Hustvedts Erzählweise ist mit Sicherheit grandios, durch ihre Kleinteiligkeit aber manchmal enervierend … wobei ich mich frage, ob nicht gerade die Kleinteiligkeit so genial …? Ach, ich weiß doch auch nicht. Selbst nach dem Lesen bin ich mir noch nicht zu 100% sicher, wie ich das Buch eigentlich wirklich fand. Und deshalb verlose ich es. Weil ich viele Menschen kenne, die davon schwärmen, und manche, die es verabscheuten (ein paar amazon-Rezensionen gibt es hier).
Ich sitze zwischen den Stühlen und wäre auf die Meinung des Gewinners gespannt.
Also los! Jeder Kommentar kommt in den Lostopf und am 30. April ziehe ich die Gewinnerin oder den Gewinner. Ich freue mich auf Eure Teilnahme und jedes Weitersagen, z.B. auf Twitter.
UPDATE:
Um Punkt 18 Uhr zog eine Glücksfee namens Turbosohn ein Los aus dem Topf und es trääägt … *Trommelwirbel* … die Nummer 4!

Das bedeutet, der Gewinner heißt Oliver Schüssler (Kommentar Nummer 4). Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Lesen!
Warum man nicht kostenlos arbeiten sollte.
19. April 2013
Die grandiose Martina Bloch aka @akquisefachfrau schrieb bereits 2011 auf ihrem Akquiseblog über eine Frage, die uns Freelancer immer wieder umtreibt:
“Sollte ich unter irgendwelchen Umständen kostenlos arbeiten?”
Die Antwort, so wird mir der geneigte Leser zustimmen, lautet vernünftigerweise meist “Natürlich NICHT, hallo, geht’s noch?”. Trotzdem gerät man als Freelancer immer wieder in die Situation, den vermeintlichen guten Argumenten potenzieller Leistungserschleicher begegnen zu müssen. Auch mir ist es – vor allem in den ersten Jahren meiner Freiberuflichkeit – durchaus schon passiert, dass ich mich von blumigen Versprechen und dreisten Lügen einlullen ließ. Für diese Fälle hat die amerikanische Typo-Künstlerin und Illustratorin Jessica Hische die Mindmap “Should I work for free?” erstellt. Schritt für Schritt führt sie den gezwickmühlten Freelancer durch die Entscheidungsfindung, ob man angeblich ruhmreiche, folgeauftragsschwere und karmafördernde Projekte ohne Honorar bearbeiten sollte. Fazit: Solange der/die Anfragende nicht Deine Mutter, Dein bester Freund oder eine coole Band oder Non-profit-Organisation ist, mit deren Zielen Du Dich 100% identifizierst: lass es!
Die Mindmap gibt es jetzt auch auf Deutsch (übersetzt von Patrick G. Stoesser) und hier ist sie:
Nichts davon ist wirklich völlig neu, aber mir gefällt die humorvolle Herangehensweise an schwierige Gedanken. Für mich habe ich daraus mitgenommen, dass ich Anfragen nach “Arbeiten für lau” noch kritischer beäugen … und noch selbstbewusster ablehnen werde. Gute Arbeit kostet eben. Punkt.
Freund und Feind der Korrektorenzunft: der Apostroph.
6. März 2013
Kaum ein Satzzeichen wird derart stiefmütterlich behandelt wie der Apostroph.
Den Deutschen fällt es nicht nur furchtbar schwer, ihn regelkonform einzusetzen; im Allgemeinen verwenden sie dafür auch noch völlig falsche Zeichen. Der Accent muss recht häufig herhalten (gern auch noch verkehrt herum), aber auch das Zoll-/Minuten-Zeichen oder das einfache öffnende Anführungszeichen werden als billige Apostroph-Surrogate verwendet.

Mir als Lektorin tut das nicht nur in der Seele weh, es geht mir auch tierisch auf die Nerven. Weil es nämlich kaum ein Schriftstück gibt, das ich nicht – nebst galoppierender Gedankenstrichkrätze – von akuter Apostrophitis heilen muss. Ganz schlimm: Viele Grafiker wissen noch nicht mal, wie sie einen typographisch korrekten Apostroph erzeugen können. Ihnen das beizubringen, ist dann auch noch mein Job. *seufz*
Doch Hilfe naht!
Ist nämlich ein genereller Besserungswille vorhanden, kann der geneigte Apostroph-Neuling auf der fabelhaften Seite typefacts lernen, wie man das Häkchen des Anstoßes korrekt verwendet. Der Leser erfährt zum Beispiel, wann ein Genitiv-Apostroph ausnahmsweise erlaubt ist und welche Shortcuts (Tastenkombinationen) unter Windows, Mac iOS und Linux zum typographisch richtigen Apostroph führen.

Der ganze typefacts-Artikel ist hier einsehbar.
Auch zu empfehlen: Die DUDEN-Seite zu Apostroph & Co.
Und nicht zuletzt: gesammelte Apostrophenkatastrophen auf der legendären Seite Deppenapostroph.
Außerdem kann und sollte man @typefacts auf Twitter folgen.
Die Wahrheit über Websites. ALLE Websites.
5. März 2013
Das Verfassen dieses kurzen Textes bedarf äußerster Selbstbeherrschung. Warum? Weil ich seit einer Stunde alle paar Sekunden aufs Neue lachend zusammenbreche, ein paar Buchstaben tippe, wieder zusammenbreche, wieder tippe …
Und warum nun dies? Weil ich die lustigste Website der Welt entdeckt habe. Nach dem Besuch derselben wissen Sie alles, was Sie über Websites je werden wissen müssen und, naja, noch etwas mehr. Vor allem wird sich Ihr englischer Wortschatz in Sachen Gossenslang … sagen wir … erweitert haben.
Der folgende Link führt nun dorthin.
DISCLAIMER: Bitte nur klicken, wenn Zeit und Ort für einen ausgiebigen Lachkrampf vorhanden sind!Ich ringe noch immer um Fassung.
In Österreich ticken Staubsauger anders.
4. März 2013
Auf dem (äußerst empfehlenswerten!) Blog Comrecon stieß ich heute auf einen Artikel über Staubsauger – um genau zu sein, über die Slogans aus der Werbung für MIELE-Staubsauger und MIELE-Produkte allgemein.
Moment … Slogans?
Hat ein Unternehmen nicht immer nur einen Claim pro Sprachraum?
Oh nein, absolut nicht!
Was ich nämlich nicht wusste: Obwohl sich Deutschland und Österreich eine Sprache teilen, bewirbt MIELE seine Elektrogeräte in beiden Ländern völlig unterschiedlich. Während sich offenbar deutsche Kunden mit dem Slogan “Immer besser” identifizieren, reagiert der durchschnittliche Österreicher eher auf “Verlässlichkeit für viele Jahre”.
“Lokalisierung” nennen wir Werber diese manchmal kleinkariert wirkende, aber sinnvolle Buchstabenreiterei.
Doch bevor ich darob in die Tiefe gehe, schicke ich meine Leser ein Häuschen weiter direkt zu dem besagten Artikel. Denn was andere schon prima geschrieben haben, muss man ja nicht unnötig frisch aufbügeln, stümmt’s?


