Willis Wunderwelt – zum Weinen!

Ich komme gerade aus dem Kino. Wochenlang schon hatten mich Turbosohn und Töchterchen Liebreiz bequatscht, endlich „Willi und die Wunder dieser Welt“ anzuschauen. Hört sich ja auch gut an, Willi mögen sie aus dem TV. Heute hat es geklappt, und so enterten wir um 15 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit das Starnberger Kleinkino, ausgestattet mit reichlich Popcorn, Ohrenstöpseln und Sonnenbrille.

Ohrenstöpsel und Sonnenbrille? Jep, Ohrenstöpsel und Sonnenbrille. Töchterchen Liebreizens zarte Sinne sind nämlich nicht kompatibel mit THX und Breitwand. Sie muss das, was da flimmert und dröhnt, auf ein erträgliches Maß dämpfen, sonst kriegt sie KKK: das Kura’sche Kino-Kopfweh. Aber ich schweife ab.

Den Film selbst beschreiben drei Worte: ER. IST. SCHLECHT. In jeder einzelnen „Sendung mit der Maus“ (hihi, ich wollte schon „Mouse“ schreiben) steckt mehr und interessantere Info als in diesen eineinhalb Stunden. Zwischendrin wäre ich mehrmals fast aufgestanden und gegangen – allein, wir waren eingekeilt zwischen Pfingsteltern, deren Gesichter allerdings ebenso unbegeistert aussahen wie meins. Der Film schafft den unglaublichen Spagat zwischen tödlicher Langeweile und Schockmomenten à la „Blair Witch Project“, die die Liebreizende winselnd unter dem Sitz verschwinden ließen. Am Schluss fand sie das alles absurderweise doch ganz ok. Versteh einer die Kinder.

Fazit: Wenn es unbedingt sein muss – etwa wenn man es in einem schwachen Moment versprochen hat -, die Kinder allein reinschicken. Oder eine Schlafbrille nebst iPod und Hörbuch einpacken.

9 Comments

  • Ingo Seifert

    Ui, danke für den Tipp – den wollten meine Kids nämlich auch noch sehen. Dann also doch Hexe Lilli…

  • juf

    Ich war also Kind auch mit Sonnebrille und Ohrenstöpsel unterwegs. Allerdings im Kasperletheater. Ich war eben ein sehr sensibles Kind. Heute bin ich zum Glück ein grober Klotz.

  • Susi

    Gut zu lesen. Ich hätte selbigen Filmfehler sonst vielleicht auch gemacht. Hatte schon fast ein schlechtes Gewissen, meinen Kindern eine Bildungschance bislang vorenthalten zu haben.

    Mann, baue ich hier tolle Sätze! (moderierst du mich jetzt auch?;-))

  • Susi

    Oh, und meine texterella in der Linkliste!!!! *freu*

    (Das hat jetzt allerdings langsam gar nix mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun und darf umso mehr moderiert werden. ;-))

  • Heike

    So verschieden sind die Geschmäcker – ich fand den Film recht launig, auch mein Sohnemann und sein Freund fanden sich gut infotaint :-))
    Liebe Grüße von Heike (der Prinzessinnenfilme zum Glück erspart bleiben)

  • Michaela

    Weia, ich fürchte, wir beide können nicht zusammen ins Kino – mir hat er nämlich gefallen, der Willi (vor allem in Japanesien 😉 + die Großaufnahmen von den Viechern mochte ich auch …
    Allerdings habbich mir auch freiwillig „Hexe Lilli“ angesehen (noch BEVOR der Film den „Goldenen Spatz“ gewonnen hat), ich fürchte, ich bin ein hoffnungsloser Fall von Erwachsener … ;-))
    Liebe Grüße von Michaela

  • textzicke

    Hihi, es ist wirklich lustig, wie verschieden die Geschmäcker sind. Zumindest die Starnberger Erwachsenen, die mit mir im Kino litten, waren jedoch ähnlicher Ansicht wie ich – ihren Gesichtern nach zu urteilen. 😉

  • VerenaRebecca

    Haha, sehr schön geschrieben. Kann es mir vorstellen, fand den Trailer schon unerträglich dmämlich. Die Sendung mit der Maus ist eh besser, vor allem deren Zuschauerservice *grins*.
    Heißt dein Töchterchen etwa Kura? So ein schöner Name!
    LG

  • textzicke

    Nein, Kura ist unser Nachname. Töchterchen heißt „Prinzessin Liebreiz“. *g*

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