Sachspenden in Starnberg sinnvoll abgeben.

Disclaimer: Dieser Blogpost richtet sich gezielt an Leser aus meiner Heimatregion Starnberg.
Andere dürfen sich natürlich auch sehr gern Anregungen holen, werden aber mit den meisten Ortsnamen und Tipps nix anfangen können. 🙂

 

Also, liebe Starnberger,

bestimmt sucht auch Ihr immer wieder mal nach Möglichkeiten, aussortierte Kleider, Bücher, Hausrat & Co. regional sinnvoll zu spenden. Leider ist ja das mit den Altkleider-Containern alles andere als toll: Die Sachen werden zumeist teuer in Drittweltländer verkauft und richten dort mehr wirtschaftlichen Schaden an, als dass sie auch nur ein Fitzelchen hülfen. (UTOPIA hat die Machenschaften der Altkleider-Mafia samt Alternativen vor ein paar Monaten ziemlich gut beschrieben)


Ich habe mich deshalb mal schlau gemacht, einiges auch schon ausprobiert und das hier sind die Anlaufstellen, bei denen ich Eure noch gut erhaltenen Sachspenden im Landkreis Starnberg gut aufgehoben sehe:

1. Die Sozialkaufhäuser

  • Das Starnberger Caritas Sozialkaufhaus KaDeCa im Riedener Weg 12 nimmt in Maßen Kleider, Haushaltsgegenstände, Spielsachen, Möbel, Elektrogeräte etc. an. Kündigt jedoch größere Teile, etwa Möbel oder Waschmaschinen, unbedingt vorher telefonisch an! Meist wollen die Mitarbeiter die Dinge erst sehen, kommen dazu zu Euch nach Hause und nehmen die Sachen dafür dann aber auch gleich mit. In der dazugehörigen Bücherhalle sind außerdem Bücher fast jeder Art gern gesehen. Gute Sache.
  • Gleiches gilt für das Gautinger Sozialkaufhaus KlaWotte.

2. Die lokalen Asyl-Helferkreise

Die Asyl-Helferkreise versorgen Geflüchtete*, die im nahen Umkreis für die Zeit ihres Asylverfahrens untergebracht sind, mit Gegenständen des täglichen Lebens. Häufig werden gezielt Dinge wie Kleidung in bestimmten Größen (meist klein), Schreibmaterial, Einrichtungsgegenstände etc. gesucht. Bitte aber grundsätzlich erst anfragen und keinesfalls einfach Sachen zu den Unterkünften bringen; es besteht meist kaum Möglichkeit, etwas zu lagern, und eine Direktabgabe könnte zu regelrechten Tumulten der Bewohner führen. Kontaktadressen:

*Mir widerstrebt der Begriff „Flüchtling„, denn das angehängte -ing impliziert ja, dass der Mensch noch immer auf der Flucht und daher noch unterwegs ist. Sie sind aber ja schon angekommen bei uns, die Geflüchteten, und verdienen deshalb jetzt und hier unseren Schutz. Als Alternative für „Asylant“ bevorzuge ich aus einem ähnlichen Grund den Begriff „Schutzsuchender“ oder meinetwegen behördlich korrekt „Asylbewerber“. Am liebsten aber eigentlich „Gast“ – so handhaben es im Übrigen auch die meisten Helferkreise, Tafeln etc. Das aber nur am Rande. 🙂 

3. Altkleidercontainer mit dem FairWertungs-Siegel im Umkreis

Denn: Nur bei Containern mit diesem Siegel  gehen die Sachen tatsächlich in soziale Projekte! In und um Starnberg stehen drei solcher zertifizierten Altkleider-Container zur Auswahl:

fairwertung_siegel

  • Container Starnberg, Hanfelder Straße, gegenüber Heimgartenstraße (an der Bushaltestelle)
  • Container Pöcking, Kirchenweg (am Parkplatz bei der Kirche)
  • Container Perchting, Pöckingerstr. 11 (am Pfarrhaus)
  • weitere Standorte findet man >hier

4. Rotes Kreuz Starnberg

ACHTUNG: Sachen nicht !!! in die BRK-Kleidercontainer werfen (siehe verlinktes Video oben), sondern in die Rettungswache in der Petersbrunner Str. 16 bringen. Die Wache hat nur begrenzte Kapazitäten, deshalb unbedingt vorher Kontakt mit dem Leiter der Rettungswache, Herrn Rötzer, aufnehmen: (08151) 2602-1113.

(UPDATE: Ich habe gerade von einer Leserin erfahren, dass man ihr dort sagte, sie soll es sehr wohl in die nebenan platzierten Container werfen, man würde es dann schon aussortieren und an die Flüchtlingshilfe-Einrichtungen weitergeben. Hört sich für mich nicht überzeugend an, deshalb sei diese Abgabemöglichkeit bis auf Weiteres mal auf Eis gelegt.)

5. Starnberger Stadtbücherei

Aussortierte Bücher kann man in der Starnberger Bücherei in der Hauptstr. 10 abgeben. Dort werden sie dann für 1€ pro Kilo verkauft (und ich bin die beste Kundin, öhömm). 🙂 Fragt aber bitte auch hier vorher nach; manchmal sind die Lager voll. Telefon: (08151) 3049.

ACHTUNG: Die Stadtbücherei Starnberg hat seit Januar 2019 neue Öffnungszeiten! Nachdem ich kurz dem Bis-21-Uhr-Montag nachgeweint habe, finde ich mittlerweile den von 10-13 Uhr geöffneten Samstag fast genauso toll.
Die neuen Öffnungszeiten sind wie folgt:
Mo geschlossen
Di 10.00 – 18.00 Uhr
Mi 14.00 – 19.00 Uhr
Do 10.00 – 18.00 Uhr
Fr 10.00 – 18.00 Uhr
Sa 10.00 – 13.00 Uhr

6. Klinik-Büchereien

Die meisten Krankenhäuser, Hospize etc. haben Patientenbibliotheken oder zumindest einen Bücherschrank – so auch das Klinikum Starnberg und z.B. die Klinik in Tutzing. Hier können sich Menschen, denen während ihres Klinikaufenthalts der Lesestoff ausgeht, neuen beschaffen. Sie unterschreiben einfach ein Ausleihkärtchen mit ihrer Patientennummer und los geht’s. Manche funktionieren auch einfach auf Vertrauensbasis. Ich finde das eine super Sache.
Ruft aber bitte vorher bei der Zentrale des avisierten Krankenhauses an und fragt nach, ob Bücherspenden aktuell willkommen sind!

7. HEIMATSTERN e.V.

heimatstern_logo

Wer die Möglichkeit hat, auch mal Sachen nach München zu bringen, wird vom mir persönlich bekannten und sehr geschätzten HEIMATSTERN e.V. mit offenen Armen empfangen! Vielleicht sammelt Ihr ja im Bekanntenkreis vorher rundum Klamotten & Co. ein, dann lohnt sich die Fahrt auf jeden Fall. 🙂

Bitte informiert Euch aber immer vorher auf der Website, was gerade gebraucht wird. Eine tolle Sache sind auch die Paketpatenschaften (Übernahme des Portos), Flugpatenschaften (Mitnahme von leichten Sachspenden in die Krisenregionen) sowie die amazon-Wunschliste des Vereins, auf der man genau das schenken kann, das gebraucht wird. Auf facebook findet Ihr den Verein hier.

8. diakonia

logo-diakonia-600x192

Der Sozialbetrieb diakonia verschafft Menschen, die Vermittlungsprobleme auf dem Arbeitsmarkt haben, eine sinnvolle Beschäftigung mit zwar nicht allzu dollem, aber vertretbaren Einkommen. Neben diversen GebrauchtWarenhäusern in München und Umland bewirtschaftet die Initiative mittlerweile mobile Hausmeistereien, Werkstätten, EDV-Dienstleistungsbetriebe, Hausdienste, eine Schneiderei, einen Malerfachbetrieb und vieles mehr. Hier werden schwer integrierbare Langzeitarbeitslose (z.B. mit psychischen Erkrankungen) an ein Arbeiten am freien Markt herangeführt und idealerweise später entsprechend vermittelt. Auch Ausbildungen und Umschulungen werden angeboten. Eine wunderbare, wichtige Sache, wie ich finde!

Sachspenden nimmt diakonia je nach Bedarfslage an. Eine stets aktuelle Liste und die Adressen der Annahmestellen München-West (Dachauer Straße), München Ost (Stahlgruberring) und Ebersberg (Münchner Str.) gibt es >hier.

diakonia betreibt auch eigene Kleidercontainer, die dann geleert und intern sortiert werden. Die Kleiderspenden gelangen definitiv nicht in mafiöse Kreisläufe wie bei vielen anderen Kleidercontainern, sondern bleiben definitiv innerhalb der diakonia (Sortierung, Aufbereitung, Verkauf)! Eine Liste der Kleidercontainer-Standorte befindet sich auf der Sachspenden-Seite ganz unten rechts am Rand – bitte scrollen!

9. www.wohindamit.org

Gerade entdeckt, noch nicht ausprobiert, hört sich aber praktisch an: www.wohindamit.org.
Hast du Möbel, Elektronik, Bücher oder Tonträger, Spielzeug, Hausrat, Kleidung oder Fahrzeuge (Fahrräder etc.) abzugeben? Einfach anklicken, PLZ eingeben … und zack, werden alle Initiativen in der Gegend angezeigt, die die Dinge annehmen würden. Cool!

Das ist eine kleine Auswahl von Möglichkeiten, bei uns im Landkreis das zweite Leben aussortierter Dinge mit Sinn zu füllen. Bestimmt gibt es aber noch viel mehr. Deshalb bin ich für Eure Tipps und Erfahrungen sehr dankbar, die Ihr mir gern in den Kommentaren hinterlassen könnt!

10. Facebook-Verschenkgruppen

Auf Facebook gibt es haufenweise regionale Verschenkgruppen. Um flugs ein paar Dinge loszuwerden und sie damit vor der Mülltonne zu bewahren, sind diese gut geeignet. Ihr müsst halt dann damit leben, dass Eure Sachen vielleicht einfach nur bei einem Schnäppchenjäger landen statt bei tatsächlich Hilfsbedüftigen. Für mich ist das eine der nicht toootal optimalen Möglichkeiten, aber wie gesagt: immer noch besser als Wegwerfen. Sucht auf Facebook in den Gruppen einfach nach „[Ortsname] + verschenken“ oder „[Ortsname] + kostenlos“ oder so, dann findet Ihr schon das Richtige.

11. ebay Kleinanzeigen

Klar, kann man machen und funktioniert auch bestens. Schwuppdiwupp Anzeige erstellen, als „kostenlos“ markieren und los. Es gilt dann die gleiche Sinnhaftigkeits-Einschränkung wie bei Nummer 9. 🙂

 

One Comment

  • Bina

    Ich war erst letzte Woche beim BRK in der Petersbrunner Straße. Ich hatte ausgesuchte gute Wintersachen dabei. Die Männer dort sagten mir, ich solle meine Sachen in den Container werfen. Die Dinge würden aussortiert werden! Ehrlich, was soll man denn da noch glauben! Für den Reißwolf waren die frisch gewaschenen, sehr gut erhaltenen Winterjacken auf jeden Fall nicht gedacht! Würde mich wahnsinnig ärgern…..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.