Heute stieß ich auf einen Artikel auf der tendenziösen, von Häme und rechtem Gedankengut nur so sprudelnden Seite achgut.com, den ich beim besten Willen nicht unkommentiert stehen lassen kann:
„Die grüne Dauerberieselung“ heißt er, und er hat meine headlinebedingte böse Vorahnung mehr als erfüllt. Leider.

Wir müssen vermutlich gar nicht erst darüber diskutieren, ob der Autor Günter Ederer „grün“ eindeutig als Schimpfwort empfindet.
Wie weit er aber geht, um die für ihn unerträgliche Partei gleichen Namens zu diskreditieren … das hat mich aus den Socken gehauen. 

In seinem Artikel geht es

  • um den Klimawandel bzw. die vom Autor augenrollend gefühlte Überbewertung desselben,
  • um die „pseudoemotionale“ Instrumentalisierung verhungernder Eisbären und – wenig überraschend, weil brandaktuell –
  • um die „Schulschwänzer“*, die von der „indoktrinierten Asperger-AutistinGreta Thunberg** in einer Art Kinderkreuzzug zu den #Fridaysforfuture geführt werden.
Aber fackeln wir nicht lange rum. Kommen wir lieber direkt zu ein paar Aussagen, die mich beim Lesen in ein Wechselbad zwischen Fassungslosigkeit, Wut, Traurigkeit und vor allem Ekel geworfen haben. 

Zur Beruhigung hier ein Bild von den Blühstreifen, die wir letzten Sommer vor dem Haus angelegt haben.

Zunächst mal bezeichnet der Autor genüsslich eine Auswahl der Organisationen, die für den Erhalt unserer Lebensgrundlage m.E. am entscheidendsten sind, süffisant als „Grüne Front-Aktivisten“ – darunter BUND, NABU, WWF und Greenpeace. Ja nee, is klar. 
 
Die Klimakatastrophe ist für ihn ein künstlich dramatisiertes Fantasieszenario, das der Propagandaabteilung der verdammenswerten GRÜNEN höchst willkommenen Stoff liefert:
„Für die massenhaft ausgestrahlten Klimakatastrophensendungen, die wie Werbespots der Grünen wirken, tragen die Sender die Verantwortung. Sie sind eine kostenlose Zugabe an die Grünen.“
Vor allem aber findet er sie ja so wahnsinnig LÄSTIG, diese Dauerberieselung mit dem ewigen Klimawandel-Scheiß!
Kaum eine Nachrichtensendung, in der nicht irgendetwas daherkommt, das mit dem Klimawandel oder Eingriffen in die Umwelt, die dann wieder Auswirkungen auf das Klima haben, zu tun hat. Es ist schon fast bewundernswert, wie es den Redaktionen gelingt, egal, um was es sich handelt, einen Bezug zum menschengemachten Klimawandel herzustellen.“
Und dann hat der Herr Ederer laaange in den schlammigen Tiefen seines Hirns gegraben, um sogar das qualvolle Verhungern der arktischen Eisbären als pseudoemotionales Tränendrüsen-Drückstück zu verhöhnen. Seine Strategie: dem Aussterben am schmelzenden Nordpol völlig sinnentkoppelt eine Eisbärenplage in einem russischen Dorf gegenüberstellen.
„Mittlerweile kenne ich auch den Eisbären, der immer und immer wieder ersaufen muss, […] Manchmal führt das dann schon zu komischen Widersprüchen. Da wird in einer Natursendung das Aussterben der Eisbären heraufbeschworen, und gleich danach läuft in den Nachrichten ein Beitrag mit der Eisbärenplage im russischen Novaja Zemlya. Dort terrorisieren die 51 Eisbären die Bevölkerung, die sich nicht mehr traut, ihre Kinder alleine in die Schule laufen zu lassen.“
Das Vordringen der verzweifelten Tiere bis in bewohnte Gebiete, um ihre Nachkommen mit menschlichem Müll zu füttern, preist er entsprechend als bewundernswerte Anpassungsleistung:
„Eisbären sind nämlich in der Lage, sich veränderten Umweltbedingungen extrem gut anzupassen. Sie wandern dorthin, wo sie etwas zu fressen finden, und dazu gehören die Mülltonnen der menschlichen Siedlungen.“  
(Ja doch, ehrlich, das steht da! Das meint der Typ wirklich! Manchmal gibt es einfach nicht genug WTFs, um eine Aussage zu garnieren.)
Was die #Fridaysforfuture-„Schulschwänzer“ angeht:
Da scheint dem lieben Günter entgangen zu sein, dass sich mittlerweile 12.000 namhafte Wissenschaftler weltweit hinter die streikenden Schülerinnen und Schüler gestellt haben. Aber die stehen garantiert auch alle auf der Gehaltsliste der GRÜNEN. Denkt Günter (mutmaßlich).
Weißt du was, verbitterter alter Mann? 
Ohne die „Grüne Front“ und ihren „Aktivismus“ wären wir vielleicht heute schon am Arsch.
Ein bisschen weiter links auf der Weltkarte gibt es ein Land, in dem ein dummer, orangegesichtiger und äußerst schlecht erzogener Irrer durch kollektive Gehirnauslöschung o.Ä. Präsident geworden ist.
Der redet genau wie du.
Ersetze lediglich „GRÜNE“ durch „Democrats“.
Am besten holst du dir direkt ne Green *haha* Card, ziehst da rüber und heuerst bei FoxNews an (friends, ya know).
Und weißt du noch was, verbitterter alter Mann?
Leute wie du ekeln mich an.
Leute wie du sind das Problem.
Leute wie du und deine Redaktionskollegen sollten einfach mal die Fresse halten.
* Hier ein höchst informativer Artikel zur juristischen Lage für demonstrierende Schülerinnen und Schüler
** GO GRETA GO! <3 
Du bist so dermaßen unsere Heldin, das kannst du dir gar nicht vorstellen. 
Lass dich bloß nicht unterkriegen!

Ein Kommentar zu “Klimawandel und grünes Engagement verhöhnen. So ätzend.”

  1. Mela sagt:

    Achse des Guten? Nicht nur erwartet man von dort nichts anderes, mehr noch müssen die immer stärker frei drehen, um ihre ‚besorgte‘ Leserschaft zu binden und mit reichlich Haß vom Denken abzuhalten. Dieses ‚Medium‘ gehört nicht mal ignoriert.

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