Homöopathie. Ein Plädoyer.

Wer mich kennt, weiß: Ich bin eine ziemlich überzeugte Anhängerin der Naturheilkunde und auch der Homöopathie. Ich habe sogar eine fundierte, zertifizierte Ausbildung in Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Meine ganze Familie und mein großer Bekanntenkreis – darunter ein ganzer Haufen langjähriger Zweifler*innen – hat damit schon derartig tolle Erfahrungen gemacht, dass ich gar nicht anders kann – dazu gleich mehr.

Die Kritiker*innen um mich herum jammern jedoch nach Statistiken, nach Beweisen.
Sie beschwören die #Globukalypse.
Sie wollen einfach nicht gern hören, dass verantwortungsvoll angewandte (!) Homöopathie bei mancher (!) Krankheit eine prima Alternative oder Ergänzung (!) sein kann. Besonders auf Twitter entbrennen immer wieder interessante – und leider oft ätzende – Diskussionen dazu, nicht unähnlich denen, die ich mit vielen Menschen im richtigen Leben führe.
Ich mag Diskussionen und finde grundsätzlich alle Aspekte einer Sache beleuchtenswert – aber eins finde ich beim Thema Homöopathie wirklich schade: Viele Menschen geben ihr gar nicht erst eine Chance, haben selbst null Erfahrungen damit gemacht … und erlauben sich dennoch ein Urteil, weil sie wissenschaftlich erhobenen Zahlen mehr Glauben schenken als dem richtigen Leben, das nun einmal nicht bis ins letzte Detal erklär- und ratifizierbar ist.

Dieser Blogpost soll meine eigenen, höchst persönlichen Gedanken zu diesem Thema zusammenfassen.
Ich gedenke, ihn jedem an die Hand zu geben, der mit mir die o.g. Diskussion beginnen möchte, denn ich bin es, ehrlich gesagt, etwas müde. 😜
Außerdem gedenke ich -und das wird vielen Leser*innen nicht passen -, ausnahmsweise für dieses Thema die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Ganz einfach weil ich jedes, wirklich jedes Argument contra Homöopathie schon gehört habe und keine weiteren Diskussionen brauche. 🤗 (Call it Seelenhygiene. Ich habe gerade einfach Wichtigeres zu tun.)

Warum? Weil ein*e hochdekorierter Professor*in X oder ein idealerweise von der Pharmaindustrie gesponsertes Labor YZ wahnsinnig teure randomisierte Studien durchführt, die angeblich zu 100% beweisen, dass Homöopathie nix hilft. Placeboeffekt!“ brüllen die einen, „Quacksalberei und Scharlatanerie!“ die anderen – und alle vergessen sie, dass das richtige Leben nicht da draußen in der Statistik stattfindet.

Ein bisschen schmunzeln musste ich z.B. angesichts dieses Artikels, in dem eine wissenschaftliche, ergo ernst zu nehmende 😜Laborstudie die Unwirksamkeit homöopathisch aufbereiteten Atropinsulfats (aus der Tollkirsche aka Atropa Belladonna) auf isolierten Rattendarm „bewiesen“ hat.
Warum schmunzelte ich, fragst du dich? Nun, weil ein Stück Rattendarm schlicht kein ganzer Organismus mit all seinen komplexen energetischen Verbindungen ist. Die braucht es aber, damit eine auf Selbstheilungsenergie abzielende Medizin helfen kann. „Aaaaber ein Stück Darm kann sich nix einbilden!“, hörte ich letztens als Argument. Das stimmt. Aber das können Tiere, Pflanzen oder unbeeinflusste Neugeborene auch nicht – und bei denen wirkt verantwortungsvoll angewandte (!) Homöopathie aus der Hand erfahrener Verordner*innen eben sehr wohl.

An eben diesem Gedankenknick kranken leider viele – nicht alle – Studien, die um jeden Preis die Wirksamkeit der Homöopathie widerlegen wollen.
By the way: Ich bin als Medizintexterin und -redakteurin sehr für Studien, denn ein Mensch ist kein Versuchskaninchen und an jemandem monatelang hartnäckig naturmedizinisch herumzudoktern, zähle ich als fahrlässige Körperverletzung.
Dass aber massenhaft vorhandene positive Erfahrungsberichte aus dem hier und heute stattfindenden Leben so völlig außer Acht gelassen werden, möchte ich nicht einfach so hinnehmen – Studien hin oder her.
Ich bin außerdem der Meinung, dass sich Homöopathie den gängigen Studiendesigns in manchen Punkten schlicht entzieht und dass sich weitaus nicht alle Heilerfolge mit dem Placeboeffekt erklären lassen. Auch dazu unten mehr – jetzt erstmal ein Exkurs dazu, wie mich die Homöopathie überzeugte. Here we go mit

Erfolgsgeschichte Nr. 1:

Im zarten Alter von 17 Jahren bekam ich von einem nicht wirklich frischen Steinbutt eine Fischvergiftung. Einen Tag lang kotzte ich mir die Seele aus dem Leib, dann kam das Fieber. 39, 40, 41. Bei 41,5 – ich delirierte mittlerweile heftig – bekam meine Mutter es mit der Angst zu tun und rief den Arzt. Der kam, gab zunächst Aspirin, Aspirin und noch mehr Aspirin. Kein Effekt, 42 Grad Fieber. Wadenwickel, Ganzkörper-Eiswickel, Spritzen, noch mehr Aspirin: nichts senkte das Fieber. Ich glühte, ich phantasierte, ich dörrte aus. Das ging einen halben Tag lang so, bis der Arzt meinte: „Ab ins Krankenhaus. Die stirbt uns hier weg. Wir brauchen die Eisbadewanne und alles.“
Während meine Mutter heulend vor Sorge eine Tasche packte und der Arzt noch anwesend war, kam unsere holländische Nachbarin – gelernte Hebamme und bewandert in Homöopathie & Co. – an mein Bett. Sie fragte meine Mutter komische Sachen, guckte mir in die verdrehten Augen und schob mir, die ich mich wild im Bett wälzte, irgendwelche dubiosen Kügelchen unter die Zunge. (Von Homöopathie hatte bis dato weder meine Mutter noch ich je etwas gehört.)
Man erzählte mir, was dann geschah: Kaum hatte ich die Dinger im Mund, lag ich plötzlich still. Innerhalb von 10 Sekunden schlief ich ein. Der Arzt meinte „Huch, was ist das denn jetzt? Warten wir mal noch ein paar Minuten.“ Nun, ich schlief wie ein Baby eine Stunde lang, schlug danach die Augen auf, krächzte nach Wasser und bewies dem Thermometer, dass die Temperatur auf 38 runter war. Einen Tag später war ich komplett wieder auf den Beinen – ein bisschen wackelig und ziemlich dünn, aber fieberfrei und mit neuem Appetit. Die Beteiligung der Homöopathie an dieser Gesundung habe ich damals nur am Rande mitbekommen udn dann erstmal vergessen.
Hier kommt Geschichte 2, mit der eigentlich alles erst richtig begann:

Erfolgsgeschichte Nr. 2:

Der Turbosohn, 5 Wochen zu früh geboren und ein zwar topfittes, aber unbestreitbar winziges Kerlchen, fing sich mit 13 Monaten einen gemeinen Magen-Darm-Virus ein. Das Kind kackte 💩, das Kind spuckte 🤮, das Kind glühte 🔥. Es ging ihm wirklich sehr schlecht – von „turbo“ konnte wahrhaftig keine Rede mehr sein. Die sofort konsultierte Kinderärztin wies den kleinen Kerl nur deshalb nicht sofort ins Krankenhaus ein, weil ich ihn noch teilweise stillte und zusammen mit der verordneten Elektrolytlösung so nährstoffmäßig recht gut über Wasser hielt.

An Tag 2 der Erkrankung konnte er dann trotzdem nicht mehr stehen, er war zu schwach. Nun wollte/sollte ich doch mit ihm ins Krankenhaus und sagte der besagten Nachbarin aus Geschichte 1 (die mittlerweile seine Patentante war) Bescheid. Sie meinte „Komm, versuch es ein einziges Mal vorher mit Homöopathie. Ruf Frau Dr. S. an, sie ist einfach spitze. Allgemeinmedizinerin mit Homöopathie-Zusatzqualifikation. Uns hat sie schon oft geholfen. Wenn das Mittel aber nicht innerhalb von einer halben Stunde wirkt, das sie Dir empfiehlt, fährst Du aber gleich los, ja?“
So geschah es. Extrem zweifelnd 🧐, denn mit einem derart kranken Kind über der Schulter ist auch die entspannteste Mutter irgendwann mal unentspannt und an die Sache mit der Fischvergiftung damals erinnerte ich mich in diesem Moment überhaupt nicht.

Frau Dr. S. – eine mir bis dahin wildfremde Person – fragte mich am Telefon komische Dinge über das Kind an sich: wie seine Schlafgewohnheiten seien und wie sein Charakter, was es gern aß, wie die Geburt gelaufen sei und lauter Zeug, das ich beim bsten Willen nicht mit dem Virus in Verbindung bringen konnte. 😮 Der Krankheitsverlauf kam erst ganz am Schluss dran, nachdem wir 10 Minuten über Dinge geredet hatten, die ich als Laie völlig irrelevant fand.
Frau Dr. S. wies mich schließlich an, bei der homöopathisch gut ausgestatteten Nachbarin 2 Kügelchen eines bestimmten homöopathischen Medikaments zu holen und dem Kind in den Mund zu legen. Ich möge mich dann gleich nochmal melden. Das tat ich (immer noch zweifelnd, was zur Hölle das jetzt bringen sollte).
Tja. Kaum hatte der kleine Schlappsack, noch bei der Nachbarin in der Küche, die Globuli unter der Zunge, zappelte er auf meiner Schulter herum, strebte zu Boden und quengelte furchtbar. Ich stellte ihn sehr, sehr vorsichtig hin, weil ich dachte, er kippt eh gleich wieder um. Von wegen! Das Kind watschelte direkt auf die Patentante zu, forderte „eine Beze“ und trollte sich mit seiner Beute auf die Couch. Dort mümmelte es vergnügt an der Breze herum, behielt sie bei sich und war ab sofort (!) gesund, was die am Folgetag besuchte Kinderärztin mit massivem Staunen bestätigte.
Das Ganze dauerte keine Minute. Und wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich’s bestimmt heute noch nicht glauben.

Erfolgsgeschichte Nr. 3:

Letztes Jahr rutschte ich, autsch!, mit dem Baby einer Freundin auf dem Arm, auf einem verflixten Legostein 🤬 aus.
Was tut der Mutterinstinkt? Reißt das Kind nach oben und versucht so zu fallen, dass es auf dem eigenen Körper zu liegen kommt. An so alberne Dinge wie Abfangen denkste in dem Moment nicht. Ich knallte also richtig schön mit dem Knie ungebremst auf den Legostein. Der Schmerz im Knie war ungeheuerlich. Trotzdem war die Schwellung nur marginal und ich konnte es bewegen, also ignorierte ich es und vergaß sogar, gleich danach Arnica  zu nehmen, was ich sonst bei jeder Verletzung tue. Unterschwellig begleitete mich der Schmerz dann wochenlang. Ich salbte, bandagierte und stellte das Knie nach fast 3 Monaten (!) einem Orthopäden vor, der nichts fand und nichts Zusätzliches verschrub. „Das ist halt böse geprellt, das kann jetzt einfach dauern“ meinte er. 🤕
Einen Tag nach dem Termin, ich konnte das Knie kaum mehr bewegen, schnitt ich mich beim Kochen in den Finger 🔪 . Nach dem Verpflastern gin ich, der schnelleren Heilung zuliebe, auf die Suche nach Arnica-Globuli. Weil D12 und C30 leer waren, schnappte ich das nächste greifbare in der homöopathischen Potenz C200. „Besser als nix“, dachte ich wohl.
Schon am Abend vermisste ich was: den Knieschmerz. Weg war er. Kam nie wieder. Wie gesagt: nach Monaten. 
Erst später erfuhr ich, dass man in der Homöopathie diese hohe Potenz des Mittels auch bei lange zurückliegenden Verletzungen einsetzt, während ja die D- und die niedrigen C-Potenzen für eher akute Fälle verwendet werden.

Szenen wie diese – manche ebenso spektakulär, andere weniger – sind uns und vielen Bekannten seither oft passiert.
Mindestens die Hälfte der Gesundungsfälle betreffen Babys und Kleinkinder, manche sogar Tiere. Für den Placebo-Gedanken bin ich hier also nicht zugänglich, sorry.
A propos Placebo-Effekt: Ein bisschen lustig ist es ja schon, dass Homöopathie-Kritiker der Methode jegliche Wirkung absprechen, den Placeboeffekt aber als vollkommen wissenschaftlich akzeptieren. „Die Zuwendung vom Arzt und die Überzeugung allein, die bringen’s! Ist erwiesen!“ 😜
Auch hier: Versteht mich nicht falsch, der Placeboeffekt existiert! Aber in der Causa Homöpathica kann man ihn – davon bin ich fest überzeugt – einfach nicht allumfassend verantwortlich machen.

Erfolgsgeschichte 4:

Mein Vater litt vor einigen Jahren an einem hartnäckigen, äußerst lästigen Husten. 🤒 Alle Register der gängigen Pharmamedizin waren bereits gezogen worden, inkusive Codein-Hustensaft, Inhalationen und allem, was man halt bei Husten so macht. Auch den von mir gemischten Tee trank er brav, jedoch leider – shame on me! – ohne durchschlagenden Erfolg. Die Ärzte: ratlos. Nein, Keuchhusten war es auch nicht – er möge bitte einfach Geduld haben.
Nach 5 Wochen war er so erschöpft, dass ich es nicht länger mit ansehen wollte. Nun wusste ich natürlich, dass er einer der schärfsten Homöopathie-Kritiker ever ist, und spielte deshalb mit verdeckten Karten. Ich fragte ihn geschickt über seine genaue Symptomatik aus und orientierte mich dabei an den Anamnesefragen, die ich selbst bei meiner Homöopathin zum Thema Husten kennengelernt hatte. Ich merkte mir alles, las ewas Fachliteratur dazu und rief dann doch die homöopathische Ärztin an. Schilderte den Fall, die genaue Symptomatik, den Krankheitsverlauf. Sie nannte mir ein passendes Mittel, das ich sogar in meiner homöopathischen Hausapotheke hatte.
Am Abend schaute ich nochmal bei Papa vorbei, der genervt im Bett lag. Ich reichte ihm wie immer ein Tässchen Tee, nur dass ich diesmal ein paar Globuli aufgelöst hatte. Während wir so plauderten, trank er nichts ahnend den „kontaminierten“ Tee. Am nächsten Tag besuchte ich ihn wieder und wir redeten über ganz andere Dinge. Plötzlich sagte er: „Und voll komisch: Ich habe heute Nacht null gehustet und richtig gut geschlafen! Der scheiß Husten ist einfach wie wegweblasen! Wie kann denn sowas sein? Aber hey, gottseidank.“ 💁🏻‍
Nein, ich habe ihn nicht darüber aufgeklärt, was ich ihm am Abend vorher heimlich verabreicht hatte.
So viel zum Thema Placeboeffekt – und nein, meine besondere Zuwendung kann es nicht gewesen sein, denn exakt genauso liebevoll hatte ich mich auch in den zurückliegenden 5 Wochen um ihn gekümmert. Ähnliches trug sich danach noch mehrmals zu.

Ich frage: Können das alles Zufälle sein?
Bei der Rasantheit der Heilreaktion und der Fülle von Erfolgen?

Zweifel galore.
Auch ich habe nämlich ein paar Zahlen in der Tasche. Total unwissenschaftlich, dafür aus Fleisch und Blut. Sozusagen.
Auch wenn die Studienhörigen jetzt wieder „Irrelevant! Zu wenige! Nicht randomisiert! Keine Laborbedingungen!“ blöken werden: Setzen wir der Einfachheit halber meinen Bekanntenkreis auf 200 Personen fest. Maximal 50 davon sind beinharte Anhänger der Schulmedizin, von mir liebevoll „pathologische Zweifler“ genannt. Sie würden, wenn’s der Onkel Doktor verschreibt, eher allabendlich ein Uran-Bonbon lutschen als jemals ein weißes Kügelchen zu sich zu nehmen. Bleiben 150, die der Homöopathie wenigstens mal eine Chance gegeben haben.
Und leider, liebe Zweifler, sieht es so aus: Die meisten wenden Homöopathie regelmäßig und mit fast ausschließlich großem Erfolg zusätzlich (!) zur „Schulmedizin“ (Ja, ja ich weiß, die Begrifflichkeit hinkt) an. Alle sind in guten, verantwortungsvollen ärztlichen Händen.
Klingt komisch, ist aber so. 😉

Meine eigene Familie ist gottlob ziemlich gesund und wir brauchen nicht oft medizinische Hilfe. Trotzdem kommt auch das vor.
Nun sind wir in der glücklichen Lage, eine ganz und gar hervorragende Homöopathin gefunden zu haben. Die perfekte Kombination: Allgemeinärztin mit klassischer Homöopathie-Ausbildung, 40 Jahre Praxiserfahrung und kann gut mit Kindern.
Das Wichtigste: Sie weiß haargenau, wo Schluss ist mit Kügelchen. Wo sie an Fachärztninnen und -ärzte übergeben oder eben doch „schulmedizinisch“ reingrätschen muss. Ja, auch Antibiotika hat sie – mit höchster Umsicht – schon verschrieben, woohooo! Sie macht Blutbilder, warnt vor Überbelastung bei Infekten, gibt Ernährungstipps. Wenn jemals ein*e Mediziner*in umfassend behandelt hat, dann sie (und sie ist nicht die einzige).

Womit wir beim Punkt wären:

Sicher 50% der Zweifelnden haben sich einen GU-Homöopathie-Ratgeber gekauft, beim letzten grippalen Infekt darin geblättert und daraufhin Aconitum- oder Belladonna-Kügelchen genommen (das sind die am häufigsten empfohlenen).
Auch immer gern gesehen: „Du hast Halsweh? Also ich nehm da immer die XYZ-Globuli. Hier, bittesehr, probier mal.“ 🤦‍
Komisch, dass es dann nicht half, nicht wahr, aber die Zweiflerschaft triumphierte: „Siehste! Haben wir’s doch gleich gesagt! Alles Mist mit diesen Kügelchen!“ … DAS ist ihnen, quasi als persönlicher Beleg aller gelesenen Statistiken, Beweis genug.
Dass aber Homöopathie ausschließlich mit einer fachlich fundierten Anamnese durch versierte Homöopathie-Praktiker*innen funktionieren kann, lassen leidenschaftliche Homöopathie-Gegner*innen gern außer Acht. 
Wer das abstreitet, hat das Prinzip der Homöopathie nicht verstanden.

Und jetzt kommt’s:
Wer sagt, dass in den viel besungenen Studien, von denen manche sicher aussagekräftig gewesen wären – auch wirklich fähige Homöopathen am Werk waren? Ich meine nicht die mit einer Latte von Professor*innentiteln oder einem Meter Veröffentlichungen im Regal, sondern exzellent ausgebildete Personen mit Erfahrung und Menschenkenntnis und allem Pipapo?

Fakt ist:
Genau wie in der Schulmedizin trotz Studium viel Möchtegern am Werk ist, gibt es zahlreiche komplett unfähige Homöopath*innen und Heilpraktiker*innen. Wer die gar nicht so einfache HP-Ausbildung oder ein medizinisches Studium absolviert, muss noch längst nicht gut in der Praxis werden! (Andersrum kenne ich Laien, die ein derart ausgeprägtes Gespür für Homöopathie haben, dass ich mich durchaus von ihnen behandeln ließe, obwohl sie’s offiziell gar nicht dürfen.) Und ich kenne leider einige im Grunde homöopathiezugeneigte Ärztinnen und Ärzte, die immer noch im GU-Ratgeber blättern, wenn sie „es mal ohne Chemie versuchen“ wollen. Erwarten Sie da Heilerfolge? Ich nicht.

Noch schlimmer finde ich folgendes Argument:
„XY hat jahrelang alles versucht – Chemo/Antihistaminika/Psychopharmaka – und nix hat geholfen. Dann versprach jemand, die Homöopathie könnte es richten. Aber Pustekuchen!“
… Ja. Klar. Da hat jemand jahrelang seinem Körper Massen von Chemie, Strahlung & Co. zugemutet und wundert sich dann, dass die Kügelchen in einem zerstörten Immunsystem nichts mehr ausrichten können?! Andersrum wird ein Schuh daraus!

  • Warum denn eigentlich nicht – zumindest bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen – naturheilkundlich und/oder homöopathisch einsteigen und nur bei den wirklich lebensbedrohlichen Aspekten einer Krankheit auf die chemische/synthetische Medikamente zurückgreifen?
  • Bei Krebs und multiresistenten Keimen sowieso, hier ist die Grenze ein fetter Balken gaaanz weit oben.
  • Warum zudem nicht die Nebenwirkungen notwendiger „schulmedizinischer“ Therapien homöopathisch lindern?

Genau hier liegt doch der Hund begraben! (Gell, man merkt, dass ich heute auf Wortspiele stehe; aber da musst du jetzt leider durch, liebe Leserschaft.)

Außerdem möchte ich wiederholt und äußerst energisch auf die Grenzen der Homöopathie hinweisen.

Dass diese erschreckend oft nicht respektiert werden, schürt berechtigterweise das Misstrauen der Menschen.
Solche Mediziner*innen handeln verantwortungslos und sind gefährlich!

  • Wer etwa einem schwer Krebs- oder AIDSkranken in Aussicht stellt, durch eine rein homöopathische Konstitutionsbehandlung gesunden zu können, gehört an den Pranger gestellt. 😡
  • Ebenso sollte seine Zulassung verlieren, wer Blutvergiftung, MRSA, eitrige Wunden & Co. rein homöopathisch therapiert.
  • Gleiches gilt für einen Arzt, der schwer depressive Patienten mit 100% Kügelchen statt Ursachenforschung „helfen“ will.

Ich will mit diesem Artikel niemanden bloßstellen und niemanden missionieren.

Aber ich plädiere aber bei allem Respekt der Schulmedizin gegenüber für eine ehrliche Besichtigung der tatsächlich im Leben nebenan stattfindenden Heilerfolge … selbst wenn Statistik und Studien anderes besagen. „Ich hab das einmal probiert und es hat nix geholfen, ergo ist Homöopathie Bullshit“ lasse ich außerdem nicht gelten. Warum nicht, siehe oben.

Meinen Lesern wünsche ich, dass sie – vielleicht einfach bei einer „banaleren“ Erkrankung wie Husten, Magenbeschwerden oder Hautproblemen – mal probehalber eine gute Hömopathin oder einen guten Homöopathen aufsuchen (in Starnberg habe ich mehrere Empfehlungen, auch Homöopathie Frankfurt soll gut sein; ansonsten bitte lieber im Bekanntenkreis herumfragen, als die Gelben Seiten zu befragen).

Ich wünsche ihnen, dass das richtige Mittel gefunden wird, damit sie ein ähnlich beeindruckendes Heilerlebnis haben wie ich seinerzeit.
Und ich wünsche mir, dass die Homöopathie den Stellenwert erhält, der ihr meines Erachtens zusteht: als mittlerweile gut erprobte alternative Heilmethode mit großem Potenzial – in friedlicher Koexistenz mit der „Schulmedizin“, die natürlich genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger ist. Amen.

(Disclaimer: Ich zitiere hier absichtlich und ausnahmsweise kaum Quellen. Dieser Artikel stellt nämlich, wie bereits erwähnt, meine ureigene Meinung dar, die ich mitsamt meinen eigenen Erfahrungen einfach mal aufgeschrieben haben wollte.)