Lange wurde ein Geheimnis drum gemacht, p├╝nktlich zum geplanten Launch am Montag rauchte der Server ab, gestern ging es endlich online: das Twitter-Postkarten-Projekt #Analogbotschaft.

Die Idee ist so einfach wie prima und bedient den schlichten Fakt, dass viele Tweets quasi automatisch Postkartenspruch-Niveau haben. Obendrein ist kein Tweet l├Ąnger als 140 Zeichen. Hallo, optimal f├╝r Spruch-Postkarten? #Analogbotschaft hat die besten Tweets von derzeit 60 Tweet-„Autoren“ gesammelt, in eine Handvoll gut durchdachte Grunddesigns gepackt und kategorisiert: Du, Ich, Wir, Ihr, Das Leben, Die Liebe, Der Tod, Grober Unfug, Dialoge und So traurig hei├čen die Schubladen, in denen der geneigte Spruchpostkarten-Fan die passende Karte finden und bestellen kann. Auch die Suche nach Autoren ist m├Âglich – mich findet man zum Beispiel hier. Die Karten sind absolut hochwertig gedruckt und mindestens genauso repr├Ąsentabel wie die Karten, die man aus den allseits bekannten Drehst├Ąndern jeder x-beliebigen Bahnhofsbuchhandlung pfl├╝ckt.
Hier ein paar Beispiele, die mich nat├╝rlich als Hybriden aus „total meschugge“ und „Voll-Emo“ enttarnen, aber das wussten die meisten vermutlich auch vorher schon, also so what:

Postkarte_Jesus_liebt_Dich

Postkarte_Herzschei├č

Postkarte_CarpeDiem

Ja, ├Ąh, das sind also drei von meinen, aber es gibt noch einige mehr und die kann man hier zum sensationell g├╝nstigen Einf├╝hrungspreis von 0,99ÔéČ/St├╝ck kaufen. Ab 15. Februar 2014 sind es auch blo├č 1,10ÔéČ,aber hey, warum nicht jetzt auf Halde legen f├╝r alle m├Âglichen und unm├Âglichen Gelegenheiten? ­čśë Und schaut Euch bitte auch bei allen anderen Autoren um! Es ist wirklich sensationell, welches kreative Potenzial in 140 Zeichen steckt.

Wer h├Ątte gedacht, dass ich (!) einmal freiwillig auf eine HELVETICA (!) zeigen, hopsen und „Haben! Haben!“ quengeln w├╝rde?
Ich meine: HELVETICA. Der langweiligste Font auf unserem Planeten. Wie habe ich mich in 17 Jahren Texterdasein jedesmal diebisch gefreut, wenn ich einen Grafiker zu einer anderen Schriftart missionieren konnte!

Heute hingegen w├╝rde ich mir die gute alte Helvetica ohne Z├Âgern sofort auf die Nase setzen. In schwarz light, bittedanke.
Der japanische Brillenhersteller TYPE n├Ąmlich geht mit einer coolen Idee auf Fontfanatiker- und Hipsterfang und ZACK! wer ist wieder voll drauf reingefallen? Genau.

Die Idee ist so einfach wie cool: TYPE interpretiert die Haupteigenschaften von Schriften in Brillenform um. So besticht Helvetica, wie wir alle wissen, vor allem durch die Abwesenheit jeglicher Verspieltheit, w├Ąhrend Garamond mit Serifen, unterschiedlichen Strichst├Ąrken und altert├╝mlichen Rundungen aufwartet. Hier, guckstu (Bild gro├čklicken und Details in den Kreisen beachten):

(Quelle: type.gs)

Wir sind uns dar├╝ber einig, ja, dass das eine wirklich, wirklich geniale Idee ist? Klar, den Tankwart oder die Biologin wird das Konzept vermutlich nicht erreichen, aber ich glaube, dass man hier tats├Ąchlich passgenau auf „uns Medienmenschen“ zielt – und trifft. Das ist ein legitimer werberischer Anspruch.
Und das Henne-Ei-Thema lassen wir jetzt einfach mal beiseite, denn nat├╝rlich sind diese Brillengestelle keine Weltwunder an Design und ich habe beide Formen schon vor Jahren auf fremden Nasen gesehen. Sogar meine eigene aktuelle Brille ist recht helvetesk. Vermutlich hatten die bei TYPE einfach Berge genau dieser Brillen ├╝berproduziert und ein zweifellos kreativer Werbehannes reibt sich gerade die H├Ąnde dar├╝ber, dass seine Resterampen-Vermarktungsidee so sch├Ân viral geht, h├Âh├Â. ­čÖé

(Quelle: theverge.com)

Ab 30. Januar gehen die Font-Brillen zum Preis von umgerechnet ca. 150 ÔéČ in den Verkauf – in je 3 Farben (schwarz, dunkelbraun meliert, transparent) und je 3 Schriftschnitten bzw. Materialst├Ąrken (Light/Regular/Bold). Auch als Sonnenbrille sind sie erh├Ąltlich; man klicke dazu schlicht das K├Ąstchen „shade“ an.

Unbedingt lesenswert (zum Kringeln!) sind ├╝brigens auch die Kommentare unter dem Artikel des Webmagazins The Verge zum selben Thema. Es existieren sogar schon Entw├╝rfe in Comic Sans! Ich pers├Ânlich warte ja noch auf das Modell in meinem Lieblingsfont Franklin Gothic Book.

(Bildquelle: allesamt type.gs)

 

F├ťR MEHR B├äLLCHENB├äDER ALL OVER THE WORLD!!!

Mein Problem: Ich w├╝rde da nie wieder raussteigen. ­čÖé

Aber jetzt mal im Ernst: Was f├╝r eine coole Idee! Ein B├Ąllchenbad in eine Fu├čg├Ąngerzone zu stellen mit der Aufforderung „Take a seat. Make a friend.“ … und exakt das passiert.
Gro├čartig, wie „kindische“ Handlungen „erwachsene“ Menschen so entspannen lassen, dass sie wildfremde Personen nicht nur neben sich dulden, sondern sofort mit ihnen ins Gespr├Ąch kommen. Wie sch├Ân das ist.

Ich mag ja Menschen. <3

Als ├╝beraus hitzeunresistentes Wesen (Kreislauf!) besch├Ąftige ich mich nat├╝rlich jedes Jahr aufs Neue mit dem Thema „mobile Klimager├Ąte“. Zwar kreist im Dachgeschossb├╝ro aka Brutkasten ├╝ber meinem Kopf ein kapitaler Deckenventilator, doch echte Erfrischung ist anders. So sitze ich nun immer am Schreibtisch und triefe und schnaube, w├Ąhrend ich wieder und wieder nach mobilen Klimaanlagen google, durch Testberichte ├╝ber mobile Klimaanlagen surfe und >6.000 Follower auf Twitter mit Fragen ├╝ber mobile Klimaanlagen nerve.

Davon abgesehen, dass ich mich letztlich doch gegen ein solches Ger├Ąt entschieden habe* und seither gl├╝cklich liiert mit einem Spezial-Ventilator der Marke Vornado bin, stolperte ich bei den Recherchen ├╝ber diesen Werbespot f├╝r eine mobile Klimaanlage. Einen Werbespot, der nicht nur gut, sondern schlichtweg gro├čartig ist. In der Hauptrolle: „Dads in Briefs“, also „V├Ąter in Unterhosen“. Ihr wisst alle, welche Art von Unterhosen gemeint sind, right? Nein, nicht die sexy Calvin-Klein-Teile. Nein, und auch nicht die knackig-durchtrainierten Dads. Aber seht selbst. Es ist einfach allzu wahr. ­čśë

 

*zu teuer, zu gro├č, zu krasser Stromverbrauch, wohin mit dem Teil an den anderen 350 Tagen im Jahr?

Dass mich das Buch „Suna“ von Pia Ziefle mehr als nur begeistert hat, kann man unschwer aus meiner ausf├╝hrlichen Rezension herauslesen. Seit „Suna“ vorletzte Woche endlich auch als Taschenbuch (9,99 ÔéČ) erschienen ist, verschenke ich es noch h├Ąufiger als sonst. Ob ich so ein bisschen mit Schuld daran bin, dass es heute auf der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 50 eingestiegen ist? ­čśë

Mehr als verdient ist dieser Erfolg ja – wobei ich prophezeie, dass es dabei nicht bleiben wird. Bis auf die vorderen 20 Pl├Ątze wird dieses ber├╝hrende, gro├čartige Buch es bestimmt noch schaffen. Ich empfehle es jedem; als Lekt├╝re f├╝r wertvolle Stunden oder als Geschenk f├╝r Menschen, die gute Geschichten zu sch├Ątzen wissen. Die Hardcoverausgabe ist ├╝brigens nat├╝rlich noch viel sch├Âner als das Taschenbuch … und da „Suna“ ein Buch ist, das man mehr als einmal lesen wird, fand ich f├╝r mich die Investition in 9 Euro mehr auch v├Âllig angebracht.

Seit 2. November gibt es das ebenso schr├Ąge wie wunderbare Wiesbaden-Buch „63,75“ von Stijlroyal zu kaufen. Schick ist es geworden – und Alter, es ist GROSS! Man sieht es auf dem Foto nicht so recht, aber der Titel ist au├čerdem silbern gedruckt. SILBERN! Muss man also haben, ganz klar. Ob man da aus Wiesbaden kommt oder nicht, ist dann doch wirklich egal.

Weil ich bekanntlich wahnsinnig bescheiden bin, habe ich mich bisher nicht getraut, meine Geschichte auch online zu ver├Âffentlichen. Da aber nun der Herr Verleger Huck Haas himself uns dazu ermutigt hat … bittesehr. Hier ist meine in h├Âchstem Ma├če unglaubw├╝rdige, verquere und haneb├╝chene Geschichte ├╝ber Burg Frauenstein, Graf Ingo den Impotenten und sein, hihi, blutr├╝nstiges Gefolge. Im Buch findet man sie auf Seite 192, tadaa.

Den Rest des Beitrags lesen »