Dass das Versicherungsunternehmen ALTE LEIPZIGER nicht umsonst ein Adjektiv im Namen trägt, das pure Verstaubung impliziert, zeigt sein neuester „Geniestreich“: zwei Erklärvideos zu den Themen Berufsunfähigkeit und Privathaftpflicht.

Wir möchten vor dem Lesen des hervorragenden Blogposts meiner Kollegin Birte Vogel kurz innehalten, auf den Kalender schauen und uns versichern (gnihi! „versichern!“), dass wir tatsächlich das Jahr 2015 schreiben.
Und nun stelle ich Euch kurz die Hauptdarsteller der zwei Filmchen vor, an denen sich gerade zu Recht die Gemüter erhitzen:

Quelle:  http://thea.pressevogel.com/keiner-will-mehr-eine-gesellschaft-wie-in-den-50er-jahren-wirklich/

Quelle:
http://thea.pressevogel.com/keiner-will-mehr-eine-gesellschaft-wie-in-den-50er-jahren-wirklich/

– DER VATER (selbstverständlich !!! Alleinverdiener, respektabel schnauzbärtig und pullundertragend, anpackend, alleswissend, an alles denkend, streng-aber-gerecht, in Erziehungsdingen DIE INSTANZ, wie sich das eben für einen deutschen Familienvater gehört)

– DIE MUTTER (selbstverständlich !!! 100% Hausfrau/Gattin/Mutter ohne eigenes Einkommen, leicht dümmlich, 100% lebensuntüchtig ohne den fabelhaften, mehrmals täglich anzuhimmelnden Gatten, wie sich das eben für eine deutsche Hausfrau gehört)

– DER SOHN (selbstverständlich !!! super Skateboarder, dafür aber schlecht in der Schule; ein echter Rabauke – wie sich das für einen richtigen Buben eben gehört)

– DIE TOCHTER (selbstverständlich !!! niedliches Zopf-und-Rock-Görl, vermutlich ebenso dümmlich wie ihre Mutter, wie sich das für ein richtiges Mädchen eben gehört; in allen Filmen maximal als namenlose Randdekoration gebraucht)

– DIE NACHBARIN (siehe DIE MUTTER – weil das in guten deutschen Familien eben so ist -, nur auf der anderen Seite des Gartenzauns)

Und jetzt kopfüber rein in die Lektüre (Achtung, Schleudertraumagefahr).

Was meiner Netzwerkkollegin Mela Eckenfels passiert ist, als sie es wagte, das Unternehmen via offenem Brief auf seine weltanschauliche Rückständigkeit anzusprechen, kann man ebenso kopfschüttelnd und strahlkotzend hier nachlesen:

Und nun entschuldigt mich bitte, ich muss mich um das Lieblingsessen des Mannes kümmern und den rosa Bademantel bügeln, in dem ich am Gartenzaun immer die neuesten Rezepte mit der gleichdümmlichen Nachbarin austausche.

Ach nee, Moment, falscher Film: Ich muss den Text über Hyperthyreose für MEINEN Kunden fertigschreiben, dafür eine buchhalterisch korrekte Rechnung stellen, die Umsatzsteuer-Voranmeldung fertigmachen, die FRITZ!box konfigurieren, den aktuellen Goldkurs checken, meinen selbst bezahlten Leasingvertrag abheften, aus Interesse § 1356 BGB* konsultieren, ein Inkassoverfahren gegen einen säumigen Exkunden einleiten und dann, naja dann gehe ich heim und koche und wasche für meine Kinder. Wie so ne dümmliche Hausfrau.

UPDATE:
Meine Netzwerkkollegin Daniela Warndorf beleuchtet in ihrem Blogpost zum selben Thema eine weitere Seite des Dramas: die völlige Planlosigkeit der ALTEN LEIPZIGER in Sachen Social Media und Shitstorm-Management. Uiuiui, die müssen aber noch viel lernen.

UPDATE vom UPDATE:
Die ALTE LEIPZIGER hat die Erklärvideos des Anstoßes mittlerweile vom Netz genommen. Wer auf den „Play“-Pfeil im Vorschaubild klickt, erhält immerhin folgendes Popup mit einer allgemeinen Entschuldigung:

Alte_leipziger_Erklärvideos_wegIch finde: Viel besser als nix, aber immer noch ganz schön spät, ganz schön versteckt „irgendwo auf der Seite“ und deshalb – sorry – ganz schön schwach. Schade auch, dass die Filme nun ja weg sind und Interessierte sich gar nicht mehr ansehen können, um was es ursprünglich ging. Oder kann man die noch irgendwo anders im Netz nachsehen? Für Hinweise bin ich dankbar!

 

*Bis zur Gesetzesänderung im Jahr 1977 (!)
– Abschaffung der so genannten „Hausfrauenehe“ –
stand in besagtem § 1356 BGB tatsächlich:

„Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung.
Sie ist berechtigt [sic!!!], erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie [sicissimo!!!]  vereinbar ist.“

… WTF.

16 Sammlungen kruder Suchanfragen. SECHZEHN! Muss man sich mal reinziehen. Aber bitte, ich kann es nicht leugnen: Noch immer gelangen Leute auf mein Blog, wenn sie eigentlich sehr, nun, merkwürdige Dinge suchen. Zum Beispiel dies:

Anschnallen Pipi funktioniert nicht: Schlimmer wäre ja wohl, wenn man Pipi müsste und das ABschnallen funktionierte nicht. Also hömma auf zu jammern.

Sollte ich kostenlos arbeiten: Ähhh, lass mich kurz überlegen: nö. WTF?

Schlimme Gärten: Na super, das musste ja irgendwann kommen. Okay, ich bin Inhaberin des Schwarzen Daumens. Ja, ich kriege alles tot. Deshalb bin ich sehr froh um meinen kleinen Garten, in dem die Vermieterin offenbar vor 1.000 Jahren tonnenweise Blumenzwiebeln verbuddelte, die sich jetzt brav Jahr für Jahr durch dichtes Unkraut kämpfen. Und wenn die dann verblüht sind, kann ich ja immer noch sagen, dass ich das Unkraut ja brauche, wegen meines Images als Kräuterhexe. Nämlich.

Luftballons von oben: Rund und bunt, nehme ich an? Wäre das also auch geklärt. Der Nächste bitte.

Warum sieht das Gesicht von Leichen immer so einfgefallen und schief aus: Weil tierisch Bäckchen-Substanz flöten geht, sobald man tot ist. Ganz ohne Diät! Eine schlechte Nachricht für all die Magermodels, die auf Fotos immer mit viel Mühe die Wangen einziehen, um möglichst leichenartig dünn auszusehen. Sorry, Mädels.

Titanic Wasser: Spontan hatte ich jetzt eine Mineralwasserflasche mit einem „Titanic“-Etikett vor Augen. Das ist ja wohl geschmacklos. Also: was ich so für Kopfkino habe.

To be continued …

 

Inspirierend!

Mason Wartmans Pizzeria „Rosa’s Fresh Pizza“ steht in einer der Städte mit der höchsten Armutsrate der USA: Philadelphia. Vor gut einem Jahr gab Mason seinen gut bezahlten Job an der Wall Street auf, um Pizza zu backen; so schön, so gut. Dann stand eines Tages ein Kunde vor ihm, der nicht nur sein eigenes Stück Pizza bezahlen wollte, sondern im Voraus 1$ für ein weiteres – unter der Voraussetzung, dass Mason es dem nächsten Bedürftigen in die Hand drückt, der die Pizzeria betritt.
Die Idee gefiel dem jungen Pizzabäcker und er pappte eine Klebenotiz an die Wand, um das Weitergeben nicht zu vergessen. Schnell entwickelte sich diese erste Geste zu einer Tradition. Heute sind die Wände von Rosa’s Fresh Pizza bedeckt von bunten Post-its, auf denen die Spender kleine nette Nachrichten an die täglich 40 bis 50 Empfänger „Ihres“ Pizzastücks geschrieben haben.

Dieses so unglaublich einfache Konzept, ob mit oder ohne Post-its, wäre theoretisch überall umsetzbar, nicht nur in der Pizzeria: beim Bäcker, am Kiosk, an der Dönerbude, am Bratwurststand, beim Gemüsehändler.

Und es wirkt ja ganz offensichtlich – siehe Minute 2:15 im Video. Immer wieder bekommt Mason außerdem gesagt, dass die Möglichkeit, legal und kostenlos eine warme Mahlzeit zu bekommen, Obdachlose von kriminellen Handlungen abhält. Damit, sagt er, hat er nicht gerechnet. Ihm war klar, dass seine Gratispizza armen Menschen Geld spart … aber dass deshalb sogar die Kriminalität unter ihnen abnimmt, wärmt ihm das Herz.

„Pay it forward“ – auf Deutsch ungefähr „Gib es weiter“: ein guter Gedanke. Einer von wenigen, die bei der Bekämpfung von offensichtlicher Armut mitten unter uns unmittelbar funktioniert.
Denn wer spürt, dass andere in ihn investieren, ihn sehen, ihn nicht aufgeben … der wird das früher oder später auch tun, für sich oder weitere Menschen, die ihn brauchen.

Wichtig: Es geht dabei eben nicht um „Payback„, also Rückzahlung. Wenn Menschen sich verpflichtet fühlen, gute Taten immer an den ursprünglichen Geber zurückzuzahlen, kommt dabei kein Kreislauf zustande. Entscheidend ist der Gedanke, dass man Gutes, das einem selbst widerfahren ist, einfach irgendwann dann weitergeben DARF, sobald man kann. Einfach deshalb, weil es einem ein ureigenes Bedürfnis ist.

Und das hat noch nicht einmal was mit Karmapunkten zu tun. Das ist Menschsein, das ist gelebte Nächstenliebe in der Gesellschaft. Wir tragen Verantwortung füreinander!

 

Wer mich kennt, weiß, dass ich im Straßenverkehr ein Sicherheitsfanatiker bin – aus Gründen. Speziell das Thema „Anschnallen“ bewegt mich seit meinem Unfall sehr, und Nichtanschnaller bekommen meine Hartnäckigkeit im Einfach-nicht-Losfahren-bis-alle-angeschnallt-sind schnell zu spüren.

Seitdem aber fast jeder Erwachsene ein Smartphone besitzt, ist eine weitere, nicht minder große Gefahr entstanden: Lesen oder Tippen von Nachrichten auf dem Handy während des Fahrens.
Handynutzung am Steuer ist heute tatsächlich eine der Top-Ursachen für ablenkungsbedingte Unfälle! Ich darf mich da nicht ausklammern; auch ich habe schon aufs Display gelinst, wenn während der Fahrt das iPhone plingte. Ja, ich habe sogar schonmal, wenn ich gerade sehr langsam fuhr, eine Antwort getippt. Das ist scheiße. Schon 30 km/h reichen bei geringer Aufmerksamkeit aus, um einen potenziell tödlichen Unfall zu provozieren.

Volkswagen hat sich zu dieser Thematik eine großartige interaktive Schocker-Sache ausgedacht.
Schauplatz: ein Kino in Hongkong.
„Opfer“: Kinobesucher, die einen ganz normalen Film sehen wollten.
Technik: eine Anlage, die allen Besuchern zeitgleich eine Nachricht aufs Handy schickte (was natürlich den sofortigen Griff zum Telefon nach sich zieht).
Und dann … aber seht selbst:

[Für meine sehbehinderten Leser: Kinobesucher füllen nach und nach den Saal, allgemeines Popcornrascheln, das Licht geht aus. Auf der Leinwand startet ein Spot, man sieht ca. 10 Sekunden lang aus Sicht eines Autofahrers eine mäßig kurvige Straße mit Bäumen links und rechts, das Auto bewegt sich flott. Blick hinter die Kulissen, ein Techniker drückt auf „Senden“ an einem Rechner. Plötzlich bekommen alle Kinobesucher die SMS, unzählige leise Brumm- und Piep-Signaltöne erschallen. Jeder kramt hektisch das Telefon raus und ruft die ominöse Nachricht ab. Im selben Moment, als alle aufs Display starren, crasht das Auto auf der Leinwand scheinbar ohne Grund gegen einen Baum. Bremsgeräusch, Stillstand, gesplitterte Scheiben. Auf der Leinwand erscheint der Schriftzug „Mobile use is now the leading cause of death behind the wheel. A reminder to keep yor eyes on the road.“, gefolgt vom VW-Logo und -Slogan. Im Saal betretenes Schweigen, alle sind ganz still und denken offensichtlich nach. Sehr eindrücklich.] 

Der Sommer ist da und herrje, offenbar tut er nicht jedem unbedingt gut. Manche der seit dem letzten Mal aufgelaufenen Suchbegriffe, die Leser auf mein Blog schwuppsten, lassen jedenfalls mindestens eine hitzebedingte Hirnerweichung vermuten. Wolle gucke?

Langschwein-Metzger: Nachdem ich „Langschwein“ erstmal googeln musste, möchte ich jetzt bitte umgehend auf den Arm. AUS GRÜNDEN. Außerdem frage ich mich, warum ich das nicht wusste, wo doch in meinem Bücherregal das mir als verstörend in Erinnerung gebliebene, goldgebundene (!)  Werk „Ich fraß die weiße Chinesin“ steht. Verdrängung vermutlich.

bunte Intimhaare: Es wurde ja auch mal Zeit für einen neuen Trend. Macht Ihr mit?

nackt auf Backtrainer: Diese Begriffskombi löst bei mir ein Kopfkino der Art aus, die ich Euch echt ersparen möchte. Schön ist das nämlich nicht. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss das Brot *öhöhöhö* aus dem Ofen *hust* holen.

Kräuter Lyrik: Jetzatle! Da kennt mich jemand. Schon lange gehe ich ja mit einer Ode an den Gundermann schwanger. Und mit einem Sonett auf den Giersch. Ganz zu schweigen von meinem Meisterwerk-to-be, der Ballade vom Gänsefingerkraut!

Ist Bonnie Tyler eine Zicke?: Jedenfalls hat sie eine Zickenfrisur. Also: so ähnlich wie die, mit der ich morgens aus dem Bett steige.

arsch fom dienst: [abgekürzt AfD = eigentlich Arschgeigen fom Dienst]: Partei mit ekelhaften, deutlich rechtslastigen und obendrein orthographisch fragwürdigen Zielen.

alles meins: Hier bitte Bild von mir, irre flackernden Blickes vor einer großen Schüssel Peperonichips, imaginieren.

der langweiligste Font: Ganz klar: Helveti*gäääääähnschnarch*.

habe seit Yoga weniger Lust auf Fleisch: Ich möchte bitte seit „Langschwein“ (siehe oben) nicht mehr über Fleisch reden. Yoga hin oder her.

To be continued …

 

Wie bei allen Büchermenschen stapeln sich auch auf meinem Nachtkästchen die Bücher. Dass auch neben der Badewanne, auf dem Gästeklo, neben der Couch und in meiner Handtasche Bücherberge meiner Lesezeit harren*, muss ich vermutlich nicht erwähnen – aber das Lesen im Bett ist halt doch eine ganz eigene Nummer, weil saugemütlich und überhaupt.

Klar, dass ich bei Ansicht des folgenden Bettgestells aus Büchern (!!!) in entzücktes Quieken ausbrechen musste. Hallo, EIN BETT AUS BÜCHERN! \o/

Entdeckt hat es Barbara Dunbar vom Blog Runs with Scissors in Suburbia. In ihrer Serie „The Windows of Anthropologie“ sammelt sie Fotos von Schaufenstern und Innenausstattung der gleichnamigen Ladenkette; das Bücherbett steht im Anthropologie store in St. Charles. (Absolut zauberhafte Sachen, by the way. Ich befürchte, dort werde ich das eine oder andere Scheinchen los. Wann eröffnen die endlich eine Filiale in Deutschland?! Aber ich schweife ab.)

 *Äh, natürlich lese ich immer mindestens 8 Bücher parallel. Ihr nicht?