Gerade gelesen im Medizin-Newsletter über den aktuellen Standard in der Behandlung von Ohrenentzündungen:

„Bei schweren Formen erfolgt eine systemische antibiotische Therapie, vorwiegend mit Ciprofloxacin zur Abdeckung von Pseudomonaden. Eine mikrobiologische Diagnostik ist nur in therapierefraktären Fällen notwendig.“

😡😡😡 ES. MACHT. MICH. SO. WÜTEND. 😡😡😡

Auf gut Deutsch heißt das nämlich:

„Bei einer Ohrenentzündung könnten immerhin rein theoretisch (!) echte Superschurken-Keime im Spiel sein. Außerdem jammern Patienten ja gern mal nach irgendwas, das möglichst schnell hilft. Weil wir außerdem keine Lust auf das Anlegen von Bakterienkulturen haben, Ciprofloxacin 2002 noch als ungefährlich eingeordnet war und immerhin meist gut hilft, verschreiben wir es ohne mit der Wimper zu zucken und ohne zu testen, ob es überhaupt anschlagen würde. Fluorchinolone wie Ciprofloxacin sind Antibiotika, die a) eigentlich mal als Reserveantibiotika gegen multiresistente Keime gedacht waren und b) neben den bekannten Nebenwirkungen z.B. Abrisse der Achillessehne, chronische Erschöpfung und Schmerzen sowie lustige Herzrhythmusstörungen hervorrufen können – irreversibel. Hatten wir die psychotischen Symptome und Krampfanfälle schon erwähnt? Ja genau, das auch. Sonst aber alles supi.“ 

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Hinter Heide Liebmanns Blogparade OLDIES BUT GOLDIES, an der ich hiermit teilnehme, steckt eine charmante Idee:
Viele Themen, über die wir irgendwann mal geschrieben haben, sind eigentlich Dauerbrenner. Aber mit jedem weiteren Post rutschen sie im Blog weiter auf die hinteren Seiten. So werden sie irgendwann kaum noch gelesen. Was für eine Verschwendung! Deshalb kramen wir mit Heides Hilfe ausgewählte Artikel wieder raus und posten sie – neu datiert – nochmal frisch. Böse Menschen mögen es Etikettenschwindel schimpfen … wir nennen es Recycling.
Hier kommt also ein Text, den ich ursprünglich im Januar 2013 (!) geschrieben hatte. Er ist knapp 6 Jahre alt, aber ich würde ihn immer wieder genauso schreiben. Viel Spaß und Inspiration beim Lesen!

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Wie man dem Namen meines Blogs mit etwas Fantasie entnehmen kann, bin ich Werbetexterin und Lektorin. Ich arbeite zu einem gewissen Stundensatz und schaffe eine gewisse Menge an Textarbeit pro Stunde. Multipliziere ich meinen Stundensatz X mit dem Zeitaufwand Y, erhalte ich das zu kalkulierende Honorar Z. Wenn Sie diese kleine Formel kurz memorieren möchten? Danke.

Nun begibt es sich regelmäßig, dass mich potenzielle Kunden mit der Erstellung oder der Korrektur von Texten beauftragen möchten. Das ist eine feine Sache, weil von mir perfide so geplant. Nicht geplant ist hingegen, dass ich ob der winkenden Aufgabe munter drauflos kalkuliere – wir erinnern uns: Der Stundensatz! Der Aufwand! Die Multiplikation! – und dann der Kommentar kommt:

„Öha, ganz schön teuer. Aber hey, es muss ja nicht nur die Broschüre … auch unsere Website braucht neue Texte. Und ein Mailing wollen wir auch machen. Und überhaupt kommt da sicher immer wieder was! Können Sie uns da nicht einen Mengenrabatt geben?“

Dass ich Sätze wie diese in knapp 15 Jahren Selbstständigkeit gefühlte drölf Milliarden Mal gehört habe, macht sie nicht besser. Denn derlei Verhandlungsgebaren ist vielleicht beim Erwerb von Kreuzschlitzschrauben, Herrensocken oder Streusalz  nachvollziehbar. Aber niemals! bei! Dienstleistungen! Den Rest des Beitrags lesen »

Wie eine andere Mutter zu diesem lesenswerten Facebook-Beitrag der „Kitahelden“ sehr richtig schrub:
„Liebe Eltern, wenn Euch Euer Job so viel wichtiger ist als die Gesundheit Eurer Kinder – warum habt Ihr dann Kinder?“

schreiendes Baby mit Headline "Stellt euch nicht so an! Der ist nur etwas müde." und "wenn die Kita zur Notaufnahme wird". Mit Pfeilen aufs Kind weitere Beschriftungen: 39,4 Grad Fieber - Zahnschmerzen - Ohrenschmerzen - Durchfall

Ich bin wahrlich keine Mutter, die ihre Brut bei jedem Kinkerlitz zuhause behalten hätte. Aber Fieber, bellender Husten, grüner Rotz, heftiger Durchfall, Erbrechen oder totale Schlappheit SIND KEIN ZUSTAND, IN DEM MAN EIN KLEINKIND IN DIE KITA BRINGT!

Davon abgesehen, dass es so Gefahr läuft, noch (viel, viel) kränker zu werden: Schon mal was von Verantwortungsgefühl für andere gehört, Stichwort Ansteckung? In KiTa, Schule, Hort sind ein Haufen anderer kiddos, die einen Husten vielleicht nicht so toll wegstecken wie Eure „robusten“ Sprösslinge!
Bittebittebitte: Behaltet kranke Kinder zuhause und kuriert sie dort aus – auch wenn es mit Aufwand verbunden ist!

Dazu ein paar juristische und bürokratische Fakten:

  • Sofern beide Elternteile gesetzlich versichert sind, hat jeder laut §616 BGB pro Jahr und Kind <12 Jahre einen Anspruch auf Freistellung für 10 „Krankes-Kind-Pflegetage“. (Achtung, jeder Arbeitgeber handhabt hier die Lohnfortzahlung anders! „Typisch“ sind 5 Fortzahlungstage, aber manche Tarifverträge schließen diese ganz aus. Dann oder eben nach Ablauf der vom AG getragenen Tage springt für die restlichen Krankentage die GKV ein. Dazu weiter unten mehr.) Wechselt Euch also mit dem anderen Elternteil ab, falls jener kooperativ ist, was er zur Hölle nochmal sein sollte. Ist er es nicht, können sich verheiratete Partner ihren jeweiligen Anspruch gegenseitig übertragen lassen – wenn wiederum der Arbeitgeber zustimmt. Was er zur Hölle nochmal tun sollte, denn mit einem unkooperativen Ehepartner – oder einem, dessen Arbeitgeber doof ist -, ist frau/man gestraft genug.
  • ACHTUNG: Dass die eben genannte Regelung inklusive des generellen Freistellungsanspruchs (unabhängig von der Bezahlung!) komplett wegfällt, sofern auch nur einer von beiden oder aber das Kind selbst privat versichert ist, ist eine der großen Schweinereien unseres Systems. Auch Selbstständige schauen leider pauschal mit dem Ofenrohr ins Gebirge.
  • Gesetzlich versicherte Alleinerziehende haben einen Freistellungs-Anspruch auf 20 Pflegetage pro Jahr und Kind unter den gleichen Voraussetzungen wie oben. Bei mehr als 2 Kindern gilt eine Obergrenze von 50 Tagen pro Jahr. (Auch hier gilt leider: Biste privat versichert, kannste zwar zuhause bleiben, aber wenn der AG nicht freiwillig zahlt, zahlt keiner – du musst unbezahlten Urlaub erbetteln. Vom Gesetz her sind Privatversicherte in dieser Hinsicht nicht geschützt. Ja, das ist riesengroßer Mist.)
  • Der diesbezügliche Anspruch von Auszubildenden beläuft sich auf bis zu 6 Wochen, ohne dass der Ausbildungsbetrieb dagegen Einspruch erheben dürfte. (Privat versicherte Azubis sind mir noch nicht untergekommen, aber auch in deren Fall gilt dann die A.karten-Regel)
  • Bei Beamten ist alles nochmal anders – im Öffentlichen Dienst gewähren Arbeitgeber z.B. manchmal zusätzliche Pflegetage. Fragt einfach nach.
  • Und wenn das Kind älter als 12 Jahre ist, aber trotzdem so schlecht beieinander, dass Papa oder Mama am Bett sitzen sollte? Manche Arbeitgeber sehen das ein und legen den bereits genannten §616 BGB entsprechend großzügig aus. Darin steht nämlich, dass der Arbeitnehmer Anrecht auf bezahlte Freistellung hat, wenn er „[…] für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird.“ – und darunter kann man, wenn man ein netter Mensch ist, durchaus auch die Erkrankung eines Teenies verstehen. Viele AG lassen sich alternativ darauf ein, zu diesem Zweck etwa Überstunden abzubauen, die sonst nicht vergütet würden. Temporäres Arbeiten vom Homeoffice aus ist ebenfalls eine Möglichkeit.
  • Nochmal an die gesetzlich Versicherten: Nehmt unbedingt sofort Kontakt mit Eurer Krankenkasse auf, denn sobald Euer Arbeitgeber die Lohnfortzahlung einstellt oder diese per Vertrag ganz ausschließt, steht Euch nach §45 SGB V für Kinder unter 12 Jahre sogenanntes Kinderkrankengeld zu! Dessen Höhe beträgt 70-90% des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts (2018 liegt der Tageshöchstsatz bei 103,-€). Ein Attest muss ab dem ersten Krankheitstag des Kindes vorgelegt werden.
  • Auch wer gerade arbeitslos ist, hat Anspruch auf Kinderkrankengeld, falls die Stellensuche wegen der Pflege nicht fortgesetzt werden kann. In diesem Fall ist die Agentur für Arbeit der Kostenträger.
  • Wegen all des gesetzlichen Boheis unverzichtbar: Holt vertraute Angehörige, Freunde, Nachbarn, Patentanten ins Boot, wenn Eure Pflegetage laut Arbeitsvertrag ausgeschöpft sind. Baut Euch diesbezüglich ein gutes Netzwerk auf und unterstützt Euch gegenseitig. Ja, das bedeutet sozial-interaktiven Aufwand. Und ja, das bedeutet auch, dass Ihr mal diejenigen sein könntet, die das fiebernde Nachbars- oder das hustende Patenkind auf Eurer Couch liegen habt. Trefft in diesem Fall einfach die bestmöglichen Vorkehrungen, damit sich bei Euch zuhause niemand ansteckt. (Niemand sollte von Euch erwarten, eine kleine Noro-Schleuder zu beherbergen, aber das muss ich hoffentlich nicht dazusagen?)
  • Falls Ihr kein solches tragendes Netzwerk habt, kontaktiert professionelle ambulante Dienste wie „Zuhause gesund werden“ (München), die „Notfallmamas“ (Raum Hamburg, München, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln, Stuttgart), der „Notmütterdienst“ (Großraum Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, Halle/Leipzig, Koblenz, Mecklenburg-Vorpommern, Darmstadt, Chemnitz) oder die „Tagespflegebörse“ (Nürnberg). Sicher gibt es in Eurer Nähe ähnliche Einrichtungen, die liebevolles Pflegepersonal vermitteln. Googeln würde ich nach „Krankes Kind zuhause pflegen Dienst“ plus Ortsname.
  • Good to know: Kosten für externe Kinderpflegepersonen könnt Ihr bei der Steuer als Sonderausgabe absetzen – und oft beteiligt sich sogar der Arbeitgeber daran, denn er profitiert schließlich auch davon.

–> Eine recht gute Zusammenfassung der geltenden gesetzlichen Regelungen zum Daheimbleiben bei kranken Kindern findet Ihr hier.

Fazit: Niemand hat gesagt, dass Kinder unkompliziertes schmückendes Beiwerk neben dem Broterwerb sind. 😉
Ihr wusstest das vorher (außer Ihr seid ziemlich naiv).
Denn ja, Kinder sind ein unberechenbares Risiko in jeglicher Hinsicht – aber sie sind es wert. <3

Wir alle kennen die nervigen Anrufe irgendwelcher angeblichen Branchenbuch-, IT- oder Anwaltsbüros, die angeblich unsere Daten checken, unseren Rechner von Schadsoftware befreien oder uns von einem überraschenden Geldregen aus Nigeria in Kenntnis setzen wollen.

Gern gesehen sind auch vorgebliche Gewinn-Benachrichtigungen (weshalb ich 2016 zunächst kein Wort glaubte, als mich eine Dame von National Geographic anrief und mir mitteilte, dass ich eine 6-tägige Trekkingtour durchs wilde Norwegen gewonnen habe. Nun: DAS stimmte und ich hatte eine unfassbar coole Zeit … aber ich schweife ab.)

Mich erreichen die nervigen Anrufe also trotz Eintrags in Robinsonliste & Co. mehrmals wöchentlich; ich lege dann meist entweder direkt auf oder bitte um Löschung meiner Nummer. Es ist also eine gewisse Routine eingekehrt. Mit den Augen rolle ich natürlich weiterhin, wann auch immer es passiert.

Gerade eben aber war ich Teilnehmerin des seltsamsten Telefonmarketing-Fails meines Lebens. Hier eine kurze Transkription.

Telefon: klingelt.

Ich: gehe ran.

Anruferin: „Hallo, hier ist Strunznelda Nervensäger* vom Google Partnerprogramm.“

Ich: „Ah, ok, seien Sie bitte so nett, meine Nummer direkt aus Ihrer Datenbank zu löschen. Ich habe kein Interesse und möchte nicht mehr angerufen werden.“

Sie: „Nein.“

Ich: „Wie bitte?“

Sie: „Isch werde disch jeden Tag anrufen, immer wieder.“

Ich: „Nein, das werden Sie lassen, weil ich nämlich die Nummer direkt blocken werde.“

Sie: „Ach, isch habe tausend Nummern. Isch rufe immer wieder an.“

Ich: „Na dann hoffe ich, dass dieses Gespräch gerade zu Fortbildungszwecken aufgezeichnet wird und Ihr Vorgesetzter das hört. Ciao.“

Was bitte war DAS? Wie dreist sind solche Leute?
Ich fand meine Reaktion zwar einigermaßen pfiffig, aber in meinem Kopf formt sich dennoch ein großes schimmelgrünes Fragezeichen.

(Wen es interessiert: Die Dortmunder Nummer lautete 0231-99959640. Im Web ist die Nummer bereits als Betrugsmasche bekannt, aber dieses Gespräch war dennoch besonders, äh … denkwürdig.)

*Name von der Redaktion geändert.

Liebe Leser, Ihr werdet gebraucht. Natürlich auch hier von Euren Familien und Chefs und Freunden und Ehrenämtern … aber jetzt ganz akut als Unterstützer für ein im wahrsten Wortsinne lebenswichtiges Projekt.

Der bewundernswert nimmermüde Verein Kinder auf der Flucht e.V., in dem meine guten Freunde Petra und Tilman Tag und Nacht im Einsatz sind, möchte ganz, ganz am Anfang der schrecklichen Schicksalskette zahlloser Flüchtlinge* ansetzen. Geplant ist die Anschaffung eines zweiten, gebrauchten Rettungsbootes, mit dem ehrenamtliche Rettungsschwimmer nun auch vor der Insel Chios Ertrinkende hoffentlich rechtzeitig erreichen können.
Ein Boot für das „Team Lesbos“ konnte kürzlich mithilfe von Spenden bereits finanziert werden
und ist unablässig im Einsatz. Leider sieht es vor der Küste der griechischen Insel Chios nicht viel besser aus; auch dort ist die Lage dramatisch und für das bisher gemietete Rettungsboot geht den Helfern das Geld aus.

Rettungsboot_Lesbos

Dieses Boot ist kein Luxus.
Es ist ein Arbeitsmittel, mit dessen Hilfe Leben gerettet werden! Bitte spendet deshalb und verhindert damit aktiv menschliche Tragödien, die wir uns in unseren warmen Wohnzimmern nicht einmal ansatzweise vorstellen wollen.

Verhindert, dass ein schreiendes Kleinkind, das dem Schlepper auf dem Boot lästig und deshalb „zufällig“ über Bord geschubst wurde, vom Meer verschluckt wird.
Verhindert, dass ein Baby, das die von Erschöpfung und eisigen Wassertemperaturen geschwächte Mutter nach dem Kentern ihres Bootes loslassen musste, Stunden später tot ans Ufer gespült wird.
Verhindert, dass ein Bruder mit ansehen muss, wie der andere in Sichtweite des rettenden Landes ertrinkt, weil er seine Schwimmweste der schwangeren Nachbarin gab.

Rettungsschwimmerin

Helft. BITTE. Eure Spende erreicht den Verein unkompliziert über die extra eingerichtete betterplace-Projektseite (>>KLICK<<).

WICHTIG: Sollte zum Zeitpunkt Eures Spendenwillens das Projekt bereits „durchfinanziert“ sein, spendet bitte trotzdem!!! Ein Bedarf folgt dem nächsten; morgen können es Rettungsdecken, Gummistiefel, Zelte, Babynahrung oder ein medizinisches Gerät sein. Dieser Verein genießt mein vollstes Vertrauen und ich möchte Euch ermutigen, ihm Eures auch zu schenken … und nebenbei Leben, Hoffnung, Perspektive.

Ich verbürge mich persönlich dafür, dass Euer Geld haargenau dem Zweck zukommt, für den es laut der Spendenplattform betterplace bestimmt ist. Das kann ich besten Gewissens, weil ich für Petra, Tilman und das gesamte Team meine Hand ins Feuer legen würde. Der Verein hat sich wichtige Ziele gesetzt und nimmt seine Aufgabe hundertprozentig ernst.

*Auf eine Diskussion über Flüchtlingspolitik etc. werde ich an dieser Stelle ausnahmslos KEINE Stellung nehmen und entsprechende Kommentare behalte ich mir vor, zu löschen. Hier geht es zunächst mal nicht um Flüchtlinge, die irgendwann in Deutschland landen und sich dann integrieren oder nicht integrieren, sondern schlicht um MENSCHENLEBEN und wunderbare Leute, die wild entschlossen sind, diese zu bewahren. Das verdient allerhöchste Wertschätzung und jede Unterstützung dieser Welt. 

Mich würde mal Eure (werbeprofessionelle und private) Meinung zum neuen EDEKA-Weihnachtsspot interessieren.

Denn ich als Werberin sage:
… ein Geniestreich. Auch wenn ich bezweifle, dass dadurch direkt mehr Einkäufe generiert werden. Markenimagestärkung natürlich top.

Als Mensch hingegen sage ich:
… Grässlich. Geht gar nicht. Wie können die nur?!
Und das nicht, weil ich solche (wahren, aber schlimmen) Botschaften nicht aushalte. Einfach weil es einen Step zu krass ist, mit den tiefsten inneren Ängsten zu „spielen“ und zu manipulieren.
Wäre ich eines der erwachsenen Kinder im Spot, ich wäre auf den Vater sowas von stocksauer – auch wenn ich mich ertappt fühlen würde, klar. So richtig funktioniert die Botschaft nämlich dann doch nicht – außer in moralischer Hinsicht. Und ich bin total hin- und hergerissen, ob ich das gut finden oder verurteilen soll.

Ein weiterer Punkt: Als Tochter, der es im Traum nicht einfallen würde, jemals die Eltern zu einer solchen Nebensache verkommen zu lassen, macht mich der Spot wütend. Auf die, die es einfach nicht raffen. Weil es für mich persönlich eben total selbstverständlich ist, engen Kontakt mit den Eltern zu haben. Nun wohne ich ja quasi Wand an Wand mit den meinen (gottseidank) … aber ich schwöre: So weit weg könnte ich nicht wohnen, dass ich es nicht wenigstens zu Weihnachten möglich machen würde, sie zu sehen.
[Hier wird gleich der – berechtigte – Einwand fallen „Aber wenn man im Streit mit den Eltern ist, was dann?“. Diesen möchte ich hier außen vor lassen, denn im Spot scheint es nicht so, dass irgendwer mit irgendwem im Clinch ist. Hier geht es einfach um Prioritäten.]

Sollte der Spot allerdings dazu führen, dass nur ein erwachsener Sohn oder eine erwachsene Tochter dadurch endlich wieder auf die wichtigen Dinge um Weihnachten herum besinnt, nämlich die Familie … dann ist mir alle Werbepsychologie und alles „too much“ piepegal und ich sage: Danke, EDEKA. Saustark.

Was meint Ihr dazu?