Wir alle kennen die nervigen Anrufe irgendwelcher angeblichen Branchenbuch-, IT- oder Anwaltsb√ľros, die angeblich unsere Daten checken, unseren Rechner von Schadsoftware befreien oder uns von einem √ľberraschenden Geldregen¬†aus Nigeria in Kenntnis setzen wollen.

Gern gesehen sind auch vorgebliche Gewinn-Benachrichtigungen (weshalb ich 2016 zun√§chst kein Wort glaubte, als mich eine Dame von National Geographic anrief und mir mitteilte, dass ich eine 6-t√§gige Trekkingtour durchs wilde Norwegen gewonnen habe.¬†Nun:¬†DAS stimmte und ich hatte eine unfassbar coole Zeit … aber ich schweife ab.)

Mich erreichen¬†die nervigen Anrufe also trotz Eintrags in Robinsonliste & Co. mehrmals w√∂chentlich; ich lege dann meist entweder direkt auf oder bitte um L√∂schung meiner Nummer. Es ist also eine gewisse Routine eingekehrt.¬†Mit den Augen rolle ich¬†nat√ľrlich weiterhin, wann auch immer es passiert.

Gerade eben aber war ich Teilnehmerin des seltsamsten Telefonmarketing-Fails meines Lebens. Hier eine kurze Transkription.

Telefon: klingelt.

Ich: gehe ran.

Anruferin: „Hallo, hier ist Strunznelda Nervens√§ger* vom Google Partnerprogramm.“

Ich: „Ah, ok, seien Sie bitte so nett, meine Nummer direkt aus Ihrer Datenbank zu l√∂schen. Ich habe kein Interesse und m√∂chte nicht mehr angerufen werden.“

Sie: „Nein.“

Ich: „Wie bitte?“

Sie: „Isch werde disch jeden Tag anrufen, immer wieder.“

Ich: „Nein, das werden Sie lassen, weil ich n√§mlich die Nummer direkt blocken werde.“

Sie: „Ach, isch habe tausend Nummern. Isch rufe immer wieder an.“

Ich: „Na dann hoffe ich, dass dieses Gespr√§ch gerade zu Fortbildungszwecken aufgezeichnet wird und¬†Ihr Vorgesetzter das h√∂rt. Ciao.“

Was bitte war DAS? Wie dreist sind solche Leute?
Ich fand meine Reaktion zwar einigerma√üen pfiffig, aber in meinem Kopf formt sich dennoch ein gro√ües schimmelgr√ľnes Fragezeichen.

(Wen es interessiert: Die Dortmunder Nummer lautete 0231-99959640. Im Web ist die Nummer bereits als Betrugsmasche bekannt, aber dieses Gespr√§ch war dennoch besonders, √§h … denkw√ľrdig.)

*Name von der Redaktion geändert.

4 Kommentare zu “Google goes Telefonmarketing-Fail.”

  1. Nervella Fragensis sagt:

    So Du mal etwas Zeit und gerade einen Schalk im Nacken haben solltest: Gegenfragen stellen macht viel Spa√ü. Sowas wie „Sind Sie festangestellt oder im Mini-Job?Erhalten Sie den Mindestlohn? M√ľssen Sie sich ausstempeln, wenn Sie eine Pause machen oder zur Toilette m√ľssen? Erhalten Sie Weihnachtsgeld oder ein 13. Gehalt? Wei√ü Ihre Frau/Mutter, wo Sie arbeiten? Was w√ľrde sie dazu sagen, wenn Sie es w√ľsste? Haben Sie schon mal falsch geparkt? Wenn ja ‚Äď sind Sie erwischt worden und wie hoch war der Betrag, den Sie zahlen mussten bzw. w√§re die Parkgeb√ľhr nicht g√ľnstiger gewesen? Gehen Sie regelm√§√üig zum Zahnarzt? M√∂gen Sie es, wenn sich ein Hund an Ihrem Bein reibt? Welches ist Ihre liebste Eissorte? Wie h√§ufig spenden Sie Geld an wohlt√§tige Vereine und wie hoch ist die jeweilige Spendensumme? Welche Zahnpasta benutzen Sie? Kennen Sie meinen Bodyguard? …“

  2. Claudia sagt:

    Kennst du schon das Gegenskript? https://egbg.home.xs4all.nl/duits.pdf

  3. textzicke sagt:

    Ja, fantastisch! Aber das ist mir immer zu anstrengend. ūüėÄ

  4. textzicke sagt:

    Gnihihihi, ich stehe vor allem auf die letzte Frage.

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