Auf dem Christkindlmarkt, auf der Wiesn, auf jeder x-beliebigen Dult sind sie unvermeidlich: Stände mit gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und – heftig im Kommen – anderen gebrannten Nüssen. Wie bei frisch gebackenem Kuchen oder Kaffee ist es kaum möglich, sich dem Duft dieser Leckereien zu entziehen. Man muss einfach … nur ein Tütchen … ach, nehmen wir gleich die größere Menge, das kommt günstiger! Was aber, wenn man zum Beispiel mitten im Juli Lust auf gebrannte Mandeln, Erd- oder Walnüsse bekommt? Oder, wie es sich gehört, um Weihnachten rum, wenn der lokale Christkindlmarkt schon die Stände abbaut? Darben ist nicht so mein Ding, deshalb begann ich vor einigen Jahren herumzuprobieren, wie man gebrannte Walnüsse (mein Favorit) selbst machen könnte. Das Rezept, das dabei herauskam, ist fast zu easy, um wahr zu sein. Ich verspreche, dass das Ergebnis nach viel mehr schmeckt. Wollnwa? Here we go – wobei die Walnüsse jederzeit ohne Qualitätsverlust durch Mandeln (ungehäutet), Haselnüsse oder Erdnüsse (ungesalzen!) ersetzt werden können. Zeitbedarf: von A bis Z maximal 10 Minuten. Glaubt Ihr nicht? Solltet Ihr aber.

Zutaten:

Walnusshälften (Wenn möglich, bio)
Zucker
(Raffinade; brauner Zucker macht einen komüschen Beigeschmack)
eine winzige Prise Salz
1 TL gemahlener Zimt
1 Prise gemahlene Vanille
(oder ausgekratztes Vanillemark aus der Schote)
ein Glas Wasser

Zubereitung:

Neben den obigen Zutaten ist, nebst zweier (!) hölzerner Kochlöffel oder -spatel, eine antihaftbeschichtete Pfanne unser wichtigster Verbündeter. Ein einziges Mal versuchte ich es in einer Kupferpfanne, weil ja die Jahrmarktleute schließlich auch so schicke Kupferkessel haben. Sagen wir mal so: HAHAAAHAHA, netter Versuch, der Nächste bitte. (Lasst es einfach. Teflon rulez!)

In besagte Teflonpfanne – je größer, desto besser – schütten wir also ein großes Glas Leitungswasser und zwei gute Handvoll Zucker nebst einer winzigen Prise Salz. Bei voller Hitze löst sich der Zucker schnell auf und das ist gut so. Zimt und Vanille hinein! Beginnt das Zuckerzimtvanillewasser zu blubbern, kommen die Nüsse dazu. Das sieht dann so aus:

Schööön rühren, das ist wichtig, denn schnell kocht das Zuckerwasser zu einem dicken, bräunlichen Sirup ein. Die Nüsse saugen sich ein bisschen damit voll, omnomnom, der Rest kristallisiert dann auf der Oberfläche.

Und dann kommt der Moment, an dem es hektisch wird! Achtet auf diesen Aggregatzustand:

Der Sirup wirft zähe, „glasige“ Blasen!
Die Nüsse lassen sich nicht mehr ganz so babyleicht durcheinanderrühren!
An den Kochlöffeln bilden sich karamellige Fäden!
Es duftet himmlisch!

Genau ab hier drehen wir die Temperatur der Kochplatte lieber auf halbe Kraft zurück und rühren, als ob wir verdammt viel Geld dafür kriegen würden. Einen Löffel links, einen rechts, schaufeln, rühren, wenden, schwitzen wir. Die gute Nachricht: Länger als zwei, drei Minuten müssen wir das nicht durchhalten. Sobald der Pfanneninhalt aussieht wie auf dem folgenden Bild, schalten wir die Platte ganz aus und rühren nur noch gelangweilt ein bisschen auf der Restwärme herum.

Die nunmehr trockenen, vollständig von einem köstlichen Zuckermantel umhüllten Walnüsse müssen jetzt nur noch „brennen“. Das passiert quasi von allein, während uns, rührend natürlich, das Wasser im Munde zusammenläuft ob der davon ausgehenden Düfte. Haben die Nüsse hie und da röstbraune Stellen, nehmen wir die Pfanne vom Herd, lassen die ganze Chose noch ein Viertelstündchen abkühlen und machen uns dann über unsere selbstgemachten gebrannten Walnüsse her.

(Man munkelt, dass ein paar selbstlose Individuen diese ebenso schnell gemachte wie köstliche Leckerei in hübsche Tütchen verpacken, Schleifchen dranzuppeln und verschenken. Aber das ist doch völlig absurd, echt jetzt mal.)

Varianten:

In einer verrückten Ausprobierphase habe ich einmal Haselnüsse in Kinderpunsch aufgekocht, bevor ich sie brannte. Höchst interessante Note. Den Walnüssen gab ich in einem Anfall von Hipstermäßigkeit rosa Pfefferbeeren bei. Auch nicht schlecht. Und natürlich kann man in den Zuckersirup immer ein Quäntchen Zitronenschale (Zitronenschale geht immer!) geben, eine Nelke, ein Stück Sternanis … beim Schreiben und beim Kochen sind der Fantasie ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Guten Appetit!

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3 Kommentare zu “Gebrannte Walnüsse. Selbstgemacht.”

  1. Susanne sagt:

    Liebe Textzicke,
    kannst Du so ganz, ganz ungefähr sagen, wieviel Nüsse, wieviel Zucker?
    Liebe Grüße
    Susanne

  2. textzicke sagt:

    Liebe Susanne,
    leider nicht wirklich. Auf dem Bild mit den Zutaten siehst Du es UNGEFÄHR. Gewogen hab ich es allerdings nie.
    Sorry …

  3. Angelika beeck sagt:

    Hallo. So ich mache mich jetzt an das Rezept. Ich habe dieses Jahr ich weiß nicht viele kg.walnuesse im Garten.habe. Quendulin .Unser Eichhörnchen hat momentan einen 24 Stunden Job. Aber sie hat noch zwei Artgeno
    ssen gefunden die für wenig nuesse arbeiten.lg.geli.aber ich beschäftige keine schwarz Arbeiter

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