eMails sind wichtig – aber Urlaub auch!
8. Juni 2011
Die bayrischen Pfingstferien stehen vor der Tür und damit eine freie Woche für mich samt Familie. Wir werden die hoffentlich erholsamen Tage am Gardasee verbringen. Den Kopf freikriegen, Sie verstehen.
Nun ist aber leider das “frei” in “Kopf freikriegen” & “Freiberufler” nicht immer wörtlich zu nehmen. Spätestens seit iPhone, Roaming und Surfstick ist nämlich die Versuchung groß, doch mal eben in dem Mail-Eingang zu linsen (alternativ auch auf die Schnelle ein paar Blog-Statistiken abzufragen oder flugs die Lieblingsnetzwerke querzulesen), während sich die Brut am Strand tummelt. Dass das nicht gerade der Sinn eines Urlaubs ist, wissen wir Freelancer durchaus … aber hey, es könnte doch gerade heute dieser wahnsinnig lukrative Auftrag per eMail reingekommen sein! Man stelle sich vor, auf genau diese Mail nicht zu reagieren! Was denkt denn der potenzielle Kunde von mir, wenn ich nicht gleich antworte!? Panik galore.

Das Geheimrezept dafür, aus dem Freelancer-Urlaub doch die maximale Erholung rauszupressen, heißt Abwesenheitsnotiz* (am effektivsten mit den Add-ons “Egal2.1″ und “EntspannDich.BETA”). Fast jeder eMail-Client bietet diese fabelhafte Möglichkeit, automatische Antworten auf eingehende Mails zu generieren. Theoretisch wusste ich das natürlich schon immer. Aber heute habe ich einen Artikel gelesen, der das Thema akut wieder auf den Tisch holt. Den Rest des Beitrags lesen »
Frauenblog-WM. Und ich mittendrin.
7. Juni 2011
Huch, ich mache bei einer FRAUENBLOG-WM mit! Hört sich gruselig-emanzig an, isses aber nicht. Es geht einfach darum, dass Peer Wandiger von Blogprojekt gern wissen möchte, welche von Frauen gedingsten Blogs da draußen rumlungern und welches davon wohl am beliebtesten sein könnte. Ich bin mit dem Textzicken-Blog dabei und der große Bloggergott hat gemacht, dass ich in der Vorrunde gegen das durchaus auch lesenswerte Anonym-Blog von MissesX antrete.
Wer für mich (oder meine “Gegnerin” – das dürft Ihr natürlich selbst entscheiden) voten möchte, kann das hier tun (Duell Nr. 24):
UPDATE: Ich bin dann mal weg, denn das Blog von MissesX hat knapp (sogar verdammt knapp!) das Rennen gemacht. Aber damit nicht genug: www.xmisses.blogspot.com hat sich auch noch in Vorrunde B durchgesetzt und steht deshalb nun im Achtelfinale! Sie hat mir versprochen, auch für mich mitzukämpfen – also go for it, baby!
“Dare” by SAGA Falabella.
20. Mai 2011
2001 entdeckte das peruanische Einkaufszentrum SAGA Falabella, dass sich die Bedürfnisse seiner Käufer geändert haben. Unter dem Leitspruch “Dare. Change.” wagte es den Wechsel und stellte sich ganz neu auf.
Im dazugehörigen Werbespot wird der Wechsel symbolisiert durch Frauen, die alte Flucht-Verhaltensmuster ablegen. Der Spot arbeitet stark mit tänzerischen Motiven, emotionalen Nahaufnahmen von Gesichtern/Füßen und wunder-, wunderschöner Violinmusik (Vivaldi). Ich finde: berührend, stark und beeindruckend. Ob ich jedoch wegen dieser Werbung bei SAGA Falabella einkaufen würde? Keine Ahnung. Kundenvorteile transportiert der Spot jedenfalls nicht.
[Für meine sehbehinderten Leser: Der Werbespot zeigt verschiedene Menschen - zumeist Frauen - die aus verschiedenen Gründen die Flucht antreten. Eine Tänzerin wagt nicht den letzten Schritt auf die Bühne, um vor einer Jury zu tanzen. Ein Kind läuft vor herannahenden Wellen am Strand weg. Ein Aktmodell hat Scham, die letzte Hülle fallen zu lassen. Eine bebrillte Angestellte hat Angst, den Konferenzraum zu betreten. Eine Frau sieht im Lokal ihren Freund mit einer anderen flirten und verlässt erschrocken den Raum. Die Stimmung ändert sich, als eine junge Frau im Wald einem Wolf begegnet. Auge in Auge stehen sie sich gegenüber; schon macht die Darstellerin erste Schritte rückwärts ... da entschließt sie plötzlich, mutig zu sein. Sie reißt den Mund zu einem Schrei auf und rennt auf den Wolf los! Schlag auf Schlag folgen die anderen Protagonisten ihrem Beispiel: Die Tänzerin betritt die Bühne und fliegt in einem atemberaubenden Spagatsprung durchs Bild. Das Kind wirft sich fröhlich in die heranbrandenden Wellen. Das Aktmodell atmet tief durch, geht festen Schrittes auf die wartenden Malerinnen und Maler zu und lässt ihren Mantel fallen. Die Angestellte öffnet die Tür, marschiert an ihren Vorgesetzten vorbei und knallt ihnen (sicher wichtige) Unterlagen auf den Tisch. Die junge Frau im Lokal lässt die flirtende Fremde einfach links liegen, schnappt sich ihren Freund und küsst ihn leidenschaftlich. Die Frau im Wald rennt dem ebenfalls durchstartenden Wolf einfach entgegen - und verschmilzt im Augenblick des Zusammenpralls einfach mit ihm. Sie bleibt stehen, dreht sich in die Kamera und zeigt und ein überlegenes Lächeln ... ihr Mut hat sich gelohnt. Es folgt die Einblendung des Claims: "Dare. Change." und das Logo von SAGA Falabella erscheint.]
Kinderrechte. Keine Selbstverständlichkeit.
18. Mai 2011
Via Twitter* flimmerte gerade dieser schockierend-berührende Spot des irischen Kinderschutzbundes ISPCC über meinen Bildschirm. Schockierend deshalb, weil der kleine Junge seine Entschlossenheit, später für Kinderrechte zu kämpfen, so überzeugend präsentiert – während er selbst gerade misshandelt wird! Berührend deshalb, weil da ein kleiner Kämpfer ist, der sich sagt “Ich halte es aus. Ich stehe das durch. Und irgendwann bin ich groß und mache es besser.”
He can’t wait to grow up. Weil Kindesmisshandlung das größte Arschloch der Welt ist.
(danke, @BiggiMM)
The Power of Words.
6. Mai 2011
Wie mächtig Worte sind, hat wahrscheinlich jeder von uns schon einmal am eigenen Leib erfahren. Sie können uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern oder motivieren. Sie können uns aber auch wütend machen, verletzen oder zum Weinen bringen.
Wie wichtig die Wahl der haargenau richtigen Worte ist, davon kann die Werbung ein Liedchen trällern. Es reicht nicht, die Botschaft irgendwie hinzuschreiben; sie muss ankommen, und zwar mitten im Herz (oder im Geldbeutel, je nachdem). So wie in diesem ebenso bewegenden wie überzeugenden Video, das die Onlinemarketing-Agentur Purplefeather in eigener Sache produzierte. Seht selbst – aber Achtung: Spontanlosheul-Gefahr am Schluss!
[Für meine sehbehinderte Leser: Im Video sitzt ein blinder Bettler vor einem öffentlichen Gebäude, neben sich eine Sammeldose und ein Schild mit der Aufschrift "I'm blind. Please help." Nur wenige Vorbeigehende werfen Geld in seine Büchse. Eine junge Frau mit Sonnenbrille geht zunächst vorbei, zögert dann, kehrt um und nimmt das Pappschild in die Hand. Sie dreht es um, schreibt auf der Rückseite einen anderen Text, stellt es wieder hin ... und geht. Der Blinde weiß nicht, wie ihm geschieht, als plötzlich ein wahrer Geldsegen über ihn kommt. Fast jeder, der das Schild liest, spendet! Wenig später kommt die junge Frau wieder; er erkennt sie an ihren Lackschuhen wieder. Der Blinde fragt sie dankbar, aber neugierig, was sie da getan habe. Ihre Antwort: "I wrote the same. But in different words." Die Kamera zoomt auf das neue Schild. Da steht jetzt: "It's a beautiful day and I can't see it." Es folgt der Abbinder mit dem Claim "Change your words. Change the world." des Onlinemarketing-Unternehmens Purplefeather.]
Bewerbersuche auf kackdreist.
7. April 2011
Manche Stellenanzeigen sind ja kreativer als andere. Oder witziger. Oder zielgruppengerichtärätätäter. Und manche sind alles auf einmal.
Die aktuelle Grafiker-Suchkampagne “Pöbeln mit Hirn” der Münchner Werbeagentur grasundsterne scheint mir so ein seltener Geniestreich zu sein: frech, sarkastisch und immer mir der Botschaft: “Spießige Spaßnichtversteher wollen wir bei uns nicht haben.” Ein schlaues Vorgehen, um diejenigen Bewerber von vorneherein rauszufiltern, die zum hippen grasundsterne-Team sowieso nicht passen würden. Das sieht zum Beispiel so aus:

[Für meine sehbehinderten Leser: Hier steht, hübsch schnörkelig gesetzt, der unausgesprochene, aber oft gedachte Grafikerfluch "KLAR setz' ich Dir den Scheiß in 10 Minuten - Darf es auch noch ein Kaffee sein, der Herr?"]
Oder auch so:

[Für meine sehbehinderten Leser: Hier steht, typographisch ebenso hübsch aufbereitet und wirklich très charmant: "Mit der Copy kannste Dir den ARSCH abwischen, Du Blindtexter"]
Fazit: Wäre ich Grafiker, hätten die meine Bewerbung längst auf dem Tisch. Da ich aber nun mal die Text- und keine Grafikzicke bin, lehne ich mich entspannt zurück, finde die Kampagne einfach nur cool und hoffe, dass mich die Sterngräser vielleicht mal für kackdreistes Text oder Lektorat buchen.


