Angefangen haben ja Andrea Juchem von Bachmichels Haus und mein Lieblingspfarrer Heiko Kuschel von der Citykirche Schweinfurt. Sie sammelten ein paar der lustigsten, absurdesten oder abwegigsten Suchbegriffe, mit denen ihre – übrigens sehr empfehlenswerten! – Blogs gefunden wurden. Und weil auch beim Textzicken-Blog kein Mangel an wirrem Suchbegriff-Material herrscht, mache ich das jetzt einfach nach.

Los geht’s:

BIST ECHT EINE HOT MOM: Huch? Dankesehr! *erröt*

Kraut ausschütten: Das geht bei mir recht schnell, wenn man mir z.B. die verkehrte Chipssorte mitbringt oder ein feines Abendessen mit James-Blunt- Gewinsel Musik untermalt.

ulrike diese zicke: Ja! Die hat mir in der zweiten Klasse meine schönste Haarspange geklaut und im Mädchenklo runtergespült! Das verzeihe ich der nie!

Siri sagt mir nicht, wo es Kaffee gibt: Siehste? Ich weiß schon, warum mir diese Siri supekt ist.

Textzicke tausche: Gegen was sollte man mich tauschen? Also echt.

Rauchen anti Werbung: Rauchen gegen Werbung? Wie geht das denn? Ist das ein Flashmob? Sicher liegt es an mir, dass ich den Sinn darin nicht recht sehe. Außerdem bin ich PRO Werbung, dafür umso mehr ANTI Rauchen. Also hm.

Howard Carpendale: Irgendjemand weiß hier mehr über die geheimen Leidenschaften meiner Mama, als er sollte. Wie unheimlich.

Geile Frauen im Bikini: Findet man auf diesem Blog wohl eher nicht. Dafür ne Menge gut gekleideter Wonneröllchen. Dank Chio.

mein siri ist nicht so cool: Schon wieder diese Siri! Und sie macht die Menschen unglücklich. Die soll Leine ziehen, aber zackzack!

wo kann man aufgrund sein gut aussehen arbeiten: Lieber Suchender! Bestimmt gibt es ganz viele Jobs, bei denen “Grammatik” weit hinter “Haarfarbe” rangiert. Frau Klum & Konsorten helfen Dir da gerne weiter. Hier hingegen biste mal völlig falsch.

ich glaub ich steh im wald texte: Ha! Passiert mir auch manchmal! Ich so am Schwammerlsuchen und PAMM! fällt mir der perfekte Claim für diese neue Android-App ein. Kannste nix machen.

Po abwischen: Ach weißte, ich bin eigentlich froh, dass die Brut aus dieser Phase raus ist. Also geh bitte weg.

I’ve never been a great fan: Ich auch nicht. Also: von Brad Pitt zum Beispiel.

To be continued …

Bei jedem neuen iPhone, das auf den Markt geworfen wird, überschlagen sich die Apple-Fanboys und -girls: Wie geil es doch aussieht! Was es nu wieder Sensationelles kann! Wie man es halt sofort haben muss, weil man sonst an Untertechnisiertheit stürbe! Gottlob leide ich selbst nicht an Hyperitis, schmunzle aber amüsiert darüber. (Um ehrlich zu sein, bin ich das Gegenteil. Was auch immer auf den Bestsellerlisten steht, was auch immer hip ist: Ich werde es nicht haben wollen. Call me Lilian the Strange, is aber so.)

Lasst uns aber nun über Siri sprechen. Siri ist das neue Tool, das Apple im neuen iPhone 4S statt eines bahnbrechenden neuen Designs verbaut hat. Siri ist eine sich von Akku-Ladezeit ernährende digitale Sklavin, die Apple mittels Schrumpfstrahler ins iPhone gebeamt und dort eingesperrt hat. Siri ist offensichtlich nicht blond, denn sie versteht selbst semikryptische Anweisungen wie “Habe ich morgen Mittag Zeit für Lunch mit diesem Kerl von gestern Nacht?” (sie wird dann im Kalender wühlen und nachsehen, ob der Termin frei ist) oder “Wo zum Henker ist dieser Song von Howard Carpendale, den ich kürzlich runtergeladen habe?” (sie wird in der iTunes-Playlist suchen und ihn finden). Siri gehorcht also quasi aufs Wort, ist trotzdem klug und wäre deshalb die perfekte Gattin für jeden iPhone-Jünger, wenn sie eben nicht so verflixt klein und unsichtbar wäre.

Siri hat aber auch eine schlechte Eigenschaft: eine eigene Meinung. Jedoch reißt Siri selbst diesen nicht sehr kommoden Fakt mit Humor raus. Und das, liebe Leute, ließ mich gerade meinen Kaffee quer über den Bildschirm prusten: Shit That Siri Says.*

Der Scheiß, Den Siri Sagt, sieht z.B. so aus:

[Für meine sehbehinderten Leser: Das Bild zeigt einen iPhone-Screenshot, wie er durch eine Anfrage bei Siri entsteht. Die Frage lautet "What's the meaning of life?" und Siri antwortet "42". Wer "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams gelesen hat, findet das großartig.]

Hübsch auch dies:

[Für meine sehbehinderten Leser: Das Bild zeigt einen iPhone-Screenshot nach der schlüpfrigen User-Anfrage "Do I make you horny?". Siris trockene Antwort: "I found a number of escorts fairly close to you:", gefolgt von der googleMaps-Anzeige mehrerer Escort-Services aus der Umgebung]

Und jetzt meine Aufgabe an Euch: Ich wünsche mir, dass Ihr – sobald Ihr alle Eure neuen iPhone 4S auf youTube “unboxed” habt – direkt loslegt und Siri mit jedem Quatsch der Welt beauftragt. Bittebitte macht davon Screenshots und reicht diese bei Shit That Siri Says ein. (Nein, ich selbst kann das nicht tun, weil ich ja oldschoolmäßig mit einem vom Gatten geerbten iPhone 4 rumkrebse. Und nein, man muss mich darob nicht mitleidig beweinen, denn das ist okay – eigentlich wollte ich ja nicht einmal dieses Modell wirklich haben.)

* Dieses Tumblog bedient sich derzeit noch von dieser Seite, nimmt aber auch neue Einsendungen an.

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UPDATE:

Jetzt weiß ich auch, woher mir das Ganze so bekannt vorkam: Ähnlichen Spaß kann man auf der Website von IKEA haben. IKEA hat nämlich eine virtuelle Kundenberaterin namens Anna. Die kannste schwach anreden, wieste willst: Das schwedische Gör hat selbst auf schlüpfrige Anfragen immer eine professionelle Antwort parat … wenn auch nicht ganz so witzig wie Siri. Langeweile? Dann probier doch mal aus, ob Du Anna aus der Fassung bringen kannst! ;-)

Hach ja, Wörter. Ich liebe Wörter. Wörter in Büchern, Wörter in eMails, Wörter in Blogs, Wörter auf Tassen. Besonders – meine Leser wissen das – liebe ich ja Wortneuschöpfungen, aber fast noch toller sind diejenigen alten Wörter, die man zu Uropas Zeiten schrub. (Hallo: “Daselbst”! “Blümerant”! “Spornstreichs”! … dagegen können “cool” und “Facility Manager” doch wahrlich nicht anstinken.)

Das Wortmuseum hat sich zur Aufgabe gemacht, vom Aussterben bedrohte Wörter zu retten. Und als ob das nicht schon nobelpreisverdächtig genug wäre, kann man sein Lieblings-Vintagewort jetzt auf einer Tasche mit sich herumtragen! Drehste durch, so cool ist das. Schuld ist das Berliner Taschenlabel tausche, das in Kooperation mit dem Wortmuseum einen Wort-auf-Tasche-Wettbewerb ausgerufen hat. (Danke an Susi von texterella, die zuerst darüber bloggte!)

Wer mitmachen will, schreibt genau JETZT eine Mail an germanistin@tausche.de mit seinem Herzenswort drin. Aus allen eingesendeten Vintagewörtern wählt die Jury drei Gewinner, die jeweils eine frei konfigurierbare, typische tausche-Tasche aus Lkw-Plane bekommen, bedruckt mit “ihrem” Wort. So ähnlich wie die hier, nur eben ganz anders:

Jetzt aber schnell: Der Wettbewerb läuft nur noch bis zum 10. Oktober 2011!

Gnihihi! Bei Ansicht dieses Schilds fühlte ich mich irgendwie ertappt.

Warum nur? ;)

[Für meine sehbehinderten Leser: Es handelt sich hier um ein typisches Warnschild mit stilisiertem Männchen auf einer Treppe. Die Aufschrift lautet "In case of fire exit building before tweeting about it".]

(Quelle: macventure.de)

2001 entdeckte das peruanische Einkaufszentrum SAGA Falabella, dass sich die Bedürfnisse seiner Käufer geändert haben. Unter dem Leitspruch “Dare. Change.” wagte es den Wechsel und stellte sich ganz neu auf.

Im dazugehörigen Werbespot wird der Wechsel symbolisiert durch Frauen, die alte Flucht-Verhaltensmuster ablegen. Der Spot arbeitet stark mit tänzerischen Motiven, emotionalen Nahaufnahmen von Gesichtern/Füßen und wunder-, wunderschöner Violinmusik (Vivaldi). Ich finde: berührend, stark und beeindruckend. Ob ich jedoch wegen dieser Werbung bei SAGA Falabella einkaufen würde? Keine Ahnung. Kundenvorteile transportiert der Spot jedenfalls nicht. ;)

[Für meine sehbehinderten Leser: Der Werbespot zeigt verschiedene Menschen - zumeist Frauen - die aus verschiedenen Gründen die Flucht antreten. Eine Tänzerin wagt nicht den letzten Schritt auf die Bühne, um vor einer Jury zu tanzen. Ein Kind läuft vor herannahenden Wellen am Strand weg. Ein Aktmodell hat Scham, die letzte Hülle fallen zu lassen. Eine bebrillte Angestellte hat Angst, den Konferenzraum zu betreten. Eine Frau sieht im Lokal ihren Freund mit einer anderen flirten und verlässt erschrocken den Raum. Die Stimmung ändert sich, als eine junge Frau im Wald einem Wolf begegnet. Auge in Auge stehen sie sich gegenüber; schon macht die Darstellerin erste Schritte rückwärts ... da entschließt sie plötzlich, mutig zu sein. Sie reißt den Mund zu einem Schrei auf und rennt auf den Wolf los! Schlag auf Schlag folgen die anderen Protagonisten ihrem Beispiel: Die Tänzerin betritt die Bühne und fliegt in einem atemberaubenden Spagatsprung durchs Bild. Das Kind wirft sich fröhlich in die heranbrandenden Wellen. Das Aktmodell atmet tief durch, geht festen Schrittes auf die wartenden Malerinnen und Maler zu und lässt ihren Mantel fallen. Die Angestellte öffnet die Tür, marschiert an ihren Vorgesetzten vorbei und knallt ihnen (sicher wichtige) Unterlagen auf den Tisch. Die junge Frau im Lokal lässt die flirtende Fremde einfach links liegen, schnappt sich ihren Freund und küsst ihn leidenschaftlich. Die Frau im Wald rennt dem ebenfalls durchstartenden Wolf einfach entgegen - und verschmilzt im Augenblick des Zusammenpralls einfach mit ihm. Sie bleibt stehen, dreht sich in die Kamera und zeigt und ein überlegenes Lächeln ... ihr Mut hat sich gelohnt. Es folgt die Einblendung des Claims: "Dare. Change." und das Logo von SAGA Falabella erscheint.]

Ich MUSS meine Leser einfach an diesem herrlich prokrastinatorischen Nonsens-Tool teilhaben lassen. Es heißt “Yes, that can be my next tweet” und funktioniert maximal einfach: In ein Fenster tippt man seinen Twitternamen ein, das System strickt aus vielenvielen vergangenen Tweets neue Quatsch-Postings und spuckt sie auf Wunsch in die Timeline. Typische Phrasen, klar, kommen immer wieder vor – aber in welchen Zusammenhängen, du lieber Himmel! :D

Probiert’s einfach mal aus. Oder auch nicht, denn es ist nicht ohne Risiko.

Bei allen Twitterern entschuldige ich mich vorab, denn Leute – wenn Ihr einmal damit anfangt, könnt Ihr nicht mehr aufhören, das ist garantiert. Tut es außerdem nicht in der Öffentlichkeit. Tut es nicht, wenn Ihr kurz danach hübsch und unverquollen aussehen müsst. Tut es nicht, wenn irgendjemand in der Nähe ist, der Euch noch irgendwie ernst nehmen soll. Ich habe Trä-nen gelacht und tue es noch, während ich dies hier tippe. Der Gatte wird mich demnächst einweisen lassen, wenn ich nicht bald fertig werde mit der Dauerprusterei, aber … Ich. Kann. Nicht. Aufhören!

Und um was geht’s hier bitteschön? Ihr wollt Beweise? Bitte, hier zum Einstieg interessante Fakten aus dem Tierreich und Textzickes Haushalt:

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