Mich w├╝rde mal Eure (werbeprofessionelle und private) Meinung zum neuen EDEKA-Weihnachtsspot interessieren.

Denn ich als Werberin sage:
… ein Geniestreich. Auch wenn ich bezweifle, dass dadurch direkt mehr Eink├Ąufe generiert werden. Markenimagest├Ąrkung nat├╝rlich top.

Als Mensch hingegen sage ich:
… Gr├Ąsslich. Geht gar nicht. Wie k├Ânnen die nur?!
Und das nicht, weil ich solche (wahren, aber schlimmen) Botschaften nicht aushalte. Einfach weil es einen Step zu krass ist, mit den tiefsten inneren ├ängsten zu „spielen“ und zu manipulieren.
W├Ąre ich eines der erwachsenen Kinder im Spot, ich w├Ąre auf den Vater sowas von stocksauer – auch wenn ich mich ertappt f├╝hlen w├╝rde, klar. So richtig funktioniert die Botschaft n├Ąmlich dann doch nicht – au├čer in moralischer Hinsicht. Und ich bin total hin- und hergerissen, ob ich das gut finden oder verurteilen soll.

Ein weiterer Punkt: Als Tochter, der es im Traum nicht einfallen w├╝rde, jemals die Eltern zu einer solchen Nebensache verkommen zu lassen, macht mich der Spot w├╝tend. Auf die, die es einfach nicht raffen. Weil es f├╝r mich pers├Ânlich eben total selbstverst├Ąndlich ist, engen Kontakt mit den Eltern zu haben. Nun wohne ich ja quasi Wand an Wand mit den meinen (gottseidank) … aber ich schw├Âre: So weit weg k├Ânnte ich nicht wohnen, dass ich es nicht wenigstens zu Weihnachten m├Âglich machen w├╝rde, sie zu sehen.
[Hier wird gleich der – berechtigte – Einwand fallen „Aber wenn man im Streit mit den Eltern ist, was dann?“. Diesen m├Âchte ich hier au├čen vor lassen, denn im Spot scheint es nicht so, dass irgendwer mit irgendwem im Clinch ist. Hier geht es einfach um Priorit├Ąten.]

Sollte der Spot allerdings dazu f├╝hren, dass nur ein erwachsener Sohn oder eine erwachsene Tochter dadurch endlich wieder auf die wichtigen Dinge um Weihnachten herum besinnt, n├Ąmlich die Familie ÔÇŽ dann ist mir alle Werbepsychologie und alles „too much“ piepegal und ich sage: Danke, EDEKA. Saustark.

Was meint Ihr dazu?

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Backe, backe … B├╝cher?!

26. M├Ąrz 2015

Kathy Knaus backt gern. Wie man Teig ├╝berhaupt und dann auch noch in solche Motive gebacken kriegen kann, ist mir als bekennender Nichtb├Ąckerin ein v├Âlliges R├Ątsel. Ich bewundere die Detailverliebtheit, die Ideen, die Geduld und das handwerkliche Geschick, die in jeder dieser Torten stecken.

Am meisten aber hat mich heute eine Torte geflasht, die erst kürzlich ihrer Küche entsprungen ist: die Bibliotheks-Torte. Man muss dazu gar nicht viel sagen, aber schaut Euch die Bilder mal in Ruhe an. Ist das nicht einfach entzückend? <3   Bibliothek_Kuchen

(Ich ver├Âffentliche das Foto ├╝brigens mit ausdr├╝cklicher Genehmigung der B├Ąckerin und Urheberin selbst. Danke, Kathy!)

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Domino ist faszinierend. Am „Domino Day“ h├Ąngt bei uns die gesamte Familie gebannt vor dem Fernseher. Noch heute holen meine Kinder, 13 und 15 Jahre alt, manchmal die Kisten mit den bunten Holzsteinen raus – und wir haben derer viele! -, um treppauf, treppab eine m├Âglichst geniale Kettenreaktion auszul├Âsen. Ich freue mich jedes Mal dar├╝ber.

Nun sind bunte Kl├Âtzchen das eine, B├╝cher das andere. Bis zwei amerikanische College-Studenten sich 2013 dachten „Hey, eigentlich hat so ein Buch doch fast das Format eines Dominosteins, nur gr├Â├čer. Da kann man was draus machen“. Gedacht, getan: Zum Start des Lesesommers 2013 bauten sie in der B├╝cherei von Seattle die l├Ąngste Domino-Kettenreaktion der Welt auf – aus B├╝chern!

book_domino_Zahlen

Mit 2.131 B├╝chern stellten sie damit gleichzeitig einen neuen Weltrekord f├╝r die l├Ąngste Buch-Dominoreihe auf. 27 Freiwillige halfen mit und verzehrten dabei 112 St├╝cke Pizza. Well done, Leute, very well.

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Als mich vor einiger Zeit Christiane Frohmann vom Frohmann Verlag via Twitter fragte, ob ich zu ihrem neuesten Projekt etwas beitragen m├Âchte, war ich sofort dabei.
„Tausend Tode schreiben“ sollte das eBook hei├čen, in dem an die 1.000 Autoren in v├Âllig freier Form irgendeinen Text zum Thema Tod und Sterben schreiben. Eine pers├Ânliche Erfahrung oder auch H├Ârensagen, als Fiction, Lyrik, Worthaufen, Kurzgeschichte … jeder so, wie es zu seiner Idee vom Tod am besten passt. In loser Aneinanderreihung dieser Beitr├Ąge entstand so ein ganz besonderes Buch, sehr pers├Ânlich, sehr nah, sehr bewegend, manchmal augenzwinkernd, meistens optimistisch-positiv, oft abgrundtief traurig – wie der Tod und alles drumherum eben so spielt.

Alle Autoren haben auf Honorar verzichtet und auch der Verlag erhebt keinen Anspruch auf seinen Anteil. Die Erl├Âse gehen stattdessen an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow.

Stand heute (Version 2/4) sind es 247 Texte; Nummer 217 stammt von mir. Den Rest des Beitrags lesen »

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Wer mich kennt, wei├č, dass ich im Stra├čenverkehr ein Sicherheitsfanatiker bin – aus Gr├╝nden. Speziell das Thema „Anschnallen“ bewegt mich seit meinem Unfall sehr, und Nichtanschnaller bekommen meine Hartn├Ąckigkeit im Einfach-nicht-Losfahren-bis-alle-angeschnallt-sind schnell zu sp├╝ren.

Seitdem aber fast jeder Erwachsene ein Smartphone besitzt, ist eine weitere, nicht minder gro├če Gefahr entstanden: Lesen oder Tippen von Nachrichten auf dem Handy w├Ąhrend des Fahrens.
Handynutzung am Steuer ist heute tats├Ąchlich eine der Top-Ursachen f├╝r ablenkungsbedingte Unf├Ąlle! Ich darf mich da nicht ausklammern; auch ich habe schon aufs Display gelinst, wenn w├Ąhrend der Fahrt das iPhone plingte. Ja, ich habe sogar schonmal, wenn ich gerade sehr langsam fuhr, eine Antwort getippt. Das ist schei├če. Schon 30 km/h reichen bei geringer Aufmerksamkeit aus, um einen potenziell t├Âdlichen Unfall zu provozieren.

Volkswagen hat sich zu dieser Thematik eine gro├čartige interaktive Schocker-Sache ausgedacht.
Schauplatz: ein Kino in Hongkong.
„Opfer“: Kinobesucher, die einen ganz normalen Film sehen wollten.
Technik: eine Anlage, die allen Besuchern zeitgleich eine Nachricht aufs Handy schickte (was nat├╝rlich den sofortigen Griff zum Telefon nach sich zieht).
Und dann … aber seht selbst:

[F├╝r meine sehbehinderten Leser: Kinobesucher f├╝llen nach und nach den Saal, allgemeines Popcornrascheln, das Licht geht aus. Auf der Leinwand startet ein Spot, man sieht ca. 10 Sekunden lang aus Sicht eines Autofahrers eine m├Ą├čig kurvige Stra├če mit B├Ąumen links und rechts, das Auto bewegt sich flott. Blick hinter die Kulissen, ein Techniker dr├╝ckt auf „Senden“ an einem Rechner. Pl├Âtzlich bekommen alle Kinobesucher die SMS, unz├Ąhlige leise Brumm- und Piep-Signalt├Âne erschallen. Jeder kramt hektisch das Telefon raus und ruft die omin├Âse Nachricht ab. Im selben Moment, als alle aufs Display starren, crasht das Auto auf der Leinwand scheinbar ohne Grund gegen einen Baum. Bremsger├Ąusch, Stillstand, gesplitterte Scheiben. Auf der Leinwand erscheint der Schriftzug „Mobile use is now the leading cause of death behind the wheel. A reminder to keep yor eyes on the road.“, gefolgt vom VW-Logo und -Slogan. Im Saal betretenes Schweigen, alle sind ganz still und denken offensichtlich nach. Sehr eindr├╝cklich.]┬á

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Wenn ich sage, dass ich mich bereits mehrmals durch alle meine B├╝cherregale gelesen habe, ist das nicht gelogen. Der j├╝ngste Internet-Fund erm├Âglicht es jedoch auch Nichtlesern, diesen Satz ohne lange L├╝gennase auszusprechen:┬á„ABC book case“ der italienischen M├Âbeldesigner Eva Alessandrini und Roberto Saporiti ist ein B├╝cherregal, das man sogar im leeren Zustand lesen kann. (Und alle jetzt so: „H├ä├ä├ä├ä├ä├ä?“)

Okay, so sieht’s aus: Das B├╝cherregal besteht aus quadratischen Modulen, die jeweils einen Buchstaben bilden. Die Buchstaben werden gebildet aus vertikal und horizontal angebrachten halblangen Zwischenb├Âden, die auch noch als Buchst├╝tzen fungieren. Die urspr├╝ngliche „Satzbau“-Idee dahinter lautet „READ YOUR BOOK CASE“, aber nat├╝rlich kann man auch B├╝cherregale in anderen Formaten und mit ganz anderen, auch l├Ąngeren W├Ârtern zusammenstellen. Ich gr├╝ble noch, welchen Satz ich wohl bauen w├╝rde, h├Ątte ich eine weitere freie Wand und viel Geld ├╝brig. Macht doch mal ein paar Vorschl├Ąge! :-)

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

Hier sieht man, wie die einzelnen Buchstaben-Module gestaltet sind:

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

Quelle: http://www.saporiti.net/abc-bookcase/

 

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