Klolekt√ľre.

14. Dezember 2017

Von Loriot bis B√∂ll, von Epikur bis Albert Schweitzer, von wichtigen *√§h* Lebensratgebern bis Ultramonk-Lekt√ľre alles da: Willkommen in meiner kleinen Bibliklothek.

Von Loriot bis B√∂ll, von Epikur bis Albert Schweitzer, von wichtigen *√§h* Lebensratgebern bis zur Ultramonk-Lekt√ľre alles da: Willkommen in meiner kleinen Bibliklothek.

Ihr kennt das: Ihr m√ľsst dringend auf die Toilette, es wird eine l√§ngere Sitzung als geplant daraus – und euch ist langweilig. Wo man fr√ľher ohne Umschweife in die Todes-, Partnersuche- und Sonderangebotsanzeigen¬†der Tageszeitung von vorletzter Woche eintauchte oder die Qual der Wahl¬†zwischen¬†ausrangierten Asterix-Heften hatte, g√§hnt heute oft¬†literaturverachtende Leere.
Und selbst wenn sich eine hochrangige, wenn auch miniaturformatige „Bibliklothek“ anbietet wie in meiner G√§stetoilette, greift der Banause von heute doch lieber zum elektronischen¬†Zeitverknapper im Hosentaschenformat: dem allgegenw√§rtigen, munter vor sich hinstrahlenden, menschenversklavenden Smartphone. Dann wird gefacebookt, getwittert und gewhatsappt, was das Zeug h√§lt.*

Hat¬†aber das oben genannte¬†Verdauungsopfer vergessen, sein Smartphone¬†mit auf die Toilette zu nehmen, und hat es obendrein das Pech, nicht auf meinem G√§ste- und Kundenklo zu residieren … dann ist die Not gro√ü. Jeder wei√ü, was dann passiert:¬†Er (oder sie) greift zum n√§chstbesten Seifenspender, Putzmittel oder gar zur Handcremetube und liest verzweifelt, was dort eben zu lesen ist.

B√ľhne auf f√ľr helle Marketing-K√∂pfe – et voil√†:

you_are_eading_this_because_you_forgot_your_smartphoe_dont_youl

Naja, OK, es w√§re saum√§√üig lustig. Ein Geniestreich, sozusagen. Leider ist das Bild jedoch ein Fake, erdacht von Spa√üv√∂geln, die ich leider nicht ausfindig machen konnte. Geteilt wurde das Bild jedenfalls auf Twitter, und zur√ľckverfolgt habe ich es bis zu Reddit. Dort verlor sich die Spur.

Liebe Marketingleute und Werber, bitte macht sowas doch mal in Echt. Die Welt braucht mehr¬†befreit lachende Menschen auf den Klos!¬†Das w√§re auch vorteilhaft f√ľr die Volksverdauung.

*Es ist ja nicht so, dass ich selbst – und ich bin wahrlich eine B√ľcherwurmin vor dem Herrn! – davor gefeit w√§re.¬†
Toll ist es deswegen noch lange nicht.

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Happy Bookmas!

11. Dezember 2017

Es gibt viele sch√∂ne Ideen mit B√ľchern, aber manche sind noch sch√∂ner. So wie dieser Lasst-die-B√§ume-leben-ich-baue-meinen-eigenen-Weihnachtsbaum-aus-B√ľchern-Clou, den @twolitter heute auf Twitter postete. Okay, auch die B√ľcher waren mal B√§ume, aber sie waren ja nunmal schon da und aus dem Regal muss man sie auch nicht rausr√§umen.
ICH finde das praktisch. Und wenn mein eigenes B√ľcherregal nicht 5 Meter lang und nur 1,50 Meter hoch w√§re, w√ľrde ich die Idee vielleicht sogar klauen.

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Okay, okay, okay, nat√ľrlich sind richtig gute Websites NICHT easy.*

Stattdessen¬†gibt eine ganze Menge zu beachten: Accessibility, Responsible Design, gut lesbare Fonts, Barrierefreiheit … und neben einer Fantastillion weiteren Details braucht sie nat√ľrlich verdammt guten Text. Auf den Google und seine Kumpels stehen, der Leser aber noch mehr. Den im Idealfall ich¬†geschrieben habe, aber das nur nebenbei. ūüėČ Content, Content, Content. Unique Content, um genau zu sein. Dann Keywords und so, logo, aber schon l√§ngst nicht mehr auf die Weise, die uns SEO-Gurus in den fr√ľhen 2000er-Jahren predigten. Auf all diesen Gebieten¬†arbeite ich mit echten Profis zusammen, die ich gern mit ins Boot hole, wenn ich eine Website betexte.

Aber was langweile ich Euch; es gibt eine Website, die alles das in *öhm* knackig-kurzen Worten beschreibt. A Motherfucking Website. THE Website.
Und die findet Ihr hier: www.motherfuckingwebsite.com Рhave fun!

This is a motherfucking website. And it's fucking perfect.

 

*Das war nämlich, ellabätsch!, nur eine schicke Headline, die den geneigten Leser anfixen sollte. Clickbaiting quasi.
„Wenn du liest, was dann geschah, wird dein Leben ver√§ndern!“
… so ungef√§hr, nur nicht ganz so bescheuert.
Hat doch funktioniert, oder? ūüėČ

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Mich w√ľrde mal Eure (werbeprofessionelle und private) Meinung zum neuen EDEKA-Weihnachtsspot interessieren.

Denn ich als Werberin sage:
… ein Geniestreich. Auch wenn ich bezweifle, dass dadurch direkt mehr Eink√§ufe generiert werden. Markenimagest√§rkung nat√ľrlich top.

Als Mensch hingegen sage ich:
… Gr√§sslich. Geht gar nicht. Wie k√∂nnen die nur?!
Und das nicht, weil ich solche (wahren, aber schlimmen) Botschaften nicht aushalte. Einfach weil es einen Step zu krass ist, mit den tiefsten inneren √Ąngsten zu „spielen“ und zu manipulieren.
W√§re ich eines der erwachsenen Kinder im Spot, ich w√§re auf den Vater sowas von stocksauer – auch wenn ich mich ertappt f√ľhlen w√ľrde, klar. So richtig funktioniert die Botschaft n√§mlich dann doch nicht – au√üer in moralischer Hinsicht. Und ich bin total hin- und hergerissen, ob ich das gut finden oder verurteilen soll.

Ein weiterer Punkt: Als Tochter, der es im Traum nicht einfallen w√ľrde, jemals die Eltern zu einer solchen Nebensache verkommen zu lassen, macht mich der Spot w√ľtend. Auf die, die es einfach nicht raffen. Weil es f√ľr mich pers√∂nlich eben total selbstverst√§ndlich ist, engen Kontakt mit den Eltern zu haben. Nun wohne ich ja quasi Wand an Wand mit den meinen (gottseidank) … aber ich schw√∂re: So weit weg k√∂nnte ich nicht wohnen, dass ich es nicht wenigstens zu Weihnachten m√∂glich machen w√ľrde, sie zu sehen.
[Hier wird gleich der – berechtigte – Einwand fallen „Aber wenn man im Streit mit den Eltern ist, was dann?“. Diesen m√∂chte ich hier au√üen vor lassen, denn im Spot scheint es nicht so, dass irgendwer mit irgendwem im Clinch ist. Hier geht es einfach um Priorit√§ten.]

Sollte der Spot allerdings dazu f√ľhren, dass nur ein erwachsener Sohn oder eine erwachsene Tochter dadurch endlich wieder auf die wichtigen Dinge um Weihnachten herum besinnt, n√§mlich die Familie ‚Ķ dann ist mir alle Werbepsychologie und alles „too much“ piepegal und ich sage: Danke, EDEKA. Saustark.

Was meint Ihr dazu?

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Backe, backe … B√ľcher?!

26. März 2015

Kathy Knaus backt gern. Wie man Teig √ľberhaupt und dann auch noch in solche Motive gebacken kriegen kann, ist mir als bekennender Nichtb√§ckerin ein v√∂lliges R√§tsel. Ich bewundere die Detailverliebtheit, die Ideen, die Geduld und das handwerkliche Geschick, die in jeder dieser Torten stecken.

Am meisten aber hat mich heute eine Torte geflasht, die erst k√ľrzlich ihrer K√ľche entsprungen ist: die Bibliotheks-Torte. Man muss dazu gar nicht viel sagen, aber schaut Euch die Bilder mal in Ruhe an. Ist das nicht einfach entz√ľckend? <3 ¬† Bibliothek_Kuchen

(Ich ver√∂ffentliche das Foto √ľbrigens mit ausdr√ľcklicher Genehmigung der B√§ckerin und Urheberin selbst. Danke, Kathy!)

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Domino ist faszinierend. Am „Domino Day“ h√§ngt bei uns die gesamte Familie gebannt vor dem Fernseher. Noch heute holen meine Kinder, 13 und 15 Jahre alt, manchmal die Kisten mit den bunten Holzsteinen raus – und wir haben derer viele! -, um treppauf, treppab eine m√∂glichst geniale Kettenreaktion auszul√∂sen. Ich freue mich jedes Mal dar√ľber.

Nun sind bunte Kl√∂tzchen das eine, B√ľcher das andere. Bis zwei amerikanische College-Studenten sich 2013 dachten „Hey, eigentlich hat so ein Buch doch fast das Format eines Dominosteins, nur gr√∂√üer. Da kann man was draus machen“. Gedacht, getan: Zum Start des Lesesommers 2013 bauten sie in der B√ľcherei von Seattle die l√§ngste Domino-Kettenreaktion der Welt auf – aus B√ľchern!

book_domino_Zahlen

Mit 2.131 B√ľchern stellten sie damit gleichzeitig einen neuen Weltrekord f√ľr die l√§ngste Buch-Dominoreihe auf. 27 Freiwillige halfen mit und verzehrten dabei 112 St√ľcke Pizza. Well done, Leute, very well.

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