Gerade kichere ich mal wieder wie verrückt über das linguistische Fundstück des Jahrhunderts: Die Gesellschaft zur Stärkung der Verben nämlich hat sich auf die Fahnen geschruben, den armen schwachen Verben den Rücken zu stirken und damit einer Verödung der Grammatik zu entgegenwarken.

Sie so: “Häh?” Ich so: Guckstu.

Ab sofort wird mit gezunkenen Karten gespielt, verwolkene Blumen werden weggeschmissen, Geiger gagen, Vergleiche hanken, man hat sich mit weniger Geld begnogen, der Lehrer schak den Schüler zum Direktor, wir verwandten den verborßenen Algorithmus.

Überhaupt haben die Initiatoren auffallend Recht mit ihrer Feststellung:

Warum heißt es: ich sterbe, ich starb, ich bin gestorben, aber nicht ich erbe, ich arb, ich habe georben?

Und hey: Warum sollte man das Verb “verabscheuen” nicht wie folgt beugen: verscheut ab, verschund ab, verschünde ab, verscheue ab, abverschunden? Denkbar wäre auch, dass ich mich mit einem peinlichen Kommentar in die Nesseln gesotzen oder das Kind in der Musikschule angemolden habe. Und was ist so abwegig daran, hässliche Substantiv-Endungen wie “-igkeit, -lichkeit, -ikation oder -ilität” zu eliminieren und z.B. aus der unattraktiven “Möglichkeit” ein heroisches Mögnis zu machen?

Hach. Was für eine tolle Sache für Sprachspieler wie mich. Aber Vorsicht: Festlese-Gefahr! ;)

(Und vielen Dank an die liebe Sandra Vogel vom piepmatz Verlag, die den Link auf Twitter postete!)

Schönheit des Unwetters.

12. Januar 2011

Nicht nur Fotografen kommen hier auf ihre Kosten. Auch Naturverliebte, Ewigstaunende und Allemwasschönesabgewinnenkönnende werden bei der Bildersammlung “Turbulent Photography” von Aquil Akhter aus dem verzückten Seufzen nicht mehr herauskommen. Dass Blitze und Tornados nicht nur zerstören, sondern auch faszinieren können, dürfte spätestens nach Bild Nummer 11 jedem klar sein. Boah.

(dieses Foto: Bruna Costa)

Manche Geschichten sind ja kreativer als andere. Diese hier zum Beispiel: Weihnachten im Zeitalter von Web 2.0 – erdacht und gemacht von einem portugiesischen Anbieter für digitale Inhalte namens excentric.

Was für eine großartige Idee! Was für eine tolle Umsetzung! Nicht VÖLLIG neu, okay, aber punktgenau auf die Weihnachtsgeschichte umgemünzt unter Verwendung von Google Maps (made my day: das Auswahlkästchen “Avoid Romans” bei der Routenplanung!), iPhone, Wikipedia, Outlook, Twitter, facebook, foursquare und mehr. I’m on my knees.

(Vielen Dank übrigens an meinen Kunden Sebastian Wiegärtner, der mich via Twitter darauf stupste!)

Wenn Winter weh tut.

19. Dezember 2010

Winter in Deutschland. Einer von der Sorte “früh, kalt, haufenweise Schnee”. Die Zeitungen titeln über Auffahrunfälle, einknickende Dächer und Streusalzmangel. Schlimm ist das, jaja, aber was die Medien eiskalt vergessen, ist so viel schlimmer: An Wintern wie diesem erfrieren Menschen. Obdachlose sterben im Schlaf, mitten in der deutschen Stadt, an jedem nur denkbaren Ort. Mir persönlich ist egal, ob sie beim Erfrieren von Drogen oder Alkohol benebelt sind oder einfach zu resigniert, um die nächste Obdachlosenunterkunft aufzusuchen: Sie erfrieren, während wir einfach die Heizung aufdrehen, und das ist ein unerträglicher Fakt.

In Berlin und Frankfurt, aber auch im Hamburg gibt es besonders viele Obdachlose, die täglich dem frostigen Feind trotzen; erschreckend viele verlieren den Kampf. Alle drei Städte setzen deshalb Kältebusse ein. Den Rest des Beitrags lesen »

Blindtext, yo, man.

27. Oktober 2010

Wem der typische “lorem ipsum”-Blindtext zu uncool ist, greift zukünftig zum “Gangsta lorem ipsum Blindtext-Generator”. Krasser Scheiß: Er mixt den Klassiker mit hippen Streetgangsta-Parolen.

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Wisster Bescheid.

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Die Nerd-Fußmatte.

20. Oktober 2010

Gniiihihihihi! Was der @formschub da schon wieder Cooles gemacht hat! Eine Fußmatte nämlich, extra für Computerfuzzis und extra lustig. Und das Beste daran ist: Man kann das Dings nicht nur im Internet anschauen, toll finden und still begehren – man kann es sogar kaufen, vor die Haustür legen und fortan kichernd mit Füßen treten! (Die englische Version Fußmatte gibt’s hier.) Die Nerd-Fußmatte ist der lebende, äh, liegende Beweis dafür, dass man dem wortgewaltigen Herrn @formschub nicht nur dringend auf Twitter folgen, sondern auch in das Nachtgebet für Kreative und Nerd-Gattinnen wie mich einschließen sollte. Finde ich. Nämlich.nerd-fusmatte [Für meine sehbehinderten Leser: Auf der Fussmatte ist ein typisches Windows-Statusfenster zu sehen mit einem Ladebalken und dem Text: "Sie haben geklingelt. Ihre Anfrage wird bearbeitet. Bitte warten.", darunter der wohlbekannte "Abbrechen"-Button.]