Überleben mit Glück.
28. April 2010
Wow. Den Artikel “17 Years Later, Stage 4 Survivor Is Savoring a Life Well Lived” der Autorin Katherine Russel Rich* möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Es geht um eine besonders bedrohliche Variante von Brustkrebs (Typ IV), um Hoffnung, um das jahrzehntelange Überleben einer in fast allen Fällen tödlich verlaufenden Krankheit. Anders als bei anderen Brustkrebsarten, die heute bereits gut behandelt werden können, sind nämlich die Heilungschancen bei Typ IV verschwindend gering. Einmal im Jahr hebt Katherine in einem Brustkrebs-Forum ihre Hand und teilt all den Frauen dort mit: “Ich bin immer noch da. Nach 17 Jahren mit der tödlichsten aller Brustkrebs-Arten!”
Manchmal hat man eben einfach Glück. Dass sie mit der Diagnose “Typ IV”-Brustkrebs eine von wenigen ist, die ausgerechnet das Überlebens-Los gezogen haben, ist Katherine Russell Rich sehr bewusst. Sie vertritt jedoch die ermutigende Ansicht, dass es jeden treffen könnte … das Glück, zu den wenigen zu gehören. Warum also nicht – wenn auch vorsichtig – daran glauben? Ich finde: Menschen wie sie braucht die Welt, um an Prüfungen wie Krebs nicht zu verzweifeln. Besonders berührt hat mich ihre Aussage
“No one can say with ultimate authority what will happen — with cancer, with a job that appears shaky, with all reversed fortunes — so you may as well seize all glimmers that appear.”
Sie hat so Recht. Wir sollten sehen, wie gut es laufen könnte, statt uns mit dem Worst Case kaputt zu machen. Das passt zu meinem Blogpost über den Nocebo-Effekt. Und es fügt sich ein weiteres Puzzleteil in meinen komischen Zustand der letzten Zeit:
“All I wanted was ordinary life back, for ordinary life which, it became utterly clear, is more valuable than anything else.
Und jetzt nehme ich meinen Laptop, einen köstlichen Kaffee und mein Grinsen mit und setze mich mitten in die Sonne. Wer kommt mit?
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* Katherine Russell Rich ist die Autorin des Buches “Verflucht, ich will leben!” (in der Originalfassung “The Red Devil: A Memoir About Beating The Odds”)
Ich habe ja erst kürzlich übers Glücklichsein gebloggt und darüber, dass Glück nur zu den Glücksbereiten kommt. Heute stolperte ich über einen Begriff, der, allerdings von hinten aufgezäumt, gut dazu passt: Nocebo-Effekt.
Als böser Bruder des Placebo-Effekts sieht der Nocebo-Effekt (hier im nicht pharmakologischen Sinne) vor, eine negative Erwartung ohne Umwege in ein negatives Ergebnis zu überführen. Wir kennen dieses Phänomen auch unter dem Decknamen “self fulfilling prophecy” oder “selbsterfüllende Prophezeiung”. Das übrigens ein blödes, aber vermeidbares Übel ist. Weil wir nämlich bewusst denkende Menschen sind, gibt es gute Neuigkeiten: Wir können dieses Nocebo-Dings überlisten! Wie das geht, lesen Sie bitte in dem hervorragenden Artikel “Der Nocebo-Effekt: 14 Tipps, wie Sie besser mit Sorgen umgehen” auf karrierebibel.de. Dem ich nichts hinzuzufügen habe.
Eines von 125 Traumblogs sein: unbezahlbar.
10. Februar 2010
Manche Dinge machen einen ja stolzer als andere. Als eines von “125 deutsche Traumblogs aus deutschen Landen” geführt zu werden, ist z.B. eine der Sachen, die Seele und Ego gleichermaßen schmeicheln. Das (übrigens sehr empfehlenswerte) Blog yuccatree.de kürte auf Leser-Empfehlungen hin Blogs, die nicht unbedingt jede Trendwelle mitmachen und/oder die ein ganz besonderes Publikum ansprechen. Textzicke.de ist als “irgendwie süß” *gnihi* dabei – alphabetbedingt ausgerechnet mit der schönen Nummer 111. Das freut mich, das ehrt mich und das macht Bock aufs Weiterschreiben. Danke an alle Empfehler!
Was ich auch noch super finde: Meine Lieblings-Netzwerkgründerin Susi ist mit ihrem Lifestyle-Blog texterella.de dabei. Von mir selbst aus tiefstem Herzen empfohlen und ebenfalls im Boot: Jules “Augenschmaus” sowie das tolle Blog notquitelikebeethoven.de – beide mit charmant aufbereiteten Themen für Gehörlose. Durch die anderen werde ich mich mit der Zeit durchlesen und für nichts anderes mehr Zeit haben. Ach, was soll’s.
Mein schönstes Gedicht.
26. September 2009
Manche Texte berühren einen irgendwo, aus irgendeinem Grund, ganz tief drinnen. Mir ging es gerade so mit vier Zeilen aus der Feder von Mascha Kaléko, die mir die Kraft des Schweigens mal wieder bewusst gemacht haben. Im Netz drübergestolpert (bei Textaroma), gelesen, geschluckt, nochmal gelesen, verdaut, für sehr weise befunden und sofort gebloggt. Seht selbst, ob es mit Euch auch etwas macht:
Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.
Glosse: Vorlesemutters Schicksal.
21. September 2009
Nein, ich bin kein allzu großer Fan von Conni. Wirklich nicht. Das heißt – ich habe nicht pauschal etwas gegen das Gör mit der roten Schleife, aber zu viel ist zu viel. Mitte 2009 hatte ich das große Glück, für den Carlsen Verlag (Herausgeber der Conni-Bücher) eine Glosse genau zu diesem Thema schreiben zu dürfen. Sie erschien in einem Sonderheft, das seit Kurzem in den Buchhandlungen zum Mitnehmen ausliegt.

