Dass mich das Buch “Suna” von Pia Ziefle mehr als nur begeistert hat, kann man unschwer aus meiner ausführlichen Rezension herauslesen. Seit “Suna” vorletzte Woche endlich auch als Taschenbuch (9,99 €) erschienen ist, verschenke ich es noch häufiger als sonst. Ob ich so ein bisschen mit Schuld daran bin, dass es heute auf der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 50 eingestiegen ist? ;-)

Mehr als verdient ist dieser Erfolg ja – wobei ich prophezeie, dass es dabei nicht bleiben wird. Bis auf die vorderen 20 Plätze wird dieses berührende, großartige Buch es bestimmt noch schaffen. Ich empfehle es jedem; als Lektüre für wertvolle Stunden oder als Geschenk für Menschen, die gute Geschichten zu schätzen wissen. Die Hardcoverausgabe ist übrigens natürlich noch viel schöner als das Taschenbuch … und da “Suna” ein Buch ist, das man mehr als einmal lesen wird, fand ich für mich die Investition in 9 Euro mehr auch völlig angebracht.

Dank Britta Freith bin ich gerade auf diese nette Aktion aufmerksam geworden – und nun dabei, obwohl ich mich nicht mehr “offiziell” anmelden konnte. Nun ja, dann eben nur hier, ohne facebook. ;-)

Ich habe mich entschieden, das Buch “Was ich liebte” von Siri Hustvedt zu verlosen. Es ist eine dicke, schöne Hardcoverausgabe von 2003, der man ansieht, dass sie auch, bevor ich sie in die Finger bekam, schon ein paarmal gelesen wurde (ich erwarb sie auf einem Flohmarkt).

Warum ich ausgerechnet  dieses Buch ausgesucht habe? Weil es mich gleichermaßen genervt, gefordert und völlig fasziniert hat. Gelesen habe ich es letztes Jahr im Herbsturlaub auf Sardinien. Da saß ich nämlich eine Woche lang mit Anorak und Schal in einem Strandcafé an der Surfstation, während meine Männer wie die Verrückten – Überraschung! – surften. Um mich herum: Surfer. Ich fand die nett, konnte aber zu ihren Themen (Surfen) und ihrer Begeisterung (Surfen) nicht viel beitragen. Deshalb las ich.

“Was ich liebte” ist vielschichtig, intellektuell, psychologisch dicht und manchmal ziemlich verstörend.  Es geht um Kunst, Liebe, Freundschaft, Mord, Geschlechterrollen, Abschied und Kontrollverlust. Siri Hustvedts Erzählweise ist mit Sicherheit grandios, durch ihre Kleinteiligkeit aber manchmal enervierend … wobei ich mich frage, ob nicht gerade die Kleinteiligkeit so genial …? Ach, ich weiß doch auch nicht. Selbst nach dem Lesen bin ich mir noch nicht zu 100% sicher, wie ich das Buch eigentlich wirklich fand. Und deshalb verlose ich es. Weil ich viele Menschen kenne, die davon schwärmen, und manche, die es verabscheuten (ein paar amazon-Rezensionen gibt es hier).
Ich sitze zwischen den Stühlen und wäre auf die Meinung des Gewinners gespannt. :-)

Also los! Jeder Kommentar kommt in den Lostopf und am 30. April ziehe ich die Gewinnerin oder den Gewinner. Ich freue mich auf Eure Teilnahme und jedes Weitersagen, z.B. auf Twitter.

UPDATE:

Um Punkt 18 Uhr zog eine Glücksfee namens Turbosohn ein Los aus dem Topf und es trääägt … *Trommelwirbel* … die Nummer 4!

Das bedeutet, der Gewinner heißt Oliver Schüssler (Kommentar Nummer 4). Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Lesen!

Seit 2. November gibt es das ebenso schräge wie wunderbare Wiesbaden-Buch “63,75″ von Stijlroyal zu kaufen. Schick ist es geworden – und Alter, es ist GROSS! Man sieht es auf dem Foto nicht so recht, aber der Titel ist außerdem silbern gedruckt. SILBERN! Muss man also haben, ganz klar. Ob man da aus Wiesbaden kommt oder nicht, ist dann doch wirklich egal.

Weil ich bekanntlich wahnsinnig bescheiden bin, habe ich mich bisher nicht getraut, meine Geschichte auch online zu veröffentlichen. Da aber nun der Herr Verleger Huck Haas himself uns dazu ermutigt hat … bittesehr. Hier ist meine in höchstem Maße unglaubwürdige, verquere und hanebüchene Geschichte über Burg Frauenstein, Graf Ingo den Impotenten und sein, hihi, blutrünstiges Gefolge. Im Buch findet man sie auf Seite 192, tadaa.

Den Rest des Beitrags lesen »

Legasthenie ist weit verbreitet und, ich sage es jetz mal so frank und frei, Legasthenie ist ein Arschloch. Natürlich gibt es weit schlimmere Teilleistungsstörungen und manches ist für Legastheniker heute einfacher als vor 20 Jahren … aber hallo? Auch im Jahr 2012 laufen Betroffene noch Gefahr, als “dumm” oder “unambitioniert” angesehen zu werden. Weil sie eben nicht korrekt lesen und schreiben können, so sehr sie sich auch bemühen! Und das ist doch zum Kotzen.
Mit modernen Therapiemethoden kann man der Legasthenie zwar ein Stück weit ein Schnippchen schlagen. Das flüssige Lesen etwa kann damit recht gut trainiert werden und hey, die Rechtschreibfehler werden auch weniger. Trotzdem bleibt beides, das Lesen und das Schreiben, für Menschen mit Legasthenie ein Leben lang wahnsinnig anstrengend.

Umso besser, dass man inzwischen an vielen kleinen Baustellen daran arbeitet, ihnen das Leseleben zu erleichtern!
Ein kluger und netter Mensch namens Abelardo Gonzalez etwa hat jetzt eine Spezialschrift entwickelt, die das in besonderem Maße tut: OpenDyslexic.

Der Font packt durch seine besonders “bodenschwere” Gestaltung die gängigsten Legasthenie-Mechanismen beim Schopfe (Verdrehen und Verwechseln von Buchstaben, Verrutschen in der Zeile) und lacht ihnen so einfach ins Gesicht. Die begeisterten Kommentare von OpenDyslexic-Usern sprechen für sich – das Lesen scheint damit tatsächlich um Klassen einfacher zu sein.

Aber es kommt noch besser: Immer mehr Dienste integrieren den OpenDsylexic-Font in ihre Nutzeroberfläche und ermöglichen Legasthenikern damit, ihr “Lesefutter” entspannt zu genießen!

  • So erlaubt zum Beispiel InstaPaper in seiner neuen Version die Einstellung auf die Leichtlese-Schrift.
  • Erweiterungen für Safari und Google Chrome stellen die Leseschrift im Browser auf OpenDyslexic um.
  • Für das Surfen am iPhone und iPad (Safari ist dort leider nicht anpassbar) hat Herr Gonzalez sogar einen eigenen Browser entwickelt: openWeb.
  • Firefox-User installieren den Font einfach auf ihrem Computer und setzen ihn in den Einstellungen unter “Inhalt” –> “Schriftarten & Farben” als Standard.
  • Bei iPhones mit Jailbreak kann die Standardschrift in Cydia auf OpenDyslexic gewechselt werden (fragt mich hier bloß nicht nach technischen Details; ich kenne diese Cydia nicht und gebe das nur so weiter! *g*)
  • Mehrere eBooks sind inzwischen in OpenDyslexic erschienen. Ein Trend, den ich befürworte!

Alles in allem hört sich das doch ziemlich gut an, finde ich. Danke, Mr. Gonzalez!

(Und danke an Elke Fleing von www.berufung-selbststaendig.de, die diesen Tipp kürzlich auf Twitter postete!)

63,75. Und ich mittendrin.

18. Oktober 2012

Naja, “mittendrin” stimmt nur bedingt. Aber Seite 192 ist doch gar nicht sooo schlecht. Auf der steht nämlich, eingekeilt zwischen illustren Schreibern wie Sibylle Berg, Alexandra Tobor und Peter Breuer, meine hanebüchene Geschichte. Über einen impotenten Frustgrafen, zum kollektiven Menstruieren verdammte Hofdamen und eine Wiesbadener Burg, in der das Grauen seinen Lauf nahm. Mehr wird nicht verraten und gelogen ist die Story sowieso.

Von was ich da um Himmels Willen fasle? Achso, klar, können Sie ja nicht wissen: 63,75. Das ist die neueste Ausgabe eines coolen Heimatmagazins aus dem Hause Stijlroyal. Diesmal erscheint es in SCHAU-WIE-GROSS-ICH-BIN-DIN-A3-Buchform, auf dass es bloß nicht in handelsübliche Bücherregale passt. Das hat er sich fein ausgedacht, der Herr Haas. Und dann bis ins Detail wunderschänn designt, wie man es von den Stijlroyalern eben gewohnt ist (weswegen man die Vorgänger-Ausgaben ja auch schon mit dem red dot Award schmückte und so weiter).

Kurz gesagt, geht es in dem Buch um 75 Plätze, Dinge und Geschehnisse in und um Wiesbaden. Wir 63 Autoren wussten darüber nix weiter als das, was wir auf einem freundlicherweise frei Haus gelieferten Foto sahen. Der Rest entsprang unserer mehr oder minder schmutzigen Fantasie, die echten Fakten zum Bild lieferte der Huck.
Ich für meinen Teil werde Wiesbaden zum ersten Mal im Leben am 2. November betreten – zur Buch-Release-Party nämlich. Dem Schreibspaß tat diese selige Unwissenheit übrigens keinerlei Abbruch.
Bis zum 2. November kostet übrigens das sensationelle Riesenbuch nur 29,90 € statt später 39,90 €. Wer also auch nur ein bisschen Grips im Kopf hat, bestellt sofort heute!

“Sitzen vier Polen im Auto”. Also nee. Von Titel und Einband her hätte ich dieses Buch wohl nie gekauft. Da hat sich der Verlag m.E. keinen Gefallen getan.
Zum Glück aber gibt es Blogs – und Twitter! Denn dort lese ich Alexandra Tobor (aka @silenttiffy) schon seit Jahren. Hie und da machte sie Andeutungen zum Werdegang des Buches, und eines Abend fand ich mich in einer Münchner Twitter-Veranstaltung wieder, auf der sie ein erstes Kapitel vorlas – unter der Ansage, dass sie keine Ahnung habe, ob dieses Buch je ein Buch und wenn ja, ob es je fertig würde, aber sie läse es halt jetzt mal. :-) Ich lauschte und war gefesselt. Das musste ich sofort haben, sobald es gedruckt war. Irgendwann die Ankündigung: Es gibt einen Erscheinungstermin! Selten habe ich so schnell etwas vorbestellt.

Und das Warten hat sich gelohnt! “Sitzen vier Polen im Auto” ist ein wahres Juwel unter den Kultur-Aussiedler-Heimat-Kindheits-Komödien-Dramen. Mit einer unglaublich bildhaften, nie eitlen Sprache beschreibt die Autorin das Abenteuer “Rausfahren”. So nennen es die Erwachsenen um die kleine Hauptfigur Ola herum, wenn sie das sozialistische Polen heimlich verlassen – immer auf der Suche nach dem Westen, der besseren Zukunft, dem süßeren Leben.
Die kindliche Erzählperspektive ist klug gewählt, denn so erhält die Geschichte eine naive Aufrichtigkeit, die zu Herzen geht und gleichzeitig absolut glaubwürdig sowie zwerchfellzerfetzend witzig ist. Den Rest des Beitrags lesen »