Die Evolution. Gesprayt.
13. Dezember 2012
Über einen Adventskalender-Artikel in Lars Fischers Wissenschafts-Blog scilogs.de stieß ich gestern auf ein Video, das mich sprachlos machte. Sprachlos über die Idee, die Umsetzung, den unfassbaren Aufwand, den die Macher betrieben haben.
Achso, um was es geht? BIG BANG BIG BOOM. Die Evolution. Vom Urknall über die Entstehung der Mikroben, Einzeller, Wasserlebewesen, Vögel, Dinosaurier, Säugetiere … bis hin zum Menschen. Gesprüht in Graffiti-Manier auf Wände, Rohre, Straßen, Türme. Animiert als Stopmotion-Film. Ein Happy End erwartet man vergeblich – wie auch, da wir ja unsere Erde mit aller Kraft zugrunde richten. Der Schluss mit der Rakete, die am Turm hochsteigt, hat mir Angstschauder über den Rücken gejagt. Aber seht selbst. Der Film ist echt beeindruckend!
Ein gutes Herz.
1. Dezember 2012
Heute sortierte ich alte Kinderzeichnungen und -basteleien aus, denn man kann ja nicht alles behalten, stimmt’s? Herzerwärmende “Liebesbriefchen” beider Kinder kamen da zum Vorschein, viele niedliche Buntstiftbilder und einige recht kryptische Klebe-Installationen. Ich bin sehr froh, die Kunstwerke jeweils rückseitig mit Namen, Datum und teils Erläuterungen versehen zu haben – denn nicht bei jedem Stück erschließt sich die Bedeutung auf Anhieb. ![]()
Ein Klebe-, nun … -dings fiel mir besonders auf. So sieht es aus:

Sieht eher … unspektakulär aus, ich weiß. Das ist aber ein riesiges Missverständnis! Denn was man hier sieht, hat Zauberkräfte, die die Welt verändern können. Gefragt, was er denn da gebastelt habe, erklärte der damals Dreijährige nämlich dies:
“Das ist doch eine Zaubermaschine! Wenn man die irgendwo hinlegt und ‘Simsalabim!’ sagt … dann kriegen alle armen Kinder Pizza.”
So schlicht, so wunderbar denken Kinder. Und deshalb sollten wir unsere Augen und Ohren weit aufsperren und jeden Tag von ihnen lernen.
Subversive Häkelkunst.
24. September 2012
Man hört ja jetzt überall davon: “Guerilla knitting” * (öffentliches Be-Stricken von Objekten) und “Guerilla crocheting” (dasselbe mit Häkeln) sind voll im Trend. Man nennt diese Form der Straßenkunst auch “gehäkeltes Graffiti”, und das trifft es doch ziemlich genau. Ich finde das ja prima, denn unsere Städte können weiß Gott ein bisschen Farbe und Frechheit vertragen! So wie hier in Oldenburg, gefunden von der Betreiberin des Blogs “Strickmasche”:

Die Chicagoer Künstlerin Crystal Gregory hat nun mit Häkelnadel und Garn eine besonders schöne Botschaft gesetzt. Ihre Installation “Invasive Crochet” hält der kalten Brutalität von Stacheldrahtrollen und Maschendrahtzaun zarteste Häkelspitze entgegen.
Trostlose Zäune um Wohnsilos findet die Künstlerin auch scheiße und verpasst ihnen kurzerhand bunte Häkelklamotten:
Das Ergebnis ist – jedenfalls bei mir – irgendwas zwischen Lächeln, Staunen und sehr großer Nachdenklichkeit. Und damit hat Crystal Gregory ihr erklärtes Ziel ja auch schon erreicht:
“I am invested in the history and traditions of craft, subversively using functional object to explore and question social systems.”
* Weitere dolle Links zu Urban-Knitting- und Urban-Crocheting-Projekten sind übrigens gern gesehen! Also postet in den Kommentaren, was das Zeug hält, okay?
Gemalt. Genäht.
16. Juli 2012
Wenn man sich in Ideen verlieben kann, dann ist mir das gerade passiert. Und zwar mit “Child’s Own Studio”, einem an Charme kaum zu überbietenden Handmade-Projekt der Kanadierin Wendy Tsao. Sie näht Stofftiere – aber nicht irgendwelche Teddys von der Stange, sondern die individuellsten Kuschel-, nun … -dingse der Welt.
Der Plan ist ebenso einfach wie genial: Eine Kinderzeichnung dient als Vorlage, Wendy Tsao näht das Motiv als Figur aus Stoff. Die Ergebnisse sind ihren eindimensionalen Ursprüngen derart ähnlich, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Quelle: www.childsown.com
Was ich fair und cool finde: Da Wendy Tsao – verständlicherweise – aus der Flut von Anfragen nicht mehr rauskommt, hat sie auf der Seite “Softiemaker Showcase” weitere Textilkünstler und -künstlerinnen aufgelistet, die ähnlich arbeiten.
ISCH. MÖSCHTE. DAS.
The Book of the Future.
18. Mai 2012
Immer mehr Menschen lesen auf eReadern wie Kindle, iPad & Co. – aber schon jetzt sind Nebenwirkungen bekannt: brennende Augen, fettige Displays, Budgetschäden durch halbjährliche Must-have-Nachfolgemodelle. Doch Hilfe naht! Das “Book of the Future” wartet mit sensationellen Features auf, die seine flimmernden Elektro-Kollegen vor Neid erpixeln lassen! In seinem wöchentlichen Incidental Comic für die New York Times malt Illustrator Grant Snider eine grandiose Zukunft des Lesens.
Ich kann’s kaum erwarten – und Ihr?
Kette. Mit Blindtext.
26. April 2012
Gesehen, gewollt, gekauft – so einfach geht das manchmal. Aktuell passiert mit dieser Kette, an der, aus schwarzem Acrylzeugs gesägt, zwei kleine Worte hängen: “LOREM IPSUM”. Menschen außerhalb von Texterei oder Designgewerbe werden das zwar nicht kapieren, aber mein Herzchen pochte laut, sobald ich das Schmuckstück mit dem Blindtext erblickte. Hach!



