Leben? Ja! Kids with a little extra.
6. Februar 2011
Nicht jeder Mensch wird mit einem perfekten Chromosomensatz geboren. Einer der häufigsten Chromosomendefekte ist die Trisomie 21, auch Down-Syndrom (früher: Mongoloismus) genannt. Die Diagnose ist für werdende Eltern meist ein Schock; nicht jeder kann sich das Leben mit einem Kind vorstellen, das sowohl im Aussehen als auch in der Entwicklung aus der Reihe tanzt. Fakt ist aber: “Downies” sind zu einem überwältigenden Teil echte Sonnenscheine, die das Leben aller Beteiligten, trotz mancher Einschränkungen, bereichern und mit ihrer positiven Lebensfreude viele Herzen im Sturm erobern.
Auch ich, wie wahrscheinlich die meisten, hatte trotzdem immer irgendwie Angst, uns “könnte das passieren”. Auch Mitleid mit mir bekannten “Betroffenen” war schon mal drin (Seite an Seite mit Ehrfurcht vor ihrer elterlichen Leistung). Ein Down-Kind haben, uh, wie heftig – ob ich das wohl könnte?
So dachte ich bis gerade eben. Bis ich über das Blog der Stuttgarter Fotografin Conny Wenk stolperte. Sie ist selbst Mutter einer Tochter mit Trisomie 21, und sie hat ihr großartiges Fotografie-Projekt nicht umsonst “A little extra” getauft. Das überzählige Chromosom als Zusatzfeature, nicht als Fehler … was für ein wundervoller Gedanke! Nicht vorstellbar, dass auch nur eines dieser Kinder abgetrieben worden wäre. Was für ein Geschenk sie doch sind.
Bücher für Kranke. Weil sie gut tun.
18. August 2010
Manche Menschen bewegen mit ihrer täglichen Arbeit so richtig was. HilliKnixiBix (das ist ihr Twittername) zum Beispiel, die als Sonderpädagogin in einer so genannten Schule für Kranke arbeitet. Eine Schule ist das, in der Kinder und Jugendliche untergebracht sind, die stationäre Betreuung brauchen und trotzdem lernen wollen-sollen-müssen. Suizidgefährdete junge Menschen sind dort, Autisten, Depressive, Magersüchtige, Schizophrene, potenzielle Amokläufer, Vernachlässigte, schwere ADHS-Fälle. Die in einer “normalen” Schule nicht gut aufgehoben wären, weil sie engmaschige medizinisch-psychologische Betreuung brauchen. Sie sind eben nicht “normal”, wenn auch manchmal geradezu erstaunlich.
Zum Gesund- und “Normal”werden gehört auch, dass diese jungen Menschen Zugang zu Literatur bekommen. Den Rest des Beitrags lesen »
Rotstift im Schilderwald.
12. August 2010
Vor Urzeiten schrub ich bei der Textguerilla einen Artikel über das Ärgernis “Rechtschreibfehler auf Straßenschildern”. Ich gab darin zu, dass ich selten ohne roten edding aus dem Haus gehe, um bei öffentlichen Orthographie-Unfällen direkt Erste Hilfe leisten zu können. Nennen Sie es ruhig “Verschandelung des Stadtbildes” oder “Spar-Graffitti für frustrierte Lektoren” – bei mir läuft es unter “Dienst an der orthographiefernen Menschheit”. Außerdem würde ich auf der Stelle ein Magengeschwür kriegen, wenn ich nicht … so weit, so gut.
Heute nun stieß ich auf zwei Gleichgesinnte: Jeff Deck und Benjamin D. Herson. Die zwei US-amerikanischen Rechtschreibfanatiker hatten – gerade so wie ich – die Nase voll von Buchstabendrehern in Ortsnamen, Falschschreibung italienischer Delikatessen auf Restauranttafeln und Werbeschild-Peinlichkeiten. Also gingen sie auf Korrektur-Tournee. Radierten, überklebten, strichen durch und platzierten Klebebuchstaben. Sie taten dies zweieinhalb Monate lang quer durchs Land. Natürlich zückten sie Tipp-Ex & Co. nicht ohne die Einwilligung der Schildverantwortlichen (jedenfalls fast nie), und natürlich waren nicht alle davon so begeistert wie ich. Aber hey, egal: geile Aktion! Finde ich.
Ach so, fast vergessen: Ein Buch haben sie übrigens auch darüber geschrieben. “The Great Typo Hunt”. Muss ich natürlich haben, klaro.
(Vielen Dank übrigens an den formidablen @doppelfish, durch dessen Tweet ich heute diesen Artikel fand.)
Was Astrid Lindgren sagt.
26. Juni 2010
Was Astrid Lindgren sagt, stimmt ja meistens. Zum Beispiel hat sie ja wohl sowas von Recht hiermit:
Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war.
Jawoll, so ist es! Noch viel jawoller ist aber dieses Zitat, das die fabelhafte @manomama heute auf Twitter postete. Schaut, lest, tut … es ist zu Eurem Besten.

[Für meine sehbehinderten Leser - da steht: "Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!" Astrid Lindgren]
Ratschlager für Junghexen.
6. Juni 2010
Frisch aus Töchterchen Liebreizens (8) Feder und auf dem Weg in die Bestsellerlisten: der “Ratschlager für Junghexen”. Ein Standardwerk für Junghexen, die etwas auf sich halten!

(Sie meinen, es müsste “RatGEBER” heißen? Da sindse aber auf dem Holzweg. Findet die Liebreizende.)
Über die Dankbarkeit.
27. April 2010
Gestern war ein komischer Tag. Überhaupt bin ich seit Wochen in einem komischen Zustand (und nein, ich bin nicht schwanger). Atemlos fühle ich mich irgendwie, ganz nah am Wasser gebaut, aufmerksamer als sonst – fast so, als wäre ich auf der Suche nach etwas und hätte gleichzeitig Angst davor.
Viele meiner Gedanken drehen sich um Familie, um meine Kinder vor allem. Wir haben im Moment viel Ärger mit ihnen – kein Wunder, der Turbosohn pubertiert und für Töchterchen Liebreiz wurde der Begriff “Traumsuse” erfunden. Viel Ärger bedeutet viel schimpfen, sie sehr oft sehr doof finden, sich manchmal auf eine einsame Insel wünschen und jeden kinderlosen Menschen davor warnen, sich das jemals anzutun. Das ist natürlich Blödsinn, denn naturbedingt liebe ich meine Brut selbst in den grässlichsten Situationen mehr als mein Leben … aber ich ertappe mich doch immer wieder dabei, an ihnen herumzukritisieren, sie für unfähig der Sache X, Y oder Z zu befinden oder einfach nur genervt mit den Augen zu rollen. Gestern nun postete @saripari auf Twitter einen Link zu einer preisgekrönten Fotostrecke der Fotografin Renée C. Byer aus dem Jahr 2007. Sie heißt “A mother’s journey” und dokumentiert die letzten Monate eines krebskranken Teenagers, der von seiner alleinerziehenden Mutter bis zum letzten Atemzug begleitet wird. Den Rest des Beitrags lesen »

