Elizabeth Gilbert. Inspirierend!
8. Juni 2010
Meine Netzwerkkollegin Mela Eckenfels postete heute einen Link, der mich lange begleiten wird. Es ist ein 20-minütiges Video einer Rede von Elizabeth Gilbert. Sie verfasste nach anderen erfolgreichen Büchern den Bestseller “Eat Pray Love” - und steht nun mit dem fulminanten Erfolg des Werks da. Aber was kommt nach, wenn man mit einer Sache alles erreicht hat? Wie geht man mit dem Druck um, immer noch bessere, erfolgreichere, weltumspannendere Dinge zu schaffen oder zu tun?
Elizabeth Gilbert sagt: Es ist egal, wie toll eine Sache A war. Auch Sache B hat ihre Berechtigung, und wenn unser Beitrag zu Sache B auch nur ein kleiner ist - er zählt. Sie nimmt dem Gespenst “kreativer Genius” seinen Schrecken, indem sie ihm respektlos begegnet und mit höchster Selbstverständlichkeit. Warum auch nicht sollte mich morgen “der Geist” durchfahren? Warum soll das immer nur “denen da oben” passieren? Und warum überhaupt sollte es erstrebenswert sein, einen Erfolg nochmal zu toppen? Das verursacht doch nur Stress.
Mir leuchten Ms Gilberts Worte sehr ein und ich bin nach dem Ansehen des Videos ein bisschen lockerer meiner kreativen Arbeit gegenüber. Ich bin gespannt auf Eure Eindrücke!
Die Sache mit dem scharfen “ß”.
21. Mai 2010
Dieses komische scharfe “ß” und das kleine “b” sehen sich aber auch so verflixt ähnlich!
Vielleicht ist aber “Fubpflege” auch einfach etwas ganz anderes, viel Tolleres als die überall erhältliche olle Fußpflege? Wäre ja möglich.

(gefunden heute in Starnberg. Ob ich denen mal einen “ß”-Klebebuchstaben schenke?)
Fotoshooting à la “OBEN”.
11. Mai 2010
Ist das eine entzückende Idee! Ein Liebespaar hält seine Verlobung in Bildern fest, die an ihren (und meinen) Lieblingsfilm “OBEN” aus dem Hause Disney/Pixar angelehnt sind. Im Film sind es Carl & Edie, im Fotoshooting Lynette & Charles, die ihr Häuschen an Luftballons hängen, Ansteckbuttons aus Kronkorken basteln und sich mit so viel Liebe ansehen, dass es fast weh tut.
Wunderschön. Viel Glück, Lynette & Charles, wo und wer auch immer Ihr seid!
(Gratulation an Joy Harmon Prouty und Donny Prouty von www.wildflowersphotos.com, die dieses Shooting durchführen durften und ihre Arbeit großartig gemacht haben! Und danke an @saripari, die mich heute via Twitter darauf stupste.)
Gegen Berührungsängste: Touching Strangers.
4. Mai 2010
Wunderbar, wunderbar, wunderbar. Überfällig, heilsam, großartig. Diese Adjektive fallen mir zu dem Fotoprojekt “Touching Strangers” des amerikanischen Fotografen Richard Renaldi ein. Die Bilder kommen zustande, indem Renaldi fremde Menschen auf der Straße anspricht und sie bittet, für ein Foto miteinander irgendwie in Kontakt zu treten. Diese teils herzlichen, viel häufiger aber schüchternen oder sogar peinlich berührten Annäherungen hält er dann im Bild fest.
Ich finde: Das braucht die Welt. Wir fassen uns nämlich viel zu selten gegenseitig an - dabei weiß doch jeder, dass wir ohne Berührung nicht leben können!
“Wichtige soziale Fotografie” wird Richard Renaldis Werk irgendwo im Internet genannt. Das trifft es auf den Punkt. Renaldi fotografiert Jugendliche in einem wirtschaftlich benachteiligten Landstrich, Menschen im Bus oder homosexuelle ältere Paare - und öffnet dem Betrachter damit die Augen für das, was eben nun mal da ist und das wir uns ruhig auch mal ansehen sollten, weil es nämlich zum Leben gehört.
Danke, Mr Renaldi, Sie haben hiermit einen neuen Fan!
(Und danke für Philippe von Blog mit Speck, durch dessen Artikel ich erst über diese tollen Bilder gestolpert bin)
Überleben mit Glück.
28. April 2010
Wow. Den Artikel “17 Years Later, Stage 4 Survivor Is Savoring a Life Well Lived” der Autorin Katherine Russel Rich* möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Es geht um eine besonders bedrohliche Variante von Brustkrebs (Typ IV), um Hoffnung, um das jahrzehntelange Überleben einer in fast allen Fällen tödlich verlaufenden Krankheit. Anders als bei anderen Brustkrebsarten, die heute bereits gut behandelt werden können, sind nämlich die Heilungschancen bei Typ IV verschwindend gering. Einmal im Jahr hebt Katherine in einem Brustkrebs-Forum ihre Hand und teilt all den Frauen dort mit: “Ich bin immer noch da. Nach 17 Jahren mit der tödlichsten aller Brustkrebs-Arten!”
Manchmal hat man eben einfach Glück. Dass sie mit der Diagnose “Typ IV”-Brustkrebs eine von wenigen ist, die ausgerechnet das Überlebens-Los gezogen haben, ist Katherine Russell Rich sehr bewusst. Sie vertritt jedoch die ermutigende Ansicht, dass es jeden treffen könnte … das Glück, zu den wenigen zu gehören. Warum also nicht - wenn auch vorsichtig - daran glauben? Ich finde: Menschen wie sie braucht die Welt, um an Prüfungen wie Krebs nicht zu verzweifeln. Besonders berührt hat mich ihre Aussage
“No one can say with ultimate authority what will happen — with cancer, with a job that appears shaky, with all reversed fortunes — so you may as well seize all glimmers that appear.”
Sie hat so Recht. Wir sollten sehen, wie gut es laufen könnte, statt uns mit dem Worst Case kaputt zu machen. Das passt zu meinem Blogpost über den Nocebo-Effekt. Und es fügt sich ein weiteres Puzzleteil in meinen komischen Zustand der letzten Zeit:
“All I wanted was ordinary life back, for ordinary life which, it became utterly clear, is more valuable than anything else.
Und jetzt nehme ich meinen Laptop, einen köstlichen Kaffee und mein Grinsen mit und setze mich mitten in die Sonne. Wer kommt mit?
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* Katherine Russell Rich ist die Autorin des Buches “Verflucht, ich will leben!” (in der Originalfassung “The Red Devil: A Memoir About Beating The Odds”)
Über die Dankbarkeit.
27. April 2010
Gestern war ein komischer Tag. Überhaupt bin ich seit Wochen in einem komischen Zustand (und nein, ich bin nicht schwanger). Atemlos fühle ich mich irgendwie, ganz nah am Wasser gebaut, aufmerksamer als sonst - fast so, als wäre ich auf der Suche nach etwas und hätte gleichzeitig Angst davor.
Viele meiner Gedanken drehen sich um Familie, um meine Kinder vor allem. Wir haben im Moment viel Ärger mit ihnen - kein Wunder, der Turbosohn pubertiert und für Töchterchen Liebreiz wurde der Begriff “Traumsuse” erfunden. Viel Ärger bedeutet viel schimpfen, sie sehr oft sehr doof finden, sich manchmal auf eine einsame Insel wünschen und jeden kinderlosen Menschen davor warnen, sich das jemals anzutun. Das ist natürlich Blödsinn, denn naturbedingt liebe ich meine Brut selbst in den grässlichsten Situationen mehr als mein Leben … aber ich ertappe mich doch immer wieder dabei, an ihnen herumzukritisieren, sie für unfähig der Sache X, Y oder Z zu befinden oder einfach nur genervt mit den Augen zu rollen. Gestern nun postete @saripari auf Twitter einen Link zu einer preisgekrönten Fotostrecke der Fotografin Renée C. Byer aus dem Jahr 2007. Sie heißt “A mother’s journey” und dokumentiert die letzten Monate eines krebskranken Teenagers, der von seiner alleinerziehenden Mutter bis zum letzten Atemzug begleitet wird. Den Rest des Beitrags lesen »




