Ein Buchhalter. Für die Wand.
20. Oktober 2011
Allermeistens sind ja die einfachsten Ideen die genialsten. So wie beim “Buchhalter für die Wand” * – einem schlichten Eisenwinkel, der mit leichter Neigung nach oben an die Wand geschraubt wird. Er dient gleichzeitig als Lesezeichen und Aufbewahrung der aktuellen Lektüre. Wenn ich also eine Lesepause mache/machen muss, werfe ich SCHWUPP! meinen Schmöker mit dem Rücken nach oben auf den Buchhalter. Da kann er dann rumhängen, bis ich wieder Zeit zum Lesen habe. Wie ich das finde? Großartig. Deshalb steht das Dings auch schon auf meinem Weihnachts-Wunschzettel.
* gefunden bei connox, wo man sich natürlich auch in den anderen Kategorien dumm und dämlich kaufen kann. Internet, du Teufelszeug!
Für die iPhone-Jünger: Shit That Siri Says.
13. Oktober 2011
Bei jedem neuen iPhone, das auf den Markt geworfen wird, überschlagen sich die Apple-Fanboys und -girls: Wie geil es doch aussieht! Was es nu wieder Sensationelles kann! Wie man es halt sofort haben muss, weil man sonst an Untertechnisiertheit stürbe! Gottlob leide ich selbst nicht an Hyperitis, schmunzle aber amüsiert darüber. (Um ehrlich zu sein, bin ich das Gegenteil. Was auch immer auf den Bestsellerlisten steht, was auch immer hip ist: Ich werde es nicht haben wollen. Call me Lilian the Strange, is aber so.)
Lasst uns aber nun über Siri sprechen. Siri ist das neue Tool, das Apple im neuen iPhone 4S statt eines bahnbrechenden neuen Designs verbaut hat. Siri ist eine sich von Akku-Ladezeit ernährende digitale Sklavin, die Apple mittels Schrumpfstrahler ins iPhone gebeamt und dort eingesperrt hat. Siri ist offensichtlich nicht blond, denn sie versteht selbst semikryptische Anweisungen wie “Habe ich morgen Mittag Zeit für Lunch mit diesem Kerl von gestern Nacht?” (sie wird dann im Kalender wühlen und nachsehen, ob der Termin frei ist) oder “Wo zum Henker ist dieser Song von Howard Carpendale, den ich kürzlich runtergeladen habe?” (sie wird in der iTunes-Playlist suchen und ihn finden). Siri gehorcht also quasi aufs Wort, ist trotzdem klug und wäre deshalb die perfekte Gattin für jeden iPhone-Jünger, wenn sie eben nicht so verflixt klein und unsichtbar wäre.
Siri hat aber auch eine schlechte Eigenschaft: eine eigene Meinung. Jedoch reißt Siri selbst diesen nicht sehr kommoden Fakt mit Humor raus. Und das, liebe Leute, ließ mich gerade meinen Kaffee quer über den Bildschirm prusten: Shit That Siri Says.*
Der Scheiß, Den Siri Sagt, sieht z.B. so aus:

[Für meine sehbehinderten Leser: Das Bild zeigt einen iPhone-Screenshot, wie er durch eine Anfrage bei Siri entsteht. Die Frage lautet "What's the meaning of life?" und Siri antwortet "42". Wer "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams gelesen hat, findet das großartig.]
Hübsch auch dies:

[Für meine sehbehinderten Leser: Das Bild zeigt einen iPhone-Screenshot nach der schlüpfrigen User-Anfrage "Do I make you horny?". Siris trockene Antwort: "I found a number of escorts fairly close to you:", gefolgt von der googleMaps-Anzeige mehrerer Escort-Services aus der Umgebung]
Und jetzt meine Aufgabe an Euch: Ich wünsche mir, dass Ihr – sobald Ihr alle Eure neuen iPhone 4S auf youTube “unboxed” habt – direkt loslegt und Siri mit jedem Quatsch der Welt beauftragt. Bittebitte macht davon Screenshots und reicht diese bei Shit That Siri Says ein. (Nein, ich selbst kann das nicht tun, weil ich ja oldschoolmäßig mit einem vom Gatten geerbten iPhone 4 rumkrebse. Und nein, man muss mich darob nicht mitleidig beweinen, denn das ist okay – eigentlich wollte ich ja nicht einmal dieses Modell wirklich haben.)
* Dieses Tumblog bedient sich derzeit noch von dieser Seite, nimmt aber auch neue Einsendungen an.
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UPDATE:
Jetzt weiß ich auch, woher mir das Ganze so bekannt vorkam: Ähnlichen Spaß kann man auf der Website von IKEA haben. IKEA hat nämlich eine virtuelle Kundenberaterin namens Anna. Die kannste schwach anreden, wieste willst: Das schwedische Gör hat selbst auf schlüpfrige Anfragen immer eine professionelle Antwort parat … wenn auch nicht ganz so witzig wie Siri. Langeweile? Dann probier doch mal aus, ob Du Anna aus der Fassung bringen kannst!
Lieblingswort trifft Tasche.
4. Oktober 2011
Hach ja, Wörter. Ich liebe Wörter. Wörter in Büchern, Wörter in eMails, Wörter in Blogs, Wörter auf Tassen. Besonders – meine Leser wissen das – liebe ich ja Wortneuschöpfungen, aber fast noch toller sind diejenigen alten Wörter, die man zu Uropas Zeiten schrub. (Hallo: “Daselbst”! “Blümerant”! “Spornstreichs”! … dagegen können “cool” und “Facility Manager” doch wahrlich nicht anstinken.)
Das Wortmuseum hat sich zur Aufgabe gemacht, vom Aussterben bedrohte Wörter zu retten. Und als ob das nicht schon nobelpreisverdächtig genug wäre, kann man sein Lieblings-Vintagewort jetzt auf einer Tasche mit sich herumtragen! Drehste durch, so cool ist das. Schuld ist das Berliner Taschenlabel tausche, das in Kooperation mit dem Wortmuseum einen Wort-auf-Tasche-Wettbewerb ausgerufen hat. (Danke an Susi von texterella, die zuerst darüber bloggte!)
Wer mitmachen will, schreibt genau JETZT eine Mail an germanistin@tausche.de mit seinem Herzenswort drin. Aus allen eingesendeten Vintagewörtern wählt die Jury drei Gewinner, die jeweils eine frei konfigurierbare, typische tausche-Tasche aus Lkw-Plane bekommen, bedruckt mit “ihrem” Wort. So ähnlich wie die hier, nur eben ganz anders:

Jetzt aber schnell: Der Wettbewerb läuft nur noch bis zum 10. Oktober 2011!
Fünf Bücher. Fünf Lieben.
8. August 2011
Und dann ist da dieses coole, ambitionierte, wunderbare Projekt von Melanie Voss und Philippe Wyssen, das www.fuenfbuecher.de heißt.
Das Projekt ist deshalb cool, weil es auf entzückende Weise Lust auf Bücher macht. Es ist deshalb ambitioniert, weil reichlich Herzblut* der beiden Initiatoren drinsteckt. Es ist deshalb wunderbar, weil Menschen wie Du und ich und er und sie und Ihr und wir ihre fünf Herzensbücher vorstellen und man sie (die Bücher, nicht die Menschen) danach dringend haben muss. Was wiederum deshalb – aber nicht nur deshalb – genial ist, weil alle über diese Seite generierten amazon-Käufe einem sozialen Zweck zu Gute kommen, hinter dem man stehen kann.
Ja, dieses fünfbücher-Dings ist eine großartige Sache. Dass man in einem Augenblick geistiger Umnachtung auch mich eingeladen hat, meine 5 Leib- und Magenbücher zu präsentieren, ändert daran auch nichts weiter.
* Isabel Bogdan schrub darüber, warum das so verdammt viel Arbeit macht. Ich finde, Ihr solltet das lesen.
Der Pilot FRIXION. Es ist Liebe.
25. Juli 2011
Was Schreibgeräte angeht, bin ich ja etwas zickig sonderbar. Ein Stift muss nämlich gut in der Hand liegen, haargenau die richtige Strichstärke haben, in mehreren Farben – für mich als Korrekteuse vor allem in Rot – erhältlich sein und butterweich aufs Papier fließen. Er darf nicht verwischen und erst recht nicht beim Schreiben kratzen. Obendrein soll er möglichst gut aussehen, nachfüllbar sein (wegen der Müllvermeidung) und nicht chemisch stinken, pfuibäh.
Manche Stifte erfüllen diese meine bescheidenen Anforderungen teilweise, manche sogar ganz – aber dann gibt es da noch diesen Punkt der Lösch- oder Radierbarkeit. Klar, Bleistift kann man radieren und dann auch gleich wieder drüberschreiben, aber man kann ja nicht alles mit Bleistift … oder? Die meisten Füller wiederum und auch manche Fineliner sind löschbar, aber dann braucht man zum erneuten Drüberschreiben das andere Ende des “Tintenkillers” und am Ende sieht es doch bescheuert aus. Eine Tatsache, die mich all die Jahre ganz wahnsinnig machte. Warum konnte nicht einer einen Rollerball-Stift erfinden, den man löscht/radiert und bei dem man danach mit demselben Stift einfach wieder drüberschreiben kann? Ist das denn so schwer? Es ist doch wirklich zum Haarerau… Moment! Das gibt es?
Das gibt es. Seit etwa einem Jahr gibt es den FRIXION von PILOT, und er ist Gott.
Darf ich vorstellen? Der Pilot FRIXION. Ist er nicht sexy? Ist er nicht wunderwunderschön? Seit ein paar Monaten nicht mehr nur in Blau und Schwarz käuflich, sondern in allen möglichen Farben sowie – eine Neuigkeit, die mir ein Freudentränen ins Auge trieb – als Pilot FRIXION point in der für mich 100% perfekten Strichstärke von 0,25 mm (in der Rollerball-Version schrub er bis dato mit 0,4 mm).
Krickelkrackelschreibschreibschreib … HUCH! Fehler! … ratzefummelradierradier … krickelkrackeldrüberschreib. Leute, das ist SO cool und ich pfeife seitdem auf alle Kulis, Bleistifte, stabilos und Füller dieser Welt.
Aus allen Wolken fiel ich, als ich heute entdeckte, dass es den Pilot FRIXION jetzt sogar als radierbaren Textmarker gibt. Alter!* Das ist ja wie Geburtstag und Weihnachten zusammen!
Übrigens: Die Radierbarkeit des Pilot FRIXION und des Pilot FRIXION point beruht auf hitzeempfindlicher Tinte. Beim Radieren mit dem Radier-Ende des Stifts entsteht ebensolche Wärme, und schwupp, ist das Geschriebene weg. Das bedeutet nun natürlich, dass Backofen, Bügeleisen, Föhn und pralle Sonne denselben Job tun. Lehrer sollten also, wenn sie halbwegs gewitzte Kinder in der Klasse haben, ihre Klassenarbeiten lieber nicht mit dem Pilot FRIXION korrigieren** und erst recht nicht auf dem heimischen Balkon in der Sonne. Oder sie teilen den Eltern am Anfang des Jahres verschwörerisch mit, dass mit nach Hause gegebene Arbeiten grundsätzlich kurz ins Tiefkühlfach gehören, bevor man sie durchsieht. Dann taucht die Schrift nämlich auf wundersame Weise wieder auf – wie bei Zaubertinte.
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* wie der Turbosohn sagen würde
** Bei meinen Kunden unterstelle ich jetzt einfach mal, dass sie nicht so kindisch sind, meine Korrekturen verschwinden zu lassen – es wäre ja höchstens zu ihrem eigenen Schaden -, deshalb benutze ich den Pilot FRIXION (in Rot!) weiterhin. *kicher*
Erst twittern, dann flüchten. Oder war’s andersrum?
8. Juli 2011
Gnihihi! Bei Ansicht dieses Schilds fühlte ich mich irgendwie ertappt.
Warum nur?
[Für meine sehbehinderten Leser: Es handelt sich hier um ein typisches Warnschild mit stilisiertem Männchen auf einer Treppe. Die Aufschrift lautet "In case of fire exit building before tweeting about it".]
(Quelle: macventure.de)




