Netflix ist ein beliebtes Video-on-Demand-Portal. Und weil Kundennähe rockt, ist Netflix auf allen möglichen Social-Media-Plattformen unterwegs. Klar – das würde einem heute jeder Marketingberater ans Herz legen, der halbwegs bei Verstand ist. Nun hat diese Art von Kommunikation mit Kunden bei Weitem nicht jeder drauf, bedient aber dennoch die entscheidenden Accounts seines Arbeitgebers. Schon viele Unternehmen haben dank unzureichend ausgebildeter, konfliktunfähiger oder schlicht humorloser Mitarbeiter unfreiwillige Touren durch die Fettnäpfchen ihrer Leser angetreten.

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Von Humorlosigkeit kann bei Netflix allerdings nicht ansatzweise die Rede sein. Da sitzt am Twitter-Kanal ganz offensichtlich ein Mensch mit Humor und Köpfchen. Als sich Netflix- und Twitteruser @Bucksen ganz leutselig per Reply an @NetflixDE wandte und nach Filmtipps fürs Wochenende fragte – statt sich die Mühe zu machen, selbst im Programm zu stöbern -, entspann sich ein absolut herrlicher Dialog. Well done, Netflix, well done! Ich hefte das dann mal unter „Social Media Best Practice“ ab, ok?

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Mich würde mal Eure (werbeprofessionelle und private) Meinung zum neuen EDEKA-Weihnachtsspot interessieren.

Denn ich als Werberin sage:
… ein Geniestreich. Auch wenn ich bezweifle, dass dadurch direkt mehr Einkäufe generiert werden. Markenimagestärkung natürlich top.

Als Mensch hingegen sage ich:
… Grässlich. Geht gar nicht. Wie können die nur?!
Und das nicht, weil ich solche (wahren, aber schlimmen) Botschaften nicht aushalte. Einfach weil es einen Step zu krass ist, mit den tiefsten inneren Ängsten zu „spielen“ und zu manipulieren.
Wäre ich eines der erwachsenen Kinder im Spot, ich wäre auf den Vater sowas von stocksauer – auch wenn ich mich ertappt fühlen würde, klar. So richtig funktioniert die Botschaft nämlich dann doch nicht – außer in moralischer Hinsicht. Und ich bin total hin- und hergerissen, ob ich das gut finden oder verurteilen soll.

Ein weiterer Punkt: Als Tochter, der es im Traum nicht einfallen würde, jemals die Eltern zu einer solchen Nebensache verkommen zu lassen, macht mich der Spot wütend. Auf die, die es einfach nicht raffen. Weil es für mich persönlich eben total selbstverständlich ist, engen Kontakt mit den Eltern zu haben. Nun wohne ich ja quasi Wand an Wand mit den meinen (gottseidank) … aber ich schwöre: So weit weg könnte ich nicht wohnen, dass ich es nicht wenigstens zu Weihnachten möglich machen würde, sie zu sehen.
[Hier wird gleich der – berechtigte – Einwand fallen „Aber wenn man im Streit mit den Eltern ist, was dann?“. Diesen möchte ich hier außen vor lassen, denn im Spot scheint es nicht so, dass irgendwer mit irgendwem im Clinch ist. Hier geht es einfach um Prioritäten.]

Sollte der Spot allerdings dazu führen, dass nur ein erwachsener Sohn oder eine erwachsene Tochter dadurch endlich wieder auf die wichtigen Dinge um Weihnachten herum besinnt, nämlich die Familie … dann ist mir alle Werbepsychologie und alles „too much“ piepegal und ich sage: Danke, EDEKA. Saustark.

Was meint Ihr dazu?

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Kathy Knaus backt gern. Wie man Teig überhaupt und dann auch noch in solche Motive gebacken kriegen kann, ist mir als bekennender Nichtbäckerin ein völliges Rätsel. Ich bewundere die Detailverliebtheit, die Ideen, die Geduld und das handwerkliche Geschick, die in jeder dieser Torten stecken.

Am meisten aber hat mich heute eine Torte geflasht, die erst kürzlich ihrer Küche entsprungen ist: die Bibliotheks-Torte. Man muss dazu gar nicht viel sagen, aber schaut Euch die Bilder mal in Ruhe an. Ist das nicht einfach entzückend? <3   Bibliothek_Kuchen

(Ich veröffentliche das Foto übrigens mit ausdrücklicher Genehmigung der Bäckerin und Urheberin selbst. Danke, Kathy!)

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Dass das Versicherungsunternehmen ALTE LEIPZIGER nicht umsonst ein Adjektiv im Namen trägt, das pure Verstaubung impliziert, zeigt sein neuester „Geniestreich“: zwei Erklärvideos zu den Themen Berufsunfähigkeit und Privathaftpflicht.

Wir möchten vor dem Lesen des hervorragenden Blogposts meiner Kollegin Birte Vogel kurz innehalten, auf den Kalender schauen und uns versichern (gnihi! „versichern!“), dass wir tatsächlich das Jahr 2015 schreiben.
Und nun stelle ich Euch kurz die Hauptdarsteller der zwei Filmchen vor, an denen sich gerade zu Recht die Gemüter erhitzen:

Quelle:  http://thea.pressevogel.com/keiner-will-mehr-eine-gesellschaft-wie-in-den-50er-jahren-wirklich/

Quelle:
http://thea.pressevogel.com/keiner-will-mehr-eine-gesellschaft-wie-in-den-50er-jahren-wirklich/

– DER VATER (selbstverständlich !!! Alleinverdiener, respektabel schnauzbärtig und pullundertragend, anpackend, alleswissend, an alles denkend, streng-aber-gerecht, in Erziehungsdingen DIE INSTANZ, wie sich das eben für einen deutschen Familienvater gehört)

– DIE MUTTER (selbstverständlich !!! 100% Hausfrau/Gattin/Mutter ohne eigenes Einkommen, leicht dümmlich, 100% lebensuntüchtig ohne den fabelhaften, mehrmals täglich anzuhimmelnden Gatten, wie sich das eben für eine deutsche Hausfrau gehört)

– DER SOHN (selbstverständlich !!! super Skateboarder, dafür aber schlecht in der Schule; ein echter Rabauke – wie sich das für einen richtigen Buben eben gehört)

– DIE TOCHTER (selbstverständlich !!! niedliches Zopf-und-Rock-Görl, vermutlich ebenso dümmlich wie ihre Mutter, wie sich das für ein richtiges Mädchen eben gehört; in allen Filmen maximal als namenlose Randdekoration gebraucht)

– DIE NACHBARIN (siehe DIE MUTTER – weil das in guten deutschen Familien eben so ist -, nur auf der anderen Seite des Gartenzauns)

Und jetzt kopfüber rein in die Lektüre (Achtung, Schleudertraumagefahr).

Was meiner Netzwerkkollegin Mela Eckenfels passiert ist, als sie es wagte, das Unternehmen via offenem Brief auf seine weltanschauliche Rückständigkeit anzusprechen, kann man ebenso kopfschüttelnd und strahlkotzend hier nachlesen:

Und nun entschuldigt mich bitte, ich muss mich um das Lieblingsessen des Mannes kümmern und den rosa Bademantel bügeln, in dem ich am Gartenzaun immer die neuesten Rezepte mit der gleichdümmlichen Nachbarin austausche.

Ach nee, Moment, falscher Film: Ich muss den Text über Hyperthyreose für MEINEN Kunden fertigschreiben, dafür eine buchhalterisch korrekte Rechnung stellen, die Umsatzsteuer-Voranmeldung fertigmachen, die FRITZ!box konfigurieren, den aktuellen Goldkurs checken, meinen selbst bezahlten Leasingvertrag abheften, aus Interesse § 1356 BGB* konsultieren, ein Inkassoverfahren gegen einen säumigen Exkunden einleiten und dann, naja dann gehe ich heim und koche und wasche für meine Kinder. Wie so ne dümmliche Hausfrau.

UPDATE:
Meine Netzwerkkollegin Daniela Warndorf beleuchtet in ihrem Blogpost zum selben Thema eine weitere Seite des Dramas: die völlige Planlosigkeit der ALTEN LEIPZIGER in Sachen Social Media und Shitstorm-Management. Uiuiui, die müssen aber noch viel lernen.

UPDATE vom UPDATE:
Die ALTE LEIPZIGER hat die Erklärvideos des Anstoßes mittlerweile vom Netz genommen. Wer auf den „Play“-Pfeil im Vorschaubild klickt, erhält immerhin folgendes Popup mit einer allgemeinen Entschuldigung:

Alte_leipziger_Erklärvideos_wegIch finde: Viel besser als nix, aber immer noch ganz schön spät, ganz schön versteckt „irgendwo auf der Seite“ und deshalb – sorry – ganz schön schwach. Schade auch, dass die Filme nun ja weg sind und Interessierte sich gar nicht mehr ansehen können, um was es ursprünglich ging. Oder kann man die noch irgendwo anders im Netz nachsehen? Für Hinweise bin ich dankbar!

 

*Bis zur Gesetzesänderung im Jahr 1977 (!)
– Abschaffung der so genannten „Hausfrauenehe“ –
stand in besagtem § 1356 BGB tatsächlich:

„Die Frau führt den Haushalt in eigener Verantwortung.
Sie ist berechtigt [sic!!!], erwerbstätig zu sein, soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie [sicissimo!!!]  vereinbar ist.“

… WTF.

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16 Sammlungen kruder Suchanfragen. SECHZEHN! Muss man sich mal reinziehen. Aber bitte, ich kann es nicht leugnen: Noch immer gelangen Leute auf mein Blog, wenn sie eigentlich sehr, nun, merkwürdige Dinge suchen. Zum Beispiel dies:

Anschnallen Pipi funktioniert nicht: Schlimmer wäre ja wohl, wenn man Pipi müsste und das ABschnallen funktionierte nicht. Also hömma auf zu jammern.

Sollte ich kostenlos arbeiten: Ähhh, lass mich kurz überlegen: nö. WTF?

Schlimme Gärten: Na super, das musste ja irgendwann kommen. Okay, ich bin Inhaberin des Schwarzen Daumens. Ja, ich kriege alles tot. Deshalb bin ich sehr froh um meinen kleinen Garten, in dem die Vermieterin offenbar vor 1.000 Jahren tonnenweise Blumenzwiebeln verbuddelte, die sich jetzt brav Jahr für Jahr durch dichtes Unkraut kämpfen. Und wenn die dann verblüht sind, kann ich ja immer noch sagen, dass ich das Unkraut ja brauche, wegen meines Images als Kräuterhexe. Nämlich.

Luftballons von oben: Rund und bunt, nehme ich an? Wäre das also auch geklärt. Der Nächste bitte.

Warum sieht das Gesicht von Leichen immer so einfgefallen und schief aus: Weil tierisch Bäckchen-Substanz flöten geht, sobald man tot ist. Ganz ohne Diät! Eine schlechte Nachricht für all die Magermodels, die auf Fotos immer mit viel Mühe die Wangen einziehen, um möglichst leichenartig dünn auszusehen. Sorry, Mädels.

Titanic Wasser: Spontan hatte ich jetzt eine Mineralwasserflasche mit einem „Titanic“-Etikett vor Augen. Das ist ja wohl geschmacklos. Also: was ich so für Kopfkino habe.

To be continued …

 

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Inspirierend!

Mason Wartmans Pizzeria „Rosa’s Fresh Pizza“ steht in einer der Städte mit der höchsten Armutsrate der USA: Philadelphia. Vor gut einem Jahr gab Mason seinen gut bezahlten Job an der Wall Street auf, um Pizza zu backen; so schön, so gut. Dann stand eines Tages ein Kunde vor ihm, der nicht nur sein eigenes Stück Pizza bezahlen wollte, sondern im Voraus 1$ für ein weiteres – unter der Voraussetzung, dass Mason es dem nächsten Bedürftigen in die Hand drückt, der die Pizzeria betritt.
Die Idee gefiel dem jungen Pizzabäcker und er pappte eine Klebenotiz an die Wand, um das Weitergeben nicht zu vergessen. Schnell entwickelte sich diese erste Geste zu einer Tradition. Heute sind die Wände von Rosa’s Fresh Pizza bedeckt von bunten Post-its, auf denen die Spender kleine nette Nachrichten an die täglich 40 bis 50 Empfänger „Ihres“ Pizzastücks geschrieben haben.

Dieses so unglaublich einfache Konzept, ob mit oder ohne Post-its, wäre theoretisch überall umsetzbar, nicht nur in der Pizzeria: beim Bäcker, am Kiosk, an der Dönerbude, am Bratwurststand, beim Gemüsehändler.

Und es wirkt ja ganz offensichtlich – siehe Minute 2:15 im Video. Immer wieder bekommt Mason außerdem gesagt, dass die Möglichkeit, legal und kostenlos eine warme Mahlzeit zu bekommen, Obdachlose von kriminellen Handlungen abhält. Damit, sagt er, hat er nicht gerechnet. Ihm war klar, dass seine Gratispizza armen Menschen Geld spart … aber dass deshalb sogar die Kriminalität unter ihnen abnimmt, wärmt ihm das Herz.

„Pay it forward“ – auf Deutsch ungefähr „Gib es weiter“: ein guter Gedanke. Einer von wenigen, die bei der Bekämpfung von offensichtlicher Armut mitten unter uns unmittelbar funktioniert.
Denn wer spürt, dass andere in ihn investieren, ihn sehen, ihn nicht aufgeben … der wird das früher oder später auch tun, für sich oder weitere Menschen, die ihn brauchen.

Wichtig: Es geht dabei eben nicht um „Payback„, also Rückzahlung. Wenn Menschen sich verpflichtet fühlen, gute Taten immer an den ursprünglichen Geber zurückzuzahlen, kommt dabei kein Kreislauf zustande. Entscheidend ist der Gedanke, dass man Gutes, das einem selbst widerfahren ist, einfach irgendwann dann weitergeben DARF, sobald man kann. Einfach deshalb, weil es einem ein ureigenes Bedürfnis ist.

Und das hat noch nicht einmal was mit Karmapunkten zu tun. Das ist Menschsein, das ist gelebte Nächstenliebe in der Gesellschaft. Wir tragen Verantwortung füreinander!

 

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