Bewerbersuche auf kackdreist.
7. April 2011
Manche Stellenanzeigen sind ja kreativer als andere. Oder witziger. Oder zielgruppengerichtärätätäter. Und manche sind alles auf einmal.
Die aktuelle Grafiker-Suchkampagne “Pöbeln mit Hirn” der Münchner Werbeagentur grasundsterne scheint mir so ein seltener Geniestreich zu sein: frech, sarkastisch und immer mir der Botschaft: “Spießige Spaßnichtversteher wollen wir bei uns nicht haben.” Ein schlaues Vorgehen, um diejenigen Bewerber von vorneherein rauszufiltern, die zum hippen grasundsterne-Team sowieso nicht passen würden. Das sieht zum Beispiel so aus:

[Für meine sehbehinderten Leser: Hier steht, hübsch schnörkelig gesetzt, der unausgesprochene, aber oft gedachte Grafikerfluch "KLAR setz' ich Dir den Scheiß in 10 Minuten - Darf es auch noch ein Kaffee sein, der Herr?"]
Oder auch so:

[Für meine sehbehinderten Leser: Hier steht, typographisch ebenso hübsch aufbereitet und wirklich très charmant: "Mit der Copy kannste Dir den ARSCH abwischen, Du Blindtexter"]
Fazit: Wäre ich Grafiker, hätten die meine Bewerbung längst auf dem Tisch. Da ich aber nun mal die Text- und keine Grafikzicke bin, lehne ich mich entspannt zurück, finde die Kampagne einfach nur cool und hoffe, dass mich die Sterngräser vielleicht mal für kackdreistes Text oder Lektorat buchen.
Kreative Visitenkarten. Woohooo!
4. April 2011
In einem aktuellen Kundenprojekt arbeite ich mit der fabelhaften Grafik-Designerin Michaela von Aichberger zusammen. Sie ist nicht nur selbst ein Ausbund an Kreativität, sondern versorgt mich auch immer wieder mit bestaunenswerten Design-Links aus aller Welt. Heute empfahl sie mir eine Sammlung kreativer Business-Visitenkarten im Netz, die ich natürlich alsbald durchstöberte. Und was soll ich sagen: boah!
Den ersten Kicherer entlockte mir die Visitenkarte aus Gummi, auf der ein Personal Trainer für sein Engagement warb: Erst durch Auseinanderziehen des Formats wird der im Ruhezustand eng gepresse Schriftzug überhaupt lesbar.

Von gezunkenen Karten und gagenden Geigern.
14. Januar 2011
Gerade kichere ich mal wieder wie verrückt über das linguistische Fundstück des Jahrhunderts: Die Gesellschaft zur Stärkung der Verben nämlich hat sich auf die Fahnen geschruben, den armen schwachen Verben den Rücken zu stirken und damit einer Verödung der Grammatik zu entgegenwarken.
Sie so: “Häh?” Ich so: Guckstu.
Ab sofort wird mit gezunkenen Karten gespielt, verwolkene Blumen werden weggeschmissen, Geiger gagen, Vergleiche hanken, man hat sich mit weniger Geld begnogen, der Lehrer schak den Schüler zum Direktor, wir verwandten den verborßenen Algorithmus.
Überhaupt haben die Initiatoren auffallend Recht mit ihrer Feststellung:
Warum heißt es: ich sterbe, ich starb, ich bin gestorben, aber nicht ich erbe, ich arb, ich habe georben?
Und hey: Warum sollte man das Verb “verabscheuen” nicht wie folgt beugen: verscheut ab, verschund ab, verschünde ab, verscheue ab, abverschunden? Denkbar wäre auch, dass ich mich mit einem peinlichen Kommentar in die Nesseln gesotzen oder das Kind in der Musikschule angemolden habe. Und was ist so abwegig daran, hässliche Substantiv-Endungen wie “-igkeit, -lichkeit, -ikation oder -ilität” zu eliminieren und z.B. aus der unattraktiven “Möglichkeit” ein heroisches Mögnis zu machen?
Hach. Was für eine tolle Sache für Sprachspieler wie mich. Aber Vorsicht: Festlese-Gefahr!
(Und vielen Dank an die liebe Sandra Vogel vom piepmatz Verlag, die den Link auf Twitter postete!)
Die Weihnachtsgeschichte. Im Web Zweinull.
21. Dezember 2010
Manche Geschichten sind ja kreativer als andere. Diese hier zum Beispiel: Weihnachten im Zeitalter von Web 2.0 – erdacht und gemacht von einem portugiesischen Anbieter für digitale Inhalte namens excentric.
Was für eine großartige Idee! Was für eine tolle Umsetzung! Nicht VÖLLIG neu, okay, aber punktgenau auf die Weihnachtsgeschichte umgemünzt unter Verwendung von Google Maps (made my day: das Auswahlkästchen “Avoid Romans” bei der Routenplanung!), iPhone, Wikipedia, Outlook, Twitter, facebook, foursquare und mehr. I’m on my knees.
(Vielen Dank übrigens an meinen Kunden Sebastian Wiegärtner, der mich via Twitter darauf stupste!)
Videothek, aber für Bücher.
24. November 2010
Ein Gebet für den Fragesteller wäre hier wohl angebracht. Ich mache das, sobald ich damit fertig bin, meinen Kopf auf den Tisch zu hauen. Mann, mann, mann.

[Für meine sehbehinderten Leser: Hier sieht man ein typisches Fenster aus einem Frage-und-Antwort-Forum mit der, naja, lieb gemeinten Frage eines Users namens Selekta: "my sister does a lot of reading and spends like a $ 1000 a year on just books alone. Most of them she reads once then never looks at again. Is there any kind of ... like video rental store but for books? Would make things a lot cheaper, plus once one person has read one the next person can get enjoyment from it etc." - Sehr schön darauf die Antwort des Users kombiman: "Yes, it is called a lib-ra-ry. Available in most councils and big cities. You can even order them!"]
(gefunden auf http://lolsnaps.com)
Blindtext, yo, man.
27. Oktober 2010
Wem der typische “lorem ipsum”-Blindtext zu uncool ist, greift zukünftig zum “Gangsta lorem ipsum Blindtext-Generator”. Krasser Scheiß: Er mixt den Klassiker mit hippen Streetgangsta-Parolen.
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Wisster Bescheid.
