Die grandiose Martina Bloch aka @akquisefachfrau schrieb bereits 2011 auf ihrem Akquiseblog über eine Frage, die uns Freelancer immer wieder umtreibt:

“Sollte ich unter irgendwelchen Umständen kostenlos arbeiten?”

Die Antwort, so wird mir der geneigte Leser zustimmen, lautet vernünftigerweise meist “Natürlich NICHT, hallo, geht’s noch?”. Trotzdem gerät man als Freelancer immer wieder in die Situation, den vermeintlichen guten Argumenten potenzieller Leistungserschleicher begegnen zu müssen. Auch mir ist es – vor allem in den ersten Jahren meiner Freiberuflichkeit – durchaus schon passiert, dass ich mich von blumigen Versprechen und dreisten Lügen einlullen ließ. Für diese Fälle hat die amerikanische Typo-Künstlerin und Illustratorin Jessica Hische die Mindmap “Should I work for free?” erstellt. Schritt für Schritt führt sie den gezwickmühlten Freelancer durch die  Entscheidungsfindung, ob man angeblich ruhmreiche, folgeauftragsschwere und karmafördernde Projekte ohne Honorar bearbeiten sollte. Fazit: Solange der/die Anfragende nicht Deine Mutter, Dein bester Freund oder eine coole Band oder Non-profit-Organisation ist, mit deren Zielen Du Dich 100% identifizierst: lass es!

Die Mindmap gibt es jetzt auch auf Deutsch (übersetzt von Patrick G. Stoesser) und hier ist sie:

Nichts davon ist wirklich völlig neu, aber mir gefällt die humorvolle Herangehensweise an schwierige Gedanken. Für mich habe ich daraus mitgenommen, dass ich Anfragen nach “Arbeiten für lau” noch kritischer beäugen … und noch selbstbewusster ablehnen werde. Gute Arbeit kostet eben. Punkt.

Das Verfassen dieses kurzen Textes bedarf äußerster Selbstbeherrschung. Warum? Weil ich seit einer Stunde alle paar Sekunden aufs Neue lachend zusammenbreche, ein paar Buchstaben tippe, wieder zusammenbreche, wieder tippe …
Und warum nun dies? Weil ich die lustigste Website der Welt entdeckt habe. Nach dem Besuch derselben wissen Sie alles, was Sie über Websites je werden wissen müssen und, naja, noch etwas mehr. Vor allem wird sich Ihr englischer Wortschatz in Sachen Gossenslang … sagen wir … erweitert haben.

Der folgende Link führt nun dorthin.

DISCLAIMER: Bitte nur klicken, wenn Zeit und Ort für einen ausgiebigen Lachkrampf vorhanden sind!Ich ringe noch immer um Fassung.

Lang ist’s her, seit ich die letzten Blog-Suchbegriffe dingste. Der Zwang der Menschen, in diesem Internetz Sachen zu suchen, war seither ungebrochen – hier kommen die skurrilsten aus der letzten Zeit:

jugendliche urinieren spielplatz: Hier bin ich nicht ganz sicher, was ich verstörender fände – wenn das Verb einen Buchstabendreher hätte oder wenn nicht. Ähömm.

Ich bin der schönste Mann in Hessen: Und ich die verfressenste Frau in Bayern. Wie sich das wieder trifft! Es ist Liebe. <3

iPhone 4 Hüllen bei kik: Würde ich nicht kaufen – aus dem einfachen Grund, dass ich über die Schwelle dieser Ausbeuter-Kette keinen Fuß setze. Zudem fault einem vermutlich nach dem dritten Ans-Ohr-Halten dieser Handyhüllen der Lauscher ab, weil sie aus recycelten Uranfässern oder so hergestellt sind.

Nase läuft Blutspenden: Ich imaginiere da eine Nase auf Beinen, die zum Blutspendetermin in der örtlichen Grundschule läuft. “Hallo, ich möchte bitte Blut spenden. Gruppe N Rhotzus positiv.” – “Da vorne links, bitte. Und danach viel trinken, ja?”

textzucke: Mist! Jetzt hab ich den Kaffee verschüttet.

nette zicke 80 spielt playstation 3: Die nette Zicke spielt leider weder Playstation noch Xbox noch Wii noch Gameboy. Die nette Zicke will nämlich mit Computer- oder Konsolenspielen jeglicher Art nichts zu tun haben, seit ihr das “Tetris” auf dem Gameboy der Freundin (gespielt 10 Stunden am Stück auf der Klassenfahrt nach Rom) mehrere Jahre (!) lang Alpträume von fallenden Klötzchen bescherte.

Raucherraum Grab: Das lasse ich jetzt mal so wirken.

bedeutung (während in meinem hirn die gedanken karussell fahren): Wer sind wir? Wo kommen wir her? Und vor allem: Wo gehen wir hin? Außerdem: HÄ?

Plasmaspenden muss man pumpen: Genau. Plasmaspenden pumpt man aus dem Menschen raus und in den Plasmabeutel rein. ZACK! Gute Tat. Machen!

To be continued …

Krass, jetzt wird’s zweistellig! 10 Folgen absurde Suchbegriffe im Textzicken-Blog. Darauf ein Glas Rote-Bete-Saft! Aber schauen wir doch gleich mal rein, welche Googlereien mir dieses Mal Leser aufs Blog schaufelten.

rauche Texte: Echt, die kann man rauchen? Auf die Idee bin ich bisher nicht gekommen. Ich schreibe Texte ja eher. Und lese sie manchmal. Korrigieren geht auch, und wenn sie gut sind, sogar Verschlingen. Aber Rauchen? Die Leute haben ja tolle Ideen. Gleich mal versuchen.

Hausarbeit schreiben nervig: Uneingeschränkte Zustimmung hierzu. Aus diesem Grund, glaube ich, schmiss ich seinerzeit die Studiererei nach nur einem Semester (Biologie) hin.

Ab wie viel Plasmaspenden kriegt man ein T-Shirt?: Manchmal, aber nur manchmal beschleichen mich Zweifel an den hehren Zielen meiner Mitmenschen. Schämt Euch!

der text berichtet von der: Nun mach’s doch nicht so spannend! Von was berichtet der verdammte Text? Von was? Aaaarrrrghhhhh, Cliffhanger machen mich wahnsinnig!!!

geblinkt oder geblunken? Der korrekte Imperfekt von “blinken” lautet “blönk”. Gern geschehen.

Anschnallen spießig: Nein, ist es nicht. Es rettet vielmehr Leben. Diese Info ist für Sie als treue Leser kostenlos.

Gänseleber blut erkältung: Ja, ich hole mir auch jedes Mal einen fiesen Schnupfen, wenn ich kalte Blut-Fußbäder nehme und dabei Gänseleber schlürfe. Üble Sache das.

Spezeleschrift: [Spezeleschrift, die]: Sonderform der urschwäbischen Spätzleschrift, in der die berühmte Fugger-Saga sowie die Bildungsförderungsgesetze der deutschen Bundesregierung abgefasst sind.

To be continued

Gerade bimmelte mein Fax. Das schockte mich voll aus dem Sessel, denn hey, wer verschickt schon heute noch Faxe? Was ich dann aus dem verwaisten Gerät älteren Semesters holte, made allerdings my day. Weil: handgeschrieben. Adressiert an “Patrick”, der ich natürlich nicht bin. Absender: “Hans”, der Patrick, na klar, vergeblich versucht hatte anzurufen. Hans, müsst Ihr wissen, ist nun offenbar Inhaber von topgeheimen Insider-Infos über ecuadorianische Aktien, die ganz sicher (!) sofort morgen (!) in ungeahnte Höhen schießen werden. Daher: NOCH HEUTE KAUFEN und morgen schon auf den Caymans chillen! Seht selbst:

Keine Absendernummer natürlich. Was schade ist. Denn sonst wäre mein erster Reflex gewesen, dort anzurufen und schallend ins Telefon zu gackern. Für wie blöd HALTEN manche Menschen uns? Es ist doch nicht zu fassen.

63,75. Und ich mittendrin.

18. Oktober 2012

Naja, “mittendrin” stimmt nur bedingt. Aber Seite 192 ist doch gar nicht sooo schlecht. Auf der steht nämlich, eingekeilt zwischen illustren Schreibern wie Sibylle Berg, Alexandra Tobor und Peter Breuer, meine hanebüchene Geschichte. Über einen impotenten Frustgrafen, zum kollektiven Menstruieren verdammte Hofdamen und eine Wiesbadener Burg, in der das Grauen seinen Lauf nahm. Mehr wird nicht verraten und gelogen ist die Story sowieso.

Von was ich da um Himmels Willen fasle? Achso, klar, können Sie ja nicht wissen: 63,75. Das ist die neueste Ausgabe eines coolen Heimatmagazins aus dem Hause Stijlroyal. Diesmal erscheint es in SCHAU-WIE-GROSS-ICH-BIN-DIN-A3-Buchform, auf dass es bloß nicht in handelsübliche Bücherregale passt. Das hat er sich fein ausgedacht, der Herr Haas. Und dann bis ins Detail wunderschänn designt, wie man es von den Stijlroyalern eben gewohnt ist (weswegen man die Vorgänger-Ausgaben ja auch schon mit dem red dot Award schmückte und so weiter).

Kurz gesagt, geht es in dem Buch um 75 Plätze, Dinge und Geschehnisse in und um Wiesbaden. Wir 63 Autoren wussten darüber nix weiter als das, was wir auf einem freundlicherweise frei Haus gelieferten Foto sahen. Der Rest entsprang unserer mehr oder minder schmutzigen Fantasie, die echten Fakten zum Bild lieferte der Huck.
Ich für meinen Teil werde Wiesbaden zum ersten Mal im Leben am 2. November betreten – zur Buch-Release-Party nämlich. Dem Schreibspaß tat diese selige Unwissenheit übrigens keinerlei Abbruch.
Bis zum 2. November kostet übrigens das sensationelle Riesenbuch nur 29,90 € statt später 39,90 €. Wer also auch nur ein bisschen Grips im Kopf hat, bestellt sofort heute!