Die Montagsinterviews von texterella sind legendĂ€r. Kein Wunder: Bloggerin und Allround-Wonderwoman* Susi Ackstaller gestaltet die Interviews mit so viel Herzblut, Achtsamkeit und Geschmack, dass man nicht anders kann, als sich hochgradig geschmeichelt zu fĂŒhlen, wenn sie einen fragt, ob man nicht die NĂ€chste sein möchte. So geschehen nun auch bei mir – da ich nun endlich auch dieses Dingsda mit der 4 vorne dran geknackt habe, unter der Rubrik „Frauen ab 40“.

Susi, ich knickse artig und danke sehr. Es hat Spaß gemacht (allein die WĂŒhlerei in alten Fotos! Geeez!) und offenbar bin ich ganz gut getroffen. Das sagen jedenfalls alle, die das Interview gelesen haben und mich kennen. And here we go:

Texterella_Montagsinterview

*Es kann einfach nicht unerwĂ€hnt bleiben, dass Susi unter anderem die GrĂŒnderin meines Herzens-Netzwerks texttreff ist, ohne das mein Leben garantiert andere Bahnen genommen hĂ€tte. UnĂŒbertrieben! <3

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Als ich mich heute in einer E-Mail an eine Kollegin vertippte, hat mir wohl mein Texterinnenherz die Feder gefĂŒhrt. Da stand dann nĂ€mlich das hier (klar, dass ich es sofort twittern musste):

Ja, ich bin Freuberuflerin, denn ich bin meine eigene Chefin in einem Job, der mich ausgesucht hat statt umgekehrt. Es trifft sich hierbei gut, dass ich eine so kinderfreundliche Chefin bin, denn so konnte ich vom ersten Atemzug meiner Kinder an immer genau so viel arbeiten, wie jeweils gerade möglich war. Was fĂŒr ein Luxus!*

Dass ich mal „was mit Schreiben“ machen wollte, war ĂŒbrigens klar, sobald Klein Lilian im Kindergarten die ersten Buchstaben krakelte. Dass in meiner Familie BĂŒcher schon immer allgegenwĂ€rtig waren (kein Wunder mit einem Lektoren-Opa), spielte dabei sicher eine wichtige Rolle. Okay, es ist nun Werbung und Lektorat/Korrektorat geworden und keine Schriftstellerei. Aber hey, das ist eben so. Und wer weiß, vielleicht habe ich ja doch plötzlich irgendwann ein Manuskript in der Schublade. Momentan bin ich aber sehr glĂŒcklich mit genau dem, was ich tue.

Nee, Moment, stimmt nicht ganz. Es gibt etwas, das ich gern viel hĂ€ufiger tĂ€te: brainstormen. In Agenturen oder Unternehmen gehen, die ideenmĂ€ĂŸig im TrĂŒben schippern. Die sich in Sachen Marketing neu ausrichten oder ihre bestehende Werbestrategie aufpolieren wollen. Denen – nicht nur rein textlich – ein frischer Wind fehlt. Denen es hĂŒlfe, wenn jemand von außen auf ihr Ding schaut und es schonungslos auf Tauglichkeit auseinandernimmt. Und Slogans. Ja, Slogans will ich in Zukunft viel mehr machen. Oder Produktnamen. Je kreativer, desto besser – das kann ich nĂ€mlich richtig gut.

So. Und jetzt gehe ich mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurĂŒck an meinen aktuellen Text. Es geht um vegetarisches Catering; danach ist medizinisches Fachsprech ĂŒber MikronĂ€hrstoffe dran.
(ErwĂ€hnte ich dass ich meinen Job liebe? Ich liebe meinen Job. Danke, dass das so sein darf – und danke an die vielen treuen Kunden, die meine Arbeit zu schĂ€tzen wissen.)

Herz

* Jaaa, klar hat die Freiberuflickeit auch Nachteile. Die manchmal unsichere Auftragslage etwa, oder dass man sich in Ermangelung von Vorgesetzten selbst disziplinieren muss. Mir ist es das aber alles wert. Nichts ersetzt mir die Freiheit, meine Zeit selbst einzuteilen und AuftrĂ€ge abzulehnen/weiterzuleiten, die nicht „meins“ sind. Das wird von Jahr zu Jahr besser, weil ich inzwischen fest auf meinen TextersfĂŒĂŸen stehe. Ich wĂŒnsche allen Freelancerkollegen in egal welchen Berufen, dass sie in ihrer Arbeit ebenso froh sind wie ich mit meiner.

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Die grandiose Martina Bloch aka @akquisefachfrau schrieb bereits 2011 auf ihrem Akquiseblog ĂŒber eine Frage, die uns Freelancer immer wieder umtreibt:

„Sollte ich unter irgendwelchen UmstĂ€nden kostenlos arbeiten?“

Die Antwort, so wird mir der geneigte Leser zustimmen, lautet vernĂŒnftigerweise meist „NatĂŒrlich NICHT, hallo, geht’s noch?“. Trotzdem gerĂ€t man als Freelancer immer wieder in die Situation, den vermeintlichen guten Argumenten potenzieller Leistungserschleicher begegnen zu mĂŒssen. Auch mir ist es – vor allem in den ersten Jahren meiner Freiberuflichkeit – durchaus schon passiert, dass ich mich von blumigen Versprechen und dreisten LĂŒgen einlullen ließ. FĂŒr diese FĂ€lle hat die amerikanische Typo-KĂŒnstlerin und Illustratorin Jessica Hische die Mindmap „Should I work for free?“ erstellt. Schritt fĂŒr Schritt fĂŒhrt sie den gezwickmĂŒhlten Freelancer durch die  Entscheidungsfindung, ob man angeblich ruhmreiche, folgeauftragsschwere und karmafördernde Projekte ohne Honorar bearbeiten sollte. Fazit: Solange der/die Anfragende nicht Deine Mutter, Dein bester Freund oder eine coole Band oder Non-profit-Organisation ist, mit deren Zielen Du Dich 100% identifizierst: lass es!

Die Mindmap gibt es jetzt auch auf Deutsch (ĂŒbersetzt von Patrick G. Stoesser) und hier ist sie:

Nichts davon ist wirklich völlig neu, aber mir gefĂ€llt die humorvolle Herangehensweise an schwierige Gedanken. FĂŒr mich habe ich daraus mitgenommen, dass ich Anfragen nach „Arbeiten fĂŒr lau“ noch kritischer beĂ€ugen … und noch selbstbewusster ablehnen werde. Gute Arbeit kostet eben. Punkt.

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Wie man dem Namen meines Blogs mit etwas Fantasie entnehmen kann, bin ich Werbetexterin und Lektorin. Ich arbeite zu einem gewissen Stundensatz und schaffe eine gewisse Menge an Textarbeit pro Stunde. Multipliziere ich meinen Stundensatz X mit dem Zeitaufwand Y, erhalte ich das zu kalkulierende Honorar Z. Wenn Sie diese kleine Formel kurz memorieren möchten? Danke.

Nun begibt es sich regelmĂ€ĂŸig, dass mich potenzielle Kunden mit der Erstellung oder der Korrektur von Texten beauftragen möchten. Das ist eine feine Sache, weil von mir perfide so geplant. Nicht geplant ist hingegen, dass ich ob der winkenden Aufgabe munter drauflos kalkuliere – wir erinnern uns: Der Stundensatz! Der Aufwand! Die Multiplikation! – und dann der Kommentar kommt:

„Öha, ganz schön teuer. Aber hey, es muss ja nicht nur die BroschĂŒre 
 auch unsere Website braucht neue Texte. Und ein Mailing wollen wir auch machen. Und ĂŒberhaupt kommt da sicher immer wieder was! Können Sie uns da nicht einen Mengenrabatt geben?“

Dass ich SĂ€tze wie diese in knapp 15 Jahren SelbststĂ€ndigkeit gefĂŒhlte drölf Milliarden Mal gehört habe, macht sie nicht besser. Denn derlei Verhandlungsgebaren ist vielleicht beim Erwerb von Kreuzschlitzschrauben, Herrensocken oder Streusalz  nachvollziehbar. Aber niemals! bei! Dienstleistungen! Den Rest des Beitrags lesen »

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Im Rahmen der Blogwichtelei des Texttreff wurde nicht nur mein Blog reich beschenkt. Nein, auch ich durfte/sollte/wollte meine Wichtelpartnerin Daniela Wochnik (bzw. ihr Blog) beglĂŒcken.
Nach ihren WĂŒnschen gefragt, meinte Daniela, ihres Zeichens Spezialistin fĂŒr Social-Media-Themen: „Oh, bitte ein Interview mit der @Textzicke!“. Die Textzicke, das bin bekanntlich ich. Und so kam es, dass ich ein Twinterview gab, in dem ich ein bisschen aus dem TweetkĂ€stchen plaudere – nachzulesen hier. Könnt Ihr ja mal lesen. Und den Rest des tollen Blogs verschreib.bar auch.

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„Er ist seit einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt.“
„Trotz ihrer Behinderung strahlt sie Lebensfreude aus.“
„Tapfer meistert sie ihr Schicksal.“

Nett gemeinte SĂ€tze wie diese lesen wir in Berichten ĂŒber Menschen mit Behinderung tĂ€glich. Dass sie bei den – haha – „Betroffenen“ (merken Sie was?) das genaue Gegenteil bewirken, ist den Artikelschreibern selten bewusst.
Warum? Weil Menschen, die eben aus diesen oder jenen GrĂŒnden „anders“ (waaahhh!) sind, allermeistens kein Mitleid wollen – und erst recht keine mitleidige Berichterstattung!

Ganz im Sinne der Inklusion hat die Seite leidmedien.de nun Tipps und Meinungen zusammengetragen, die fĂŒr das Thema „Berichten ĂŒber Menschen mit Behinderung“ sensibilisieren sollen.

Zum Beispiel kommentiert der Rolli-Fahrer Michael Z. aus Berlin den „an den Rollstuhl gefesselt“-Satz so:

„Ein Rollstuhl ist keine EinschrĂ€nkung, sondern ein Fortbewegungsmittel. Sollten Sie tatsĂ€chlich jemanden treffen, der an den Rollstuhl gefesselt ist, binden Sie ihn los!“

Er hat Recht. NatĂŒrlich! Aber auf die Idee muss man ja erstmal kommen, wenn man selbst auf zwei gesunden Beinen durch die Gegend hopst. Auch dass der völlig gelĂ€ufige Ausdruck „geistig behindert“ viel unfreundlicher – und unrealistischer! – ist als einfach „Mensch mit Lernschwierigkeiten“, liegt normal Begabten (halt! Darf ich das denn nun wieder sagen oder nicht?) zunĂ€chst fern.

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