Die Sache mit dem “Mengenrabatt”. Beim Texten.
28. Januar 2013
Wie man dem Namen meines Blogs mit etwas Fantasie entnehmen kann, bin ich Werbetexterin und Lektorin. Ich arbeite zu einem gewissen Stundensatz und schaffe eine gewisse Menge an Textarbeit pro Stunde. Multipliziere ich meinen Stundensatz X mit dem Zeitaufwand Y, erhalte ich das zu kalkulierende Honorar Z. Wenn Sie diese kleine Formel kurz memorieren möchten? Danke.
Nun begibt es sich regelmäßig, dass mich potenzielle Kunden mit der Erstellung oder der Korrektur von Texten beauftragen möchten. Das ist eine feine Sache, weil von mir perfide so geplant. Nicht geplant ist hingegen, dass ich ob der winkenden Aufgabe munter drauflos kalkuliere – wir erinnern uns: Der Stundensatz! Der Aufwand! Die Multiplikation! – und dann der Kommentar kommt:
“Öha, ganz schön teuer. Aber hey, es muss ja nicht nur die Broschüre … auch unsere Website braucht neue Texte. Und ein Mailing wollen wir auch machen. Und überhaupt kommt da sicher immer wieder was! Können Sie uns da nicht einen Mengenrabatt geben?”
Dass ich Sätze wie diese in knapp 15 Jahren Selbstständigkeit gefühlte drölf Milliarden Mal gehört habe, macht sie nicht besser. Denn derlei Verhandlungsgebaren ist vielleicht beim Erwerb von Kreuzschlitzschrauben, Herrensocken oder Streusalz nachvollziehbar. Aber niemals! bei! Dienstleistungen! Den Rest des Beitrags lesen »
Handgeschriebener Fax-Spam. Seriously?!
23. Oktober 2012
Gerade bimmelte mein Fax. Das schockte mich voll aus dem Sessel, denn hey, wer verschickt schon heute noch Faxe? Was ich dann aus dem verwaisten Gerät älteren Semesters holte, made allerdings my day. Weil: handgeschrieben. Adressiert an “Patrick”, der ich natürlich nicht bin. Absender: “Hans”, der Patrick, na klar, vergeblich versucht hatte anzurufen. Hans, müsst Ihr wissen, ist nun offenbar Inhaber von topgeheimen Insider-Infos über ecuadorianische Aktien, die ganz sicher (!) sofort morgen (!) in ungeahnte Höhen schießen werden. Daher: NOCH HEUTE KAUFEN und morgen schon auf den Caymans chillen! Seht selbst:

Keine Absendernummer natürlich. Was schade ist. Denn sonst wäre mein erster Reflex gewesen, dort anzurufen und schallend ins Telefon zu gackern. Für wie blöd HALTEN manche Menschen uns? Es ist doch nicht zu fassen.
Geht Blut spenden!
15. August 2012
So. Jetzt schreibe ich endlich den Artikel, der mir schon seit Jahren am Herzen liegt.
Für mich ist das Blutspenden nämlich eine so selbstverständliche Sache, dass ich immer ganz von den Socken bin, wenn mir jemand erzählt, dass er noch nie Blut gespendet hat.

Okay, mancher hat Angst vor Nadeln oder Ärzten. Entschuldbar ist ein Nichtspenden auch bei Eisenmangel, Schwangerschaft, Untergewicht oder Krankheiten wie Hepatitis, HIV, Syphilis etc., die eine Blutspende per se verbieten. Ansonsten aber darf (unter, zugegeben teilweise idiotischen, Einschränkungen) jeder gesunde Volljährige Blut spenden – und sollte es, wie ich finde, absolut tun. Schon morgen kann jeder selbst auf fremdes Blut oder Plasma angewiesen sein … und wird dann froh sein, wenn genug Blut in der passenden Blutgruppe auf Lager ist.
Ich finde: Vom Blutspenden stirbt man nicht, von fehlenden Blutkonserven im Ernstfall aber schon!
Jeder Mensch mit einem Fünkchen Anstand im Leib sollte deshalb zumindest mal in sich gehen, ob er sich nicht doch entschließen kann, Blutspender zu werden.
Und wem der soziale Gedanke allein nicht ausreicht, dem sei hiermit offiziell verraten, dass man mit Blutspenden oder Plasmaspenden sogar Geld verdienen kann.
Rauchen: nichts für Kinder. Eine Kampagne.
21. Juni 2012
Und zu dieser großartigen thailändischen Anti-Rauchen-Werbekampagne sage ich mal nicht viel außer: Verdammte Scheiße nochmal, Ihr Raucher da draußen habt auch eine Vorbildfunktion! Nehmt diese Verantwortung endlich ernst! Und Eure eigene Gesundheit auch. So.
Zusammen. Und doch irgendwie allein.
24. Mai 2012
Bekanntermaßen lebe ich in Starnberg. Starnberg ist ein zwar ziemlich teures, tatsächlich aber nettes Fleckchen Erde zum Wohnen. Viele Familien ziehen deshalb aus dem Umland zu oder – und das finde ich irgendwie rührend – sind hier aufgewachsen, gingen weg und kamen irgendwann mit ihren eigenen Kindern wieder. Zu den Nachkriegs-Siedlungen der 1950er-Jahre (in so einer wohne ich heute) gesellten sich Neubaugebiete, die meist ganz gut auf die Bedürfnisse von Familien zugeschnitten sind. Zumindest in den neuen Siedlungen können sich Kinder durch Spielstraßen, 30-km/h-Zonen und Privatwege relativ sicher bewegen. Das ist schön.
Weniger schön finde ich hingegen eine Entwicklung, die ich seit Jahren in Starnbergs Gärten beobachte: die Abschottung durch akuten Spielmöglichkeiten-Overload. Im Detail meine ich damit die Hyperausstattung mit Riesentrampolins, diversen Schaukeln, Sandkästen, Seilbahnen, Slacklines, Planschbecken und Tischtennisplatten; je nach Gartengröße. Mindestens zwei Dinge aus dem vorherigen Satz finden sich nämlich in mindestens jedem zweiten Familiengarten hier, und das ist nicht übertrieben. Den Rest des Beitrags lesen »
Manuskript abgelehnt? Passiert den Besten!
7. Februar 2012
Sie sind Autor und Ihr Manuskript wurde schon wieder bei allen möglichen Verlagen abgelehnt? Das ist schade, aber kein Beinbruch. Vielleicht ermutigt es Sie, dass das auch den GANZ GROSSEN schon passiert ist. Viele, viele Male.
So musste z.B. Stephen King (oh, ich vergöttere ihn!) in einem der zahlreichen Ablehnungsschreiben zu seinem späteren Weltbestseller “Carrie” Folgendes lesen:
We are not interested in science fiction which deals with negative utopias. They do not sell.
“Do not sell” – ja nee, is klar. Hat sich auch nur siebenunddrölfzigtausend Milliarden Mal verkauft, wurde verfilmt, verschaffte Mr King den Durchbruch und machte ihn somit zu einem der reichsten Autoren weltweit.
Joanne K. Rowlings erster Harry-Potter-Roman “Harry Potter und der Stein der Weisen” wurde von insgesamt 12 (!) Verlagen abgelehnt. Dass Harry Potter heute vermutlich in keinem Kinderzimmer mehr fehlt, haben wir indes einem siebenjährigen Mädchen zu verdanken: der Tochter des Inhabers des kleinen Londoner Verlags Bloomsbury (man verzeihe mir an dieser Stelle meine ausgeprägte Genitivitis). Sie kriegte irgendwie dieses Manuskript in die Finger, fand es unglaublich und lag ihrem Dad dann so lange in den Ohren, bis er das Ding 1997 entnervt veröffentlichte. Dieser Tage ist Joanne K. Rowling die vermögendste Schriftstellerin der Welt und ich kenne ein paar Verlage, die sich für diese verpasste Erst-Entdeckung heute kollektiv in den Allerwertesten beißen – darunter Riesen wie PenguinBooks und HarperCollins. HA, HA, HA! ^^ Den Rest des Beitrags lesen »
