Dass mich das Buch “Suna” von Pia Ziefle mehr als nur begeistert hat, kann man unschwer aus meiner ausführlichen Rezension herauslesen. Seit “Suna” vorletzte Woche endlich auch als Taschenbuch (9,99 €) erschienen ist, verschenke ich es noch häufiger als sonst. Ob ich so ein bisschen mit Schuld daran bin, dass es heute auf der SPIEGEL-Bestsellerliste auf Platz 50 eingestiegen ist? ;-)

Mehr als verdient ist dieser Erfolg ja – wobei ich prophezeie, dass es dabei nicht bleiben wird. Bis auf die vorderen 20 Plätze wird dieses berührende, großartige Buch es bestimmt noch schaffen. Ich empfehle es jedem; als Lektüre für wertvolle Stunden oder als Geschenk für Menschen, die gute Geschichten zu schätzen wissen. Die Hardcoverausgabe ist übrigens natürlich noch viel schöner als das Taschenbuch … und da “Suna” ein Buch ist, das man mehr als einmal lesen wird, fand ich für mich die Investition in 9 Euro mehr auch völlig angebracht.

Die Evolution. Gesprayt.

13. Dezember 2012

Über einen Adventskalender-Artikel in Lars Fischers Wissenschafts-Blog scilogs.de stieß ich gestern auf ein Video, das mich sprachlos machte. Sprachlos über die Idee, die Umsetzung, den unfassbaren Aufwand, den die Macher betrieben haben.

Achso, um was es geht? BIG BANG BIG BOOM. Die Evolution. Vom Urknall über die Entstehung der Mikroben, Einzeller, Wasserlebewesen, Vögel, Dinosaurier, Säugetiere … bis hin zum Menschen. Gesprüht in Graffiti-Manier auf Wände, Rohre, Straßen, Türme. Animiert als Stopmotion-Film. Ein Happy End erwartet man vergeblich – wie auch, da wir ja unsere Erde mit aller Kraft zugrunde richten. Der Schluss mit der Rakete, die am Turm hochsteigt, hat mir Angstschauder über den Rücken gejagt. Aber seht selbst. Der Film ist echt beeindruckend!

Ein gutes Herz.

1. Dezember 2012

Heute sortierte ich alte Kinderzeichnungen und -basteleien aus, denn man kann ja nicht alles behalten, stimmt’s? Herzerwärmende “Liebesbriefchen” beider Kinder kamen da zum Vorschein, viele niedliche Buntstiftbilder und einige recht kryptische Klebe-Installationen. Ich bin sehr froh, die Kunstwerke jeweils rückseitig mit Namen, Datum und teils Erläuterungen versehen zu haben – denn nicht bei jedem Stück erschließt sich die Bedeutung auf Anhieb. ;-)
Ein Klebe-, nun … -dings fiel mir besonders auf. So sieht es aus:

Sieht eher … unspektakulär aus, ich weiß. Das ist aber ein riesiges Missverständnis! Denn was man hier sieht, hat Zauberkräfte, die die Welt verändern können. Gefragt, was er denn da gebastelt habe, erklärte der damals Dreijährige nämlich dies:

“Das ist doch eine Zaubermaschine! Wenn man die irgendwo hinlegt und ‘Simsalabim!’ sagt … dann kriegen alle armen Kinder Pizza.”

So schlicht, so wunderbar denken Kinder. Und deshalb sollten wir unsere Augen und Ohren weit aufsperren und jeden Tag von ihnen lernen.

Wer ich bin.

24. November 2012

Vor einiger Zeit hat ein noch sehr junger, aber schon sehr weiser junger Mann einen Blogbeitrag veröffentlicht, der mich zu diesem hier inspirierte*. Den jungen Mann kenne ich unter dem Twitternamen @mitnichten, sein Artikel heißt „Autobiografie – Zusammenfassung meines bisherigen Lebens“ und er ist großartig. Zum einen, weil er auf eine schlichte Art gut geschrieben ist – und zum anderen, weil beim Lesen ein derart genaues Bild des Schreibenden entsteht, dass man fast ein bisschen verlegen wird vor so viel Offenheit.

Offenheit ist nun etwas, das ich extrem schätze. Zu verbergen habe ich nichts. Und deshalb öffne auch ich heute die Tür zu meinem Backstagebereich ein wenig und stelle mich auf eine etwas andere Weise vor. Herzlich willkommen und prost.

Ich wurde am 6.6., um 18 Uhr 12, in Zimmer Nummer 6 und als 6. Kind des Tages in einer Schwandorfer Klinik geboren, weshalb, und das ist nicht gelogen, die 80-jährige Nonne/Hebamme zu meiner Mutter sagte: “Höhö, das wird mal ne Sexbombe!”. Ich bin Rechtshänderin, spiele aber mit links Federball. Ich liebe den Duft von frisch gemähtem Gras, feuchtem Beton und geraspelten Salatgurken. Ich hatte eine glückliche Kindheit und es macht mich traurig, dass das eine Ausnahme zu sein scheint. Ich habe als Teenager ein Jahr lang in einer Can-Can-Truppe getanzt. Ich vertrage Unmengen klaren Schnapses, aber nur ganz wenig Bier oder Wein. Softdrinks jeder Art lasse ich als Getränke nicht gelten, Karotten- oder Rote-Bete-Saft hingegen schon. Ich bin unglaublich ungeduldig. In meiner Hosentasche trage ich stets irgendeinen glatten Stein herum, den ich in der Hand halte, wann immer es geht. Das beruhigt mich. Ich kann keine Menschen respektieren, die stinken, weil ich ihnen unterstelle, dass ihnen andere egal sind. Ich bin so süchtig nach Lesen, dass ich in Abwesenheit von Büchern auch Packungsbeilagen oder Texte auf Milchtüten verschlinge. Ich finde, dass Männer Helden sein sollten, weil Zivilcourage sexy ist. Während meiner beiden Schwangerschaften war mir nicht ein einziges Mal übel. Unser Sohn kam 5 Wochen zu früh auf die Welt, aber obwohl er nicht mal zwei Kilo wog, machte ich mir keine Sekunde lang Sorgen um ihn, weil ich wusste, dass er okay ist. Vielleicht liegt das daran, dass ich ihn quasi rauslachte, denn die Wehen kamen vor lauter Lachen über den Film “Verrückt nach Mary”. Den Rest des Beitrags lesen »

“Er ist seit einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt.”
“Trotz ihrer Behinderung strahlt sie Lebensfreude aus.”
“Tapfer meistert sie ihr Schicksal.”

Nett gemeinte Sätze wie diese lesen wir in Berichten über Menschen mit Behinderung täglich. Dass sie bei den – haha – “Betroffenen” (merken Sie was?) das genaue Gegenteil bewirken, ist den Artikelschreibern selten bewusst.
Warum? Weil Menschen, die eben aus diesen oder jenen Gründen “anders” (waaahhh!) sind, allermeistens kein Mitleid wollen – und erst recht keine mitleidige Berichterstattung!

Ganz im Sinne der Inklusion hat die Seite leidmedien.de nun Tipps und Meinungen zusammengetragen, die für das Thema “Berichten über Menschen mit Behinderung” sensibilisieren sollen.

Zum Beispiel kommentiert der Rolli-Fahrer Michael Z. aus Berlin den “an den Rollstuhl gefesselt”-Satz so:

„Ein Rollstuhl ist keine Einschränkung, sondern ein Fortbewegungsmittel. Sollten Sie tatsächlich jemanden treffen, der an den Rollstuhl gefesselt ist, binden Sie ihn los!“

Er hat Recht. Natürlich! Aber auf die Idee muss man ja erstmal kommen, wenn man selbst auf zwei gesunden Beinen durch die Gegend hopst. Auch dass der völlig geläufige Ausdruck “geistig behindert” viel unfreundlicher – und unrealistischer! – ist als einfach “Mensch mit Lernschwierigkeiten”, liegt normal Begabten (halt! Darf ich das denn nun wieder sagen oder nicht?) zunächst fern.

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Geht Blut spenden!

15. August 2012

So. Jetzt schreibe ich endlich den Artikel, der mir schon seit Jahren am Herzen liegt.

Für mich ist das Blutspenden nämlich eine so selbstverständliche Sache, dass ich immer ganz von den Socken bin, wenn mir jemand erzählt, dass er noch nie Blut gespendet hat.

Okay, mancher hat Angst vor Nadeln oder Ärzten. Entschuldbar ist ein Nichtspenden auch bei Eisenmangel, Schwangerschaft, Untergewicht oder Krankheiten wie Hepatitis, HIV, Syphilis etc., die eine Blutspende per se verbieten. Ansonsten aber darf (unter, zugegeben teilweise idiotischen, Einschränkungen) jeder gesunde Volljährige Blut spenden – und sollte es, wie ich finde, absolut tun. Schon morgen kann jeder selbst auf fremdes Blut oder Plasma angewiesen sein … und wird dann froh sein, wenn genug Blut in der passenden Blutgruppe auf Lager ist.

Ich finde: Vom Blutspenden stirbt man nicht, von fehlenden Blutkonserven im Ernstfall aber schon!
Jeder Mensch mit einem Fünkchen Anstand im Leib sollte deshalb zumindest mal in sich gehen, ob er sich nicht doch entschließen kann, Blutspender zu werden.

Und wem der soziale Gedanke allein nicht ausreicht, dem sei hiermit offiziell verraten, dass man mit Blutspenden oder Plasmaspenden sogar Geld verdienen kann.

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